Lesestoff
In Ermangelung eigener Blogproduktivität einige aktuelle Lesehinweise:
- Kann man von drei Euro am Tag leben? Eine lange Antwort gibt Don Alphonso, und auch auf die Gefahr hin, daß man ihm jetzt vorwirft, Beifall von der falschen Seite zu bekommen, würde ich sagen, daß diese ziemlich differenzierten Überlegungen sehr bedenkenswert sind. Übrigens in beide Richtungen — sowohl hinsichtlich der Frage, ob man von drei Euro am Tag leben kann, als auch das Problem betreffend, ob Hartz IV so bleiben kann, wie es ist.
- Rationale Ignoranz, und was sie für das Verständnis demokratischer Entscheidungen bedeutet — exzellent diskutiert bei den BLOGgies.
- Was mit dem Vertrag von Lissabon wirklich nicht stimmt, schreiben Alesina und Wacziarg. Dazu auch lesenswert: Harald Uhlig.
- Warum Spekulanten nicht für hohe Ölpreise verantwortlich sind: weitere Links bei Greg Mankiw.
Viel Spaß bei der Lektüre.







[...] Statler richtet unseren Blick auf Paul Krugmans und Alan Reynolds Einschätzung, dass die Ölpreise [...]
Man kann wirklich von drei Euro pro Tag leben. Und man lebt dabei vor allem auch noch gesund. Es ist falsch, wenn Politiker behaupten, dass Armut dazu verleite, dass die Leute nur Junkfood in sich hineinschütten. Junkfood ist etliches teurer als gesundes Essen wie Obst, Kartoffeln, Brot und Gemüse.
Ich finde einige Passagen des ersten Artikels durchaus lesenswert. Wie weit man mit drei Euro pro Tag kommen kann, das gehört zu den Dingen, die wir niemals pauschal einschätzen sollten. Das hängt — auch in unserem Land — sehr stark von der Gegend, von den sozialen Bindungen und von den persönlichen Bedürfnissen ab. Das sieht in der Oberlausitz ganz anders aus als in Frankfurt oder Ingolstadt, das ist mit Kindern anders als ohne Kinder und in Gemeinschaft anders als allein …
Sobald jemand selbst etwas verdient und nur noch ergänzende Hilfe bezieht, sieht die Rechnung schon wieder ganz anders aus. Es ist für mich eine der dringendsten sozialen Fragen: wie kann man erreichen, dass möglichst viele (noch) abhängige Menschen wenigstens einen gewissen Anteil ihres Lebensunterhalts selbst erwirtschaften? Es wäre ein großer Schritt für jeden einzelnen Betroffenen.
Don Alphonso hat dort (auch in den Kommentaren) einige vernünftige Gedanken aufgeschrieben. Tja. Noch ein Beifall von falscher Seite ;-)
Der Artikel geht doch völlig am Thema vorbei
Niemand muss doch in Deutschland von 3 Euro
pro Tag leben.
Zu den 345 Euro ALG 2 gessellen sich doch zhalreiche
weitere Sozialleistungen.
z.B.
- Die Miete wird voll gezahlt (setzen wir mal 250 Euro an)
- Die Krankenkasse wird voll gezahlt (setzen wir mal 140 Euro)
- Nebenkosten werden zum grossen Teil gezahlt (setzen wir mal 50 Euro an)
- Auf Antrag Ersteinrichtugen der Wohnung, der Kleidung der Kinder usw
Wer sich mal informieren will:
http://www.sozialleistungen.info
Also das reale Einkommen eines Hartz IV- Empfängers geht eher
gegen 800 Euro und liegt damit höher als das Einkommen der meisten
Studenten bzw. der Generation Praktikum.
Don bezog sich ausdrücklich auf Lebensmittel, also auf das Essen. Und da sind die drei Euro nicht so sehr aus der Luft gegriffen.
