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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Wir Rückenmarksliberale

Statler, 02.05.2008

Jawohl, doch, zugegeben: Freiheitsliebe ist ein Reflex, der von mir nicht immer — vielleicht sogar eher selten — begründet wird. Und wieso auch? Jeder, der schonmal vom Münchhausen-Trilemma gehört hat, weiß, daß Letztbegründungen schon für wissenschaftliche Aussagen nicht existieren. Wer da noch Letztbegründungen für politische Präferenzen sucht, oder gar vorgibt, über sie zu verfügen, der macht sich lächerlich.

Trotzdem versuchen natürlich die meisten politisch Interessierten, ihre Positionen doch irgendwie zu begründen. Die Wenigsten werden zugeben, daß ihre Positionen einfach das Ergebnis einer mehr oder weniger zufälligen Kette von Diskussionen, Lektüren, prägenden persönlichen Antipathien oder auch Freundschaften sind. Also machen wir uns alle auf die Suche nach guten Begründungen für unsere Positionen, und da fangen wir an, uns zu verzetteln.

Die liberalen Klassiker des letzten Jahrhunderts — Popper, Albert, Berlin, Hayek — haben bei allen Unterschieden eine Gemeinsamkeit: Ihre konsequente Opposition gegen alle politischen Heilslehren, ihre Einsicht, daß von Menschen bevölkerte Gesellschaften immer nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum arbeiten werden. Perfektion sollte man da nicht erwarten, und wer Perfektion verspricht, der ist ein Scharlatan. Aber dahinter steckt natürlich noch etwas mehr, nämlich eine geradezu störrische Utopiefeindlichkeit. Und vor allem: Das Wissen, daß es in jeder Gesellschaft miteinander konkurrierende, unversöhnliche Werte gibt. Man weiß, daß man in einer zivilisierten Gesellschaft lebt, wenn Konflikte zwischen diesen unversöhnlichen Werten in Diskussionen ausgetragen werden, in denen niemand den Anspruch hat, einen Sieg durch die physische oder moralische Vernichtung seiner Konkurrenten herbeizuführen.

Wenn zivilisierte Gesellschaften dadurch gekennzeichnet sind, daß zwischen konkurrierenden Zielen — Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, Offenheit und anderen — ein friedlicher Wettstreit herrscht, dann folgt daraus natürlich auch, daß demokratische Politik immer eine Art von Verhandlung um einen möglichen Ausgleich dieser Ziele ist. Diese Verhandlung hört nie auf, das Ergebnis ändert sich ständig, und wir werden nie die eine, richtige Balance zwischen verschiedenen, eigentlich unversöhnlichen Zielen finden.

Als bekennender Rückenmarksliberaler, also als jemand, dessen Präferenz für die Freiheit zu einem großen Teil aus dem vegetativen politischen Nervensystem kommt, neige ich in solchen Zielkonflikten immer im Zweifelsfall dem Ziel der individuellen Freiheit zu. Das bedeutet auch, daß ich beispielsweise bereit wäre, einiges an ökonomischer Effizienz zu opfern, wenn ich dafür mehr Freiheit bekäme. Genauso verzichte ich gerne auf ein weiteres Sicherheits-Sahnehäubchen, wenn ich dafür Freiheit aufgeben muß. Aber natürlich erkenne ich an, daß es zu solchen Zielkonflikten kommen kann. Die Präferenz für die Freiheit ist dann eben genau das, eine persönliche Präferenz, zu verorten im politischen Rückenmark, das aus irgendeinem Grund meine politischen Reflexe so steuert.

Was so einen Rückenmarksliberalen wie mich nervös macht, das sind, wie schon angedeutet, die Utopisten. Und zwar nicht nur die sozialistischen Utopisten, die Geschichtsdeterministen oder die rechtsextremen Spinner, die uns alle in irgendeiner Variante die Geschichte erzählen, daß sich eine kohärente Gesellschaft, frei von Zielkonflikten und lästigen Debatten, schon herstellen ließe, wenn man ihnen nur mal für siebzig oder tausend Jahre die Macht überließe. Was mich nervös macht, das sind auch die liberalen, oder die libertären Utopisten, die meinen, daß alle anderen Probleme und Zielkonflikte schon irgendwie aufgelöst werden, wenn nur erstmal der Staat verschwunden ist, oder die Staatsquote wenigstens unter zehn Prozent fällt.

Ehrlich gesagt: Wenn man von Hayek, Popper und all den anderen eines lernen kann, dann doch wohl, wie unnütz große Gesellschaftsentwürfe sind. Aber Anarchie und alles, was ihr nahe kommt, ist vom Status Quo ausgehend nunmal ein ziemlich großer Gesellschaftsentwurf.

Außerdem frage ich mich, wie robust der utopische Liberalismus eigentlich sein kann. Nehmen wir ein hypothetisches Beispiel: Nehmen wir mal an, was zugegeben sehr hypothetisch ist, daß Lange und Lerner die socialist calculation debate für sich entschieden hätten. Nehmen wir also an, effizienter Sozialismus, vielleicht sogar ein Sozialismus, der effizienter ist, als die Marktwirtschaft, wäre möglich. Mir wäre es egal, als Rückenmarksliberaler wäre mir die Freiheit der Märkte immer noch lieber, eben weil ich eine starke Präferenz für die Freiheit an sich habe, während mir Effizienz eigentlich eher nicht so wichtig ist. Aber was würde das für die utopischen Liberalen bedeuten, die in ihrer Utopie des Minimalstaates oder der Staatenlosigkeit immer gleich das ganze Paket aus Freiheit, Frieden, Wohlstand, Harmonie und Abwesenheit von Inflation verkaufen müssen?

