antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Pervertierter Antifaschismus

jo@chim, 25.04.2008

Wer Rechte zum Vorbild junger Menschen macht, schadet der Demokratie.

Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil legt in all seiner platten Geradlinigkeit wenigstens die eigentliche Zielrichtung der Kampagne gegen den designierten Kultusminister von Thüringen, Peter Krause, offen:

Es geht also nicht darum, den Rechtsstaat vor einem Nazi und/oder NPD U-Boot in der Thüringer CDU zu schützen. Nein, hier sollen schlicht konservative Positionen aus dem demokratischen Spektrum ausgegrenzt werden.

Welch eine Perversion des Antifaschismus (im Sinne von Antitotalitarismus, nicht linksextremer Legitimationsideologie à la “Antifa”) – Herr Heil denunziert im Dienst des politischen Tagesgeschäftes alles was nicht links ist als Gefahr für die Demokratie.

Und bereitet gleichzeitig in Hessen & ff. im Bund die Koalition mit den (Post-)Kommunisten vor…



65 Kommentare zu “Pervertierter Antifaschismus”

  1. Die Stimme auf dem Off

    Ich verneige mich vor Dir.

  2. Karsten

    Ich denke, mit “Rechte” meint der Herr Heil schon Rechtsextreme, nicht Konservative.

  3. daniel

    Ne, nur weil Heil sich auf eine Person und eine Zeitschrift bezieht muss das doch nicht bedeuten, dass er konkret geworden ist. Joachim hat schon recht: Man muss, mehr als 60 Jahre nach dem Krieg, auch mal Hitler einen großen Staatsmann nenen dürfen ohne gleich in die rechte Ecke geschubst zu werden… wie widerlich seid Ihr denn drauf. Aber Ihr merkt das noch, oder?

  4. Holger

    Nicht alles, was nicht links ist, ist eine Gefahr für die Demokratie. Nicht alles, was links ist, ist eine Gefahr für die Demokratie. Nicht alles, was nicht links ist, ist nicht eine Gefahr für die Demokratie.

    Es geht wohl vorrangig um die Unterscheidung zwischen konservativ und rechtsradikal. Wie der konkrete Fall liegt, vermag ich nicht zu beurteilen. Mag schon sein, dass Herr Heil hier auf dem falschen Dampfer fährt, aber einen Hinweis darauf ergibt sich aus dem Beitrag nicht unmittelbar. Den würde ich mir schon wünschen, um die Schlussfolgerung teilen zu können.

  5. FAB.

    Was er in seinem Innersten so meint, weiß mer net. Aber nach außen hin kloppt er auf alles, was sich rechts seines eigenen Standorts befindet, in der gleichen lächerlichen bis beleidigenden Weise drauf.
    Wenn Herr Heil “gewaltbereite Extremisten” oder “Neonazis” meint, dann soll er das sagen. Er tut es nicht, weil er weiß, daß das – gemünzt auf jemanden wie Krause – justiziable Beleidigungen wären. Drum faselt er von “Rechten”.
    “Rechts” ohne weitere Eingrenzung ist allerdings Synonym für bürgerlich-liberal-konservativ im Gegensatz zu links-grün-sozialistisch, also fühle ich mich als in diesem Sinne Rechter selbst mit angesprochen und bin entsprechend, zurückhaltend ausgedrückt, verstimmt. Was erlauben Heil?
    Er schadet bei dem durchsichtigen Versuch, für seinen eigenen kleinen Interessenverein propagandistisch Stimmung zu machen, indem er gleich die ganze nichtlinke Hälfte des Volkes beschimpft, der Demokratie selbst am meisten; denn darauf kann man eigentlich nur noch antworten – na, denn macht euch eure “Demokratie” halt alleene.

  6. daniel

    “Rechts” ohne weitere Eingrenzung ist ein Synonym für “Rechts” Du tust ja so als gäbe es den Begriff und das mit der schlimmen Bedeutung stehe auf einem anderen Blatt. Apropos Blatt: Was Heil “meint” könnte man aus dem Kontext erlesen. Nämlich die Junge Freiheit und wenn die noch als “bürgerlich-liberal-konservativ” durchgeht dann fängt da tatsächlich die “Gefahr für die Demokratie” an.

  7. jo@chim

    Rechtsextreme, nicht Konservative

    Ich denke, er vermischt beides bewusst, worauf auch der Kontext seiner Äusserungen hindeutet.

