Lafontaine will mehr Marx und Engels
“Die Sätze des Kommunistischen Manifestes sind doch hochaktuell”, meint Oskar Lafontaine und kündigt an, dass Passagen aus dem Kommunistischen Manifest in das künftige Parteiprogramm der “Linken” aufgenommen werden. Er will zudem die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und die Energiekonzerne verstaatlichen. Vorwärts zurück mit einem Politikmix aus SED und Hugo Chavez kann man da nur sagen.







Dann soll er auch konsequenterweise seinen Verein wieder in KPD umbenennen, von mir aus auch KPD/ML!
Lafontaine sollte das KM mal zu Ende lesen, da würde er seinen Laden unter “reaktionärer Sozialismus” wiederfinden.
Ha ha ha, genau. Dieser Lafo-Spinner.
Jetzt flippt er also aus.
Nun ja, mal sehen, ob’s mit dem langerwarteten Bekenntnis zum Kommunismus auch in Zukunft noch mit den Wahlerfolgen klappt ;-)
Der Lafontaine flippt halt leider ganz und gar nicht aus, sondern er ziehlt bewußt auf den linken Rand der SPD. Dort gibt es ein nicht zu unterschätzendes, SED-symphatisierendes Spektrum von Un- und Mittelgebildeten. Ferner darf man nicht vergessen, daß Lafontaine in seiner SED nicht ganz unumstritten ist. Da muß er Duftmarken setzen, das weiß er als gewiefter Politiker.
Natürlich weiß er so gut wie jeder andere klar Denkende, daß seine Forderungen mit ökonomischer Vernunft gar nichts zu tun haben. Aber sein Stimmvieh weiß das nicht. Wie auch? Wäre sein Stimmvieh nicht geistig derart einfach strukturiert, wären es ja keine Sozialisten.
Schöne Grüße
Jochen Trebmann
“Der Lafontaine flippt halt leider ganz und gar nicht aus, sondern er ziehlt bewußt auf den linken Rand der SPD.”
Die Jusos [1] sind thematisch wesentlich näher an Laffo als bei der SPD, die Stones sind ja schon Fremdkörper in der SPD.
Wenn die SPD sich wieder mehr nach links orientiert steht der Wiedervereinigung mit den Kommunisten nichts mehr im Wege.
[1] Vgl. die verfassungsfeindlichen Äusserungen der jungen Dame von den JuSos.
@Jochen Trebmann
Ich bin auch deiner Ansicht, dass Lafontaine zu lange im Politikgeschäft ist, um nicht zu wissen, was er tut. Er will gerade die Wähler an sich ziehen, die meinen, Privatisierung ist gefährlich, während Verstaatlichung Sicherheit gibt und die Energiepreise wieder sinken. Das ist natürlich Unsinn, aber bei manchen Wählern kommt es halt an.
Im übrigen kann Lafontaine und die Linke sagen und fordern, was sie wollen. Sie können soviel Wohltaten versprechen, wie es ihnen gefällt. Sie müssen es ja nicht in die Tat umsetzen. Das ist halt der Vorteil der Opposition.
Ist doch gut, wenn Laffo sagt, was er will.
Irgendwann wird man den Scheiss halt verbieten müssen.
Man sollte bei solchen Meldungen immer noch den Spruch der zurückgetretenen Niedersächsischen Linkspartei-Abgeordneten mitanfügen:
“Bei der Gesellschaftsordnung, die wir anstreben, wird irgendwann zwangsläufig wieder eine Stasi nötig werden…”
In diese Reihe an absurden Äußerungen fügt sich als letzter Beitrag auch noch der Vergleich des Dalai Lama mit Choemeini durch die Linken-Abgeordneten Schneider ein.
Das zeugt von einem fatalen Mangel an politischer Vernunft und einem gefährlichen Hang zur Propaganda. Solche hirnlosen Aussagen wie aktuell von Lafontaine spielen bewusst mit der Unwissenheit und Ungebildetheit einer großen, enttäuschten Mehrheit. Und es funktioniert leider wieder…
Überraschend ist das Zitat, das er gewählt hat. Wer Marx kennen würde, hätte zu seinem Zweck ein anderes genommen, denn was es beschreibt ist die nur die Demaskierung der feudalistischen Ausbeutung durch den Kapitalismus. Dass das vorher bereits Ausbeutung war, wird auch klar gesagt, jedenfalls so klar, wie Marx auf sarkastischem Rant-Modus ziemlich oft ist. Lafontaine will also die Ausbeutung wieder maskieren und mit heiligen Weihen versehen. Er ist gar kein Commie, er will zurück zum Kaiserreich…
Aber dass staatliche Post, Bahn, Energiekozerne in Deutschland ursächlich wegen SED und Chavez staatlich waren, wusste ich noch gar nicht. Weder im Osten, noch im Westen. Witzig. Immerhin.
Mehr als das Manifest scheint Lafontaine aber auch nicht zu kennen – die von ihm ausgewählte Passage unterstellt, daß im Kapitalismus das nackte Interesse sämtliche Illusionen zerstört hätte, was ja schön wäre, aber eben nicht der Fall ist.
Was mich wirklich baff entsetzt, ist die Tatsache, dass Lafontaine solche Dinge von sich geben kann, ohne dafür von sämtlichen Medien und anderen Parteien (vom linken Flügel der SPD vielleicht mal abgesehen) freistehend in der Luft zerrissen zu werden. Läßt man derartige Statements unwidersprochen, setzt sich fast zwangsläufig bei einem Teil der Bevölkerung die Vorstellung fest, dass es soooo falsch mit Staatswirtschaft und Kommunismus ja nicht sein kann.