Wer ist John Galt?
jo@chim, 08.06.2008
Bevor hier noch die ersten Fragen nach John auftauchen ist dagny t. zum Autorenteam gestossen, um ein wenig frischen Wind in die Bude zu bringen.
Dagny heisst zwar nicht wirklich Taggart und lebt auch nicht in Galt’s Gulch, sondern in Schottland, wird aber ab sofort unter der Team-Blog-Label “dagny’s tags” kurze Kommentare und Hinweise zum täglichen Wahnsinn, über die Merkwürdigkeiten und Inkonsequenzen der liberalen und nicht-liberalen Welt – Tags eben – schreiben.
antibuerokratieteam.net





War es nicht auch “Dagny”, die den Beitrag mit dem Titel “Der Markt ist nicht für die Menschen da” geschrieben hat? Ihm habe ich zu verdanken, dass ich mir die verrücktesten Fragen gestellt und keine schlüssigen Antworten darauf gefunden habe. Doch, da musste ich mich erstmals wie die “echte” Dagny fragen: “Who is John Galt?” Bekanntlich umsonst, bis heute.
Wie passend. Ich lese gerade “Atlas Shrugged”……freue mich schon auf die Artikel.
@Jo@achim: Aber es ist sicher, dass “Dagny” Dagny heißt und eine Frau ist? Dagny Taggart ist in Ayn Rands Roman ganz zweifellos eine Fau und für die geplante Verfilmung des Romans soll die Rolle möglicherweise mit Angelina Jolie besetzt werden. @Paul: Ganz tolle Idee!
Herzlich willkommmen.
@WS
Geschlecht dem A’team bekannt :-)
PS: Wie lange ist denn die Verfilmung schon “geplant”? “Möglicherweise” mit AJ in der Hauptrolle? (Vielleicht dauert es deswegen so lange, weil eine “mögliche” Regisseurin Leni R. mitten in der “Planungsphase” von “uns” gegangen ist?)
[ja, das war veilleicht grade recht sarkastisch - aber wenn der Film - rein literarisch betrachtet. versteht sich - die Qualität des Romans hat, wird er wohl keinen Oscar bekommen... ;->]
Aber wir wissen ja: Nichts ist unmöglich, in Amerika.
Bodo, Du altes Lästermaul!
Nun, für die Verzögerungen bei der Verfilmung können die Objektivisten relativ wenig, und nach den letzten Berichten scheint es wirklich im Herbst mit den Dreharbeiten loszugehen. Und was die Qualität des Filmes angeht, so bin ich natürlich wirklich gespannt, wie man diesen im wahrsten Sinne des Wortes “riesigen” Roman in einen Film -oder eventuell zwei Filme- zwängen will. Und Regie führen soll Vadim Perelman…
Drehbeginn im Herbst? War nicht mal die Rede, den Film 2007 in die Kinos zu bringen? Und Angelie und Brad in den Hauptrollen? Und das ganze in drei Teilen? Teil 1 bis zur Eroeffnung der John-Galt-Linie?
Wenn der Film denn nun wirklich 2009 in die Kinos kommt, können wir wirklich heilfroh sein. Von drei Teilen würde ich nicht ausgehen. Entweder ein Film oder möglicherweise zwei. Brad Pitt scheint Interesse an einem Remake von “The Fountainhead” zu haben. Aber auch dieses Gerücht kursiert schon längere Zeit.
Was soll denn das Bild mit dem Namen
TitanHobbit_org.jpg
aussagen?
Dass ein Hobbit auf dem Kopf eines Titanen sitzt.
Also keine Metaphorik?
Auf den Schultern von Riesen …
HTH, Stefan ;-)
.
