Metzger wechselt- zur CDU
Oswald Metzger wechselt zur CDU. Für seine “marktwirtschaftlichen Überzeugungen” finde er in der CDU eine bessere Plattform als bei den Grünen. Eine bessere Plattform dafür hätte er noch in der FDP gehabt. Leider hat die FDP es wohl versäumt, ihm einen interessanten Listenplatz für die Bundestagswahl anzubieten. Der Landesverband BaWü hätte hier etwas anbieten können, die FDP hat aber diese Chance vertan. Einen kompetenten und profilierten Marktwirtschaftler wie Oswald Metzger könnte gerade die FDP sehr gut gebrauchen, vor allem auch wenn es darum geht liberale Wähler der Grünen für die FDP zu gewinnen. Metzger geht es wohl mehr um ein sicheres Bundestagsmandat. Ob Metzger bei der CDU so sicher sein Mandat bekommt scheint nach der Kritik der CDU-Basis fraglich, die sich verständlicherweise darüber aufregt vom Eintritt Metzgers aus der Presse zu erfahren. Wieso einem Politprofi wie Metzger ein solcher Fehler passiert ist aber schon die Frage. Auf jeden Fall kein gelungener Einstieg bei der CDU.








Wieso? Damit wird doch die CDU liberaler!
Also ich würde das begrüßen als Berufsliberalist. Mit der Betonung auf “würde”, wohlgemerkt …
Als Hobbyliberalist begrüss ichs auch, Bodo. Ich freue mich, wenn der liberale, nicht-klerikale Flügel der CDU gestärkt wird…
Der Vorwurf weiter unten, er wäre Narzist, zielt jedenfalls ins Leere: sind das nicht alle Politiker? Machtpolitisch gesehen war seine Entscheidung wohl konsequent.
btw: Wenn Metzger zur FDP gegangen wäre, wär hier sicher nicht von “Fehler” die Rede ;-)
Von einem Schneeball, den man in die Hölle wirft, gefriert die Hölle nicht. Ein anständiger Mensch, der in eine unanständige Partei, also in eine Partei, eintritt, macht diese Partei nicht anständig.
H. L. Mencken:
“Aber trotz dieses schweren Dilemmas gibt es noch Idealisten, hauptsächlich berufsmäßige Liberale, die behaupten, daß es die Pflicht jedes Gentleman sei, sich der Politik zuzuwenden – daß es aus diesem Sumpfe in dieser Richtung einen Ausweg gebe. Dieses Hilfsmittel erscheint mir genauso lächerlich wie alle derartigen Kuren, die von Liberalen empfohlen werden. Wenn sie dafür plädieren, so plädieren sie nur mit wenig veränderten Worten dafür, daß es gegen die Prostitution ein Mittel gibt: die Bordelle mit Jungfrauen zu füllen. Meinem Gefühl nach würde dieses Mittel wenig nützen: entweder würden die Jungfrauen aus dem Fenster springen, oder sie würden aufhören, Jungfrauen zu sein.“
Die Hölle gefriert doch! (vgl. Sandras Prophezeiung)
Shit, Achim war schneller.
Aber Metzger, der ja schon mal für höhere Steuern wirbt, ist KEIN Libertärer.
Ist mir lieber als wenn der Herr sich der FDP aufgedrängt hätte.
Das Einzige bemerkenswerte an Metzger ist, dass er mit seiner Haltung bei den Grünen Mitglied gewesen und (lange) geblieben ist. Ansonsten ist er weder originell noch irgendwie “wichtig”.
Wenn die CDU einen solchen Narzisten benötigt, soll sie ihn nehmen.
> Ist mir lieber als wenn der Herr sich der
> FDP aufgedrängt hätte.
Volle Zustimmung.
Metzger mag in einigen Punkten recht vernünftige Ansichten haben, aber in erster Linie geht es ihm halt um persönliche Profilierung und Karriere.
Was ja beides legitim ist, aber für eine weitere Station in Metzgers Parteienhopping sind die wenigen FDP-Mandate zu schade.
Insbesondere wenn jemand so kommunikationsunwillig ist, daß er zwar Monate öffentlich über einen Parteiwechsel sinniert - aber nicht einmal den Kreisvorstand vor Ort kontaktiert.
@R.A.: Der Begriff “Parteihopping” stört mich. Das klingt so, als wären Menschen, die ein Leben lang in einer sich immer wieder wandelnden Partei verbleiben, als charakterlich beständig anzusehen. Ein populärer Irrtum!
Wer in die nationalliberale Mende-FDP eintrat, aber ebenso die sozialliberale Scheel-FDP mittrug, dann die schwarzgelbe Kinkelitzchen-FDP der 90er und schließlich die neoliberal aufgehübschte Guido-FDP (mit Ausflügen in den Mölli-Populismus), wer also “zufälligerweise” immer genau den Wandel, den seine Partei gerade vollzieht auch innerlich durchlebt, besitzt KEINEN CHARAKTER! Und dieser Befund lässt sich für jede “langjährige Mitgliedschaft” in JEDER deutschen Partei diagnostizieren. Wer als Pazifist in die Grünen eintrat oder als Dreggerscher nationalkonservativer “Postsdamdeutscher” oder, oder, oder…
Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Als müsste jedes Parteimitglied zu jeder Zeit in Gänze mit seiner Meinung die Mehrheitsposition seiner Partei widerspiegeln. Politische Willensbildung vollzieht sich auch *innerhalb* der Parteien. Vielleicht nicht so doll, wie wir das alle gerne hätten, aber das ist immer noch viel mehr, als alle zustandebringen, die sich für ihr Motzen von der Galerie selbst auf die Schulter klopfen.
Ich verlange ja nicht, daß jemand von der Wiege bis zur Bahre in derselben Partei sein soll.
Aber die Parteiwechsel sollten nicht zu häufig und gut begründet sein - Metzger ist mir da etwas zu sehr an der Grenze.
@Rayson: es ist logisch UNMÖGLICH, dass ein Heinrich-Lummer-CDUler in Berlin sich in einer Friedbert-Pflüger-CDU in Berlin beheimatet fühlt!
Die politische Willensbildung in Parteien vollzieht sich top-down. Alles andere ist Systemapologetisches Sozialkundelehrergeseire.
es ist logisch UNMÖGLICH, dass ein Heinrich-Lummer-CDUler in Berlin sich in einer Friedbert-Pflüger-CDU in Berlin beheimatet fühlt!
Es viel weniger unmöglich, dass ein “Heinrich-Lummer-CDUler” seine Partei nicht als “Friedbert-Pflüger-CDU” wahrnimmt bzw. nicht daran glaubt, dass sie, sollte er es doch so sehen, immer so bleiben muss.
Es dürfte deutlich mehr Meinungen als Parteien geben. Wer politisch tätig sein will, muss mit Kompromissen und Niederlagen leben können. Es sei denn natürlich, man ernennt sich zum Herrn über seine eigene Partei und lehnt alles ab, was nicht die Vorbedingung, man selbst habe natürlicherweise recht, akzeptiert.
Die politische Willensbildung in Parteien vollzieht sich top-down. Alles andere ist Systemapologetisches Sozialkundelehrergeseire.
Die Behauptung, Willensbildung in Parteien vollziehe sich nur oder überwiegend bottom-up, wäre es. Die apodiktische Behauptung des Gegenteils hingegen ist dumpfes Stammtischgeblubber in bester Anti-Weimar-Manier.
Die 3 Prozent der Bevölkerung, die sich in Parteien organisieren, sind nun einmal nicht gerade die Zierde des Gemeinwesens.
C’est la verité qui blesse!