Bush-Bashing als Droge
Das Klischee vom dummen, fanatischen Bush ist den Deutschen lieb und teuer geworden, weil es ex negativo eine trügerische Identität stiftete. Jeder mittelmäßige Kabarettist kann sich johlenden Beifalls sicher sein, wenn er darüber eine Zote reißt, und fühlt sich für einen Moment als Teil der weit überlegenen Kultur eines durch und durch aufgeklärten „alten Europas“. Vergessen sind dann für den Augenblick der Pisa-Schock, der Zustand der eigenen Eliten und die mangelnde Fähigkeit großer Teile der deutschen Gesellschaft, Zwänge und Chancen der Globalisierung zu begreifen.
Das Bush-Bashing wirkte wie eine Droge, die es erleichterte, sich in eigenem Realitätsverlust und Provinzialismus einzurichten. Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag, werden es die Deutschen damit so leicht nicht haben. Sie werden ihr liebstes Feindbild deshalb noch arg vermissen.
Schönes Zitat* aus einem lesenswerten Text von Richard Herzinger in der WELT: Mit Bush verlieren die Deutschen ihr Feindbild. In der Tat, das wird bestimmt spannend mitanzusehen, wenn linke und liberale Obama-Cheergirls ab November sukzessive bemerken werden, dass Barack “auch bloss ein Ami” ist :-)
(*erst jetzt entdeckt via the story so far…, dem immer wieder interessanten Reisetagebuch eines Bambergers in Vietnam)







Die Deutschen waren ja nicht immer so Amerika-kritisch wie heute – da hat sich Bush Jr. schon einiges zuzuschreiben. Noch unter JFK gab es regelrechte Liebestaumel. Obama findet also viele Optionen bzgl. der deutschen Zu- und Abneigung vor. Bisher sieht es eher nach ersterem aus.
Noch ulkiger als die Vorstellung, “die Deutschen” seien Amerika-kritisch, ist die Idee, die US-Regierung sei Amerika.
Weder das eine, noch das andere trifft zu. Auch Obama wird nicht Amerika werden, sondern nur ein neuerlicher Blender in viel zu kurzen Hosen.
Es geht in dem Beitrag nicht um Kritik an den USA oder ihrer Administration, Christian, sondern um das Feindbild USA. Und dass das nicht schon lange (sehr lange) eine Grundkonstante doitschen Be- und Empfindens ist, würde ich zu bezweifeln wagen: wenn die Berliner Kennedy zujubelten, war dies angesichts des antifaschistischen Schutzwalls in Sichtweite nicht verwunderlich. In der bayrischen Provinz sah es dann aber schon völlig anders aus. In meiner Jugend in den 70ern war z.B. noch jede zweite Diskothek “off limits” (das heisst Amerikaner wurden dort nicht eingelassen ). Und in der DDR war die Kontinuität deutscher Feindschaft gegen den “amerikanischen Traum”, der immer auch ein Postulat individueller Freiheit vs. Recht, Ordnung und Klassenstrukturen garantierender Obrigkeiten darstellte, sowieso ungebrochen.
Richtig ist, dass die westdeutschen Eliten und Mainstream-Medien sich lange nicht getraut haben, mit den dumpfen Ressentiments vieler Deutscher gegen “die Besatzer” und “die Wallstreet” Politik zu machen. Nicht zu vergessen die vielgescholtene Springer-Presse, die sich grosse Verdienste um die Popularisierung eines transatlantischen Bündnisses der rechtsstaatlichen Demokratien erworben hat. Offenes “Ami-Bashing” blieb Rechts- und Linksextremen vorbehalten.
Das änderte sich erst mit der Friedensbewegung, die Antiamerikanismus wieder salonfähig machte. Der traurige Höhepunkt war dann die Instrumentalisierung dieser nationalpazifistischen und amerikafeindlichen Stimmungen in Schröders 2002er Wahlkampf.
“Richtig ist, dass die westdeutschen Eliten und Mainstream-Medien sich lange nicht getraut haben, mit den dumpfen Ressentiments vieler Deutscher gegen “die Besatzer” und “die Wallstreet” Politik zu machen.”