Nein, sie sind nicht aus der Luft gegriffen. Der Jounalist Henryk Broder hat übrigens einmal per Video vorgegessen, was ihn satt (und zufrieden?) machen sollte – wäre er ein Kandidat für ALG II (was seine Chuzpe verhindern möge ;-).
Hier der offiziell gefüllte “Warenkorb” eines ALG II-Beziehers:
Nahrung, Getränke, Tabakwaren:
ca. 38%, gleich 131,10 Euro;
Bekleidung, Schuhe:
ca. 10%, gleich 34,50 Euro;
Wohnung (ohne Mietkosten), Wasser, Strom…:
ca. 8%, gleich 27,60 Euro;
Möbel, Apparate, Haushaltsgeräte:
ca. 8%, gleich 27,60 Euro;
Gesundheitspflege:
ca. 4%, gleich 13,80 Euro;
Verkehr:
ca. 6%, gleich 20,70 Euro;
Telefon, Fax:
ca. 6%, gleich 20,70 Euro;
Freizeit, Kultur:
ca. 11%, gleich 37,90 Euro;
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen:
ca. 3%, gleich 10,70 Euro;
Sonstige Waren und Dienstleistungen:
ca. 6%, gleich 20,70 Euro.
diesen Einkaufskorb kann ich so nicht nachvollziehen
Möbel, Appartae, Haushaltsgeräte
werden in der Regel als Erstanschaffung angesehen
und vom Sozialamt bezahlt (z.B. Waschmaschine, haben
die meisten Studenten nicht)
Bekleidung, Schuhe: Ist zu hoch angesetzt, schliesslich
müssen nur abgetragene Kleider bezahlt werden. Erst-
Anschaffung häufig gesponsort.
Nebenkosten: Heizkosten zahlt das Amt. Ich weiss nicht,
wie man da auf 30 Euro pro Monat kommen soll.
Halten wir jedenfalls fest: Der Hartz 4- Empfänger kann jeden Monat die 345 Euro ausgeben. Ob nun für Essen oder Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen, es sind pro Tag über 10 Euro, die er im Supermarkt lassen kann. Also die Horrorgeschichten mit den 3 Euro im Supermarkt ausgeben sind hoffnungslos übertrieben.
Lese ich richtig? Kommt da jetzt Neid auf – von Student zu ALG-II-Kunde ;-)? Das ist absurd. Finanziell tiefer kann ein Mensch hierzulande kaum fallen als unter dieses Existenzminimum, das darüberhinaus ein vielfaches “Armuts-Zeugnis” ist; und darum geht es eigentlich in Don Alphonsos Bericht zur Lage.
Not macht erfinderisch, sagt man (und ebenfalls der Don), und das dürfte auch dringend notwendig sein, um bei steigenden Lebensmittelpreisen über die Runden zu kommen. Im Übrigen halte ich Deine Auflistung der vom Sozialamt bezahlten Leistungen für zumindest fragwürdig insofern, als (Wohnungs-) Nebenkosten von 27.60 Euro kaum die tatsächlich anfallende Summe aus Strom, Wasser, Heizung, decken dürften, allenfalls etwa einen Fifty-fifty-Anteil bedeuten können; dasselbe gilt wahrscheinlich für’s Telefon, wo doch ein Internetfähiger Anschluss monatlich schon das Doppelte kostet.
Ich will damit nur sagen, dass ich die Härte einer solchen Existenz, wie der Autor sie in vielen Aspekten beleuchtet, durchaus nachvollziehen kann; materiell schlimmer kann es m. E. keinem (förderungswürdigen) Studenten gehen. Oder doch?
Der Bafog-Höchstsatz beträgt zur Zeit 585 Euro.
Davon müssen Miete, Krankenversicherung und so weiter selbst bezahlt werden. Man steht: deutlich schlechter da als ein Harz IVler.
