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Filme

11.04.2008 12:37 - Statler & Waldorf by Statler

Leute, die einerseits und angeblich im Namen der Meinungsfreiheit den islamkritischen Film “Fitna” aus den Niederlanden verteidigen, aber andererseits wie Rumpelstilzchen herumspringen, wenn aus Saudi-Arabien eine Retourkutsche namens “Schisma” kommt, argumentieren aber auch nicht so richtig konsistent, oder?

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40 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Nepumuk, 11.04.2008 12:50

Und wer springt da jetzt wie Rumpelstilzchen herum? Gibt es da vielleicht dazu ein paar Namen oder Texte dazu?

 
R.A., 11.04.2008 12:57

Völlig richtig.
Aber wo gibt es solche Leute?
Bisher habe ich nirgends gelesen, daß jemand mit dem saudischen Blogger-Film ein Problem hätte.

 
Rayson, 11.04.2008 13:05

Schon, wer den Wilders-Film “verteidigt”, hat nichts kapiert. Der ist nur ein McGuffin, und das erklärt auch seine ziemlich arme Qualität. In Wirklichkeit geht es also nicht um die Filme, sondern um die Reaktionen auf sie.

Den Test haben einige Pappnasen auf beiden Seiten erwartungsgemäß nicht bestanden.

Was leider nichts daran ändert, dass nur einer der beiden Filme das Zeug hat, zur sich selbst erfüllenden Prophezeihung zu werden…

 
Tobias, 11.04.2008 13:05

Vermutlich meint er die Leute, die sich heftigst über die Homophobie in islamischen Milieus aufregen, aber gleichzeitig ihre unverholene Freude artikulieren, wenn Volker Beck in Moskau auf einer Schwulendemo zusammengeschlagen wird. Bzw. die Leute, die sich unter der Flagge der politischen Inkorrektheit über “die ständig beleidigten” Muslime auslassen, aber gleichzeitig fordern, dass “die Beleidigung des Deutschtums” ein Straftatbestand wird.

Statler, 11.04.2008 13:12

Jep, genau die.

 
DDH, 11.04.2008 15:35

@Tobias: Volltreffer! Der PI-ef-IfS-Komplex, auch “IG Vollmeise” genannt.

 
Llarian, 11.04.2008 15:38

fordern, dass “die Beleidigung des Deutschtums” ein Straftatbestand wird.

Ist das eigentlich reines Gelaber oder gibt da ein Beispiel zu ?

Björn, 12.04.2008 18:12

Hier:
http://www.pi–news.net/2008/02/biw-petition-deutschfeindliche-aeusserungen/

[Anmerkung: Habe den Link mal unschädlich gemacht, s.]

Wobei der Begriff “Beleidigung des Deutschtums” erst in den Kommentaren auftaucht (#60). Taucht auch an anderer Stelle auf in den Kommentaren auf.

Björn, 12.04.2008 20:19

[Anmerkung: Habe den Link mal unschädlich gemacht, s.]

Uh, ja. Sorry. Da hätt’ ich auch selbst dran denken können…

 
Llarian, 12.04.2008 21:10

Das steht da nicht. Schlicht und einfach.

Es geht um eine Petition, die den Volksverhetzungsparagraph auch auf Deutsche erweitert, das hat mit Deutschtum so nun gar nichts zu tun. Selbst der gegoogelte Kommentar (schön, dass google wenigsten den einen oder anderen Kronzeugen findet) schränkt den Begriff “Deutschtum” ein, davon mal ab, dass er sachlich falsch ist, denn in Deutschland ist weder die Beleidigung des Türkentums noch des Judentums strafbar. Durch eine Erweiterung des 130 würde damit trivialerweise auch keine “Beleidigung des Deutschtums” erreicht. Das ist einfach Unsinn.

Wenn das der Beleg sein soll, dann war es wirklich nur Gelaber, aber ich lass mich gerne überzeugen. Aber dann sollte es da auch stehen.

 
 
 
 
Nepumuk, 11.04.2008 13:12

Mit Volker Beck hast du Recht, das ist daneben.

Aber ich habe noch keinen Kommentar gelesen der einen Straftatbestand des “Beleidung des Deutschtums” einführen möchte.