Selbstverständlich nicht, das haben ‘Neues Deutschland’ und ‘Aktuelle Kamera’ hinsichtlich der “Freunde” auch nicht getan. Deren Ansehen bei der DDR-Bevölkerung war ja unbeschreiblich hoch.
Wo gibt es das schon, dass eine fremde Armee über Jahrzehnte hinweg im Gebiet eines einst besiegten “staates” stationiert ist und zugleich behauptet wird, die so installierte und beschützte neue politische Klasse vertrete “das Volk”?
Wer ein fremdes Gebiet militärisch besetzt hält, ist ein Besatzer, der offenbar den Menschen, deren Gebiet er besetzt, nicht traut. Wer zudem Geldpolitik betreibt, kann nicht auf das Vertrauen derer rechnen, die er zwingt, sein Papiergeld zu verwenden.
Na, da stinkt einem aber gewaltig, dass das Volk sich dann doch immer wieder für die importierte Demokratie entschieden hat.
Alle umerzogen, gehirngewaschen, gelle?
Wann und wo hat “das Volk” sich für Demokratie entschieden?
Wie macht “es” das?
Ich gebe mal ein paar Tipps: Wahlen. Wahlbeteiligung. Wahlergebnisse.
Könntest Du Deine Tipps vielleicht auch mit Deiner Behauptung, “das Volk” habe sich für Demokratie entschieden, in Zusammenhang bringen?
Gern kann ich den Zusammenhang herstellen.
Ich machs mal mit einem Vergleich:
Zu DDR-Zeiten mussten Wahlbeteiligungen zum Teil heftigst gefälscht werden. Die Wahl war teilweise informelle Pflicht.
Bist du der Meinung, die Zahlen zu Wahlbeteiligungen in Deutschland sind grundsätzlich gefälscht?
Falls nein: Warum beteiligen sich die Bürger doch recht aktiv an einem System, das deiner Meinung nach nicht viel mehr als fremdherrschaftlich aufgezwungen ist?
Warum wählen sie nicht einmal aus Protest massenhaft die braune “Alternative”, die ihnen in etwa das erzählt, was du hier vertrittst? Sollten sie hinsichtlich der Akzeptanz des Systems (zu dem sich übrigens die Ostdeutschen 1990 fast schon gewaltsam Zutritt verschafft haben, freiwillig will mir scheinen) vielleicht doch mehrheitlich anderer Meinung als du sein?
Du schreibst zwar einiges, wie aber die Beteiligung von Personen an einer Wahl als Zustimmung “des Volkes” zum dieser Wahl zugrundegelegten Verfahren gewertet werden kann, bleibt im Dunklen. Schließlich bewirkt eine Nichtteilnahme von Personen an der Wahl nicht, dass das Wahlergebnis im Sinne der Demokraten ungültig wird. Weder die Teilnahme einer Person an der Wahl, noch ihre Nichtteilnahme haben irgendeinen Einfluss auf die Anwendung demokratischer Prinzipien bei der Wahl.
Nun wirst Du womöglich anführen, die Mehrheit der Personen habe gewählt. Nur ist das Mehrheitsargument bereits ein demokratisches, mit dem man eben nicht eine Entscheidung “des Volkes” begründen kann, ohne einem Zirkelschluss zu erliegen.
Vertreter brauner Parteien mögen zuweilen lichte Momente haben, sie sind jedoch hinsichtlich ihrer Programmatik nicht weniger sozialdemokratisch, als andere Parteien auch. Wer würde wohl die Traufe wählen, wenn er im Regen steht?
Zuguterletzt will auch ich bekennen, dass ich 1989/90 anders gehandelt und gedacht habe, als heute. Hierin aber eine lebenslange Unterwerfung unter demokratische Prinzipien zu entdecken, bedarf jedoch eines gehörigen Überschusses an Phantasie.
Wir müssen unsere Diskussion nicht unnötig durch sophistische Sprachspielereien verkomplizieren. Der Feierabend naht und die Dr.House-Fernseh-Couch will präpariert werden. Deshalb in aller Kürze:
Ersetze “das Volk” meinetwegen mit “die Mehrheit der Bürger”.