Yo, danke, kannte ich noch nicht, LG Sky
ja … wobei der Hobbit ja selbst ein Titan ist – nicht von der Zeichnung, aber von der Wirkung…
(tatsächlich soll das Bild, ich habe es von mises.org, den Heroenkult, den Ayn Rand in ihren Büchern ausbreitet, ironisch kommentieren)
Den Artikel zum Bild gibts hier: http://mises.org/story/2617
Interessanter Vergleicgh zwischen Rand/Atlas Shrugged und Tolkien/Herr der Ringe (obwohl ich keinen Artikel der Hans-Hermann Hoppe als Vorbild für eine freie Gesellschaft nennt 100% ernst nehmen kann)
Danke! Bezüglich Triple-H: Full ACK :-)
Achje, Ayn Rand, Tolkien und HHH in einem Zusammenhang…
Bei Tolkien würde mich der Aspekt der Destiny stören – Bilbo Beutlin von Gandalf ausgewählt (s)ein Schicksal zu tragen, ohne diesem Entkommen zu können. Andererseits die immer korrumpierende Macht des Einen Ringes….
Das Bild vom Zwerg auf den Schultern eines Giganten hat ebenfalls etwas abivalentes: “Die Zwerge profitieren von den Pionierleistungen der Vergangenheit. Indem sie dem vorgefundenen Wissensschatz ihren eigenen bescheidenen Beitrag hinzufügen, kommt Fortschritt zustande. Nur auf diese Art können die Zwerge die Riesen überragen.”
Selbiges wird die nächste Generation über uns sagen.
Ja, interessanter Vergleich!
Frage noch zur “freien Gesellschaft”: Ist mein Sohn etwa deshalb sich verweigerndes, renitentes Nicht-Mitglied der Gesellschaft geworden, weil ich ihm schon ab 4 Jahren den “Herrn der Ringe” (natürlich erst mal den “kleinen Hobbit”…) vorgelesen habe?
Ist er jetzt, erwachsen geworden, reif für Ayn Rand? Ich glaube nicht und nie… Ich habe auch eine Ahnung, warum nicht: weil in Konstruktionen nicht zu leben ist ;-)…
> Ich habe auch eine Ahnung, warum nicht:
> weil in Konstruktionen nicht zu leben ist
Ja, klar, und “Der Kleine Hobbit” ist ein Tatsachenbericht.
Ich erzähl’ Dir mal ein Geheimnis, aber es muß unter uns bleiben: Romane, und nicht nur die von Ayn Rand, sind immer konstruiert.
Ich ahne, worauf Du hinaus willst: dass ich die “Konstruktionen” näher definiere; dabei hatte ich so sehr auf die gewohnt grosszügige Auslegung gehofft…
Nein, ich hätte *leben* herausheben und gleich mit Adorno sagen sollen, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt.
P.S.: “…und “Der Kleine Hobbit” ist ein Tatsachenbericht.” –
Ganz nter uns: bei ihm kam er tatsächlich so an ;-)…
Ich verstehe den Zusammenhang Deiner Aussagen nicht. Einerseits kritisierst Du hinsichtlich Ayn Rands Romanen, daß in Konstruktionen nicht zu leben sei und dann berichtest Du, offensichtlich positiv davon angetan, daß bei Deinem Sohn “Der kleine Hobbit” als Tatsachenbericht ankam.
Daß Kinder Geschichten für bare Münze nehmen ist normal, aber Deine Aussage ist ziemlich widersprüchlich.
Zumal ich von den Lesern der Ayn-Rand-Romane vor allem eins als feedback bekomme: Genau dieser Art von Personen, insbesondere in der Kategorie “fiese Abzocker und Schleimer”, würde man immer wieder begegnen.
Soooo weit können die Schilderungen der Personen in ihren Romanen nicht von den tatsächlichen Begebenheiten entfernt sein.
Das macht die Geschite und die Personen nicht weniger konstruiert. Aber das zeigt, wie nah an der Realität sie dargestellt sind.
Der Verweis auf das Adorno-Zitat vom richtigen Leben im Falschen paßt nicht, weil Adorno nicht auf die fiktionale Literatur, sondern auf die Selbsttäuschung in der seiner Ansicht nach verwerflichen Konsumwelt angespielt hat.