Die utopischen Liberalen machen sich Gedanken über gesellschaftliche Szenarien, die in jeder politischen Dimension unendlich weit weg sind; daher können wir nur unendlich wenig über sie wissen. Meine Vermutung wäre, daß jeder Versuch ihrer Verwirklichung den Weg aller utopistischen Gesellschaftsexperimente gehen würde — wir wissen, wo und wie sowas endet. Das mag jetzt ein wenig oder auch sehr paradox klingen, aber wenn man seine liberalen Klassiker mit ihrem Skeptizismus ernst nimmt, dann muß eine reine Lehre des Liberalismus darauf bestehen, daß es keine reine Lehre geben kann. Liberalismus muß dann pragmatisch sein, vom Status Quo ausgehen, Utopien scheuen. Wenn man in jeden einzelnen, kleinen Zielkonflikt mit der Maxime “Im Zweifel für die individuelle Freiheit” geht, dann ist das jedenfalls schon ziemlich viel. Dagegen steht auf der utopischen Seite die fehlende Bereitschaft zum politschen Durchwursteln im Hier und Jetzt, zum Schließen von Kompromissen zwischen konkurrierenden gesellschaftlichen Zielen und zum pragmatischen Durchsetzen kleiner Veränderungen. Genau das kommt mir aber vom politischen Ansatz und oft auch vom persönlichen Habitus der Vertreter des utopischen Liberalismus oft eher unliberal vor — selbst wenn sie andauernd von Freiheit reden.



62 Kommentare zu “Wir Rückenmarksliberale”

  1. jo@chim

    Das bedeutet auch, daß ich beispielsweise bereit wäre, einiges an ökonomischer Effizienz zu opfern, wenn ich dafür mehr Freiheit bekäme.

    … guuuut… diesen Eindruck habe ich bei Dir auch fast immer, lieber Statler… *wegduck*

    Im Ernst: Utopismus im Sinne der Bildung von Gesellschaftsentwürfen kann ich bei den meisten Libertären eher nicht erkennen (wenn man mal von dem, was Triple-H in “… the God that Failed” ausbreitet absieht – aber das dürfte ja für jedermann, der noch seine 5 Sinne beieinander hat, unter Dystopie laufen).

    Ich sehe bei einem Teil der “Anakaps” eher simplen Dogmatismus ohne grosse “Visionen”. Wenn die Welt(sicht) nicht passend ist, wird sie eben passend gemacht – aber wie gesagt die Sicht – Wille zur tatsächlichen Veränderung ist da meist nur soviel da, wie zwischen zwei dicke Backen geht. Jeder Hinweis auf die real existierenden Verhältnisse in ihrer Widersprüchlichkeit (aufpassen Alibaba! das war jetzt Dialektik!) ist da natürlich Staazitum und Verrat an der reinen Lee… äh… Lehre.

    Trotzdem: “Liberale Utopisten”… wenns das überhaupt gibt, dann gottlob nur als Randerscheinung. Der Utopismus der nationalen und der internationalen Sozialisten beunruhigt mich jedenfalls weit mehr…

  2. Dirk

    Ich persönlich begrüsse es außerordentlich, dass ihr Rückenmarksliberalen euch als solche bezeichnet. Das minimiert die Verwechslungsgefahr mit den Liberalen, die ohne einen einschränkenden Zusatz auskommen.

  3. Statler

    Sehr wohl, Genosse Politkommissar!

  4. jo@chim

    Wird das wieder BELL-izistisch hier? Mir tun noch die Ohren weh vom letzten Mal…

  5. jo@chim

    So weit ich es überblicke hat sich nur Statler so bezeichnet. Warum er allerdings den Pluralis Majestatis verwendet hat, erschliesst sich mir auch nicht völlig :D

  6. Dirk

    Die Verwendung der Ich-Form erfordert den Mut der Loslösung von dem Geborgenheit bietenden Kollektiv. Bei Adjektivliberalen findet man sie daher selten.

  7. jo@chim

    Die Vermeidung persönlicher Ansprache erleichtert es, die Auseinandersetzung mit konkreten Aussagen durch den kollektiven Vorwurf zu ersetzen… leider findet man derlei viel zu oft.
    ;-)

  8. F.Alfonzo

    @statler:

    “Liberalismus muß dann pragmatisch sein, vom Status Quo ausgehen, Utopien scheuen. Wenn man in jeden einzelnen, kleinen Zielkonflikt mit der Maxime “Im Zweifel für die individuelle Freiheit” geht, dann ist das jedenfalls schon ziemlich viel.”

    Was wäre denn, wenn der Status Quo so weit von jeder liberalen Denkweise entfernt wäre, dass sich eine pragmatische Lösung schon nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen vereinbaren ließe?

    …oder, auf deinen Fall angewendet:
    “Im Zweifel für die individuelle Freiheit”; ist das jetzt noch Pragmatismus oder schon Utopie? Auch ausgehend vom Status Quo…

  9. Dirk

    Dann hättest Du Deine Frage (“Warum”) vielleicht besser an ihn als an mich gerichtet.

  10. Statler

    Die Frage ist doch, was der Fundamentalismus als Alternative zum Pragmatismus bringen soll. Da oben tobt ja schon wieder so ein Kommentarkasper, der sich selbst in Liberalismusfragen für reiner als rein hält, so ein von jeglicher Gesellschaft unbefleckter Superindividualist. Und, was erreicht der politisch damit? Nix.

