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McJob oder Dr. McJob

10.06.2008 17:34 - dagny's tags by dagny t.

Die Bezeichnung McJob steht fuer einen schlecht bezahlten Job ohne Aufstiegschancen und ohne hohes Prestige. “Hier essen oder mitnehmen”, Aufstiegschancen ausgeschlossen und der Markt nicht in der Lage Abhilfe zu schaffen, so duerfte ein gaengiges Klischee ueber McDonalds lauten.

Doch McDonalds scheint mit der schlechten Publicity des McJobs nicht mehr zufrieden zu sein. N-tv.de berichtet nun ueber Plaene des Konzerns seinen Mitarbeitern ein (fuer diese kostenloses) Studium angedeihen zu lassen.

Das oekonomische Interesse an qualifiziertem Personal scheint nicht nur bei McKinsey vorhanden zu sein. Vielleicht geht die Ausbeutung der McDonalds-Mitarbeiter in ein paar Jahren ja soweit, dass der Mitarbeiter des Monats in Talar und Doktorhut den Kunden anlaechelt?

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31 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Lina, 10.06.2008 18:38

Frohe Botschaft, danke! - “McDonald’s will weg vom Billig-Image”, heisst es im ntv-Text. Wow. Sollte “Billig” unter ökonomisch straff gestylten Unternehmen doch kein vorzeigbares Wertekriterium mehr sein - wollen? Mehr Wert, mehr Wertschöpfung? Das wäre Wasser auf meine Mühlen.

Billig war es allemal, an der Theke vor stereotyp gedrillten Verkaufsmaschinen zu stehen. Find’ ich gut, sie in Zukunft besser qualifizieren, bzw. akademisch aufwerten zu wollen - so als PR-Gag ;-)? (Sorry, da unterstelle ich schon wieder was…)

jo@chim, 10.06.2008 18:51

“Stereotyp gedrillten Verkaufsmaschinen”… ist das nicht etwas unverschämt gegenüber den immer freundlichen Menschen, die dort ihren Job tun?

Lina, 10.06.2008 19:50

Ich sag’ ja nicht, dass die Leute unfreundlich wären, aber McDonalds hätte in so mancher seiner Münchener Filialen ersatzweise auch auf “freundlich” programmierte Automaten aufstellen können - wenn es sie schon gäbe ;-).

Dass es sie aber nicht geben wird, sondern im Gegenteil ein “Add-on including a sophisticated human touch” im Kommen sein könnte, finde ich geradezu atemberaubend innovativ, macht mich regelrecht high ;-)…

Immerhin ist McDonalds ein Marktführer.

Marius, 11.06.2008 13:18

Lieber einen gedrillt Freundlichen als jemandem, der mir seine Abneigung offen mitteilt. Jedenfalls bei McD oder sonstwo im Servicesektor.

 
 
Sky, 10.06.2008 21:32

Unfreundlichkeit habe ich bei Mc in D auch noch nicht festgestellt. Die scheinen mir sogar recht kompetent (wenn sie erst einmal alles verstanden haben ;). Aber gut, ich bin seit längerem auf Diät und fresse meist nur Pommes und gelegentlich mal eine Eiskrem (so schreibt man das glaube ich, LOL).

Lina, 10.06.2008 22:07

Sorry, Sky! Der Running Gag mit der Rechtschreibung ist zum Stillstand gekommen! Ich könnte natürlich zur Ernährungsberatung übergehen, auch zu geeigneten Vorschlägen kommen, Eiskrem zu geniessen… aber…

…ich plädiere statt dessen dafür, der Autorin/dem Autor des Beitrags nicht mit eigenen Essgewohnheiten in die Suppe zu spucken, ja ;-)?

Sky, 10.06.2008 22:27

Ich zahle doch mit meinem Gemampfe die ins Auge gefasste “Mc Weiterbildung”, da werde ich doch wohl noch das eine oder andere Wort mitreden dürfen. :)

Also, die Mc-Pommes sind ziemlich gut, das Eis kann ich auch empfehlen, die Burger, naja, gibt bessere, mampf ich sowieso selten. Die sollten mal an ihren Burgern arbeiten, so ganz wissenschaftlich, mit den hoffentlich bald bereitstehenden “Mc Ausbildung”-Leuten (BA oder so, LOL), da gibts noch ne ganze Menge zu verbessern!

 
 
 
 
 
apex, 10.06.2008 19:33

Naja, die Literaturwissenschaftler haben den Doktor in der Regel, bevor sie bei McDonald’s anfangen …

apex

 
Christoph, 10.06.2008 20:02

Was ich viel interessanter finde ist, dass ein Ausbildungsberuf nämlich der zum Systemgastronom durch ein Bacherlorstudium an einer BA ersetzt wird. bzw. ergänzt wird. Burgerking hält am Ausbildungsberuf zum Systemgastronom fest.

jo@chim, 10.06.2008 20:45

So gesehen eine weitere Entwertung der klassischen (Ausbildungs-)Berufsabschlüsse?

 
stefanolix, 11.06.2008 13:29 Subscribed to comments via email

Wirklich ersetzt? Es ist theoretisch möglich, beides zu kombinieren.