  8. jo@chim

    Joachim hat schon recht: Man muss, mehr als 60 Jahre nach dem Krieg, auch mal Hitler einen großen Staatsmann nenen dürfen ohne gleich in die rechte Ecke geschubst zu werden

    Wo habe ich das geschrieben? (Wie widerlich bist denn Du drauf?)

  9. daniel

    Das hast Du nicht geschrieben. Die Junge Freiheit lässt sowas schon mal zu.

  10. daniel

    Dann denkst Du also, die JF kann noch unter “konservativ” mitlaufen?

  11. Die Stimme auf dem Off

    Für Dich vielleicht nicht. Für mich ist sie ein Zeitung der Mitte ;-)

  12. jo@chim

    Naja, die Junge Freiheit ist sicher ein “Schnittstellenblatt” zwischen sehr weit rechts stehenden Autoren/Positionen und pointiertem Konservativismus. Ich teile derlei Positionen nicht. Aber auch der ausgewiesene Liberale Roland Baader schreibt gelegentlich dort.

    Man sollte das differenziert betrachten, IMHO. Peter Krause jedenfalls, gegen den die Kamapgne veranstaltet wird, war 1998 Redakteur dieser Zeitung und hat sich – meines Wissens – zu keinem Zeitpunkt “rechtsextrem” geäussert,

    Das ist einfach wieder einmal eine inhalts- und sinnbefreite Hatz mit der Rechtsextremismuskeule, wie schon bei Frau Hermann auch…

    … was mich eigentlich immer wundert (oder nein, nicht wirklich) ist, dass an linke “Schnittstellenblätter” wie die Junge Welt nicht dieselben Massstäbe angelegt werden…

    btw: stand tatsächlich einmal in der JF zu lesen, dass Hitler ein grosser Staatsmann gewesen sei? Beleg?

  13. FAB.

    Es handelt sich bei der inkriminierten Stelle wohl um das Interview mit dem NPD-Vorsitzenden Voigt, kurz nach der Landtagswahl in Sachsen 2004. Mittendrin auch dieses:

    JF: Herr Voigt, wie bewerten Sie die Person Adolf Hitlers?

    Voigt: Zweifellos handelt es sich bei Hitler um einen großen deutschen Staatsmann. Ich verkenne aber nicht, daß er letztlich die Verantwortung für die Niederlage Deutschlands trägt.

    JF: Warum lehnen Sie es dann ab, als “neonazistisch” bezeichnet zu werden?

    Voigt: Weil ich von Inhalt und Überzeugung her Nationaldemokrat bin.

    JF: Die NPD demonstriert immer wieder unumwunden antisemitische Attitüden.

    Voigt: Offensichtlich beziehen Sie Ihre Informationen über die NPD auch aus den den Siegern verpflichteten Massenmedien.

    Undsoweiter, insgesamt erscheint mir das Gespräch durchaus nicht von Anbiederung gekennzeichnet, sondern kritisch geführt – bloß nicht mit Schaum vor dem Maul, wie das in seriösen Qualitätsmedien beim Thema NPD sonst üblich ist.

    Und bekanntlich macht sich eine Zeitung, wenn sie Interviews veröffentlicht, die Äußerungen ihrer Interviewpartner als redaktionelle Meinungsäußerung zu eigen, wie ja umgekehrt speziell bei der JF auch gilt, daß sich der Interviewte seinerseits alles zu eigen macht, was in dem Blatt sonst noch steht.

  14. Statler

    Aber ist da nicht so ein fieses Augenzwinkern im Spiel? So nach dem Motto: “Wir geben dem Voigt jetzt mal eine Plattform, distanzieren uns natürlich offiziell von seinen Positionen, aber die geneigte Leserschaft wird schon wissen, wie sie es zu deuten hat”?

  15. FAB.

    Wohl eher nicht.

  16. Daniel

    Wohl eher doch. Man kann doch nicht den nationalkonservativen Voigt zu Wort kommen lassen und so tun als habe er Sachen wie “Hitler war ein großer Staatsmann der Deutschland in die Niederlage geführt hat” nicht gesagt. Oder die “den Siegern verpflichteten Massenmedien”. Und das ist auch kein Augenzwinkern. Das winkt man durch und genau DAS ist der Grund warum die JF eben rechts von “ist noch demokratisch” liegt. Das muss man nicht verbieten aber man sollte schon wissen für wen man schreibt wenn man es tut.