    Die Alternative zum Pragmatismus ist, sich mit ein paar gleichgesinnten Fundamentalisten zurückzuziehen und von Utopia zu träumen. Politisch nicht sehr hilfreich, aber der eigenen Selbstgerechtigkeit offensichtlich ganz zuträglich. In einer Demokratie wüßte ich schon gar nicht, was die Alternative zu einem pragmatischen Ansatz sein könnte. Wenn ich Leute davon überzeugen muß, der Freiheit den Vorzug zu geben, dann werde ich das doch am ehesten in kleinen Schritten erreichen, oder?

  11. Cologne

    “Man weiß, daß man in einer zivilisierten Gesellschaft lebt, wenn Konflikte zwischen diesen unversöhnlichen Werten in Diskussionen ausgetragen werden, in denen niemand den Anspruch hat, einen Sieg durch die physische oder moralische Vernichtung seiner Konkurrenten herbeizuführen”

    Der klügste Satz, den ich seit langem gehört habe. Chapeua!

    Da kann ich auch getrost folgende Meinung äußern: Die Gladbachfans hatten keinen Grund so in Köln zu randalieren, gut dass der Schiri das bestraft hat ;-)

  12. F.Alfonzo

    M.E. ist der Fundamentalismus der Idealzustand, den jedes Individuum herbeisehnt… diesen aufzugeben ist aber nicht hilfreich.

    Letztendlich ist doch beides nötig: Die Ideologie einer (subjektiv) idealen Gesellschaft und der Pragmatismus, auch schmerzhafte Kompromisse einzugehen.
    Wenn die Utopie fehlt, gibt es auch keinen Konsens, weil der “gegner” dann machen kann, was er will… man hat ja keine großen Ziele, und deshalb auch nichts zu verlieren.

    Allerdings steht die Antwort auf meine Frage immer noch aus:
    Denkst du, dass der Ansatz “Im Zweifel für die individuelle Freiheit” überhaupt noch diskutiert wird, bzw. ob dieser Ansatz noch eine pragmatische Chance hat?

    …ich würde, obwohl ich deine denkweise durchaus nicht für falsch halte sagen, dass “im Zweifel für das Individuum” in Deutschland heutzutage nicht mehr diskutabel ist.

    Der Konsens besteht darin, “im Zweifel für Gerechtigkeit” zu stimmen, wie sie auch immer geartet sein mag.
    Du als Rückenmarksliberaler stößt mit deiner weichen Forderung “im Zweifel für das Individuum” genauso gegen Widerstand, wie ein libertärer Fundamentalist … und dadurch wirst du selbst zum Fundamentalisten, ob es dir nun gefällt oder nicht.

    Wenn ich mal einen Vergleich anstellen darf (abgesehen von dem ökonomischen Hintergrund): Du erinnerst mich an den Herrn Hans-Werner Sinn, der genauso wie du pragmatische Lösungen sucht. Problem: Kein Mensch interessiert sich für seine Meinung, weil die Ansicht eines Volkswirts hierzulande politisch nicht diskutierbar ist.
    Der Sinn kann rechnen, so viel er will; es interessiert niemanden. Der Konsens spielt sich auf politischer Ebene ab, und zwar irgendwo zwischen extrem links und links.
    …ich frag mich, wie du da reinpassen willst.

    Grüße,
    F.A.

  13. Statler

    Also, Fußball und Politik sind ja nun zwei ganz verschiedene Dinge. ;-)

  14. Statler

    “Der Konsens besteht darin, “im Zweifel für Gerechtigkeit” zu stimmen, wie sie auch immer geartet sein mag.”

    Bitte: Im Zweifel für Gleichheit. Nur weil die anderen nicht präzise argumentieren und ständig Gleichheit und Gerechtigkeit durcheinander bringen, müssen wir das nicht übernehmen.

    Also, ich sehe das nicht ganz so pessimistisch, aber es geht mir hier auch nicht um die Rolle als politikberatender Volkswirt oder sowas. Dieser Beitrag hat nichts mit Ökonomie zu tun, sondern es geht mir um Politik allgemein. Und da zeigt sich natürlich, daß die öffentliche Meinung sich auch ändern kann. Langsam, selten, meistens nur in Krisensituationen, aber es passiert manchmal. Und dann werde ich doch nichts erreichen, wenn ich als loony libertarian mit der Rothbard-Bibel rumlaufe.

    Aber auch das ist nur ein Nebenproblem. Der eigentliche Kernpunkt ist doch: Man kann als Liberaler kein Fundamentalist sein. Man sieht es ja auch hier gerade wieder: Der Fundi strebt nach politischer Reinheit, der will keine Kompromisse, der will die Gesellschaft von oben bis unten komplett nach seinem Idealbild gestalten, und wer das als normaler Liberaler nicht will, der gilt gleich als gefährlicher Renegat, der mit den Sozialisten fraternisiert. Also, nein, sowas und Liberalismus, das sind klare Gegensätze.