 
 
Sky, 10.06.2008 20:23

Mir würde es schon reichen, wenn mich das Personal richtig versteht. Mangelnde Deutschkenntnisse sind bei den Mc-Jobbern ja anscheinend stark verbreitet.
In anderen Ländern wird man übrigens oft von Einheimischen bedient, angehenden Akademikern, die nebenbei jobben oder auch Vollzeitkräften, die oft einen guten Eindruck machen.
Dort würde m.E. interne akademisch geprägte Fortbildung Sinn machen, in D müsste man eher an die Basics, LOL.

 
FG, 11.06.2008 07:41

Ich möchte mal einfach völlig unsachlich in den Raum werfen, dass ich den Stil vom “Neuen” mag. Eine schöne Bereicherung.

Lina, 11.06.2008 08:21

(Sachlich hizugefügt: Ich auch. Bedarf gar keiner “Rehab”, oder :-D?)

 
 
Lina, 11.06.2008 08:41

(Aber meinten wir auch denselben/dieselbe? Ich mag beide ;-D - sicherheitshalber hinzugefügt.)

 
F.Alfonzo, 11.06.2008 11:59

Ich frage mich gerade warum jemand, der das Studium dann beendet hat, noch bei McDonalds bleiben wollte.

Zugegeben, ich bin nicht gerade ein Gastronomie-Experte, vermute aber dass das Problem nicht das mangelnde Angebot an Fachkräften, sondern eher mangelndes Interesse der Fachkräfte an so einem Job ist.

Lina, 11.06.2008 13:28

Die Gastronomie als zukunftsträchtige Perspektive? - Wer isst denn in zehn Jahren noch zu Hause ;-)?

“…eher mangelndes Interesse der Fachkräfte an so einem Job”.

Weswegen sie aufwertungshalber ein McStudium dranhängen. Wer weiss, wie die Burger bis dahin aussehen und wie sie serviert werden? Inkl. Warnhinweis zum CO2-Ausstoss etwa und nach Verzehr angebotener psychologischer Betreuung zum Abbau von Schuldgefühlen? Weil’s der Gesetzgeber bis dahin so will?

Ein Marktführer rechnet mit allem, sorgt umfassend vor ;-).

 
stefanolix, 11.06.2008 13:28 Subscribed to comments via email

Warum nicht? Nach einem BA-Studium ist man Nachwuchs-Führungskraft und steht weder am Tresen noch an der Fritteuse (Disclaimer: ich weiß nicht und will nicht wissen, auf welche Weise die anderen Produkte entstehen, aber auch dafür wird McDonalds mit Sicherheit keine BA-Absolventen einsetzen).

Nach dem Studium teilt man Leute ein, die Burger verkaufen oder Pommes frittieren sollen …

Außerdem gibt es in der Personalentwicklung eines so großen Unternehmens typischerweise Verträge, die die Absolventen für eine bestimmte Zeit an das Unternehmen binden.

Sky, 12.06.2008 02:12

Ich habe mit dieser BA-Geschichte in BW die Erfahrung gemacht, dass das wohl irgendwie ein Herzensanliegen ist (von wem habe ich nicht erfahren), aber dass die Leute, die da kommen, nunja, zumindest in manchen Bereichen kaum zu gebrauchen sind.
Für den Verkauf mag das nicht gelten. :)

F.Alfonzo, 12.06.2008 04:22

Ja, die Frage ist doch eben auch, wo so ein frischgebackener Akademiker eingesetzt wird.

Wohl nicht zum Frittieren und Putzen, sicher aber auch nicht im strategischen Management des Konzerns.

…bleibt noch die Position des “Fillialleiters”, oder wie man das dort nennt (Discounter stellen ja z.B. gerne junge Absolventen als Fillialleiter ein)… aber: Nachdem die Restaurants m.W. von Franchisenehmern eröffnet werden, die wohl in der Mehrzahl sowieso Akademiker sind oder andere Akademiker nach ihrer Wahl als Manager einstellen, wo bleibt dann noch Platz für die McUni-Absolventen?

…vielleicht durchschaue ich aber auch das Geschäftsmodell nicht richtig, keine Ahnung…

Lina, 12.06.2008 09:27

Deine Überlegungen machen mich nachdenklich und bringen mich zurück zur Überlegung - dass das Ganze vielleicht doch nur ein PR-Gag sein könnte. Schade drum ;-).

(Dass die Filialen im Franchise-Verfahren geführt werden, ist mir neu und gäbe zusätzlichen Anlass, McDonalds Pläne im oben genannten Licht zu berachten.)

dagny, 12.06.2008 10:57

Was heisst schon ‘PR-Gag’ in diesem Zusammenhang?