  17. DDH

    @Jo@chim: Willst Du jetzt auch bei ef anheuern? Oder gleich bei der JF?

  18. DDH

    Daniel hat – leider – recht!

  19. DDH

    Doch, demokratisch ist die JF! Das macht einen Teil ihrer Widerwärtigkeit aus!

  20. DDH

    Wieder so ein Tag, an dem ich Statler zustimme. Schon der zweite in diesem Jahr!

  21. jo@chim

    nationalkonservativen Voigt

    Ohne Anführungszeichen? Ist der nicht eher Nationalsozialist?

  22. jo@chim

    Ich habe drei Sticker von der NSDAP-AO dafür bekommen!!!! Cool, ne?

  23. Rayson

    Muss ich das so verstehen, dass Zeitungen nur Leute interviewen, deren Botschaft sie zustimmend verbreiten wollen?

    Also ich würde mir geradezu wünschen, dass es viel mehr Publizität für solche Äußerungen von NPD-Funktionären gäbe.

  24. T. Albert

    Seltsam, jeder weiss wer gemeint ist, nur nicht.

    Witzige Diskussion. Und so transzendiert zweckfrei.

    Oder hat Herr Heil auch Schäuble gemeint? Zum Beispiel.

  25. N. Neumann

    @ Joachim

    Wer 1998(!) als Konservativer Redakteur der Jungen Freiheit war, dem kann nicht entgangen sein, dass in diesem Blatt zu dieser Ansichten teils weit jenseits (über Interviews mit den üblichen Verdächtigen hinaus) des nationalkonservativen Spektrums vertreten worden sind und entsprechende Publikationen beworben wurden, etc..

    Ich habe seit ca. 2000 immer wieder den Internet-Auftritt der JF verfolgt. Über die Jahre hat sich die JF (sei es taktisch oder aus Überzeugung) gemäßigt. Insofern ist auch das Urteil, dass sie gegen den Verfassungschutz NRW erwirkt hat, angemessen. Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass das Verfahren anders ausgegangen wäre, wenn der Verfassungsschutz z.B. Screenshots von der früher dort beworbenen Literatur gemacht hätte (und dabei denke ich jetzt nicht an Beiträge aus der Edition Anthanäus zur Konservativen Revolution, sondern etwa an SS-verherrlichende Schinken).

    Ich kann jetzt nicht sagen, was Krause über seine Tätigkeit als JF-Redakteur bzw. seine Beobachtungen im Rahmen derselben gesagt hat und was nicht. Für ihn spricht jedenfalls, dass er nach 1998 offenbar nicht mehr JF-Redakteur war. Wenn er allerdings sinngemäß nicht gesagt haben sollte, dass der halbe Laden damals tiefbraun gestunken hat, dann spricht das gegen ihn. Dann wäre er zumindest nicht aufrichtig.

  26. jo@chim

    … wahrscheinlich seh’ ich das genauso. Danke für die differenzierte Bewertung. Man sollte Herrn Krause allerdings auch in der Tat die Chance lassen, seine (Un?)-Aufrichtigkeit zu zeigen.

    Mir ging es mit meinem Beitrag vor allem darum, die – wie ich meine, bewusste – Vermischung eines sinnvollen “Kampfes gegen rechtsextrem” mit einem “Kampf gegen Rechts” (der sinnigerweise auch und gerade von Linksextremen propagiert wird) zu kritisieren…

  27. jo@chim

    Schäuble? Wohl eher nicht. Zumindest nicht, solange die Union mitregiert ^^. In Publikationen der “Antifa” liest sich’s dann schon wieder gaaanz anders

    … tu doch nicht so T.Albert, Du weisst doch ganz genau, was gemeint ist – selbstverständlich richtet sich der “Kampf gegen Rechts”… ganz zweckbestimmt gegen: Rechts. Wogegen denn sonst? Sonst würde es ja “Kampf gegen den Extremismus” heissen oder “Kampf gegen den Totalitarismus”…

  28. Rayson

    Also wenigstens ich hab dich so verstanden.

    Das Eintreten für Meinungsfreiheit erweist sich eben gerade bei den Meinungen, gegen die man sich aus vielerlei Gründen zu wehren aufgerufen sieht…

    Aber mal abgesehen von der hohen Wette des Herrn Heil, die nun wirklich keiner mitgehen muss: Einer Partei wie der CDU stünden sicherlich noch andere Optionen offen, insofern muss man schon über Signalwirkungen reden.