Und meinetwegen erkläre den Gedanken, eine Mehrheitsentscheidung als irgendwie bedeutungsvoll anzuerkennen, zum gedanklichen Zirkelschluss.
Sei es so. Dann erkläre ich den Begriff “das Volk” außerhalb meiner Begrifflichkeit eben als nicht-existent.
Und harre eben deines gelegentlichen Existenzbeweises
Damit ist also Deine Behauptung , “das Volk” habe sich immer wieder für Demokratie entschieden, gegenstandslos.
Die “Mehrheit der Bürger” kann keine verantwortlichen Entscheidungen für jene treffen, die nicht zu dieser Mehrheit gehören.
Und noch immer bleibst Du Die Erklärung schuldig, wie eine Beteiligung an einem unausweichlich wirkmächtigen Wahlverfahren als Zustimmung zu dem verfahren gedeutet werden kann.
Genausogut könnte man jemanden verschleppen, auf ein Schlachtfeld schaffen, ihm eine Lanze in die Hand drücken und beim Anrücken des feindlichen Heeres den Notwehr-induzierten Gebrauch der Lanze durch den Verschleppten als konkludente Einwilligung in die Kriegshandlungen interpretieren. Demokratie setzt Perversion im Denken voraus!
Ach, DDH…
Man kann sich leicht in selbstgebastelte schlechte Vergleiche verrennen. Mit oder ohne Lanze gerät man dann in Not.
Wahlteilnahme = Notwehr. Damit gewinnt DDH mal wieder den ersten Preis für den beklopptesten Vergleich des Monats. Gratuliere!
Wenn es ein überzeugendes anderes Konzept gäbe, haben wir es wohl einer weltumspannenden Verschwörung zu verdanken, dass die Menschen nicht ebenso danach gieren, es umzusetzen, wie sie vergleichbar ihre Sehnsucht nach demokratischer Teilhabe in ihren Abstimmungen mit den Füßen oder auch durch ihr Eintreten gegen widrigste Umstände im eigenen Land immer wieder unter Beweis stellen.
Naja Rayson, ich weiss nicht, ob das unbedingt die Sehnsucht nach demokratischer Teilhabe ist, die die Menschen umtreibt. Wohl eher der Wunsch nach einem menschenwürdigen Leben und Chancen für sich und ihre Kinder. Und das gewährleisten ganz offensichtlich am ehesten demokratisch und rechtsstaatlich verfasste Marktwirtschaften. Trotzalledem und alledem. So rum wird ein Schuh draus :-)
@Rayson: Zwei Gefängsniszellen: Zelle A: Wassersuppe mit Brot dreimal am Tag, Stockhieb einmal pro Woche.
Zelle B: Stockhieb dreimal am Tag, Brotkante aller zwei Tage.
Würdest Du als Insasse von Zelle B nicht auch alles daran setzen, bei Dir die Regeln von Zelle A einführen zu dürfen?
Aber die Menschen können sich eben nicht vorstellen, daß ein Leben außerhalb der Gefängnismauern – ohne den nötigen “Schutz” (sic!) möglich wäre!!!
@joachim
Wollen wir uns nicht mit der Frage aufhalten, ob die Menschen das Mittel anstreben oder den Zweck. Wichtig ist allein, dass sie die Verbindung von beidem erkennen.
@DDH
Wie gesagt – das überzeugende andere Konzept, das dem Leben in Saus und Braus entspräche, wird also anscheinend den Menschen von finsteren Mächten vorenthalten.
Gegenstandslos ist meine Behauptung nur, wenn man Mehrheitsentscheidungen nicht als notwendiges Übel zu akzeptieren bereit ist.
Sagt wer? Du?
Kannst du das belegen?
Mitgegangen, mitgefangen. Könnte man flapsig antworten. Wenn meine bisherigen Ausdrucksweisen nicht zur Verdeutlichung beitragen konnten – vielleicht verstehst du es so?
