Sieg nach Punkten, Faschismus vs. Freiheit

20.03.2008 22:42 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim

Fünf Jahre nach Beginn des Irak-Feldzuges, geplant als Fanal im “War on Terror” sterben im Irak immer noch täglich dutzende Menschen durch die von den Islamofaschisten verursachte Gewalt.

Millionen sind emigriert, die im Lande blieben arrangierten sich mit dem Terror und der Korruption der Clans, anstatt nach der Diktatur Saddam Husseins eine rechtsstaatlich verfasste Marktwirtschaft aufzubauen, wie es sich die Neokonservativen - und auch ich, ja - erhofft hatten.

Auch wenn es G.W. Bush nicht wahr haben will: der Krieg ist wohl, zumindest auf die ursprünglichen Ziele bezogen, gescheitert.

Osama bin Laden (warum läuft der eigentlich immer noch frei rum? wohin verpulvern die Schlapphüte die vielen Millionen?) und seine Anhänger im Irak und anderswo drohen währenddessen nach wie vor mit Gewalt gegen Kritiker des Islam - immer deutlicher mit Stossrichtung gegen die Meinungsfreiheit, einem der zentralen Werte, mit denen sich der freie Westen von den Despotien des Nahen Ostens abgrenzt.

Diejenigen hierzulande, die hinter ihrem Ruf nach Appeasement nur mühsam - wenn überhaupt - ihre Befriedigung über die offensichtliche Niederlage der USA verstecken, mögen sich bestätigt fühlen: ich sehe in der Tat aktuell einen Sieg nach Punkten, (Islamo-)Faschismus vs. Freiheit…

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48 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Statler, 20.03.2008 23:17

Hälst Du Deine Meinungsfreiheit denn wirklich für eingeschränkt, weil der inzwischen doch eher zur Witzfigur geschrumpfte Terrorfürst per Video diffuse Drohungen abgibt?

jo@chim, 20.03.2008 23:41

Die Erzeugung von Angst, Meinungen frei zu äussern ist eine klassische faschistische Methode. Wobei in der Tat eigentlich nicht die im Kulturkampf Drohenden die Witzfiguren sind, sondern die im vorauseilenden Gehorsam auf dem Boden Robbenden

Übrigens habe ich mir auch überlegt, wie ich hier (mit einem Impressum und einer Familie gehandikapt) nach den Mordplänen gegen einen der Zeichner der Mohammed-Karikaturen mein Recht auf freie Meinungsäusserung nutze.

Statler, 21.03.2008 00:27

Klar, aber das Problem hast Du ja nicht nur mit den Mohammed-Karikaturen. Für neoliberale Theorie und Praxis kann man auch mit Gewalt bestraft werden:

http://www1.ndr.de/nachrichten/hamburg/hh3982.html

Worauf ich hinaus will: Es ist fast egal, welche Meinung vertritt, man läuft immer Gefahr, Probleme mit Leuten zu bekommen, die ihrerseits Schwierigkeiten mit der offenen Gesellschaft und der dazu gehörenden Debattenkultur haben. Die gibt es aber in jeder Bevölkerungsgruppe, nicht nur unter Muslimen.

Also, das mag jetzt nur eine semantische Sache sein, aber nach den Erfahrungen mit gewissen Winkeln der Blogosphäre habe ich Zweifel, ob Begriffen wie “Islamofaschismus” hilfreich sind. Da ist schon eine Konfrontation drin angelegt, von der sich vielleicht auch die falschen herausgefordert fühlen. Wenn man positiv für die offene Gesellschaft argumentiert, überzeugt man damit vielleicht auch Leute, die auf einen Begriff wie “Islamofaschismus” eher mit Trotz reagieren. Man muß es mal von der anderen Seite aus sehen — auch wenn ich kein Kreuzritter und kein Mitglied von Opus Dei bin, würde ich doch instinktiv ablehnend auf jeden reagieren, der mir mit dem Begriff “Christofaschismus” kommt.

jo@chim, 21.03.2008 00:45

von der sich vielleicht auch die falschen herausgefordert fühlen

Statler, mir geht es nicht so sehr darum, ob Momo oder DDH wieder mal die Krise kriegen (oder nicht), sondern darum, den Versuch zu kritisieren, Meinungsfreiheit per institutionellem Druck einzuschränken. Und das funktioniert sehr effektiv inzwischen.

Nicht mehr so sehr von Seiten des Opus Dei und des christlichen Klerus, denen hat der säkulare Rechtsstaat die Giftzähne gezogen (weitgehend), dafür aber mit realer Todesdrohung gegen säkulare Kritiker und islamische Dissidenten von Seiten der Islamofaschisten:

Der Satz von Leon de Winter

Nach dem linken Faschismus der Sowjets, nach dem rechten Faschismus der Nazis, ist der Islamismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts.“

ist immer noch richtig. IMHO.

Statler, 21.03.2008 01:12

Die beiden meinte ich jetzt gar nicht. ;-)

Sondern die ganzen mehr oder weniger moderaten, nicht in religiösem Fundamentalismus investierten Muslime da draußen. Die wollen wir von unserer Vorstellung einer offenen Gesellschaft überzeugen, oder? Na gut, welche Strategie wird da erfolgreicher sein: Ein positives Argument, mit dem wir deutlich machen, wieso eine liberale Gesellschaft allemal vorzuziehen ist — oder ein von vornherein sehr konfrontativer Begriff wie “Islamofaschismus”?