  29. daniel

    Dauerte zwar lange zu erklären aber ist ohne schon richtig.

  30. daniel

    Ja, und das war Dir so wichtig, dass es nichts macht wenn das Beispiel halt nicht drauf passt.

  31. T. Albert

    JA, natürlich: gegen Rechts, – ich tu eben nicht so – , aber doch nicht dafür, konservative Positionen auszugrenzen. Was ist denn in Dich gefahren?
    (Und Schäuble ist eben kein rechter Rechter.)

    Und was Heil jetzt wieder mit den Publikationen der Antifa zu tun hätte, weiss ich auch nicht. Du?

  32. daniel

    Und warum?

  33. Die Stimme auf dem Off

    Wenn in zehn Jahren Mörder angeheuert werden und man sie der FDP organisatorisch eingliedert, sind dann alle FDP-Mitglieder Verbrecher gewesen? Der Opa meiner Frau ging als Fallschirmjäger auf Kreta runter und ich lehne es entschieden ab das Ansehen dieses Mannes beschädigen zu lassen. Man konnte sehr wohl Mitglied der SS sein, ohne deshalb mehr Rassist zu sein als alle anderen. Jawohl, als alle anderen. Rassismus war damals relativ normal, guckt Euch doch mal an was in den Staaten los war.

    Ich weiß leider nicht, was für Bücher das genau waren. Lass Dir aber eines geschrieben sein: Die militärischen „Leistungen“ der SS sind bis heute unbestritten und wurden nach dem Krieg überall abgekupfert. Die Fremdlegion stellte ehemalige SS-Soldaten im großen Stil ein und schickte sie nach Indochina. Die US-Armee analysierte die Kommandostrukturen der SS und ihre Fähigkeiten im mobilen Stellungskampf, den gab es nämlich vorher gar nicht. Selbst die Israelis setzten im Palästinakrieg auf Taktiken der SS, mit Speerspitzen Linien zu durchbrechen, Stellungen zu erobern und zu halten, daraus Feindbewegungen aus der Tiefe zu melden und dann mit weiteren Truppen koordiniert zuzuschlagen.
    Mit dieser Taktik konnte man zahlenmäßig weit überlegene Kräfte vernichtend schlagen. Die SS war genauso revolutionär, wie es heute das USMC ist. Die Kinder aus den Sümpfen Louisianas sind nun einmal zäher als die Kinder aus der Vorstadt und als Soldaten daher zehnmal besser zu gebrauchen; Armut macht zäh.
    Der Vorteil der SS war, dass sie nicht auf alte Traditionen Rücksicht nehmen musste. In der Wehrmacht gab es viele Egoismen. Kein höherer Offizier hätte sich gefallen lassen bloßer Scheinteilnehmer an einer Schlacht zu sein und viele Offiziersfamilien führen schon Erbfeindschaften gegeneinander.
    Die Denkweise war damals eine ganz andere als heute.
    Bei der SS musste man auf so etwas keine Rücksicht nehmen. Bergarbeiterkinder konnten dort Offiziere werden und die wussten um die ganzen Intrigen und Selbstdarstellungswünsche der Offiziere der Wehrmacht nichts.
    Sie handelten einfach.
    Nach dem Krieg dann waren es wieder genau diese Offiziere aus der Wehrmacht, die mit den ganzen Verbrechen nichts zu tun gehabt haben wollen und sich im Grunde nur der soldatischen Ehre verpflichtet gefühlt haben wollen. Lachhaft ist das alles.

    Nichts gegen den Kampf gegen den Totalitarismus, nur sollte er auch geführt werden. Das was hier als „Kampf gegen Rechts“ dargestellt wird, ist doch nichts weiter als die pure Selbstdarstellung. Es geht doch nur noch darum sich zu produzieren, in der Hoffnung durch Denunziation eher eines der begehrten Mandate zu bekommen, bei denen man über zehntausend Euro im Monat bekommt, im Bundestag dürften es so um die dreizehntausend sein.
    Gebt jeden Islamisten zehn Jahre Haft und weist kriminelle Ausländer nach Verurteilung wegen eines Verbrechens aus. Stellt die Volksverhetzung gegen Deutsche unter Strafe. Verhängt Haftstrafen von über zwanzig Jahren auf Bestechung und Untreue und dann nehme ich Euch ab, dass Ihr es ernst meint mit der Bekämpfung des Totalitarismus. Fangt nämlich oben mit der Bekämpfung des Totalitarismus – weil genau da die Ursachen dafür zu finden sind – an.
    Bis dahin kann ich über diese ganze Scheiße nur noch lachen.