Womit aber viele ein Problem haben ist, dass es eine rassistische Beleidigung ist wenn ich “Scheiß-Türke” sage, nicht aber wenn dieser zu mir “Scheiß-Deutscher” sagt. Ist aber auch nicht leicht nachzuvollziehen.

Kemal, 11.04.2008 13:54

Bitte auf dem Teppich von Recht und Gesetz bleiben. Es ist nun mal Fakt, dass es in Deutschland keine Beleidigung des Deutschtums gibt, in der Türkei aber sehr wohl.

Für alle die eine Erklärung brauchen: Es ist auch ein Unterschied, ob ich in Amerika einen erschieße, der in meinem Garten rumläuft, oder ob ich das gleiche in Deutschland mache.

Menschen sind verschieden, Länder sind verschieden, Gesetze sind verschieden. Und das ist so, weil die Geschichte der Länder unterschiedlich ist und weil die Kultur der Einwohner unterschiedlich ist. Liberalität heißt doch nicht, dass jeder machen kann, was er will, oder dass ein Moslem gleiches toll finden muss wie ein Christ oder ein christlich geprägter Mensch.

Viele Deutsche haben mir schon glaubhaft versichert, dass im Deutschland vor 30 oder 40 Jahren noch ganz andere Moralvorstellungen herrschten als heute. Heutige Deutsche stellen sich aber frech und selbstgerecht hin und reden über türkische Moralvorstellungen als kämen sie aus dem Mittelalter.

Da kann ich nur sagen: Entweder ein sehr kurzes Gedächtnis oder keine Ahnung.

David, 11.04.2008 21:45

Weil es da in der Türkei ein Gesetz gibt, dürfen Türken beleidigt sein und Deutsche nicht? Ich wäre glücklich, wenn niemand mehr beleidigt wäre, weil das albernes Teenagergehabe ist.

 
Ruebennase, 12.04.2008 20:12 Subscribed to comments via email

Sagen Sie, Kemal: sind Ihnen vielleicht die Vokale in Ihrem Namen durcheinandergekommen? In der Türkei gibt es keine Beleidigung des Deutschtums. Es gibt nur die Beleidigung des Türkentums, und das ist keine Errungenschaft des türkischen Rechtssystems, sondern eine Lächerlichkeit. Vor Allem, da besagtes Gesetz dazu mißbraucht wird, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken, die etwa den Völkermord an den Armeniern durch die Türken als das bezeichnen wollen, was er war: ein Völkermord.

Davon abgesehen sind Moralvorstellungen, nach denen Frauen geschlagen, zur Ehe gezwungen und aus Gründen der Ehre umgebracht werden dürfen, nicht nur aus dem Mittelalter, sondern barbarisch. Das hat übrigens schon ein gewisser Herr Atatürk erkannt, einer der größten Männer des letzten Jahrhunderts — vielleicht haben Sie schon einmal von Ihm gehört? Zum Glück die meisten Türken heute heute deutlich moderner eingestellt, aber die traditionellen konservativen Türken mit ihrer primitiven Vorstellung von Moral und Ehre gibt es eben auch (noch?).

Daran ändert auch nichts, daß auch Deutsche vor Jahrzehnten eine mittelalterliche Moral vertraten. Die haben allerdings nicht ihre Frauen, Töchter und Schwestern ermordet, nur weil sie nicht den befohlenen Mann heiraten wollten oder außerehelichen Sex praktizierten. Das ist jedoch in einigen konservativen türkischen Kreisen auch heute noch völlig üblich, obwohl das türkische Strafrecht das natürlich auch streng verbietet. Komisch nur, daß konservative Türken beim die “Herabsetzung des Türkentums” betreffenden Paragraphen so empfindlich sind, es aber etwa mit dem Verbot von Ehrenmorden nicht so genau nehmen.

Wenn meine Landsleute ihre Verwandten totschlagen würden, würde ich mich ihrer schämen. In keinem Falle würde ich dieses Verhalten meiner Landsleute damit entschuldigen wollen, indem ich mit dem Finger auf andere zeige und sage “aber ihr wart vor vierzig Jahren auch mal schlimm.” Wahrscheinlich ist das in der Türkei genauso, aber hier in der Bundesrepublik haben wir jedenfalls eine Tradition, die heißt “Anstand”.