@Boche: Gegenstandslos ist Dein pro-demokratisches Bekenntnis-Gesülze schon deswegen, weil Du alle Kriege bejahst, die demokratische Mehrheiten diesseits wie jenseits des Atlantiks ABLEHNEN!!!
Hm, DDH – vielleicht erklärt sich deine Aversion ja ein wenig aus einem Missverständnis: In einer Demokratie darf man die eigene Meinung nämlich auch dann behalten, wenn die Mehrheit eine andere hat.
Warum sollte irgendein Übel irgendeine Not wenden? Mehrheitsentscheidungen sind mir Rille.
Keine Mehrheit hat je Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen übernommen. Oder kennst Du ein Gegenbeispiel?
Deine Logik ist wirklich abenteuerlich.
Die Demokraten fangen eben gerade nicht nur die zur Wahl Mitgegangenen.
Nicht einmal in Amerika hat sich “das Volk” je für “Demokratie” entschieden, das zu behaupten, ist pure Ideologie (vergleichbar dem dümmlichen Gerede vom “Arbeiter- und Bauernstaat”, das Du ja auch noch im Ohr haben dürftest)! Nicht einmal die Gründerväter der Vereinigten Staaten waren Demokraten, und Gottseidank waren sie es nicht!
“Das Volk” hat sich, wenn es etwas zu entscheiden hatte, sowohl bei Jefferson in Amerika als auch auf dem Rütli in der Schweiz in Wirklichkeit für “Sezessionismus” entschieden. Bloß führt allgemeine Begriffskonfusion dazu, daß die Ereignisse nachsorgend in Demokratie-Mythen umgelogen werden.
Es gibt auch eine Entscheidung durch Mittun.
Merkwürdigerweise brauchen Demokratien keine Mauern und nach innen gerichtete Gewehre. Warum bloß?
Keine Mauern? Keine nach innen gerichteten Gewehre? Bist Du sicher?
Mauern gegen ausländische Waren errichten EU- genauso wie US-Faschos! Abwehr gegen Zuwanderung verschärfen sowohl US- als auch EU-Faschos! Und die nach innen gerichteten Gewehre? Nun ja, abwarten. Nach innen richtet sich schon immer mehr die Militanz auch und gerade des demokratischen Staates. Mit “patriot acts” und “Otto-Katalogen” fing es scheinbar ganz harmlos an. Und der Faschismus-Pegel steigt und steigt…
Ach Dominik, Du benutzt den Begriff “Fascho” in etwa in der selben Frequenz wie mein 5-jähriger Sohn derzeit das Wort “Pimmelscheisse” – und mit dem selben analytischen Gehalt.
Dass der
Weltuntergangäh Faschismus ganz nah sei, davon hat schon der KBW in den 70ern gepredigt… und die Linksterroristen haben aus der Faschisierungsthese die Legitimation ihrer bewaffneten Aktionen gegen “das Schweinesystem” hergeleitet.Mir kommt bei derlei Gewäsch immer die Grütze hoch, egal ob das von irgendwelchen “Antifas” kommt, von Dir oder ob Schüsslbrenner sich in der ef daran abarbeitet zu belegen, dass die Sozen die eigentlichen Faschisten gewesen seien: da drin steckt IMHO immer eine grosse Portion ungewollte (oder manchmal auch gewollte) Verharmlosung der Shoah drin.
Mit anderen Worten: Wo keine Shoah, da auch kein Faschismus??? DAS ist Verharmlosung, mein Lieber! Und ein Blanco-Scheck für alle Politkriminellen der Gegenwart und Zukunft!
P.S.: Erzieh mal besser Deinen Sohn, anstatt hier den mittig-bourgeoisen Oberlehrer raushängen zu lassen! Ich hatte mit 5 Jahren ein anderes Vokabular!
> Ach Dominik, Du benutzt den Begriff “Fascho” in etwa in der selben Frequenz wie mein 5-jähriger Sohn derzeit das Wort “Pimmelscheisse” – und mit dem selben analytischen Gehalt.
LOL, wo hat der Kleine denn dieses Wort gelernt? Stark auch die Pointe mit dem “analytischen” Gehalt, bravo!