  34. FAB.

    Es ist vielleicht schwer zu begreifen, aber ich für meinen Teil verlasse mich bei der Meinungsbildung ungern allein auf Verfassungsschutzberichte oder die übliche hysterische Medienmeute. Ich möchte gerne auch mal in – zB – Voigts eigenen Worten lesen, wie man bei der NPD so denkt. Die Bewertung dessen, was dabei ans Tageslicht kommt, die schaffe ich dann schon selbst, danke. Vorabzensur nicht erforderlich.

  35. R.A.

    Schon erstaunlich – in der CDU gibt es also auch Konservative. Das kann Leute wie HubiHeil oder die SpOn-Redaktion natürlich überraschen. Die haben halt gedacht, die vorbehaltlose Unterstützung des SPD-Programms wäre bei der Union inzwischen Aufnahmebedingung.

    Das ist schon insgesamt eine recht lächerliche Diskussion.
    Die JF ist halt rechts das, was taz oder JW links sind – das muß man schon aushalten.

    Und wenn alte K-Gruppen-Kader in Berlin Bundesminister werden können, sollte irgendeine Journalistentätigkeit eigentlich kein Thema sein.

  36. Lemmy Caution

    Mal abgesehen davon, dass ich jede Form der Relativierung der Verbrechen während der Hitler-Zeit vehement ablehne…
    Welchen Grund gibt es selbst aus libertärer Sicht für eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber der NPD? Ausser vielleicht, dass es die pösen “68er” ärgert. Klingt ein bischen nach dem Motto der Feind meines Feindes könnte mein Freund sein.
    Während die Lega Nord in Italien ein paar wirtschaftlich prosperierende Regionen und Städte vorweisen kann, fällt die deutsche Rechte fast ausschliesslich durch weltfremde, unpragmatische Chaoten mit Mundschaum auf.

  37. FAB.

    Er segelt unter demselben Banner des Kampfes “gegen rechts”. Unter dieser Parole kooperiert nun mal fröhlich alles von linken, aber noch demokratischen Vereinen (SPD, Teile der ev. Kirchen), über Jusos, Grüne, Verdi, PDS und sonstigen Kommunisten bis hin zu “Antifa” und anderen offen extremistischen Grüppchen. Und Heil reiht sich da durch seine Wortwahl eben bewußt ein.

  38. Llarian

    Wenn ein Zustand seit 20-30 Jahren allgemein akzeptiert ist, dann ist es schwierig ihn als pervers oder skandalös zu bezeichnen. Das was Heil von sich gibt ist doch nicht neu.

    Konservative Positionen werden doch schon seit Urzeiten aus dem politischen Diskurs verbannt, oder wann hat die CDU das letzte mal echt konservative Positionen vertreten ? Was wird einem denn entgegnet, wenn man beispielsweise härtere Strafen für kriminelle “Jugendliche” (eine klassische konservative Forderung) fordert ? Ist man dann ein schwarzer Sheriff, ein Unmensch oder gleich ein Faschist ? Was passiert, wenn man beispielsweise fordert, Immigration massiv zu erschweren (früher nannte man das durchaus konservativ) ? Ist man dann nicht gleich xenophob ?

    Man siehts im kleinen auch durchaus hier. Ich kann mich noch gut an das laute TamTam erinnern, als man so stolz Kewil aus der Verlinkung geschmissen hat (übrigens “natürlich” wegen der Kommentare, wer hätts gedacht ?), während es überhaupt kein Problem ist, Kommunisten (also erklärte Gegner des Rechtsstaates) zu verlinken (ich vermute dort macht man sich nicht einmal die Mühe, die Kommentare zu lesen.). Ich meine das nicht als Kritik, es soll jeder verlinken oder nicht verlinken, je nachdem ob einem die Nase passt. Aber es ist auch eben sympthomatisch.

    Insofern, warum sich über Heil wundern ? Er spielt auf der Klaviatur, die vor ihm liegt. Und die liegt da nicht erst seit gestern.