Solange solche Dinge wie Ehrenmorde und Zwangsheiraten geschehen, lieber Kemal, möchten Sie mit Ihrem hochmoralischen Zeigefingerchen bitte nicht vor meiner Nase herumwedeln, denn zu derart überheblicher Arroganz haben Sie nicht den geringsten Anlaß. Kümmern Sie sich lieber darum, daß sich Ihre Landsleute in den nächsten vierzig Jahren ebenso positiv entwickeln wie die Deutschen es in den letzten vierzig getan haben.

Statler, 12.04.2008 20:25

“Sagen Sie, Kemal: sind Ihnen vielleicht die Vokale in Ihrem Namen durcheinandergekommen?”

Vorsicht, hier wird zivilisiert gestritten, oder gar nicht.

Ruebennase, 14.04.2008 01:48 Subscribed to comments via email

Verzeihung.

 
 
Steeevyo, 13.04.2008 11:33

Stimmt die Deutschen haben vor 40 Jahren ihre Frauen nicht zwangsverheiratet und getoetet. Vor 60 Jahren allerdings haben sie ganze Volksgruppen in ihrem Einflussbereich ausgerottet. Industriell effizient.
Also mal die Selbstgerechtigkeit ein bisschen herunterfahren.

 
 
 
 
Tobias, 11.04.2008 13:53

Ehrlich gesagt mag ich grad nicht auf die ominöse Seite schauen. Gibt angenehmere Arten, sich den Tag zu versauen.

Aber sie hatten mal diese Werbung geschaltet:
http://www.shining-city.de/2008/03/02/deutsch-turkisches-benchmarking/
und auch gleichzeitig im Blog / in den Kommentarfunktionen massiv dazu aufgerufen, diese Petition zu unterschreiben.

grummel04, 11.04.2008 16:14

Ich mag PI auch nicht so besonders, aber ich sehe schon einen Unterschied zwischen der Forderung, ein “Scheiß Deutscher” analog einem “Scheiß Türke” als Volksverhetzung zu bestrafen, und einem Paragraphen, wegen dem etwa Youtube komplett gesperrt wird, weil dort in einem Video Atatürk veralbert wird.

 
 
df, 11.04.2008 14:02

Ich weiss nicht warum. Aber ich gucke auch ab und zu in diese Mülltonne.

 
Chripa, 11.04.2008 14:30

Was ist das Problem daran, dass man sich über diesen neuen Film aufregt?
Genauso haben Moslems das Recht, sich über “Fitna” zu empören. Problematisch wird es nur, wenn man deswegen Zwang angewendet sehen will oder mit Gewalt droht. Das hat hier aber niemand gemacht, auch nicht PI.

N. Neumann, 11.04.2008 15:20

Was ist das Problem daran, dass man sich über diesen neuen Film aufregt?

Du siehst PI-spezifische Dummheit (incl. derjenigen im Kommentarbereich) nicht als Problem an?

 
 
Llarian, 11.04.2008 15:01

Wieder so ein typischer Statler Popanz. Der Artikel bei PI ist durchaus argumentativ und eine inhaltliche Auseinandersetzung und ich kann auch nirgendwo die Aufforderung finden, den Film nicht zu zeigen. Oder muss jetzt wieder die Kommentarsektion herhalten um zu begründen, was man gerne sehen möchte ?

Wo ist denn der Widerspruch zur Meinungsfreiheit ?

Prinzipiell ist der Film sehr zu begrüssen. Man kann jedem nur emfehlen sich beide Filme anzusehen und dann selbst zu entscheiden, was man überzeugender findet. Das ist ja gerade der Wert der Meinungsfreiheit, man kann sich beide Filme ansehen und entscheiden, ob sie die Realität abbilden oder nicht. Ich habe da ehrlich gesagt wenig Angst vor “Schism”, der so etwas von abstrus daher kommt, dass es schon erstaunlich ist, dass er keine Szenen aus Blues Brothers oder Dogma enthält. Ich fühle mich jedenfalls ganz und gar nicht beleidigt. Eher belustigt.