  15. Antares

    “We must make the building of a free society once more an intellectual adventure, a deed of courage. What we lack is a liberal Utopia, a programme which seems neither a mere defence of things as they are nor a diluted kind of socialism, but a truly liberal radicalism which does not spare the susceptibilities of the mighty…, which is not too severely practical and which does not confine itself to what appears today as politically possible. We need intellectual leaders who are prepared to resist the blandishments of power and influence and who are willing to work for an ideal, however small may be the prospects of its early realization. They must be men who are willing to stick to principles and to fight for their full realization, however remote. … Unless we can make the philosophical foundations of a free society once more a living intellectual issue, and its implementation a task which challenges the ingenuity and imagination of our liveliest minds, the prospects of freedom are indeed dark. But if we can regain that belief in the power of ideas which was the mark of liberalism at its best, the battle is not lost.” (Hayek)

  16. Bodo Wünsch

    Bleibt nur die Frage, wer “die” utopischen Liberalen nun sind… ;-) – doch eine immer wieder erstaunliche Leistung, dass ein so ellenlanger Beitrag ebenso ohne Neuem wie ohne Nennung von Ross und Reitern glaubt auszukommen… Utopie? Die Verunglimpfung von Prinzipien als “Utopie” ist so alt wie die selbstgerechte Überheblichkeit von “Pragmatikern”.

    Zum Thema “Realität”: Für einen – na sagen wir, Birkenwalder – KZ-Häftling 1944 schien nicht nur bürgerliche Freiheit, sondern auch banalste Menschlichkeit “unendlich weit weg”.

    Ideale sind kein Schaden. Ideologien sehr wohl. Beinahe ein bisschen schlimmer imho (denn man weiß nie so genau, woran man ist oder morgen sein wird) ist dieses “sich arrangieren”, dieser “pragmatische Realismus”, den leider zu viele propagieren. Das mag markttheoretisch vielleicht absolut richtig sein, freiheitstheoretisch ist er von fataler Gefährlichkeit.

    “Nun bleibt mal auf dem Teppich” – jau, nur könnte es ja sein, dass es gerade der Teppich ist, der die ganze Einrichtung versaut.

    Insofern – ja, Statler: Für mich etwa sind Eure “politischen” Dimensionen verdammt weit aus dem Blick geraten – zugegeben, das mag für die meisten kritikwürdig sein – aber ich vermag inzwischen recht gute Gründe für die Gültigkeit des Satzes nennen, “Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem”. In meinen Augen kann (und muss!) man das “Arrangement” mit “den” Realismen sog. “Rückenmarksliberaler” oder Parteiliberaler oder Bürgerrechtsliberaler oder Ordoliberaler nur und ausschließlich vom festen Boden von Prinzipien aus kritisieren.

    Für mich übrigens noch der beste Grund, FDP-Mitglied zu sein: Ab und an mal zu ‘ner Parteiveranstaltung gehen und ein bisschen rumstänkern ;-))

  17. Statler

    Hayek, der politische Pamphletist, in seiner “Road to Serfdom”-Phase in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Leider inkonsistent mit Hayek, dem Gesellschaftstheoretiker, der den Großteil seiner Aufmerksamkeit auf das Wissensproblem legt und vor der Anmaßung von Wissen in allen Bereichen warnt.

  18. jo@chim

    Schönes Zitat aus “The Intellectuals and Socialism” – ein Aufruf, 1949, liberale Visionen gegen die sozialistische(n) Utopie(n) zu setzen. Hayek war aber IMHO doch gerade eben kein Utopist im Sinne der Präsentation eines Gesellschaftsentwurfes, an dem sich dann die Realität zurechtzubiegen hat, sondern bei aller intellektuellen Entschiedenheit Realist und politischer Pragmatiker – Evolutionär, nicht “liberaler Revolutionär” (mit klaren Zielperspektiven allerdings, die eher in der Ratio, denn im Rückenmark angesiedelt waren).

  19. Horst Schulte

    Bleibt nur die Frage, wer “die” utopischen Liberalen nun sind…

    Darüber habe ich gerade mehr erfahren. Zum 1. Mai. :-)

    Übrigens: Mein Vater war SPD-Wähler, ich auch. Ein Gendefekt?

  20. Statler

    “Bleibt nur die Frage, wer “die” utopischen Liberalen nun sind… ;-) – doch eine immer wieder erstaunliche Leistung, dass ein so ellenlanger Beitrag ebenso ohne Neuem wie ohne Nennung von Ross und Reitern glaubt auszukommen… Utopie?”

    Och, ich hatte einfach gedacht, die Wahrscheinlichkeit, eine sachliche Diskussion zu bekommen, wäre größer, wenn man einfach mal über das Thema selbst spricht anstatt mit dem Finger auf Personen zu zeigen. Daß dann schon der zweite Kommentator mit dem Finger auf sich selbst zeigt, konnte ich nicht ahnen.

    “Sich arrangieren” trifft es übrigens nicht, finde ich. Ich gehe in jede politische Diskussion mit dem Ziel, für individuelle Freiheit zu argumentieren. Aber das ist der Punkt: Ich lasse mich auf diese Diskussionen auf dem Boden der Realität ein. Die Utopisten machen das ja schon gar nicht mehr, da hört man dann: “Ach, Staat ist eh Scheiße”. Kleine Verbesserungen ausgehend vom Status Quo? Bloß nicht, das wäre ja schon ein Verrat an der reinen Lehre; wieso sollte man sich damit überhaupt beschäftigen?

    Und ich glaube auch nicht, wirklich nicht, daß man unsere Lage heute, in einem demokratischen Land, mit der eines Buchenwald-Häftlings in Beziehung setzen sollte.

  21. alibaba

    @ Jochen,
    “..Wille zur tatsächlichen Veränderung ist da meist nur soviel da, wie zwischen zwei dicke Backen geht..”

    Ist schon schlimm genug wenn es nur für einen “Kurzen Sommer” reicht! Den Willen zur Randale, sozusagen als konkrete Utopie, sprichst du denen aber nicht ab – ne?