Selbst wenn Du das Wort Leben hervorgehoben hättest, wäre Deine Aussage nicht sinnvoller geworden.
Es gibt keine Aussage von Ayn Rand, in der sie verlangt, der Leser solle ihre Roman _leben_. Im Gegenteil: sie hat immer auf den fiktionalen Charakter ihrer Geschichten hingewiesen. Ihr sonstigen Ansichten hat sie in Sachbüchern verfaßt. Etwas schräg manchmal, aber nobody’s perfect!
Ich bin kein Fachmann für Ayn Rand und ihre Romane bieten, je nachdem wie literarisch vorgebildet man ist, eine Menge Ansatzpunkte für Kritik.
Um diese üben zu können, sollte man ihre Romane jedoch a. wenigstens gelesen und b. nach den gleichen Standards bewerten, nach denen man auch andere Werke bewertet.
Wenn Leser Romane für die Realität halten, dann ist das nicht der Fehler des Romans oder des Autors, sondern ist eher auf ein Abstraktionsproblem beim Leser zurückzuführen.
So, das war jetzt etwas länger, aber ich hoffe mal, daß Du verstehst, warum ich mich hier mal kurz eingeklinkt habe.
Das war’s jetzt aber auch. Ich muß jetzt zurück in Galt’s Gulch meinen Generator reparieren.
Merke: ich will nicht streiten! Aber den Adorno kannst von (linker) Konsumkritik aus in jedes Lager stellen, er passt immer, weil er in sich stimmt.
Viel Erfolg bei der Reparatur ;-)!
In “Konstruktionen” wohl nicht, denn die sind ja fiktiv, aber ansonsten lebt der Mensch in seinen Vorstellungen vor sich hin, eine Gesamterfassung ist ihm unmöglich und er reduziert auf das ihm Wichtige. Die Erkenntnistheorie geift hier.
Was heisst denn “(ein) sich verweigerndes, renitentes Nicht-Mitglied der Gesellschaft”? (Auch bspw. ein Punk ist Gesellschaftsteilnehmer und hat auch ethisch recht klare Vorstellungen, Werte eben, LOL. Und das sich verweigern deutet ebenfalls eher auf eine Gesellschaftsteilnahme hin. ;)
“Was heisst denn ‘(ein) sich verweigerndes, renitentes Nicht-Mitglied der Gesellschaft’?
Das ist ganz einfach zu erklären: ich habe die Klammer um das (Nicht-) vergessen. Mit ihr ist er nun beides, Mitglied und Nicht-Mitglied.
(Oft ist es wirklich nur die Rechtschreibung :).
Du meinst ein Loser?
Nein. Nur einen Untauglichen für das, was ihm *gegen seinen Willen* gesellschaftlich abverlangt werden will; vielleicht sogar einen gebürtigen Liberalen ;-)?
(Indiskrete Frage eigentlich, aber bitte…)
P.S.: Was wäre übrigens einem solchen “Defizit” demgegenüber ein – Winner?
Ich stelle nie indiskrete Fragen, LOL.
Bei Erziehungsfragen bin ich natürlich auch kompetent, aber ich denke mal, dass der Sohnemann bei einer solch kompetent-netten Mutter sicherlich auch halbwegs brauchbar aufgestellt sein dürfte, also ausdrücklich kein Bedarf besteht.
“Loser” ist gut, gell? Ein echter Stimmungskiller dieses Fachwort, bspw. wenn linke Glucken soziale Themen bearbeiten. (Nein, Du bist hier selbstverständlich nicht gemeint, ich diskutiere aber gerne auch mal mit Linken und zeige dann irgendwann nach längerem Verständnisheuchekln mein wahres Gesicht. ;)
Eines muss man Dir lassen: Du hältst aber auch mit gar nichts hinter dem Berg, gell ;-)?