Die Stimme auf dem Off, 11.04.2008 17:27

“aber andererseits wie Rumpelstilzchen herumspringen, wenn aus Saudi-Arabien eine Retourkutsche namens “Schisma” kommt, argumentieren aber auch nicht so richtig konsistent, oder?”

Das verstehe ich nicht. Was meinst Du mit “wie Rumpelstilzchen herumspringen” ? Wörtlich kann das ja nicht gemeint sein.

Also was meinst Du dann?

Und was ist an der Argumentation nicht wirklich konsistent? Welches Argument hast Du zu bemängeln?

Oder stört Dich die Kritik an dem Film an sich? Gehst Du etwa von Gleichwertigkeit aus? Meinst Du, weil man sich gegen die Bedrohung der Meinungsfreiheit durch Kopfabschneiden wendet darf man selbst keine inhaltliche Kritik am anderen Werk üben? Oder hat jemand bei PI etwas gegen inhaltliche Kritik geäußert?

Statler, 11.04.2008 19:07

Ich weiß, ich weiß, Ihr mögt nicht, wenn man ein Blog nach seinen Kommentaren beurteilt. Andererseits: Würde bei uns hier jemand versuchen, in den Kommentaren rassistischen Dreck loszuwerden, dann würde damit entweder gar nicht durch den Filter kommen, oder schnell gelöscht werden, oder mit einem saftigen Kommentar unsererseits konfrontiert werden.

Dort passiert, wie üblich, nichts. Und eben: wie üblich. Kein Einzelfall, kein Ausrutscher. Kommentar #115 ist so ein Prachtexemplar, da ist alles drin, wofür der Laden steht.

Und der Beitrag selbst ist ja auch nicht nur argumentativ. Er ist vor allem beleidigt, und enttäuscht darüber, daß der Westen eine filmische Beleidigung des Christentums so stoisch wegsteckt. “…so geht das in unserer politisch korrekten Welt.” Aber wenn der Autor das Sagen hätte, dann gäb’s jetzt Bambule.

Die Stimme auf dem Off, 11.04.2008 20:29

Das nennst Du rassistisch? Weil er von “Kameltreibern” schreibt? Nun, in Bezug auf alle Menschen in der arabischen Welt wäre das sicherlich überzogen, aber ist das “rassistisch”?

Ist “Boche” eigentlich rassistisch?

Ich frage mit einem Hintergedanken. “Boche” ist wohl auch Ausdruck einer kulturellen Frustration gewesen, weil von Deutschland eben immer nur Scheiße kam. Nie was mit Kultur und Demokratie und so, immer nur als das hässliche und militärische, der hässliche Deutsche eben.

“Kameltreiber” bewerte ich ähnlich. Aus diesem Kulturkreis kommt im Moment nicht so sehr viel mehr als Ärger und Leid.
“Kameltreiber” ist in meinen Augen zwar populistisch, nicht aber rassistisch. Jedenfalls verwende ich diesen Ausdruck gelegentlich aus der kulturellen Frustration heraus.

Mir wäre es nämlich auch lieber wenn man als Christ in Saudi-Arabien eine Kirche betreten könne oder sogar nur eine Bibel kaufen. Oder vielleicht ein Glas Rotwein trinken ohne dafür ausgepeitscht zu werden. Oder als Frau ein Auto zu fahren. Die Frustration ist bei mir z.B. auch deswegen so hoch, weil ich lange Zeit in der Türkei gewesen bin und den schleichenden Niedergang dieses Landes selbst miterleben musste. Ich durfte miterleben wie eine sehr freie und am Westen orientierte Gegend immer weiter in die Barbarei abglitt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis in der Türkei Bürgerkrieg herrscht. Das frustriert mich zutiefst und deshalb habe ich für diese widerlichen Islamisten eigentlich noch ganz andere Bezeichnungen parat als nur Kameltreiber. Mit der schleichenden Machtergreifung dieser Leute sind eben leider auch ein paar Schicksale verbunden von Menschen die mir was bedeuten. Wer mir nicht glaubt möge sich mal in ein Flugzeug setzen und nach Adana fliegen. Von dort aus mit dem Auto nach Iskenderun und dann mal durch die Stadt gehen. Und das Gleiche dann noch einmal in fünf Jahren machen. Dann hat man in ungefähr eine Vorstellung davon wie sich die Dinge in den letzten zehn Jahren verändert haben, obwohl der Bruch von damals nach heute größer ist als von heute zu in fünf Jahren sein wird. Die Islamisierung ist in der Türkei nämlich schon sehr weit vorangeschritten. Die paar Deppen in Ankara zählen nicht und Istanbul ist schon zum großen Teil islamisch geprägt, jedenfalls in den Slums und da sitzt nun einmal die Masse der Bevölkerung. Der Rest der Türkei? Macht Euch selbst ein Bild.