  22. Lina

    “Die Verunglimpfung von Prinzipien als “Utopie” ist so alt wie die selbstgerechte Überheblichkeit von ‘Pragmatikern'”

    Ist das so? Ein Prinzip ist ein (anderen übergeordnetes) Gesetz, eine Utopie ist eine Wunschvorstellung; nur sie steht in Gefahr (und Verdacht), den Boden unter den Füssen zu verlieren.

    Und was ist überheblich am Pragmatker? Er hebt nicht ab, sondern sucht Gründe für Theorien und deren Veränderungen auf Zeit und im Leben; ich sehe da theoretisch (!) gar keinen Anlass zu “selbstgerechter Überheblichkeit”, steht er doch vom Prinzip her denkend (!) auf dem Boden der Tatsachen. Wenn er aber in der Praxis Weiterdenken vermeiden und verhindern will (was auch vorkommen soll), würde ich ihn direkt einen Ignoranten und Feigling schimpfen ;-).

    Früher soll die Utopie in der Politik noch “Vision” geheissen haben; damit könnte ich mehr anfangen…

  23. Albert

    Ich kann den gegensatz
    zw.angebl.un-utop. liberalen und utop. weltfremden Groß-Projekt-Freaks(links-rechts) nicht sehen.

    Liberalismus ist an sich ideologisch

    Die Idee der Spaltung von idealistischen PoltiSekten und diesseitig orientierten, empirisch-analytisch-anglo-amer. liberalen ist selbst eine metaphysisch/ideelle Annahme(wobei ich davon ausgehe, wie Statler mit seinem Münchhausen-Trillemma, das es keine Vollständige Begründung von irgendwas gibt)

    Wenn man sich bewusst macht, dass es ANarchos, Anakaps, link/rechts/Bürgerrechts liberal und libertäre Denkweisen gibt, und diese den kollektivistischen(links/rechts) und gouvernemental orientierten differenziert gegenüberstellt, merkt man schnell, dass man es hier nicht mit einander dialektisch aufhebenden Parteien zu tun hat, sondern dass sie nebeneinander stehen.

    Konkret: Die Liberale-Freiheit schluckt nicht dialektisch von einer höheren Ebene aus die von Rechten und linken aufgeworfenen Probleme, sondern dreht sich um genau dieselben, spricht, sieht die Welt durch die selbe Brille, und betont

    Individualität, wie klass. Linke Richtungen vor der Grünen Zeit,

    und Externalismus, wenn es um die Analyse der Problem verursacher geht(das Böse kommt von Aussen, der Staat zB, also genau wie Marxisten, da ist der Staat zwar cool, aber das Böse sind ebenfalls nicht die inneren Werte(wie bei konservativ), sondern das externe System

    Was ich sagen will: der Liberalismus ist genau so eine wichtige Bereiche des Menschen unterdrückende Ideologie wie die anderen Richtungen auch.

    Enwicklungspsychologische Forschungen, ich nehm mir die Freiheit darauf hinzudeuten, zeigen, das unterschiedliche Menschen unterschiedliche Wünsche haben, manche zB nach kollektivität und Autorität(konservativ), manche Individuellen Proletentum(Nazis, Punks, Asis), manche Freiheit zum Persönlichen Erfolg in einem GANZ BESTIMMTEN Ressort, welcher auch nur bestimmten Menschentypen Spass macht(zB Wirtschaften; also: Liberal),manche kollektive Harmonie und Bäumchen Pflanzen/Kommunikationsfähigkeit trainieren(grün)

    Jede dieser Strömungen verabsolutiert ihre Ideale und wird damit Faschistisch, somit auch die Liberal denkenden Menschen(Fachsprache: Formal-Operational/gewissenhaft)multiplizistisch)

    Dagegen hilft keine noch allg. Definition von Freiheit.
    Wenn jmn. sagt, Menschen den Wunsch nach Freiheit abzusprechen sei zynisch, dann kann ich nur GegenFragen: also scheißt du darauf, was diese Menschen im Angesicht ihres egigenen Bewusstseins sagen?
    Und dann bleibt dir nur die Antwort: ja

  24. Sky

    “Mein Vater war SPD-Wähler, ich auch. Ein Gendefekt?”

    Vermutlich ja, so wie das Schwulengen. ;)

  25. che2001

    Man muss kein Liberaler sein, um zentralen Aussagen dieses Beitrags zuzustimmen. Wenn man von Adorno, Bakunin, MalcolmX, Detlef Hartmannund all den anderen eines lernen kann, dann doch wohl, wie unnütz große Gesellschaftsentwürfe sind.;-)

    Will sagen, die antipositivistische Linke teilt diesen Blickwinkel auch. Für sie ist Linkssein eher eine Verhaltensweise, ein Begriff von Solidarität und eine Alltagskultur als eine konkrete Utopie. Ich bin mal bei Dr. Dean auf völliges Unverständnis gestoßen, als ich schrieb, dass die klassischen autonomen (die von 1905) es ablehnten, überhaupt ein konkretes Modell einer künftigen Gesellschaft im Kopf zu haben, weil sie dies für Hybris hielten.

  26. T. Albert

    Mann, Che,

    für diese Deine Namensreihe kriegste doch hier wieder Ärger.