  39. jo@chim

    Welchen Grund gibt es selbst aus libertärer Sicht für eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber der NPD?

    Keinen, IMHO. Für mich sind die gleich im Doppelpack eklig: Nationalisten und Sozialisten (was aber ggf. nicht ausschliesst, dass ich auch für deren Meinungsfreiheit eintrete).

    Und vor allem auch, weil ich – im Gegensatz zu Herrn Heil oder wackeren Antifa-Kämpen – zwischen Neo-Nationalsozialisten, Nationalkonservativen und demokratischen Rechten differenziere. Nicht weil ich mich bei einer dieser Gruppierungen anbiedern wollte, sondern weil die Melange “Kampf gegen Rechts”, die da gerührt werden soll ganz offensichtlich Teil einer Strategie, die gesellschaftliche Achse nach links zu verschieben, ist.

    Das dürfte doch eigentlich aus dem Text des Beitrages und meinen ergänzenden Kommentaren insoweit klar erkenntlich sein?

  40. T. Albert

    Na, dann kämpft mal nicht gegen Rechts. Wie Ihr hier gerade selbst konservative und rechte Positionen ineins setzt, das entzieht natürlich jeder Diskussion die Grundlage.
    Schade. Auch peinlich.

  41. FAB.

    Das war jetzt mal ein wahrhaft qualifizierter Diskussionsbeitrag. Vor solcher Eloquenz gebe ich mich geschlagen. Was soll man darauf auch antworten – selber peinlich?

    Btw – wer ist das, ihr?

  42. Daniel

    Dann geh auf die NPD-Seite, lies Dir Landtagsdebatten aus Thüringen durch oder bestell Dir – kostenfrei und unverbindlich – das Parteiprogramm. Wenn Du tatsächlich glaubst in einem mehrmals gegengelesenen und bis zur Unkenntlichkeit geglätteten Interview in der JF könntest Du Voigt “entlarvt” sehen, dann irrst Du.

  43. T. Albert

    Ihr – all die, die hier Heil, der sich irgendwo einreiht, wie Du sagst, den Kampf ansagen, anstatt sich daran zu stören, dass dieser Herr K. MInister werden könnte.
    Du und andere hier, die Du lesen kannst, bekämpft lieber die Sozialdemokratie als Rechte. Was das mit Konservativen zu tun hat, erschliesst sich mir nicht. Hats auch nicht.

  44. FAB.

    Guess what – I did it all.
    Und das Voigt-Interview in der JF nehme ich trotzdem noch als Sahnehäubchen mit. Darf ich, Papa? Bittebitte! Ich putz mir auch hinterher besonders gründlich die Gehirnwindungen.

  45. Lemmy Caution

    Ja schon. Es ist natürlich sehr wichtig differenziert zu unterscheiden. Aber vielleicht meint das Herr Heil auch aufrichtig so, dass er Junge Freiheit Autorenschaft und Kultusminister-Posten für eine problematische Kombination hält? Und kein schachpolitischer Zug, um Faschisten, Nationalkonservative und demokratische Rechte in einen Topf zu stecken.

    Ich hab im weiteren Bekannten- und Verwandtenkreis eine Menge Leute, die teilweise dazu neigen, für mich schockierende, unausgegorene und hahnebüchene linke Pseudo-Theorien irgendwie Glauben zu schenken. Denk aber nicht, dass dieses stark esoterische Politik New Age wirklich dramatische Auswirkungen auf die Wahlurne hat. Denke eher, dass der Linksruck schon ein wenig rationaler, aber nicht wirklich rational ist. Die haben wirklich das Gefühl, “vom Aufschwung zu wenig mitzubekommen”. Das läßt sich ja auch in Zahlen belegen. Diffuse Erklärungsmuster werden dann natürlich gerne genommen.
    Nach meiner Meinung liegt das eher an einer zu geringen Anpassung an die Anforderungen der Globalisierung im Sinne von selbstständiger permanenter Weiterbildung und Informationsbeschaffung.

    Wie ich jetzt in einem bemerkenswerten El País Artikel gelesen habe, ist der Erfolg der z.T. verbal erstaunlich Faschismus-toleranten italienischen Rechten darauf zurückzuführen, dass die Lega Nord Provinzen wirtschaftlich wirklich erfolgreich sind und zwar global integriert mit Verbindungen zu China und Rumänien. Sowas haben wir in Deutschland nicht. Unsere Nationalisten erscheinen mir eher volksgemeinschaftlich unterwegs.