Diejenigen die sich mal die “andere” Türkei angeschaut haben wissen dann, warum ich zum Wort Kameltreiber tendiere.

Einen Blog an den Kommentatoren entlang zu bewerten mag im Einzelfall erstrebenswert sein *räusper* ;-), aber ist manchmal eben auch ziemlich unfair. Man könnte dem Antibürokratieteam ja auch eine inhaltliche Nähe zu diesen ANCAPS unterstellen (ich habe das neue Wort noch nicht vergessen). Nur weil hier der eine oder andere Ancap kommentiert bis Du doch noch lange nicht ein Ancap, oder? Und PI hat neuerdings schon einen Disclaimer über den Kommentaren (eigentlich unnötig, aber eben gerade auch eine Reaktion auf diese Vorwürfe). Davon abgesehen löschen die durchaus Kommentare auf die sie hingewiesen werden, was aber manchmal eine Zeit lang dauern kann. Ich habe selbst schon erlebt, dass ich zwei Tage lang auf die Löschung der Beiträge von Herrn Andreas Molau warten durfte. Ich bin aber mittlerweile der Überzeugung, dass man bei PI tut was man kann. Der Blog ist mittlerweile eine Riesennummer und die Leute machen das in ihrer Freizeit.

Nichts für Ungut.

Statler, 11.04.2008 21:14

So sehr ich mich mit unseren Anarcho-Kapitalisten streite, keiner von denen hat es verdient, mit Rassisten verglichen zu werden.

Der Punkt ist doch, daß man dort drüben offensichtlich die Stammleserschaft nicht verschrecken will, indem man sich mit rassistischen, gewaltbereiten oder sonstwie durchgeknallten Kommentatoren irgendwie auseinandersetzt. Stattdessen also ein Disclaimer. Na super. Nach dem Motto “Wir distanzieren uns mal offiziell von den dubiosen Kommentatoren, aber lassen sie dann doch machen”. Das ist nun wirklich nicht konsequent.

Zu dem semantischen Problem sage ich jetzt mal nichts weiter. Nur soviel: Eine Bezeichnung, die völlig okay ist, wenn sie sich z.B. eindeutig als Schimpfwort auf einen einzigen Top-Terroristen bezieht, kann gleichzeitig ein völliges, komplettes Unding sein, wenn man eine unbestimmte Gruppe von Individuen damit bezeichnet, deren einzige bekannte Gemeinsamkeit ihre Herkunft ist.

Die Stimme auf dem Off, 11.04.2008 21:51

“So sehr ich mich mit unseren Anarcho-Kapitalisten streite, keiner von denen hat es verdient, mit Rassisten verglichen zu werden.”

Das war auch nicht meine Intention, aber ich nehme mal an, dass Du mich absichtlich falsch verstanden hast.

“Der Punkt ist doch, daß man dort drüben offensichtlich die Stammleserschaft nicht verschrecken will, indem man sich mit rassistischen, gewaltbereiten oder sonstwie durchgeknallten Kommentatoren irgendwie auseinandersetzt.”

Stammleserschaft? Ich kenne einige Stammleser persönlich und von denen ist kein einziger ein Rassist. Ich gehöre dazu. Mit Rasse hat das auch nichts zu tun weder von der einen noch von der anderen Seite aus. Christliche Libanesen leiden unter den Muslimen genauso wie die christlichen Afrikaner im Südsudan. Das Problem ist der Islam, nicht eine Rasse von Menschen. Der Islam ist das Problem dort und zunehmend auch hier.

“Na super. Nach dem Motto “Wir distanzieren uns mal offiziell von den dubiosen Kommentatoren, aber lassen sie dann doch machen”. Das ist nun wirklich nicht konsequent.”