McDonalds will weg vom billig-Image und dieses ist reine PR. Wenn die unternehmensinternen Aufstiegs- und Weiterbildungschanchen verbessert werden, kommt dies den Arbeitnehmern dort zugute.

Beide Seiten profitieren offenbar von diesem Geschaeft, oder nicht? Oder ist ein BA-Studium verwerflich, wenn es von jemandem finanziert wird, der nicht das humboldsche Bildungsideal vor Augen hat, sondern das Unternehmensimage?

Lina, 12.06.2008 12:58

Unbestritten: bessere Qualifizierung kann nie und nirgends verkehrt sein, sondern nur von Vorteil. Sie ist auch dann gut, wenn sie auf eine Verbesserung des Unternehmensimages zielt.

Als (OK!) PR würde sie aber zum Gag mutieren, wenn sie letztendlich nicht auch bei Mc.Donalds selbst zum Einsatz kommen könnte, und hier bezog ich mich auf F.Alfonzos Überlegungen, der dort kaum einen Platz zur Anwendung der erworbenen Kenntnisse ausmachen konnte, zumal dann, wenn die Filialen im Franchise-Verfahren betrieben würden.

Warum also finanziert McDonalds BA-Studien? Aus PR-Gründen, wie Du sagst. Den Gag, bzw. die Ironie der Geschichte, sähe ich darin, wenn das investierte Kapital nicht konkreten fachlichen Verbesserungen für den Konsumenten vor Ort, sondern allein einer “wolkigen” Imagepflege dienen sollte. Ich als Kunde würde verbessertes Image auch gern spüren, bzw. schmecken können ;-)…

Sky, 12.06.2008 15:14

“Warum also finanziert McDonalds BA-Studien?”

Das kann durchaus pol. Gründe haben, wegen den vielen Franchise-Nehmern steht das Stammhaus unter stärkerem Druck. Das ist dann oft ein Geben und Nehmen, der Lokalpolitiker (das geht bis zum LMP ;) dankt und revanchiert sich beizeiten. So weit ich weiss wird bspw. die absolute Höhe von Gewerbesteuern heutzutage gerne schon mal verhandelt. :)

 
dagny, 12.06.2008 15:15

Verbessertes Images auch schmecken wollen?

Puh.

Fair Trade laesst gruessen.

Lina, 12.06.2008 16:59

Hmm. Da bin ich erst mal sprachlos. Dann aber dämmert, dass PR (wie jede andere Werbung auch) nicht etwa ein einlösbares Versprechen beeinhalten und transportieren soll, sondern als vielversprechender, aber leerbleibender Faktor zur Anwendung kommt.

Wie abstrakt muss man denken können, wie denaturiert muss man sein, um jemanden, der einen angepriesenen Vorteil auch faktisch wahrnehmen will, in die Fair-Trade-Ecke zu stellen? - Keine Ahnung, wirklich.

dagny, 12.06.2008 17:05

Naja, Image, PR, Lifestile ist wohl kein uneinloesbares Versprechen, aber eher etwas, das dem reinen Gebrauchswert des Produktes nicht entspricht.

Abstrakt denken koennen ist ein Kompliment, danke dafuer. - Der Gedanke des fair trades ist, einen hoeren Preis zu bezahlen, fuer ein Produkt, dessen Gebrauchswert (Kaffee, Tee) man auch guenstiger bekommen koennte.

Oder schmeckt fair trade kaffee anders?

Lina, 12.06.2008 17:33

“Oder schmeckt fair trade kaffee anders?”

Weiss nicht, hab’ noch keinen probiert.

Du kennst meinen Wahlspruch nicht? Er lautet: “Ich bin doch nicht blöd.” :-D!

 
 
 
 
 
 
 
stefanolix, 12.06.2008 11:22 Subscribed to comments via email

Unterschätze McDonalds und die motivierten jungen Leute nicht. Die Franchise-Nehmer geben ja Geschäftsprozesse an die Zentrale ab. Und dort braucht man natürlich auch Nachwuchs. Schließlich dürften Studium plus zwei oder drei Jahre Praxis auch eine Referenz für Bewerbungen bei anderen Unternehmen sein.

 
 
 
 
 
Ich fühl mich Brandenburg, 12.06.2008 12:54

[...] dass McDonalds trotz Bush in Europa ja recht erfolgreich ist. Wobei das auch kein Wunder ist, wenn MD plant, nun bald das Studium seiner Mitarbeiter zu finanzieren. Steht dann auf dem Namensschildchen “Dr. [...]

 
Marius, 12.06.2008 15:19

Strategie wirds wohl nicht gleich werden, aber die Logistikprozesse, das Beschaffungsmanagement und was weiß ich alles kann ja auch nicht gleich jeder Burgerflipper auf Anhieb.

 

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