  27. Statler

    Nö, er hat doch Recht, von seiner Seite des politischen Spektrums aus gesehen. Daß es auch auf der ganz linken Seite Strömungen gibt, die keinen Alles-oder-nichts-Dogmatismus vertreten, ist doch nun wirklich nichts, worüber man sich beklagen muß. Im Gegenteil, in dem Moment, wo man es eben pragmatisch angeht, gibt es bei allen sonstigen Differenzen auch Dinge, über die Che und ich uns problemlos einig werden könnten, z.B. über offene Grenzen für Menschen, nicht nur für Güter und Kapital.

    Zu Studienzeiten habe ich da auch andere Erfahrungen mit radikalen Linken gemacht, bei denen es stets unmittelbar um die Systemfrage ging — solange es Kapitalismus noch gibt, hieß es dann, sei alle konkrete Politik Zeitverschwendung, eben Herumdoktern am grundfalschen System. Und gerade diesen Fanatismus finde ich jetzt auf der anderen Seite kurioserweise bei manchen libertären Radikal-Staatsfeinden wieder.

  28. T. Albert

    Jetzt bin ich beruhigt. Ich stimme Dir ja auch in Deinen zentralen Aussagen zu. Eben, dafür muss ich kein Liberaler sein.

  29. stefanolix

    Genau, Dirk: Du als Erzliberaler bist davon natürlich frei ;-)

  30. stefanolix

    Wenn ich von Dir diesen Satz über die unnützen großen Gesellschaftsentwürfe früher gelesen hätte, dann hätten wir uns wohl früher einige Diskussionen erspart …

  31. stefanolix

    Offene Grenzen für Menschen, Güter und Kapital, das betrifft ja nicht nur die Globalisierung. Vielleicht müssten wir zuerst im eigenen Land verhindern, dass noch mehr solche Grenzen entstehen und natürlich solche Grenzen abschaffen. Eingegrenzt werden Menschen in ihrer Entwicklung, Kapital in seinem Nutzen und Güter ja sowieso schon aus Prinzip …

  32. Gomez Davila

    Theorien, in denen eine Idealität gegen die Wirklichkeit ausgespielt wird, sind ja schon uralt, wenn man an den Platonismus und seine Varianten in der Entwicklung des Christentums denkt. Problematisch ist es, wenn diese Theorien eine regelrechte Herabwürdigung der Realität nach sich ziehen zu Gunsten eines nie zu realisierenden Ideals. Da wäre an die Fichtesche Moral- und Rechtsphilosophie erinnert wie an die Romantik und ihre Nachfolgegestalten im 20. Jh. Hegel hat dies die “bloß theoretisch bleibende” “Freiheit der Leere” genannt, eine gegen jede sich “hervortun wollende Organisation” gerichtete “Furie des Verschwindens”. (Rechtsphilosophie, §5) Ich denke, dieser Aspekt ist es, der auch den liberalen Utopismus problematisch macht. Es wird der Staat in toto kritisiert, ohne daß wahrgenommen wird, daß dieser eben gerade auch viele von Liberalen erkämpfte Rechte schützt. Daß es durchaus einen Fortschritt in der Freiheit gibt, wird nicht gesehen, weil der sich ja in den bösen staatlichen Institutionen zeigt – welche dann auch nicht verteidigt, sondern im Sinne eines “alles oder nichts” im Stich gelassen werden. Weswegen ich mich bei Diskussionen, an denen solche Utopisten teilnehmen, immer frage, ob die überhaupt merken, daß sich seit Willy Zwos Tagen nicht doch einiges geändert hat.

  33. Bodo Wünsch

    “Ach, Staat ist eh Scheiße” –

    – habe ich noch nie in diesem Sinne gesagt.

    Ich glaube doch zu vestehen, was Du meinst, Statler. Aber der Aufwand Deines Beitrages erstaunt mich: Es ist nicht so sonderlich wertvoll, mit echten Utopisten oder, häufiger: echten Dogmatikern diskutieren zu wollen.

    Ich glaube, Du triffst Idealisten, wo Du auf Dogmatiker schießen wolltest.

    Was ich allerdings auch bedauere, sind diese uralten Liberalismus-internen Grabenkämpfe um die reine Lehre. Der “Feind”, der übermächtige, sitzt doch woanders.

    Zum Buchenwald-Häftling: Für mich kernigste und auch überaus präsente Mahnung für noch jedes “demokratische” Land, bestimmte Ideale nicht durch Pragmatismen ersticken zu lassen. Sorry dafür?

  34. Karsten

    …schrieb der Autor des Blogs “Erzliberal”. Ah ja. :)

  35. Karsten

    Dass Eure Fahne geklaut und triumphierend gezeigt wurde, fand ich cool. Sie direkt zu zerreißen, das war sehr uncool. :(

  36. drchaos

    Und gerade diesen Fanatismus finde ich jetzt auf der anderen Seite kurioserweise bei manchen libertären Radikal-Staatsfeinden wieder.

    Ich nehme an, ich darf mich als “libertärer Staatsfeind” da mal angesprochen fühlen :-)

    Gerade darum glaube ich aber, dass deine Diagnose einfach ein wenig daneben liegt. Ich kenne keinen Libertären, der sich einem echten Kompromiß verweigern würde, nur weil der nicht die unmittelbare Abschaffung des Staates zur Folge hat. Libertäre kritisieren nur faule Kompromisse, gekennzeichnet dadurch, dass eine (vermeintliche oder tatsächliche) Liberalisierung mit einer Verminderung der Freiheit an einer anderen Stelle verknüpft wird. Und ich behaupte sogar, dass man, auch (wenn nicht sogar gerade dann) wenn man “nur” liberal sein will, damit ein Problem haben sollte, denn ausser in den (extrem raren) Fällen, in denen die Liberalisierung und die gleichzeitige Freiheitsverminderung exakt die gleichen Leute in exakt demselben Umfang trifft, ist das schlichtweg unfair gegenüber denjenigen, die im Status Quo besser gestellt waren.