NOCHMALs zu den Wohnungs-Nebenkosten. Gas, Heizung, Müll, Treppenhausreingung und so weiter: Die zahlt das Amt. Ziehen wir für Handy, Telefon und Strom mal 50 Euro ab, kommen wir immernoch auf 10 Euro pro Tag. Das ist über das dreifache von dem, was der Don Alfonso in seinem Horrorartikel beschreibt.
Es geht Dir also die materielle Gleichstellung des Bafög-Studenten mit dem Hartz-IV-ler, damit auch dieser täglich 10 Euro an der Supermarktkasse lassen kann? Ist wie das Bürgergeld durchaus eine Überlegung wert, aber die von Dir aufgemachte Rechnung bleibt für mich ebenso fragwürdig wie die offiziell veranschlagte zu geringe Summe für Nahrungsmittel.
Auf eine Abweichung (zu Deinen Aussagen weiter oben) möchte ich noch hinweisen: “Die bisherigen einmaligen Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt (z. B. für Bekleidung, Einschulung usw) sind seit dem 01. Januar 2005 bis auf wenige Ausnahmen als Pauschale *in den Regelsatz einbezogen*.”
Das ganze Paket ist nachzulesen unter “Leistungen”:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe_zum_Lebensunterhalt
Du hast wohl vergessen, dass Studenten gemäß § 123 ASVG beitragsfreien Krankenversicherungschutz über die Familienversicherung genießen.
Wie Du außerdem bei deiner Berechnung für Handy, DSL und Strom auf 50,-€ kommst ist mir ebenso schleierhaft.
Ich bin seit 26 Jahren Wohnungseigentümer(nur Energiesparlampen wo es was bringt) und kontrolliere auch oft genug die Rechnungen der Miteigentümer.
Zu den Stromkosten – Die Sozialgerichtsbarkeit hat längst Abhilfe geschaffen: “In der monatlichen Regelleistung von 345,- Euro sind Stromkosten bis zur Höhe von 20,74 Euro enthalten. Der diesen Betrag übersteigende Stromabschlag ist als Kosten der Unterkunft nach Paragraph 22 Abs. 1 SGB II zu gewähren”.
Oh du wohliger Pampers-Sozialstaat!
Handy für 30 Euro ist doch locker zu haben, evtl. auch im Paket mit dem DSL-Anschluss.
Die Sozialliestungen in Deutschland sind zu hoch im Vergleich mit dem Einkommen gering Verdienender. Der Regelsatz von 345 klingt zunächst wenig – mit allen Pamper-Leistungen drumherum kann man sich aber sehr gemütlich Einrichten. Midenstens auf dem Niveau eines Studenten oder eines “Praktikanten”. Hat man dann noch mehrere Famillienmitglieder bei gemeinsamer Haushaltsführung, ist der Hartz IV-Adel geboren.
Du meinst wahrscheinlich den Anspruch nach dem Urteil vom 29.12.06 vom Sozialgericht Frankfurt. Selbiger ist zwar rechtskräftig, muss jedoch meist erst vor Gericht erkämpft werden(ein Bekannter von mir wurde von seinem Chef zusammengestaucht als er selbigen gewähren wollte).
Du scheinst noch nicht viel Erfahrung mit deutschen Behörden gemacht zu haben.
Handy und DSL ja- außer bei Quasselstrippen.
Die Sozialleistungen sind nicht zu hoch- die Einkommen der Geringverdiener sind zu niedrig, und zwar durch zu hohe Lohnnebenkosten. Wenn ich mir nur ansehe wie die GKV durch Wahlgeschenke belastet wurde wird mir schlecht.