Wie gesagt, das Problem bei letzterem ist doch, daß er mit hoher Wahrscheinlichkeit eher eine Trotzreaktion als Begeisterung für das liberale Projekt hervorrufen wird. Gerade weil er (entgegen Deiner Intention) auch leicht mißverstanden werden kann, so als würde man “Islam=Faschismus” meinen.

jo@chim, 21.03.2008 01:37

Die die ich meine, Muslime wie Ibn Warraq, verstehen die Unterscheidung schon, keine Sorge, die muss man nicht erst überzeugen, die hoffen auf die Chance, auch die “offene Gesellschaft” ohne Bodyguards leben zu können… und darauf, dass unsereins sie in ihrem Freiheitskampf nicht in satter Borniertheit allein lässt.

Statler, 21.03.2008 09:44

Ja, aber es gibt ja nicht nur Ibn Warraq und Hirsi Ali auf der einen, und Ahmadinedschad und bin Laden auf der anderen Seite. Dazwischen ist eine Masse von Leuten, die man mit mehr oder weniger guten Argumenten in die eine oder die andere Richtung überzeugen könnte.

Chripa, 21.03.2008 10:54

Wie ist es mit deutschem Nationalismus? Meinen Sie, dass man auch besser nicht von “Nazis” sprechen sollte, weil dies gemäßigte Nationalisten und Konservative zu einer Trotzreaktion verleiten könnte?

Statler, 21.03.2008 13:08

Solange wir sozusagen in der Binnendiskussion unter Deutschen sind, ist das kein Problem.

Aber wie sähe die Reaktion aus, wenn z.B. ein türkischer Beobachter bei jedem fremdenfeindlichen Anschlag in Deutschland von “Germano-Nazismus” sprechen würde. Fänden wir das okay? Würden wir von dem noch Ratschläge annehmen?

Chripa, 21.03.2008 15:09

Ich denke, dass die türkischen Blätter sowas
zutreffend als Tat von Neonazis oder Rechtsradikalen
bezeichnen. Ich glaube nicht, dass sie von “anti-
deutschen” oder “dem Geist der Bundesrepublik
zuwiderlaufenden” Handlungen sprechen würden.

 
 
 
 
 
 
 
Fuchur, 21.03.2008 12:36

Ich würde eher argumentieren, dass “Islamofaschismus” eine Konzession gerade an die gemäßigten Muslime ist. Denn damit wird ja ausgedrückt, dass “normaler” Islam und “faschistischer” Islam zwei verschiedene Dinge sind, die man nicht in einen Topf werfen sollten.

Die Gegenposition dazu wird z.B. von PI vertreten, nämlich: Es gibt da keinen Unterschied, es gibt einfach bloß den Islam.

jo@chim, 21.03.2008 13:07

Ja. Genau so sehe ich das auch :-)

Deshalb gefällt mir auch der Satz von de Winter so gut: entscheidend für die Charakterisierung als Faschismus sind nicht die jeweiligen linken, rechten oder, in diesem Falle, religiösen Erklärungsmuster, sondern die totalitäre Massenmobilisierung gegen die offene Gesellschaft.

Dagegen hilft nicht “Argumentieren”, dagegen hilft nur: keinen Fussbreit den Faschisten (wo sie sich in Bewegung setzen) und Gegenmoblisierung für Werte wie Meinungsfreiheit, Säkularismus und Rechtsstaatlichkeit.
IMHO.

 
 
 
Lina, 21.03.2008 09:12

Misst Du Weblogs in diesem Zusammenhang nicht ein wenig zu viel Bedeutung bei? Die “Achse” z. B. war unter anderem so frei, die Mohammed-Karikaturen abzubilden; sie hat es trotz Impressum und familiärem Anhang überlebt, und auch sonst (über die üblichen Beschimpfungen der Autoren hinaus) keinen Schaden genommen; inwieweit sie der Sache dient, steht auf einem anderen Blatt - IMHO.

Witzfiguren sind sie beide, die Drohenden und die Robbenden; aber dazwischen steht die grosse Masse der Unauffälligen, deren Entscheidungsfindung durch zwar logisch gefolgerte, aber im medialen Gebrauch doch arg zuspitzende Begriffe wie den “Islamofaschismus” beeinträchtigt werden könnte.

Die Dinge bei ihrem Namen nennen, finde ich wichtig, denke aber dabei auch an die mögliche Folge, die sich aus Trotz (siehe Statler) in einer weiteren Verhärtung der Fronten zeigen könnte; ich frage mich, ob es dazu immer wieder und immer noch kommen muss…

 
 
 
böser Musel, 21.03.2008 06:10

Es gibt aber ein zwei Moslemschweine mehr als Ibn warraq, die auch gerne teilhaben würde an der Gesellschaft die sich jedoch ausgegrenzt fühlen, schonmal daran gedacht.

