The Capitalist Dream
Das Ziel des Arbeiters ist es, kein Arbeiter mehr zu sein. Dies ist das grösste Missverständnis der Kommunisten
So die späte Erkenntnis von Joschka Fischers Lieblingskoch Klaus Trebes (sein Restaurant ist übrigens allererste Empfehlung!) heute im ZDF.
Das grösste Missverständnis der Kommunisten, ebenso wie all der anderen links-, rechts- und sonstwie extremen Weltverbesserer, die den Frust über ihren fehlenden proletarischen Stammbaum ins gerade angesagte revolutionäre Subjekt projizieren.
Dafür eine - zutiefst humanistische, weil für alle reichtumsfördernde - Dynamik, die dem vielgescholtenen, tausendmal totgesagten Kapitalismus innewohnt: Arbeiter, die weder von “den Kapitalisten” noch von “dem Staat” befreit werden, sondern schlicht ungehindert und aus eigener Kraft ihre Lebensumstände verändern wollen.








“Das Ziel des Arbeiters ist es, kein Arbeiter mehr zu sein.”
Ist das wirklich so?
Ich wage es ernsthaft zu bezweifeln.
M.E. trifft eher diese Aussage zu: “Ziel des Arbeiters ist es, das Einkommen eines erfolgreichen Kapitalisten zu erzielen, ohne dessen Risiken tragen zu müssen”.
[Oder, frei nach Karl Marx: Wenn ein Kapitalist Gewinn macht, dann zwangsläufig zu Lasten der Arbeiter; macht er Verlust, darf er sich diesen selbst anlasten.]
Ich glaube wirklich, dass der größte Teil der Menschen nicht in erster Linie das Ziel hat, dem Arbeitsverhältnis zu entkommen, sondern jenes, das Einkommen zu maximieren.
(Einkommens-) Sicherheit ist ein entscheidender Punkt. Ein Arbeiter, der zum Unternehmer werden will, muss zwangsläufig das Risiko eingehen, nur noch vom Markt entlohnt zu werden. Das kann gut gehen, oder auch nicht.
Die “start-up” Unternehmer, die ich in meinem Leben kannengelernt habe (für einen von denen arbeite ich inzwischen; bin wohl auch eher der “Arbeiter-Typ”), unterscheiden sich vom größten Teil der Restbevölkerung dadurch, dass sie das Konkursrisiko in ihren Überlegungen nicht einmal mehr berücksichtigen. Das waren allesamt eher Leute, die von ihrer Geschäftsidee dermaßen begeistert waren und das Ganze dementsprechend penibel umgesetzt haben, dass für Existenzängste keine Zeit blieb.
Sowas ist vor Allem eine Frage der “Persönlichkeit”, oder des Selbstvertrauens.
Nur meine Meinung (und Erfahrung) zum Thema Arbeiter wird Kapitalist.
hast du auch noch danach die Frontal 21 Reportage über Liechtenstein gesehen?
Ich hatte mich schon gefreut, dass das A-Team ein niederschmetternden Eintrag darüber verfasst. :D
Naja, vllt. kommt er noch. Genug Kritikpunkte hatte diese “Doku” allemal.
Negativ Milfweed. Das Leid der entsetzten Steuerfahnder so spät am Abend… da hätte ich bloss wieder schlecht geträumt ;-)
Ich bin Arbeiter, meine Eltern sind welche, meine Großeltern waren alle auch welche. Alle sind wir mehr oder weniger Kommunisten und alle wollen bzw. wir keine Arbeiter bleiben.
Der da ist sicher auch ein Kommunist und zitiert zustimmend den Mitbegründer der Kritischen Theorie Leo Löwenthal mit dem Satz: „Ich sympathisiere nicht mit dem Proletariat […] Das Proletariat soll aufhören!“
Warum sollte man es als gottgegeben annehmen, dass der Arbeiter seine Lebensumstände verändern will? Mein Vater war Arbeiter und wollte auch nie etwas anderes sein. Er hat z.T. im Schichtdienst dafür gerackert, dass es zu einem eigenen Haus reicht und dass seine Söhne auf die Uni gehen können. Er hatte seinen Stolz, auch wenn er mit sozialistischer Arbeiterromantik so gar nichts am Hut hatte.