Laut Wiki gibts ca. 300,-EUR pro Monat auf die Kralle. Mit 4 Personen (”Familie”) kann man auf Leistungen in Höhe von 2.000,-EUR monatlich kommen, kinderreiche Familien (im Extremfall bspw. auch Moslems mit mehreren Frauen) kommen oft auf mehr als 3k; der Rekord liegt angeblich über 4k. (Leistungsbetrüger, die verschiedene Stellen “bearbeiten”, kommen auch schon mal in den fünfstelligen Bereich, aber die arbeiten dann mit verschiedenen Identitäten, sind also klassisch kriminell. Ich weiss allerdings nicht wie die Identitätsprüfungen der Ämter zurzeit implementiert sind, ohne Fingerabdrücke und Anwesenheitskontrollen (die Kinder für die es Kindergeld gibt sind ja oft nicht existent bzw. wohnen im Ausland bei Verwandten).)
Da wird schon so mancher Arbeitende neidisch.
Und klar, man kann ganz locker von sehr wenig Geld leben, wenn das Geld nicht per Tabak, Taxifahrten, Mobiles und Alkoholkonsum hopp geht, reichen 10,-EUR für alles.
In meiner jetzigen Diätphase (hauptsächlich Coca-Cola, Kartoffeln und Obst) brauche ich ca. 3,-EUR pro Tag fürs Essen ;). Helge Schneider hat sich in schlechteren Zeiten mal einen Sack Kartoffeln gekauft.
ach so:
und hat man noch 2 Kinder, ist alleinerziehend und hat einen inoffiziellen “Partner”, der auch ALG bekommt, dann lebt es sich fürstlich. Mindestens so gut wie z.B. eine Arzthelferin, die 1400 Euro Brutto verdient und für die Steuer, die Krankankasse und die Rentenkasse schufftet.
Auch das halte ich für nicht glaubhaft, denn den internen Anordnungen zufolge wird dem Zweifelsfall (eines rechtmässigen Bezugs von ALG II) per Kontrollen nachgegangen; ich glaube nicht, dass der Staat es sich noch leisten will und kann, hier Steuergelder zu verschenken.
(Dass aber Betrug im Einzelfall gelingen kann, will ich nicht ausschliessen; nur generalisieren würde ich das nicht.)
Sie glauben es mir nicht. Kurze Rechnung dazu:
Arzthelferin, nach Tarif bezahlt, nach 2 Jahren Ausbildung, 42h Woche
Brutto 1322 Euro
Netto 972 Euro
Miete 45qm-Wohung 250 Euro (niedrig!)
Nebenkosten 45qm-Wohnung 50 Euro (niedrig!)
macht 672 Euro im Monat
Harzlerrin, Alleinerziehend
http://tinyurl.com/4b4xds
” Die Bedarfsgemeinschaft hätte damit etwa 681 Euro zur Verfügung. 347 Euro für den Erwachsenen, 209 Euro für das Kind und als Mehrdarf weitere 125 Euro.”
Wenn das Kind noch klein ist, gibt es nochmal 300 Euro Elterngeld!
Dazu bekommt die Harzlerin dann noch diverse Annehmlichkeiten für das Kind (”Erstaustattung”), keine Zuzahlung zu Medikamenten, Hier und da einen Zuschuss für alles mögliche, etwas für die Klassenfahrt und so weiter und so fort. Dafür muss die Arzthelferin immer tief in die eigene Kasse greifen.
IdR ist es dann noch üblich, daß Harz-4-Paare die Frau als “Allerinerziehend” deklarieren, der Vater sich in anderer Wohnung (auch vom Amt gezahlt) aufhält, so das nochmal 345 Euro reingespült werden.
So sind die Fakten in unserer Republik. Da brauchen wir doch schleunigst eine neue Konferenz zum Thema Kinderarmut.
Ich gebe zu: ein Vergleich, der ärgerlich machen kann. Hier ist der Abstand zwischen Einkommen und ALG, wie ihn John j. unten anspricht, ausgesprochen krass; das ist nicht in Ordnung.
Also, nehmen wir mal an, die Regelleistungen hätten 2005 tatsächlich dem Existenzminimum entsprochen. Dann tun sie es heute nicht mehr.