    Gruß Lemmy

    offtopic und Technik: Eine offenbar asynchron aufgerufene Funktion in eurem JavaScript macht Probleme.
    Firebug sagt Zeile 98 gravater = ‘xxx’ + hex_md5(em1).
    Offenbar fehlt die Funktion hex_md5().

  46. FAB.

    Warum sollte ich mich daran stören, daß dieser – mir bislang völlig unbekannte – Herr Krause Minister wird? Wenn es dafür eine inhaltliche Begründung geben sollte, hat sich bisher keiner der öffentlichen Hyperventilierer die Mühe gemacht, sie mitzuteilen. Aber falls es sie gibt, immer her damit, dann kann man darüber streiten. Bisher geht´s hier ja nur darum, mit welcher Begründung man sich gerade nicht daran stören kann. Die JF an und für sich, jaja, schon klar, für manche ist das Blatt als Pfuibäh vom Dienst eine Art Glaubensartikel. Aber was hat Krause denn nun dort geschrieben? Da solche Kampagnen heutzutage doch wohl professionell vorbereitet werden, also irgendein Hiwi der linken Fraktionen sicherlich alle alten JF-Artikel von ihm auf Verwertbares durchgesehen haben dürfte, scheint mir die Tatsache, daß bisher keinerlei Zitate von ihm selbst ins Feld geführt wurden, doch dafür zu sprechen, daß da nichts zitatwürdiges dabei ist. Aber, wie gesagt – wenn doch: her damit, dann reden wir weiter.

  47. Daniel

    Hej! Nicht panisch werden. Ich bin der letzte der Dir das verbietet. Aber unsinnig ist es trotzdem. Darf ich das sagen, bitte! Ist doch meine Meinung! Die soll doch auch frei sein. Und Du bist ja auch ganz schön clever – auch wenn Du Unsinn lesen willst. ;-)

  48. Daniel

    Was? Du meinst der Teil mit den jungen Leuten im Heil-Zitat und der Kultusministerposten stehen in einem Zusammenhang? WIRKLICH? Mein Gott, das das nicht dem Joachim.

  49. Daniel

    Um zumindest auf die Stimme aus dem nicht off-topic zu antworten: Dass die Korrelation zwischen ist-Möder und ist-FDP genauso stark ist wie zwischen inst-ein-Rechter und ist-JF-Redakteur hast Du gerade gesagt…

  50. jo@chim

    Sie handelten einfach.

    Ja. Der Triumph des verbrecherischen Willens sozusagen…
    Was soll eigentlich dieser Versuch hier, die SS-Mörderbande per Relativierung reinzuwaschen?

  51. FG

    Der Bruder meines Vaters ist Weihnachten 44 im Alter von 17 Jahren in einer Uniform der Waffen-SS verreckt. Ich weiss fast nichts über ihn, sein Denken und sein Handeln, deshalb kann ich auch nicht über ihn urteilen.
    Aber dass er Teil einer verbrecherischen Bande war, das weiss ich.
    Übrigens haben auch die Attentäter vom 11. September eine strategische Meisterleistung vollbracht. Und Klassenunterschiede gab es bei denen auch nicht.
    Wenn du verstehst, was ich meine.

  52. FAB.

    Oh, ich nehme nach Besuchen auf den NPD-Seiten hinterher immer eine Dosis Eugen Egner. Zwei verschiedene Arten von Wahnsinn, die neutralisieren sich gegenseitig ganz gut. :-))

  53. Rayson

    Dir, Daniel, scheint die Aufgabe von Medien nicht so recht klar zu sein. Klar kann man sich überall direkt informieren, aber weil man nicht immer die Zeit, das Geld und die Lust dazu hat, gibt es Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen, wo man komprimiert und – natürlich – vorselektiert Informationen angeboten bekommt.

    War jedenfalls bisher sonst so.

  54. DDH

    Nur fürs Protokoll: Die Assoziationskette von ef/JF zu NSDAP/AO kam von Dir, nicht von mir!

  55. Daniel

    Aber dann ist der Voigt eben nicht der Voigt sondern der komprimierte und – natürlich – vorselektierte Voigt und diese Kompression und (das sag ich jetzt aber nicht) ist dann die Sache von JF und damit eine Aussage über diese Zeitschrift. Nichts anderes habe ich ja kritisiert.