Wie schon geschrieben, die Leute machen das in ihrer Freizeit und man verzichtet bei PI z.B. deswegen auf die deutschen Farben, weil man nicht in eine Nähe zu rechten Parteien gerückt werden möchte.

“Zu dem semantischen Problem sage ich jetzt mal nichts weiter. Nur soviel: Eine Bezeichnung, die völlig okay ist, wenn sie sich z.B. eindeutig als Schimpfwort auf einen einzigen Top-Terroristen bezieht, kann gleichzeitig ein völliges, komplettes Unding sein, wenn man eine unbestimmte Gruppe von Individuen damit bezeichnet, deren einzige bekannte Gemeinsamkeit ihre Herkunft ist.”

Das Problem ist, dass Du es nur an der Herkunft (oder Rasse) festmachst. Das aber ist ja gerade nicht das Problem das die Leute stört. Kein Mensch stört sich daran, dass Libanesen Libanesen oder Türken Türken sind. Jedenfalls nicht von den ernstzunehmenden Kommentatoren bei PI - und das sind die meisten -. Man stört sich am Islam, weil der Islam das Problem ist das viele weitere Probleme nach sich zieht. Das hat weder mit der Herkunft noch mit der Rasse zu tun. Ich behaupte sogar, dass es eher umgekehrt ist: Konvertiten gelten allgemein als radikaler und intoleranter als “Ur-Muslime”, was auch meine Einschätzung ist. Dann aber ist gerade die Rasse NICHT das Problem.

Statler, 11.04.2008 22:13

Wieviele ganz normale Muslime sind Dir in Deinem Leben schon begegnet, mit denen Du keinerlei Probleme hattest? Je nach Deinem Alter wird es bestimmt schon eine ziemlich beeindruckend hohe Zahl sein.

Also kann ja wohl kaum “der Islam” das Problem sein. Das Problem ist fehlende Wertschätzung für individuelle Freiheit. Ob das so entstehende Vakuum dann von religiösem Fanatismus, Kommunismus, Faschismus oder anderem gefüllt wird, ist zweitrangig.

Die Stimme auf dem Off, 11.04.2008 23:02

Nicht leicht zu beantworten. Ich habe schon mit sehr sehr vielen Muslimen zu tun gehabt. Ich frage mich allerdings woran das Ausbleiben von Schwierigkeiten lag. Meine Erfahrung ist die, dass ich mit Muslimen so lange keine Probleme hatte, wie ich auf alle ihre Befindlichkeiten Rücksicht nahm. Das ging teilweise sehr weit.

Man muss z.B. darauf achten, dass man den Koran nicht berührt. Abhängig von den Familienverhältnissen muss man sich auch gut überlegen der Frau den Tagesgruß zu erbieten oder nicht.

Solange man auf die Befindlichkeiten der Muslime Rücksicht nimmt, hat man mit denen auch keine Schwierigkeiten. Die Frage ist ja nur wie es ist, wenn man nicht vorhat das zu machen.

Wenn man also z.B. in der Türkei eine Kirche bauen will, oder gar in Saudi-Arabien. Oder wie sie reagieren wenn man etwas gegen den Koran sagt.
Ich denke, dann gehen die Schwierigkeiten auch schon los.

Ob das nicht vielleicht doch an einer zu geringen Wertschätzung für individuelle Freiheit liegt? Das ist natürlich auch ein Problem, aber nicht das Problem. Der Islam beschränkt sich ja nicht darauf individuelle Freiheit seiner Anhänger zu begrenzen, sondern er erhebt einen universellen Geltungsanspruch. Deshalb haben auch nicht nur Westler mit dem Islam ein Problem, sondern auch Thais oder die nichtmuslimischen Minderheiten in Indoniesen oder Malaysia. Wo immer Muslime die Mehrheit stellen beschränken sie die Freiheiten aller andersgläubigen Menschen. Für ein Gegenbeispiel wäre ich dankbar, es gibt aber leider keins.