Nein!Denn das was du und der Herr G.Bush führt ist ein Krieg ein Krieg gegen den Islam, der Islam ist nicht Mord und Totschlag wie ihr es immer gerne haben wollt ihr seht das was ihr sehen wollt, um den eurer Meinung nach unumgänglich erscheinenden “Clash of Civilisations” unwiederruflich herbeizuführen, obwohl ich die Ansicht vertrete, dass das ganze ein bisschen einseitig wäre ;).Ich wünschte ihr würdet auch mal die guten Seiten sehen, das einzige was ihr seht sind Terror und Gewalt weil ihr es euch Kollektiv selbst auftischt in den medien und überall anders im öffentlichen Leben ihr seit so vernarrt darin die Meinung zu vertreten und diesen Kundzutun wie gefährlich der Islam doch sei und was für böse Formen es mittlwerweile doch angenommen hat,ja so sehr, das ihr nichts mehr seht ausser das.

Ein neuer Krieg wird medial gegen den Iran vorbereitet, wärend ihr uns was von angeblich westlichen Werten wie “Meinungsfreiheit” um jeden Preis , Demokratie, Menschenrechte etc etc etc erzählt und wie wichtig es doch sei das wir eure Christlichen Minderheiten achten in den Islamischen Ländern, weil die armen Menschen ja sooo unterdrückt werden stecht ihr uns von Tag zu Tag mehr Klingen hintenrum in den Rücken, ca 1 million Menschen sind bis jetzt im Irak Krieg gestorben(registrierte Tote), 2prozent der Irakischen bevölkerung, und der “Islamofaschismus” wie du ihn nennst hat einen winzigen Teil dazu beigetragen genauso wie der Terrorismus, das meiste kommt immer noch von Christlicher Wertarbeit in Waffen und Atheisten die mit den Christlichen Werten wie Liebe aufgewachsen sind.Von Tag zu Tag Missionieren Christliche Liebende Menschen mit Brot in der einen Hand und der Bibel in der anderen in irakischen Ländern.Kaum ist die 100 prozentige Atombomben Theorie abgestampft und nicht mehr einsetzbar kommt der Islamofaschismus dran ja jetzt sind die bösen Musels dran, denen bringt ihr noch eure werte bei nich? wenns sein muss mit Gewalt.

Ich weiss gar nicht wie ihr auf auf diesen Begriff kommt, alles wird in der heutigen zeit so inflationär gebraucht wenns um den Islam geht aber das im grunde jede Religion die alleinige Wahrheit für sich beansprucht und keine neben sich duldet besonders Christentum Islam und Judentum, darauf will keiner kommen, wer wird denn bloss.

Und lässt sich der Papst mal gehen und lässt seiner wahren Persönlichkeit freien Lauf und wünscht den Juden die erleuchtung empört sich die ganze Westliche Welt schliesslich will man ja nicht ihre Gefühle verletzen, aber mit dem Musel darf man das, da gehts ja um die absolute Meinungsfreiheit die die bösen Musels den Westlern nie nie nehmen dürfen.

Wisst ihr was ich Faschismus nenne? wenn Länder in andere Länder einfallen um ihnen ihr System und ihre “Werte” aufzuzwingen.

 
dg, 21.03.2008 12:19

Hör auf zu jammern, das ist armselig. Dein einziger halbwegs berechtigter Einwand ist der bezüglich Faschismus. Dieser Begriff ist so überstrapaziert, dass er jede Bedeutung verloren hat. Der Rest ist weitschweifiges Gejammere voller faktischer Fehler. Kennt man inzwischen, ist langweilig.

Teilhaben an der Gesellschaft wollen die Muslime? Dazu werden sie die Werte der Mittelschicht übernehmen müssen. Ein paar Tipps: Außerhalb der eigenen Gruppe heiraten, bestmögliche Schulbildung für die Kinder anstreben (also Abitur). Kinder (Söhne _und_ Töchter) brauchen eine bessere Berufsausbildung als ihre Eltern. Studium wäre gut, aber wenn, dann BWL/Naturwissenschaften/Technik und nicht Germanistik/Soziologie/Journalismus, womit man (in der Regel) nur beim Staat oder in anderen schlecht bezahlten Jobs unterkommen kann. Letztere Fächer sind für die Kinder von bereits Etablierten. Und ganz wichtig: Auch mit der besten Ausbildung wird man gegen Wände laufen, wenn man nicht aufhört, Fremden gegenüber über Gefühle/Religion/Politik zu sprechen. Dafür gibt es Freunde und Familie. Lies meinen ersten Satz nochmal. Er ist nicht als Beleidigung gemeint.

Christian, 21.03.2008 15:27

Studium wäre gut, aber wenn, dann BWL/Naturwissenschaften/Technik und nicht Germanistik/Soziologie/Journalismus, womit man (in der Regel) nur beim Staat oder in anderen schlecht bezahlten Jobs unterkommen kann. Letztere Fächer sind für die Kinder von bereits Etablierten.

Wie kommt man zu so einer Aussage? Welchen Sinn soll es denn haben, Physik oder Maschinenbau zu studieren, wenn man sich eigentlich für Germanistik und Philosophie interessiert? Man wird doch im Studium aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erfolgreich sein, wenn man etwas studiert, wofür man kein Interesse zeigt.

Auch mit der besten Ausbildung wird man gegen Wände laufen, wenn man nicht aufhört, Fremden gegenüber über Gefühle/Religion/Politik zu sprechen. Dafür gibt es Freunde und Familie.