Das Mindeste, was man bei so knapp bemessenen Leistungen machen muß, ist eine automatische Inflationsindexierung. Denn den Leuten, die wirklich mit dem Existenzminimum auskommen müssen, ist es am wenigsten zuzumuten, daß sie jahrelang warten müssen, bis der Gesetzgeber mal dazu kommt, die Leistungen an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anzupassen.
Es gibt in unserem Wohlfahrtsstaat ja wirklich jede Menge Ansatzpunkte fürs Einsparen und Abschaffen, z.B. dort, wo über Zwangsabgaben völlig irrsinnigerweise vom Mittelstand an den Mittelstand umverteilt wird. Aber man muß jetzt nicht unbedingt versuchen, die Schrauben für die Leute noch weiter anzuziehen, die sowieso schon am schlechtesten wegkommen.
> Aber man muß jetzt nicht unbedingt versuchen, die Schrauben für die Leute noch weiter anzuziehen, die sowieso schon am schlechtesten wegkommen.
Stattdessen müsste man das bedingungslose Bürgergeld einführen, da man die Bedürftigkeit, die es zu bearbeiten gilt, auch mit einem noch so grossen, quasi orwellschen Apparat, nicht korrekt messen kann. Es ist offensichtlich, dass es einen beträchtlichen Sozialmissbrauch gibt und dass der Apparat ineffizient arbeitet.
Das sollte aus liberaler/konservativer Sicht das einzig vernünftige Vorgehen sein (auch wenn dann die zigtausend Sozialfuzzies erst mal selbst Bürgergeld-Empfänger werden sollten, “wär nicht schade drum” ;).
Dann vielleicht doch eher die gute, alte negative Einkommensteuer. Ich glaube den optimistischen Rechnungen nicht, die behaupten, daß ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht sehr teuer wird (vom aktuellen status quo ausgegangen). Das wird teuer, und bevor der Staat Steuern erhebt, um Geld an Leute umzuverteilen, deren Einkommen locker zum Leben reichen, sollte er lieber darauf verzichten, diese Steuern zu erheben.
Es ist ja nicht so, daß man nicht gezielt an wirklich Bedürftige umverteilen könnte. Man muß es nur politisch wollen.
“Man muß es nur politisch wollen.”
Und warum will man es nicht? Wenn ich Wikipedia / Abt. Diskussion folge, verstehe ich das nicht; da heisst es:
“Dabei vermeidet die negative Einkommensteuer einen Großteil der Transaktionskosten, da Bürokratie z.B. in Form einer Bedürftigkeitsprüfung größtenteils entfällt. Insbesondere bleibe ein Anreiz bestehen, auch zu einem niedrigen Lohn zu arbeiten und nicht erst, sobald das Einkommen das Niveau der Sozialleistungen übersteigt. Jeder zusätzlich verdiente Euro wirkt sich somit im Gegensatz zum bisherigen System unmittelbar positiv auf das Einkommen aus.”
Das sind doch schlagende Argumente. Wer ist dafür, wer dagegen – und warum?
> Ich glaube den optimistischen Rechnungen nicht, die behaupten, daß ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht sehr teuer wird…
> Es ist ja nicht so, daß man nicht gezielt an wirklich Bedürftige umverteilen könnte. Man muß es nur politisch wollen.
Das Argument “Das wird zu teuer.” wird leider von konservativ-liberaler Seite hier gerne geäussert, ich erkläre später warum.
Es wird natürlich nicht teuer, denn die Bedürftigkeit kann ja nicht zunehmen, die Höhe des Bürgergelds müsste sich an den H4-Sätzen orientieren. Die Kosteneinsparungen wären über die Verwaltung zu erzielen, zudem dürfte die Systemvereinfachung einen Wirtschaftsboom und einen generellen Optimismus auslösen.