Begriffliche Faschismus-Inflation ermüdet mich. Und dann wird noch nicht einmal das Argument des nach innen gerichteten Einmauerns widerlegt…
Entschuldige also bitte, dass ich mich absentiere.
Bevor Du absentierst: das nach innen gerichtete Einmauern geht langsam vonstatten. Siehe Amsterdamer Vertrag! Siehe Ansätze einer neuen “Reichsfluchtsteuer”, siehe politisch gewollte Verteuerung von Flugreisen durch die EU! Je mehr der Integrationsprozeß fortschreitet, desto schwieriger wird nicht nur das Reinkommen sondern auch das Rauskommen gemacht werden! Wart’s halt ab!
Denjenigen, der 1934 vorausgesagt hätte, wohin die Scheiße 1944 geführt haben würde, hätte man auch für verrückt erklärt.
Das heißt aber nicht, dass manche Voraussagen im Jahr 1934 auch falsch gewesen sein mögen.
“Falsch” im Sinne von “untertrieben”, ja! Diese Sorge quält mich in der Tat! Aber weißt Du, wer historisch immer recht behält: Kassandra!
“Denjenigen, der 1934 vorausgesagt hätte, wohin die Scheiße 1944 geführt haben würde, hätte man auch für verrückt erklärt.”
Das stimmt so nicht, die “Scheisse” war absehbar.
Absehbar? Für die wenigsten! Lies die Berichte hellsichtiger Zeitgenossen, die an ihrer Umgebung verzweifelt sind mit ihrer “Nichts wird so heiß gegessen…”blabla eiapopeia-Haltung!
Hab mit einigen Leuten geredet, die dabei waren, die meisten haben Adolf (und gerade auch die Visagen in seiner Umgebung) von Anfang an als Verbrecher eingestuft. Die sofort nach der “Machtergreifung” einsetzende Hatz auf die Juden war dann einigen der letzte Hinweis, viele Christen haben sich auch gefürchtet als nächstes dranzukommen. Die Judenvernichtung war übrigens zumindest im Osten Deutschlands ein offenes Geheimnis. Auch dass es Krieg gibt wollen einige vorhergesehen haben. Kein Wunder eigentlich, oder?
Die Auswahl derjenigen, die sich erklärt haben, ist natürlich nicht repräsentativ. :)
“Wer ein fremdes Gebiet militärisch besetzt hält, ist ein Besatzer, der offenbar den Menschen, deren Gebiet er besetzt, nicht traut.”
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gab es doch ganz gute Gründe den Deutschen nicht zu trauen und heutzutage sind die Nachbarn immer trarig wenn die USA wieder mal Soldaten aus Deutschland abziehen.
Nun, in der öffentlichen Wahrnehmung vermischen sich m.E. Kritik an der US-Regierung mit Kritik an “den” USA. Die Regierung ist nunmal leider aus ausländischer Sicht das Gesicht des Landes. Eine Identifikation kann den (v.a. wenig bereisten) ausländischen Beobachtern also nur bedingt vorgeworfen werden.
Ich kann letztlich die Verbreitung des von dir beschriebenen Antiamerikanismus nicht beurteilen – m.W. hat die (undifferenzierte) Amerika-Kritik unter “W” deutlich zugenommen. Ich bin daher schon der Ansicht, dass das US-Image unter einem populären Präsidenten Obama auch entsprechend wieder gewinnen kann.
Hmm, kann sich noch jemand erinnern, wie es zu Amtszeiten Clintons war? Clinton war ja auch nicht gerade das _ideale_ Feindbild… ich würde Vermuten, dass sich der Fokus des Hasses von Politikern hin zu Konzernen verschieben wird.
Übrigens, herzinger hat es angesprochen: “Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag…”
…nicht nur ein Präsident Obama wird es den Bashern schwer machen.
Kann Herzinger nicht folgen. “Realitätsverlust und Provinzialismus”? Nein, nicht gegeben, würde ich sagen, und vor allem: sie machen noch keine Feindbilder.