Ich dachte eigentlich, wir alle hier wollen eine freie und offene Gesellschaft, in der es eben möglich ist, sich als Liberaler/Sozi/Konservativer/Moslem/Christ (Reihenfolge ohne Gewichtung) frei zu äußern, ohne dass daraus Nachteile erwachsen; wir wollen doch faktische Meinungsfreiheit und nicht nur die theoretische, in der man vor jeder Äußerung überlegen muss, wen diese verärgern könnte. (Ich zumindest.)

David, 21.03.2008 15:42

Wie kommt man zu so einer Aussage?

Gängige technokratische Weltsicht, trifft man hier häufiger an.

Ich dachte eigentlich, wir alle hier wollen eine freie und offene Gesellschaft, in der es eben möglich ist, sich als Liberaler/Sozi/Konservativer/Moslem/Christ (Reihenfolge ohne Gewichtung) frei zu äußern, ohne dass daraus Nachteile erwachsen; wir wollen doch faktische Meinungsfreiheit und nicht nur die theoretische, in der man vor jeder Äußerung überlegen muss, wen diese verärgern könnte. (Ich zumindest.)

Zur Meinungsfreiheit muß auch die Freiheit gehören, sich über andere Meinungen zu ärgern. Insofern: Nein. Meinungsfreiheit sollte in erster Linie im Ausbleiben staatlicher und sonstiger gewalttätiger Repression ihren Bestand haben, nicht darin, daß jeder jede Meinung erfreut aufnimmt.

Christian, 21.03.2008 15:50

Zur Meinungsfreiheit muß auch die Freiheit gehören, sich über andere Meinungen zu ärgern.

Natürlich, das bestreite ich ja nicht; ich ärgere mich oft genug, wenn ich hier mitlese. ;) Aber zwischen „ärgern“ und „gegen Wände laufen“ besteht doch ein ziemlicher Unterschied, zumindest in meiner Wahrnehmung. Zugespitzt läuft es darauf hinaus, ob man sich als Arbeitgeber über die Ansichten eines engagierten Gewerkschaftlers nun nur ärgert oder ihn trotz bester Qualifikationen wegen dieser Ansichten erst gar nicht einstellt. Ich finde letztere Vorstellung nicht sehr erfreulich.

David, 21.03.2008 15:57

Es ging dg meinem Verständnis nach hauptsächlich um solche Dinge wie die Aufforderung, doch “auch mal das Gute zu sehen”. Das ist einerseits möglicherweise genau die abwehrende Haltung, die Statler bei der Rede von ‘Islamofaschismus’ befürchtet. Das ist die eine Sache. Andererseits aber: Warum sollte ich denn “das Gute sehen” wollen? Vielleicht interessiert mich der Islam nicht im Geringsten, auch nicht sein Gutes; freut mich dann, wenn andere in den Genuß des Guten kommen, ich selbst aber verzichte dankend. Das wäre dann eine dieser “Wände” gegen die man zu laufen droht.

 
Rayson, 21.03.2008 19:52

Ja, diese Vertragsfreiheit ist schon lästig.

Christian, 22.03.2008 14:13

Nana, an der Polemik musst Du noch arbeiten. Das kommt noch zu gezwungen rüber. ;)

 
 
 
 
 
 
BlackEye, 21.03.2008 15:09 Subscribed to comments via email

Ich sehe nicht dass der Irakkrieg verloren wäre, gerade in letzter Zeit scheinen einige Fortschritte gemacht worden zu sein. Die Erwartung, eine liberale Demokratie in einem islamischen und multikulturellen Land (Schiiten, Sunnite, Kurde usw.) wie Irak innerhalb von 5 Jahren zu etablieren ist doch ziemlich naiv, selbst westliche Länder haben dafür wesentlich mehr Zeit gebraucht.
Man sollte sich von den deutschen Mainstream - Medien nicht blenden lassen, die würden die Erfolge der Iraker und der Alliierten doch nur im Extremfall erwähnen, da müssten die schon ein Paar Nokia - Werke aus Europa abwerben ;-)

 
NUB, 21.03.2008 15:39

Osama bin Laden (warum läuft der eigentlich immer noch frei rum? wohin verpulvern die Schlapphüte die vielen Millionen?)

Der verschwörungstheoretisch orientierte Teil der Bush-Kritiker würde sagen: Den Osama brauchen die noch.

Erst gestern habe ich bildschirmfüllend seine Fresse beim Zappen auf Al Jazeera (arab. Version) gesehen, als es anscheinend um die neueste Tonband-Drohung (u.a. wegen der neuerlich veröffentlichten, dänischen Karikaturen) ging.

Ist es so schwer, einen mutmaßlich in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan versteckten Terrorchef ausfindig zu machen? Sicherlich wäre das Gesamtphänomen Al Qaida / Islamistischer Terrorismus mit Bin Ladens Inhaftierung oder Tötung keineswegs aus der Welt. Aber es war ja ursprünglich erklärtes Ziel der US-Regierung, eigentlich schon vor 9/11, diesen Mann zu erwischen.

Björn, 21.03.2008 18:53

Ist es so schwer, einen mutmaßlich in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan versteckten Terrorchef ausfindig zu machen? Sicherlich wäre das Gesamtphänomen Al Qaida / Islamistischer Terrorismus mit Bin Ladens Inhaftierung oder Tötung keineswegs aus der Welt. Aber es war ja ursprünglich erklärtes Ziel der US-Regierung, eigentlich schon vor 9/11, diesen Mann zu erwischen.