Sowohl Thais als auch christliche Schwarzafrikaner haben für Individualität in aller Regel nicht viel übrig. Genauso wie Russen oder deutsche Provinzbauern. Der Unterschied ist, dass sie andersdenkende Menschen nicht deswegen versklaven oder töten wollen, weil es ihnen ihr heiliges Buch vorschreibt. Das ergibt sich aber so direkt aus dem Koran. Deshalb ist auch der Islam das Problem, nicht die zu geringe Wertschätzung individueller Freiheit.

Leider gibt es für deutsche nur sehr wenig objektive Informationsquellen. Die staatlichen Sender und die großen Printmedien sind dermaßen manipuliert, dass man schon nicht mehr von einer freien Presse schreiben kann.

Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit Dir die Hurriet regelmäßig übersetzen zu lassen, oder gar die Sabah. Mich wundert sowieso das es das noch nicht gibt, wo unsere Politiker doch so von Integration schwafeln. Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn die deutsche Bevölkerung an den Themen der Türken täglich Anteil nehmen könnte - und zwar bitte in Form von sauberen Übesetzungen -. Es könnte dann aber leider gut sein, dass die hiesige Bevölkerung nicht mehr viel Interesse an Integrationspolitik hat.

 
 
 
 
 
Llarian, 12.04.2008 12:07

Du bist wirklich ziemlich gross darin anderen Dinge vorzuwerfen, die die nie gesagt haben. Das ist doch echt nicht nötig. Der ganze Satz lautet “Lieber Islam, böse Christen, noch bösere Juden – so ist’s politisch korrekt und die Welt ist wieder in Ordnung.”
Da steckt doch NICHTS, aber auch GAR NICHTS drin von dem, was Du da unterstellst. Was sich da zeigt ist, dass es doppelte Standards gibt. Was zweifelsfrei stimmt. Ob der Autor jetzt eine saudische Botschaft anzünden will oder das Anzünden von holländischen Botschaften kritisiert, lässt sich aus dem Satz nicht ableiten. Wenn es schon schlecht ist, sich über doppelte Standards zu beschweren, dann ist es weit gekommen.

Ich frag mich hier nicht das erste mal, was für eine absurde Welt das inzwischen ist, wo Konservative die Meinungsfreiheit hochhalten und von Liberalen dafür diffamiert werden. Das ist vollkommen absurd. Ich habe mir diesen Kommentar 115 mal angesehen und ich finde nichts was seine Löschung rechtfertigte. Wenn die Bezeichnung Kameltreiber (oder Pack) dafür schon genügt, dann müsste auch jeder Kommentar, der das Wort “Inselaffe”, “Froschfresser”, “Kraut”, “Käßkopp”, “Bergtroll” oder “Spaghettifresser” enthält, gelöscht werden. Genau das ist aber political correctness und etwas das PI ja gerade ablehnt !

Übrigens steht da nirgendwo etwas von Araber, Türke oder Asiate. Da steht Islam. Der Islam ist keine Rasse. Somit fällt die Bezeichnung Rassismus ein wenig in sich zusammen, egal wie modern es gerade ist, jeden der einem nicht passt als Rassisten zu bezeichnen.

 
 
 
R.A., 11.04.2008 17:45

> Der Artikel bei PI ist durchaus argumentativ
Herzlichen Dank daß Du mal klar sagst, worum es hier eigentlich geht.
Das hat mich am Ausgangsbeitrag eigentlich am meisten gewundert - es fehlte der übliche Link zum Text, der kritisiert wird.

PI mag ja nicht jedermanns Lieblingsblog sein, aber man muß doch deswegen nicht die “Er hat Jehova gesagt”-Nummer fahren.

Daniel, 12.04.2008 16:18

Klar, Statler. Verlink’ doch ein bißchen auf PI. Dann bekommst Du den Johann Tetzel Klickzahleneintreiber-Sonderpreis!
Im Ernst: Ich kann verstehen dass und warum Du das nicht machst!

 
 
 
N. Neumann, 11.04.2008 15:45

Oder muss jetzt wieder die Kommentarsektion herhalten um zu begründen, was man gerne sehen möchte ?

Jaja, das ist ein grobes Foul, denn es finden sich schließlich in der Kommentarsektion jedes Blogs total trashige Kommentare, da sollte jeder erstmal vor der eigenen Tür kehren, nicht wahr?