Kommen wird das Bürgergeld nie, denn:
- auch die “Bürgerlichen” in D glauben an die Messbarkeit der Bedürftigkeit, wollen auch im Geiste umverteilen, wollen auch den Apparat
- derjenige, der die Sache durchsetzen wollte, hätte mit massivem Widerstand zu rechnen, sein Abgang wäre in etwa so sicher wie der eines Bundesministers, der den Holocaust leugnet
- auch die Grünen, aus dessen Haus der Vorschlag stammt, würden das Büergeld auf Rücksicht auf ihr Klientel bekämpfen
- die Betroffenen (1 Mio. Menschen im Apparat?) würden alles, aber auch alles mobilisieren, auch Terror würde ich nicht ausschliessen wollen
Nichtsdestotrotz wäre es Aufgabe bürgerlicher Politiker den Vorschlag zumindest aufzunehmen und zu disktuieren. Auch unter Nennung des großen Vorteils, der darin besteht den Sozialstaat mit seinen parasitären Fuzzies wegzuhauen.
Das müsste auch im Sinne der sozialen Marktwirtschaft und der Verfassung sein. :)
Es wird natürlich nicht teuer, denn die Bedürftigkeit kann ja nicht zunehmen
Gehe zurück auf Los.
Ist das alles was einem Antibuerokraten zum Bueregergeld einfällt? LOL
Das Buergergeld / bedingunglsose Grundeinkommen ist doch die komplette Absage an jegliche Eigenverantwortung und das Leistungsprinzip? Sich darueber gross den Kopf zu zerbrechen grenzt an Verschwendung wertvoller Ressourchen. Oder nicht?
Ach, an der Idee könnte etwas dran sein. Aber darüber zu diskutieren ist allein deshalb Verschwendung wertvoller Ressourcen, weil die deutsche Bürokratie, die deutsche Politik und die deutsche Soziallobby dieses Projekt mit Sicherheit in den Sand setzen würden.
Nein, die “Absage an jegliche Eigenverantwortung” sehe ich nicht beim Bürgergeld. Oder siehst Du alternativ eine jetzige Verpflichtung zur “Eigenverantwortung”? – Ich jedenfalls nicht, die muss also irgendwann verloren gegangen sein diese “Eigenverantwortung”. Vielleicht gibts die auch nur, wenn der Staat seine Bürger im Notfall alleine lässt? Seit v.Bismarck gibt es Sozialsysteme, Sozialsysteme nehmen logischerweise “Eigenverantwortung”, ich denke nahegelegt zu haben, dass “Eigenverantowrtung” nicht sehr geeignet ist.
Ansonsten, ein Bürgergeld für einige, die es wollen, gibt es ja schon. :)
Aber, wie stefanolix weiter unten anmerkte, das Bürgergeld kann aus verschiedenen Gründen nie kommen, hauptsächlich wegen den dann funktionslosen Sozialfuzzies und wegen des in diesem Punkt (nicht nur ;) unverständigen Volks.
“Ist das alles, was einem Antibuerokraten zum Bürgergeld einfällt? LOL.”
Ich vermute mal, dass Du es versäumt hast, zu präzisieren. Vielleicht hättest Du schreiben sollen, dass “Bedürftigkeit insofern nicht zunehmen kann”, als die gesetzlichen Grenzwerte zur Anerkennung von Bedürftigkeit (und damit der Anspruch auf Bürgergeld) zuvor für alle verbindlich festgelegt wurde? Und dass es dadurch, dass aufwändige Bürokratie entfallen kann, “natürlich nicht teurer wird”? Ich bin aber fast sicher, dass auch das nicht genügt, um Deine Aussage zu stützen ;-).
(Über das “Gehe zurück auf Los” habe ich jedenfalls laut und lange gelacht – LOLAL sozusagen; da ist er wieder, dieser “Killerinstinkt”, nicht wahr? In “Kille-Kille” diesmal :-D…)