Ja, ist es. Weil das eben kein “staatlich” kontrolliertes Land ist, sondern de facto ein eingenständiger, paschtunischer Staat im Staat (oder in diesem Fall: in beiden Staaten), der primär unter Stammeskontrolle ist. Was es äußerst schwer macht, da effektiv zu agieren, weil alte Verflechtungen (”Weißt du noch, damals gegen die Sowjets?”) relevanter sind als die US-Interessen. Dazu kommt noch, dass wohl Pakistan relativ wenig Interesse daran hat, die Paschtunen da zu sehr zu stärken oder zu verärgern, aus Angst dass das Gebiet komplett separatistisch werden würde. Dann bliebe nämlich nur noch ein marginaler pakistanischer Teilstaat übrig, der schlechte Chance im militärischen Kräftemessen mit Indien hätte. Also tritt man da lieber niemandem zu sehr auf die Füße.

NUB, 21.03.2008 19:57

Z.T. konnten sich die Amerikaner schon mittels Geheimdienstinformationen durch lokale Informanten ein Bild machen, dort wo es daraufhin zu Bombardements kam, wurde Bin Laden aber immer verfehlt, nah dran war mal Clinton, der ein Terrorcamp mit Marschflugkörpern beschießen ließ, Bin Laden entkam aber auch dem. Mit den Informationen, die zu manch neuerem Bombardement führten, wurden vermutlich alte Rechnungen beglichen (Warlord X will Warlord Y bombardieren lassen und steckt den Amis, da sei Bin Laden).

Die Schwierigkeiten sind ja durchaus nachvollziehbar, aber irgendwie müsste es doch auch möglich sein, mit den Belohnungen für Hinweise etwas zu erreichen. Bei Saddam Husseins Ergreifung soll ja auch Geld im Spiel gewesen sein. Aber vielleicht liegt es an der großen Popularität Bin Ladens.

 
 
 
Lina, 21.03.2008 16:50

Nochmal: “Osama bin Laden (warum läuft der eigentlich immer noch frei rum?”)…

Das frage ich mich seit Kriegsbeginn (in Afghanistan). Anstatt die Höhlen im Hindukusch mittels Hightech auszuforschen und aufzusuchen, überzieht man den mittleren Osten mit einem opfer- und kostenträchtigen Krieg, der sich “War against Terrorism” nennt und Abertausende Zivilisten in der Region dafür bluten und sterben lässt, dass sie islamischeTerroristen beheimatet.

Offen gesagt kann ich das einer in geheimdienstlicher Kriegsführung trainierten Weltmacht wie den USA nicht nachsehen; auch nehme ich ihr nicht ab, mit Einmarsch aus Despotien Demokratien machen zu können; es überhaupt (auf religiös verminten Boden) mit waffenstarrender Hand versucht zu haben, weist sie IMHO als gnadenlos naiv aus. Das ganze Desaster wäre somit nichts als eine Folge ihres blinden, aber unerschütterlichen “Think positive” gewesen…what a shame!

Zum “Angstmacher” Osama fällt mir noch ein via “nTV” ausgestrahltes, filmisches Original-Al-Kaida-Höhlen-Epos ein; eine Szene blieb haften: In die versammelte, hingelagerte Höhlengemeinde fragt er nach Art eines Marabout hinein: “Stellt Euch zwei Pferde vor, eine klapprige Mähre und ein stolzes Ross. Welches, glaubt Ihr, würde ein Christ besteigen?” - Höhnisches Gelächter, minutenlang…

(Stark verkürzt wiedergegeben. Da soll noch einer sagen, dass die Kreuzritter keine bis heute verwertbaren Spuren hinterlassen hätten ;-)…

Schmock, 21.03.2008 17:43

“mit Einmarsch aus Despotien Demokratien machen zu können;”
Das hat doch sogar in Deutschland und Japan geklappt, warum dann nicht auch im weit zivilisierteren Irak?

Björn, 21.03.2008 18:58

Das hat doch sogar in Deutschland und Japan geklappt, warum dann nicht auch im weit zivilisierteren Irak?

Deutschland war eine der fortschrittlichsten Gesellschaften in Europa im 19. und frühen 20. Jahrhundert, das solltest du nicht vergessen. Bei Japan dürfte der Schock der Atombombe zu einer passiveren - wenn auch stark ressentimenthaltigen - Stimmung geführt haben.

In Deutschland war das Glück, dass die Pläne des SS-Werwolfterrorismus nicht aufgingen, sondern viele Altnazis gewillt waren via Persilschein die Fahne in den neuen Wind zu hängen. So stark war die Ideologie dann doch nicht, dass man es Frick, Kaltenbrunner & Co gleichtun wollte. Bei religiösem Fundamentalismus, der bis zum Selbstmordattentat geht, dürfte das anders aussehen. Oh, und es gab nach ‘45 keinen Staat und keine Gruppe, die Terroristen ausgebildet und eingeschleust hätten. Zudem war Interesse an einer Kooperation mit den USA da, um eben nicht den Sowjets in die Hände zu fallen.