    Ein schönes Beispiel sind die baden-württembergischen Blumenhändler. Die dürfen nämlich, nach der Liberalisierung des Ladenschlusses, jetzt unter der Woche rund um die Uhr Blumen verkaufen (was ihnen nicht viel bringt, weil niemand nachts um halb drei Blumen kauft), dafür aber nicht mehr an Feiertagen – wodurch ihnen am nächsten Sonntag einer der umsatzstärksten Tage im Blumenhandel überhaupt vorenthalten bleibt (der Muttertag). Dass dieses Paradebeispiel eines faulen Kompromisses Tankstellen und Blumenhändler in Nachbarländern unfair bevorzugt, wird wohl (hoffentlich) niemand bestreiten. Und dass bei der betroffenen Klientel gerade die FDP (die diesen Unfug mitzuverantworten hat, auch wenn man’s jetzt mal wieder nicht gewesen sein will) massiv an Glaubwürdigkeit verloren hat, liegt auch auf der Hand.

  37. Rayson

    Zu dem Beitrag fällt mir nur eins ein: Ja, genau.

    Das gilt für die eigene Motivation und Positionierung (ich hatte selbst mal bei uns geschrieben, dass mein Liberalismus ein politischer ist und ich deshallb auch für Märkte wäre, wenn diese ineffizienter abschnitten, was mir gleich einen Tadel von SteffenH eingetragen hat ;-)) wie für das Erleben des Gegenüber.

    Diese gedankliche Notiz habe ich mir inzwischen gemacht: Teste, ob dein Gegenüber Zielkonflikte erkennen kann. Wenn ja, wird es wahrscheinlich eine lohnende Diskussion. Wenn nein, empfiehlt es sich, alternative Verwendungen der eigenen Zeit neu zu bewerten.

  38. steffen4iuf

    @rayson & statler:

    Kann mir mal jemand den Zielkonflikt zwischen Effizienz und Freiheit erklären. Es ist in einigen Fällen durchaus möglich, dass etwas weniger Freiheit effizient ist, weshalb Anarchie im Sinne von Gesellschaftschaos ohne Regeln höchst ineffizient ist, weil alle Welt Ressourcen für diverse Spielarten von Fahrradschlössern einsetzt. Welche Instanz auf welcher Entscheidungsebene für eine effiziente Freiheit sorgt, dürfte abhängig von den Transaktionskosten der jeweiligen Institutionen und der Skaleneffekte bei der Leistungserstellung von Rechtsinstitutionen sein.

    Rayson: Unser Disput leitet sich daher, dass du m.E. einen etwas verkürzten Effizienzhorizont in Sachen Netzwerkökonomie hast, der zwar gewisse Ineffizienzen der Marktkonzentration in Folge von Netzwerkexternalitäten berücksichtigt, jedoch andere ökonomische Effekte vertikaler Integration und vor allem die Public Choice-Ebene der Regulierungsdebatte sträflich vernachlässigt. In diesem Zusammenhang sind z.B. die Ausführungen zum Antitrust in Chapter 16 in David D. Friedmans Buch Laws Order recht erhellend (http://www.daviddfriedman.com/Laws_Order_draft/laws_order_ch_16.htm).

  39. Cologne

    Sehr viel cooler war allerdings noch WIE die Fahne geklaut wurde und was sonst noch so erbeutet wurde. Sehr viel uncooler sind jedoh die Morddrohungen gegen Hennes VII., obwohl der eine oder andere FC-Fan durchaus nix gegen ein neues Maskotchen hätte ;-)

  40. Karsten

    Ich kenne die Geschichte leider nur gerüchteweise, mit oft widersprüchlichen Angaben. Kannst Du da mehr erzählen oder was verlinken?

    Und dem armen Hennes wird schon keiner was antun. Hoffe ich. Ich mag den Bock. :)

  41. Wir Rückenmarksliberalen auf Ordnungspolitischer Blog

    […] gerne auf einen sehr persönlichen udn doch sehr gehalötvollen Artikel beim Antibürokratieteam (Link). Möge ein jeder beim Entwerfen von liberalen Utopien vorsichtig sein. Kategorien: […]

  42. Lemmy Caution

    Mainz 05 kund K’lautern hauen den FC weg und dann war das die Saison, in der ein paar der Fans die Fahne eines Champions League Teilnehmers 2009/10 geklaut haben.
    Die Niveaus von Ansprüchen können halt sehr unterschiedlich sein :-)

  43. Michel

    Also als AnKap möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben. Mir geht es in erster Line nicht um einen Konkreten Gesellschaftsentwurf, sondern um die Frage was Recht ist. Die gefährlichste Waffe gegen die Freiheit ist doch das schlechte Gewissen (Nitsche hätte an den Linken von heute seine wahre Freude). Weichspühlliberale sind doch zumindest fähig zu erkennen, dass staatliche Eingriffe den Betroffenen nicht zum Guten gereichen. Zu erkennen dass diese Eingriffe auch Unrecht sind, ist der Schritt der uns trennt. Diese Einsicht hilft einen zwar nicht weiter sein Utopia zu begründen, aber es hilft das eigene Leben zu verbessern, indem man diese Eingriffe aushebelt wo möglich. Unterm Strich kommt so vermutlich mehr bei rum, als der 100. Entwurf der FDP zur Steuerreform, die dann doch nicht kommt.
    Das von Libertären je eine terroristische oder totalitäre Bedrohung wird, halte ich angesichts ihres klaren Rechtsverständnis für nahezu ausgeschossen.