  56. Daniel

    @FAB
    Minus und Minus ergibt Plus. Mach ich auch so. ;-))))))))))))))))))

  57. Die Stimme auf dem Off

    Der Vertrieb von Büchern über die SS sagt doch nichts darüber aus, wie man zu deren Verbrechen steht.

    Der Unterschied zwischen einer schlechten Handlung und einer dummen ist die geläufig, oder?

  58. Die Stimme auf dem Off

    Dir, nicht die.

  59. Die Stimme auf dem Off

    Niemand will sie reinwaschen, ganz bestimmt nicht. Nur finde ich es befremdlich, wenn eine Zeitung deren verfassungsmäßigen Rechte durch das Bundesamt für Verfassungsschutz verletzt wurden, wegen des Vertriebs von Büchern kritisiert wird, nur weil die sich um die SS drehten.

    Kaum tauchen die Buchstaben SS auf, geht das Wehklagen auch schon los. Es gibt aber nun eimal Seiten an dieser Organisation, die es wert sind das man sich damit beschäftigt. Man muss ihre Taten nicht gutheißen, aber sollte sich doch damit beschäftigen. Erst wenn man sich damit auseinandergesetzt hat, kann man sich darüber eine Meinung bilden. Eine vermeintliche Glorifizierung der SS durch Büchervertrieb halte ich jedenfalls für ein ziemlich untaugliches Kriterium um daraus auf die Gesinnung der Redaktion oder ihrer ehemaligen Mitglieder zu schließen.

    Der Sinn meines längeren Kommentars lag darin zu zeigen, dass man sich mit der SS auch aus hochanständigen Motiven beschäftigen kann und eine Pauschalisierung unangebracht ist.

  60. Die Stimme auf dem Off

    Wenn ein zwanzigjähriger heute zu einer Haftstrafe verurteilt wird, weil er eine alte Frau zusammengeschlagen und ausgeraubt hat, dann geht das Gejammere los. Der arme Bengel, da muss doch der Erziehungsgedanke grefien, usw. usf.

    Wenn der siebzehn Jahre alt war und kein Internet hatte um sich weiterzubilden (davon gehe ich mal aus), wenn er nur die Schulbücher hatte, die man ihm gab, was kann man dann schon an ethisch einwandfreiem Verhalten von ihm erwarten?

    Legt doch bitte keine ethischen Maßstäbe des Jahres 2008 an Menschen im Jahr 1944 an. Die Realität war damals eine andere und das bezieht sich nicht nur auf den Antisemitismus.

    Glaubt hier etwa jemand 1944 hätte ein Arbeiter die Tochter eines Adeligen heiraten können?

  61. Daniel

    Ja, eine dumme Handlung kann man immer mit – Oh, das habe ich nicht gewußt/erwartet entschuldigen. Bücher über Massen von Mördern zu verkaufen kann man 60 Jahre nach dem Krieg nicht mehr mit “oh, hab ich mir nix bei gedacht” entschuldigen. Sooooooooooooo dumm ist kaum noch jemand und mit Sicherheit niemand, der einen Verlag leitet.

  62. Statler

    Schluß. Wer das Spiel spielen will “Mal sehen, wieviel Nazi-Strategie ich verherrlichen kann, bevor sich jemand aufregt”, der ist hier falsch.

    Dieser Dreck wird hier nicht toleriert, aber irgendwo im Internet findest Du sicher ein braunes Loch, in dem Du Dich mit Gleichgesinnten anerkennend über die militärischen Leistungen der SS austauschen kannst. Hier nicht. Das war’s.

  63. jo@chim

    btw: Ein interessantes Interview in der WELT mit Peter Krause – mit dem erneut deutlich wird, wie deplatziert die “Haltet den Nazi”-Kampagne gegen den Konservativen ist.

  64. A. Schmidt

    Was für ein Unsinn. Peter Glotz hat mit Voigt im TV diskutiert. Ventilierte der dadurch was? Immer diese primitiven Unterstellungen., Die JF ist zwar konservativ, aber nazistisch ist die nicht.

  65. antibuerokratieteam.net » Blog Archive » 5p zur Political Correctness

    [...] Personen oder politischer Gegner dienen sollen, ersetzt, handelt unredlich. Ich schlage vor, derlei nicht als “Political Correctness”, sondern treffender als “Schmutzkampagne” [...]

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.