Du kannst nicht einfach historische Ereignisse ohne weiteres auf die Gegenwart transponieren.

 
 
 
Schmock, 21.03.2008 17:47

Sollte man die beiden Sachen:
Krieg/Sicherheitslage im Irak
und
Bedrohung der Meinungsfreiheit nicht von einander trennen?
Sicherlich wird auch im Irak die Meinungsfreiheit angegriffen und unterdrückt, aber die Drohungen z.B. gegen die Mohammed-Karikaturisten, haben mit der Lage im Irak doch nicht so viel zu tun, oder?

 
Wok, 21.03.2008 19:03

@Dg: Das ist unsere Ansicht selbst wenn du sie noch so oft gehört hast Faktisch ist da soweit ich weiss das meiste richtig, du willst mir doch jetzt nicht erzählen das die Usa nie im Irak Afghanisten etc war, das die ca eine Million Opfer von den “Islamofaschisten” stammen? das ist doch Lächerlich.

Versucht die Westliche Welt nicht alles und jedem was an den Koran glaubt ihre “Demokratie” nahezubringen?Wenn wir diesen Begriff schon so Leichtfertig benutzen, nenn ich das einfach Faschismus.Und wenn das Faschismus ist was der Westen treibt dann denken wir mal kurz an Mussolini bspw Hitler auch sie dachten sie wären die einzig guten und alle anderen Staatsformen wären böse.So läufts überall jeder meint er wäre der gute und eine Seite will es zum Endzeitkampf bringen wie immer und dann fängt alles wieder von vorne an..

Und schonmal an Gewaltverse in der Bibel gedacht? dort gibts mehr Verse die zu Mord und Totschlag etc selbst zum Mord an den eigenen Kindern aufrufen, gut ich weiss ich weiss,” nicht jeder Moslem ist Terrorist aber zurzeit ist jeder Terrorist ein Moslem” was für ein quatsch, das gibt doch keinem das Recht dazu die restlichen 1,3 Milliarden Muslime in sippenhaft zu nehmen, diese ganze Terroristen kacke wird nur Politisch Instrumentalisiert ich meine selbst wenn ihr jetzt meint “ach der weiss doch gar net wovon der redet” müsst ihr zumindest ein wenig merken wie sehr die Medien scharf darauf sind nur Negatives zu berichten und taucht der Gartenzwerg Osama mal wieder auf und will seine dumme Meinung Parat geben, ist jeder zur stelle und Berichtet darüber wie sehr Europa doch bedroht wär spricht ein noch viel angesehener Muslimischer gelehrter oder Imam o.ä über Frieden und Dialog will wieder keiner davon berichten das kommt dann nur in einige Nachrichten quellen, man Man macht Mohammed schlecht schliesst von ihn auf andere und sieht dabei nicht das er, selbst wenn das Bild stimmen sollte was die Leute hier von Ihm vermitteln, in den Islamischen Medien als Liebevoller, gescheiter, weiser, erbarmungsvoller bescheidener Mensch dargestelt wird, mit diesem Bild werden Jugendliche herangezogen das ist das Vorbild Mohammed den sie kennen und nicht den angeblich so Blutrünstigen den man hier gerne Politisch Instrumentalisiert unv von verhaltensweisen von Muslimen auf ihn schliesst, ressentiments werden bewusst gestärkt, bsp der vom Ziegenficker, Susanne winter will jetzt beweisen das es einen Tierpuff in Saudiarabien geben soll, was bitteschön ist daran Dialog, sind das die Witze und Meinungsfreiheiten die wir nicht verstehen?einen Juden nennt keiner Tierficker geschweige denn ihnen wird vorgeworfen sie würden Tierpuffs haben, die angebliche Doppelzüngigkeit ist auch so eine Sache, sowas bescheuertes die Taqiyya befiehlt es angeblich jedem Moslem sich zu verstellen wenn es seiner Religion diene, meint ihr nicht das Lügen bei uns verboten ist, jetzt mal als Vernünftig denkender Mensch sein wir mal ehrlich, der oran ist aus der Sicht von Kritikern abgekupfert und alle Zehn gebote inklusive 4 zusätzlichensind darunter enthalten, du sollst nicht Lügen gehört auch dazu.!

http://www.netzeitung.de/spezial/irak/445891.html

Heutzutage wird doch alles in einen Topf geschmissen, was auch nur annähernd dem neuen Feind ähnelt.

 
Alrik, 21.03.2008 19:18

Man kann den Krieg im Irak und den Krieg gegen den Terrorismus nicht trennen.

Saddam abzusetzten ist nötig gewesen. Immerhin ist Saddams Herrschaft Grund für das seit 1990 bestehende Embargo gegen den Irak und die US-amerikanische Truppenpräsenz am persischen Golf gewesen.

Die Truppenpräsenze der USA am persischen Golf ist aber der direkte Grund für die terroristischen Aktivitäten der AlKaida gegen die USA gewesen.
Gleichzeitig wurden den USA das Embargo vorgeworfen, das zu den Irak auf die Stufe eine entwicklungslandes reduziert hat.

Von Seite der Friedensfreunde wurden den USA auch gerne immer vorgeworfen Saddam 1991 nicht entmachtet bzw die aufständischen Kurden und Schiiten nicht unterstützt zu haben.