  44. che2001

    Stimmt hätten wir, und wenn ich nach Dresden komme, vertiefen wir das im Biergarten. Wetter ist so schön…

  45. che2001

    Statler, ich werde jetzt mal ganz böse polemisch: Hat das ganz abseits des eigenen politischen Standpunkts (wobei dessen festigkeit eben nichts mit intoleranz zu tun hat, wer sich seiner Auffassung sicher ist, kann es ertragen, wenn andere sie infragestellen oder ganz ablehnen) nicht auch damit zu tun, ob man zu den Reflektierten oder den durchgeknallten gehört? :-)

  46. Freiheitsfabrik » Archive » Rückfalltäter

    […] Ordnungsblog verlinkt auf einen Text vom antiBteam mit den reizvollen Worten: “… einen sehr persönlichen und doch sehr gehaltvollen […]

  47. stefanolix

    Wenn’s nicht zu kurzfristig geplant ist — warum nicht?

  48. matthias

    Wer sagt denn, dass es im ankap. keine widersprüche mehr gibt?
    Als ankap geht man nur davon aus, dass der markt ein besseres instrument zur kompromissfindung ist als die politik.
    Davon abgesehen ist der ankap auch nicht grundsätzlich liberaler als ein liberaler verfassungsstaat wir geben ihm aufgrund seiner stabilität den vorzug, da einem jeden staat ein expansionsdrang inne wohnt in das privat-/wirtschaftsleben seiner bürger hinein.

  49. DDH

    Popperianisches Gesülze. Flachwurzler!

  50. jo@chim

    wir geben ihm aufgrund seiner stabilität den vorzug

    Das mit der “Stabilität” des Anarchismus würde ich nun doch einmal gerne empirisch belegt haben, lieber matthias…
    ;-)

  51. Michel

    Wir doch auch. Allerdings arbeiten wir daran.

  52. jo@chim

    Woran? Schon an der Belegerstellung oder noch an der Festlegung der Auswertungsperspektive?

  53. jo@chim

    Popp mit wem du willst aber sülz hier nicht so flach rum, du Wurzel… war jetzt nur so ein wortspielerischer spontaner Einfall zu Deinem Kommentar, lieber Dominik, das macht wohl die Atmosphäre hier in DD-Neustadt. Aber doch irgendwie treffend, meinste nicht auch?

  54. matthias

    “Das mit der “Stabilität” des Anarchismus würde ich nun doch einmal gerne empirisch belegt haben, lieber matthias…”
    ja, also ich für meinen Teil habe auch noch nie in einer anarchie gelebt, mit empirie kann ich dir also nicht dienen, was die stabilität anbetrifft so ist die anarchie aus o.g. Grund die einzig stabile form einer freiheitlichen ordnung, da staat immer zu mehr staat führt, dafür sollte zum beispiel die entwicklung der usa seit staatsgründung als empirischer beweis dienen.

  55. Lina

    Wenn Du so weitermachst, , wirst Du noch Deutscher Meister im wortspielerischen Assoziationsdenken!

    (Wo liegt eigentlich DD-Neustadt ;-)? Ach, nur spontan-rhetorisch gefragt…)

  56. DDH

    Dat is nix gegen die Atmosphäre in Köln bei DSDS!!! :)

  57. jo@chim

    In Drääsdn (spontan & direkt geantwortet…).

  58. Karsten

    *kicher*

    Gladbach, da bin ich ehrlich, wird in der Bundesliga besser aussehen als der FC. Sicherlich. Ihr wart so überragend, ihr habt die Chance, nicht wieder abzusteigen.

    Champions League? Und da werfe ich meinen Mitfans vor, unrealistische Träume zu haben. Pah.

  59. Karsten

    Und auch, wenn ich in letzter Zeit ein sehr fauler Blogger bin:

    “Teste, ob dein Gegenüber Zielkonflikte erkennen kann”

    Na, das ist ja nun eine sehr allgemeine Wahrheit. Denn das definiert nicht für den Liberalen, sondern für den Vernünftigen den Sinn einer Diskussion über Politik und… öh… alles sonst. Zielkonflikte gibt es überall. Immer. Ich will ins Bett, und noch was schreiben. Das ist doch schon ein Zielkonflikt, oder?

    Ich schreibe zuhause bald auch wieder was, versprochen. ;)

  60. stefanolix

    Richtig. Spontan und direkt ;-)

  61. Tweets that mention antibuerokratieteam.net » Wir Rückenmarksliberale, Wir Rückenmarksliberale - achim hecht, antibuerokratieteam, liberal, libertär, kapitalismus, neoliberal, bürgerrechte, freiheit, bamberg, bischberg, oberfranken, fdp, oliver marc

    […] This post was mentioned on Twitter by Advocatus
    Diaboli. Advocatus Diaboli said: RT @korbinian: zustimmung: Wir
    Rückenmarksliberale http://bit.ly/6zy4l5 #liberalismus #piraten
    […]

  62. B.L.O.G. – Bissige Liberale ohne Gnade » Liberalismus, politisch übersetzt

    […] Als "Rückenmarksliberaler" (vielleicht sollte man zukünftig wirklich diesen Statlerschen Begriff statt umständlicher Formeln wie "klassischer Liberalismus" verwenden) ist die zu […]

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