Ich habe da ehrlich gesagt wenig Angst vor “Schism”, der so etwas von abstrus daher kommt,

Besonders abstrus ist wahrscheinlich auch, dass der Film einen Disclaimer enthält - der entprechend von PI mit den Worten, dass der Film “mehr als nur Ironie” sei weggewischt wird.

Björn, 11.04.2008 19:24

Jaja, das ist ein grobes Foul, denn es finden sich schließlich in der Kommentarsektion jedes Blogs total trashige Kommentare, da sollte jeder erstmal vor der eigenen Tür kehren, nicht wahr?

Wenn man aber erstmal alles aus dem Garten wegräumt was das eigene Weltbild stört, den Müll aber fröhlich stehen und sogar wachsen lässt, dann sagt das auch etwas über den Hausbesitzer aus.

Llarian, 12.04.2008 11:45

Diesen Vorwurf habe ich schon ein paar mal gehört, aber irgendwie fehlt mir die passende Beobachtung dazu. Mir ist nicht augefallen, dass PI konträre Meinungen löschen würde, vielleicht mal abgesehen davon, wenn wirklich getrollt wird. Das nicht viele Linke bei PI schreiben ist naheliegend, daraus kann man nicht ableiten, dass die alle gelöscht würden.

Ich gebe aber gerne zu, dass ich das auch Übersehen haben kann, denn ich lese die Kommentare dort nur äusserst selten, da die dortige Kommentarsektion unter aller Kanone ist. Gibts da Erkenntnisse, die mir fehlen ?

N. Neumann, 12.04.2008 12:47

Gibts da Erkenntnisse, die mir fehlen ?

Ja, eindeutig.

Man braucht auch nicht lange im braunen Dreck zu scrollen, um dort z.B. sowas zu finden, Zitat:

1. Bewaffnete Bürgerwehren bilden
2. Online-Liste derartiger Straftäter anlegen
3. Femegerichte bilden
4. Per “1.” die Urteile von “3.” vollstrecken die angemessen wären
5. Online-Liste mit Volksverrätern und KuschelrichterInnen anlegen
6. Organisierte politische Gegenbewegung bilden, Öffentlichkeit herstellen, Machtübernahme anstreben
7. Nach dem Politikwechsel:
-a: sofort Ausschaffungsgesetz durchsetzen/umsetzen
-b: Nulltoleranz Rechtsprechung gegenüber Gewalttätern
-c: Ersatz von Gefängnissen durch Arbeits-/Erziehungslager die kostenneutral arbeiten
-d: Liberalisierung des Waffenrechtes für die einheimische Bevölkerung
8. Konsequente Entfernung von Kuschelrichtern, Sozialpäderasten, “Qualitätsjournalisten” und sonstigen Berufsgutmenschen aus ihren Ämtern.
9. Nürnberg II für sämtliche Volksverräter

Die Stimme auf dem Off, 12.04.2008 15:41

1. Bewaffnete Bürgerwehren bilden
Das dürfte rechtsstaatlich unproblematisch sein.
2. Online-Liste derartiger Straftäter anlegen
Droblematisch, aber deshalb untragbar?
3. Femegerichte bilden
Darüber weiß ich nichts.
4. Per “1.” die Urteile von “3.” vollstrecken die angemessen wären
Darüber weiß ich auch nichts.
Ich halte beides auch nicht für relevant, weil es nicht von den PI-Leuten kommt. Die haben eben eine sehr weite Auffassung von Meinungsfreiheit, die auch den Liberalen gut zu Gesicht stehen würde.
5. Online-Liste mit Volksverrätern und KuschelrichterInnen anlegen
Problematisch. Andererseits: Wer ein öffentliches Amt bekleidet hat eben ein öffentliches Amt. In Bezug auf Privatpersonen wird man aber schon abwägen müssen. Auch Privatpersonen können im hohem Umfang Politik machen und daher Personen des öffentlichen Lebens sein. Die Liberalisierung hat es möglich gemacht, nämlich als man die Daseinsvorsorge meinte privatisieren zu müssen (wertfrei gemeint).
6. Organisierte politische Gegenbewegung bilden, Öffentlichkeit herstellen, Machtübernahme anstreben
Das kann doch nicht allen Ernstes ein Vorwurf sein. Mit dem Argument könnte