 
Lemmy Caution, 22.03.2008 08:09

Auch Amerika-Sympathisanten (wie ich) sollten wirklich mal genau schauen, welchen Dienst die Neocons der Freiheit gebracht haben.
Es gibt keinen Endpunkt für Freiheit. Keine Gesellschaft kann für sich in Anspruch nehmen für die Freiheit zu stehen und dann andere Länder unter immensen Kosten an Leben und Geld zu okkupieren.
Dieser ganze selbstgerechte Unilateralismus ist gescheitert. Die USA hat dadurch an Einfluß verloren. Empathisch und ökonomisch. Zum Glück wird sich dies mit der nächsten Regierung ändern.
Ein interessantes Büchlein in diesem Zusammenhang ist Fukuyama: “America after the Neocons”.
Genau wie Europa müssen islamische Länder ihren eigenen Weg in Freiheit und Demokratie finden. Ob uns das gefällt oder nicht. Natürlich muß man Grenzen aufzeigen wie z.B. klar machen, dass Israel schlicht und einfach existiert und darauf auch ein Recht hat. Aber wir müssen auch der ihr Recht auf eine eigene Geschichte akzeptieren. Auf die lange Sicht werden sich dort freiheitliche und demokratische Vorstellungen durchsetzen. Wird zwar noch lange dauern, aber wir können auch nichts erzwingen.

NUB, 23.03.2008 07:46

Das andere, na gut, aber woher nimmst Du diese Gewissheit, freiheitliche und demokratische Vorstellungen müssten sich durchsetzen? Und wo Du doch oben korrekterweise schreibst, keine Gesellschaft könne und solle ihren endgültige Zustand behaupten, es kann folglich auch eine Ära mit sehr wenig Freiheit und Demokratie auf eine mit mehr folgen u.s.w. M.E. muss man sich schon dafür engagieren, aber damit meine ich jetzt nicht gewaltsam.

 
 
DDH, 23.03.2008 21:38

Na dann feiert mal schön und bleibt lernresistent.

Ist es mir gestattet, die Frage zu stellen, wieviele Lichtjahre Euch “Wir-mußten-ja- auf-9/11-kriegerisch-reagieren”-Aposteln das Schicksal der in den arabischen Ländern (zusehends seltener) anzutreffenden Christen (z.B. im Libanon) und Juden (z.B. unter Todesängsten lebend in Bagdad) am verlängerten Rücken vorbeigeht?

Wenn ich dieses geopolitisch verbrämte Geseire höre. Und dazu dieser Sportkommentatoren-Tonfall. Bäh!

Neo(con)Liberalism sucks!

Wenn es wirklich einen Gott gibt - und hypothetisch will ich das (schon Rayson zuliebe) am Ostersonntag nicht ausschließen - dann interessiert ihn nur das Schicksal der roundabout 7 Milliarden Einzelwesen, und nicht das eines einzigen verfickten Staates, für den immer die Einzelnen geopfert und verrechnet werden.

 
scrutograph, 23.03.2008 22:01 Subscribed to comments via email

Das Foto ist irr. Demonstranten, die fordern: “Meinungsfreiheit, geh´zur Hölle!”

Warum eigentlich nicht vom Islamototalitarismus sprechen?

Oder vom Islamosozialismus?

 
scrutograph, 24.03.2008 00:32 Subscribed to comments via email

Über eine Einschränkung der Äußerungsfreiheit hinsichtlich Äußerungen, die auf die vollständige Abschaffung oder Äußerungsfreiheit zielen, kann man mit mir reden.

Freedom of Expression - Go to Hell? Gleich´mal dem Typen das Megaphon konfiszieren.

 
Dubai, 24.03.2008 01:00

“Ist es mir gestattet, die Frage zu stellen, wieviele Lichtjahre Euch “Wir-mußten-ja- auf-9/11-kriegerisch-reagieren”-Aposteln das Schicksal der in den arabischen Ländern (zusehends seltener) anzutreffenden Christen (z.B. im Libanon) und Juden (z.B. unter Todesängsten lebend in Bagdad) am verlängerten Rücken vorbeigeht?”

Ist es MIR! gestattet, die Frage zu stellen, wieviele Lichtjahre Euch “Wir-mußten-ja- auf-9/11-kriegerisch-reagieren”-Aposteln das Schicksal der in den arabischen Ländern (tägich sterbenden) Muslimen (z.B. im Irak) (die täglich unter Todesängsten leben) am verlängerten Rücken vorbeigeht?

http://www.amazon.de/Warum-t%C3%B6test-Zaid-J%C3%BCrgen-Todenh%C3%B6fer/dp/3570010228

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/Johannes_B._Kerner_vom_04.03.2008/445990

 
Alrik, 24.03.2008 02:11

Natürlich wird sich auf lange Sicht freiheitliche und demokratische Vorstellungen dort durchsetzen.
Und dann ist das Ende der Geschichte erreicht, oder ? ;-)

Was mich sonst noch stört:
Die Annahme das es den Amis um Freiheit beim Sturz von Saddam ging. Das ist nicht der Fall. Das Problem mit dem Amis ist, das sie nicht einfach einen Diktator einsetzen können - aus kulturellen Gründen.
Hätten sie einfach einen Diktator in Bagdad eingesetzt der wie Saddam für Ordnung sorgt gäbs das ganze Schlamassel jetzt nicht…
…die Chinesen machen es ja gerade vor.

Dann der sogenannte Unilateralismus…
Wenn die USA, Australien, Bahrain, Bulgarien, Dänemark, Estland, Großbritannien, Island, Italien, Japan, Jordanien, Katar, Kuwait, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Oman, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Thailand, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vereinigten Arabischen Emirate eine Koaliton bilden um Saddam loszuwerden und Deutschland und Frankreich nicht mitmachen ist das unilateral ?

Ansonsten sehe ich das wie DDH. Nicht das Schicksal des Staates Irak zählt, sondern das seine Bewohner.
Ob’s für diese allerdings besser ist, wenn Saddam immer noch herrschen würden ?
Nun ja, es war sicherlich nicht alles schlecht unter Saddam, und wer immer schön den Kopf gesenkt und den Mund geschloßen hatte konnte bestimmt gut leben (von den Einschränkungen durch das Embargo, wie fehlende Medikamente und Zukunft, mal abgesehen).
Und Hey, jetzt können die Iraker endlich mal ohne lästigen Staat auskommen, ist doch auch was, oder ?

Und gut das sich kein Neocon bin, ich seh die Dinge nämlich so wie sie sind, und nicht so wie sie sein sollen…

 
scrutograph, 24.03.2008 21:48 Subscribed to comments via email

Hauptsächlich spricht für mich der fehlende transzendentale Bezug im Faschismus gegen eine Gleichsetzung von Islamismus und Faschismus.

Saddam Hussein war ein islamischer Faschist, aber nicht Bin-Laden.

Die Islamisten sind fanatischer.

 
scrutograph, 26.03.2008 16:29 Subscribed to comments via email

Argument für letzteres:

Es gab keine Selbstmordattentate und Kamikaze-Angriffe von europäischen Faschisten.

Hingegen im Nationalsozialismus auch antiklerikale und atheistische Momente. “Mit den Papst und den Pfaffen haben wir nichts zu schaffen:”

Warum ist der Begriff des islamischen Fundamentalismus so aus der Mode gekommen?

 
jo@chim, 26.03.2008 17:12

Warum ist der Begriff des islamischen Fundamentalismus so aus der Mode gekommen?

Weil Fundamentalismus an sich nichts ist, was Dich oder mich etwas angeht. Ich mag mich über die Unsinn, dem Fundis aller Religionen ihr Leben weihen, mokieren - aber wer wäre wir denn, ihnen das untersagen zu wollen, so lange sie es freiwillig tun und nicht versuchen, die Freiheit Anders- und Nichtgläubiger einzuschränken?

Die aggressive, tendenziell totalitäre Mission des politischen Islamismus hingegen begründet sich zwar religiös, hat aber mit dem Faschismus nicht nur den Willen zur Vernichtung der Juden gemeinsam.

 
scrutograph, 26.03.2008 18:11 Subscribed to comments via email

Mohammed begründete seine neue Religion gerade mit Blick auf die politische Machtlosigkeit von Juden und Christen.

Fundamentalistischer Islam führt also zur Verneinung der Trennung von Religion und Politik und zielt darauf ab, die Freiheit aller Anders- und Nichtgläubigen einzuschränken. Insofern muss das jeden interessieren.

Eliminatorischer Hass auf Juden und Israel mag durch Beeinflussung mit nationalsozialistischem Gedankengut über das Afrika-Korps, Kooperationen während des 2.Weltkrieges und Nazi-Emigranten nach1945 gewachsen sein.

Die zum Hitlergruß gereckten Arme der Hisbollah sprechen ja eine deutliche Sprache. (Im Internet kursieren übrigens Videos, die zeigen wollen, dass der erhobene Arm bereits bei den Bolschwisten als Grußform zum Einsatz kam).

Der Begriff Islamofaschismus scheint im westlichen Kontext eine polemisch-alarmistische Funktion zu haben, um eine ganz besonders große Bedrohung für die Freiheit des Westens und großes aggressives Potential zu kennzeichnen.

Die Frage ist, ob man sich damit nicht in westliche Projektionen verheddert.

 
scrutograph, 26.03.2008 19:50 Subscribed to comments via email

Die Frage ist auch, was man dem Islamismus entgegensetzen kann.
Ist Antifaschismus, der aus der Zeit innerwestlicher Auseinandersetzungen stammt, nicht etwas zu dünn, zudem schon immer okkupiert von Kommunisten, die sich jetzt teilweise mit Muslimen gegen die westlichen Ordnungsversuche solidarisieren?

Gilt es nun, aus dem Christentum spirituelle Gegenkräfte zu gewinnen, oder ist ein entschiedener Atheismus der erfolgversprechende Weg, mit dem Islamismus fertigzuwerden?

 
scrutograph, 26.03.2008 19:57 Subscribed to comments via email

Es ist auch die Frage, was der Westen dem Islamismus entgegensetzt.

Ist Antifaschismus nicht ein wenig zu dünn?

Dieser Begriff stammt aus innerwestlichen Auseinandersetzungen und ist von den Kommunisten geprägt und okkupiert.

Ist die Mobilisierung von christlicher Spiritualiät oder entschiedener Atheismus und Szientismus die geeignete Anwort auf den Islamismus?