Die Deutschen wollen entschieden keinen Krieg mehr und auch nicht mehr – sorry! – mit Rosinenbombern aus dem Dreck gezogen werden und dafür dankbar und willfährig sein müssen. Mit dem (ich betone:) IMHO angezettelten Irak-Krieg hat Bush es ihnen gründlich verdorben, wobei sie bedauerlicherweise nicht zwischen Amerika und seiner Aministration unterscheiden. Wenn also von Amerikanismus oder Antiamerikanismus die Rede ist, ist immer der Protagonist gemeint, der eine Idee (und ihre praktische Durchführung) verkörpert; deshalb trifft es gerade Bush so hart. Aber dass sie ihn als “Feindbild” vermissen würden? Das ist Polemik, und ihr glaube ich nicht.
Was Obama betrifft, so verkörpert er (für mich) zunächst nur eine diffuse Abkehr von dem, was Bush veranlasst hat. An ihm lässt sich nichts aufhängen. Und weil Clinton angesprochen wurde: eine Lewinsky-Affäre verzeihen die “realitätsfernen Provinzler” viel leichter als einen Krieg; das haben sie doch inzwischen gelernt ;-)..
Die Deutschen wollen keinen Krieg mehr?
Das scheint aber ein Phänomen, das doch vorrangig amerikanische Kriege betrifft. Russlands wirklich schmutziger Krieg in Tschetschenien oder der auch nicht unblutige Krieg der NATO gegen Serbien bringt und brachte nicht diesen Grad an Pazifismus hervor.
Das lässt sich mit Pazifismus allein nicht erklären.
Was die Sache noch komplizierter macht ist, daß der “warfare state” genauso wie der “welfare state” ein Import “Made in Germany” ist. Und Bush ist genauso wie übrigens FDR ein legitimer Erbe des deutschen Faschismus. Die deutsche Friedensbewegung mit ihrer traditionellen Moskau-Hörigkeit war/ist aber ebenfalls ein legitimer Erbe deutschen Faschismus. Der Punkt mit der selektiven Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit geht tatsächlich an Boche.
Die verbrecherischen Kriege Washingtons (nicht Amerikas! Wir sollten uns da vom “Rad Geek” Charles Johnson inspirieren lassen, der eine Analogie Rom-Washington D.C. erkennt und folgerichtig Las Vegas für vom Washingtoner Reich widerrechtlich besetztes Gebiet erklärt) diesen den deutschen Dummbeuteln als gefundenes Fressen. So kann man an Amerika in einem Abwasch alles bashen, was man EIGENTLICH haßt (und zwar mehr haßt als den Krieg, den der Teutone im tiefsten Innern seines Herzens eigentlich liebt; was die “Westler” auch noch erschüttert feststellen werden, wenn sie die Büchse der Pandora endlich aufgekriegt haben): relativ mehr Markt und wirtschaftliche Freiheit, mehr Individualismus, mehr Nonzentralismus und Gemeindeautonomie und weniger STAAT und gouvernementale Omnipräsenz als in allen kontinentaleuropäischen Ländern. Wobei es paradoxerweise Bush mit seinem Kriegskeynesianismus ist, der hier rasant aufholt und den warfare-statism auf europäisches Niveau hebt. Eigentlich müßten die verrückten Teutonen ihn lieben!
Im Grunde sind geschürte antiamerikanische Ressentiments in Kontinentaleuropa und abfällige Bemerkungen in Amerika über “Alteuropa” nichts weiter als ein globales Schaulaufen, wer der Menschheit den schöneren Faschismus überstülpen kann: Washington D.C. mit seinem Kriegstreiber- oder Brüssel mit seinem Autarkie- und Sozial-Faschismus. Am Ende gewinnt den Contest der Islamo-Faschismus, weil er keine so große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit überwinden muß. Der verspricht ja erst garnicht, im Namen der Freiheit zu zwingen, verheddert sich somit nicht in ideologische Widersprüche, wie die westliche Konkurrenz.
Korrektur:
“und den warfare-statism auf europäisches Niveau hebt” muß heißen “durch den zunehmenden warfare-statism den Etatismus-Pegel auf europäisches Niveau hebt”.
Vielleicht sollte das mal jemand den Menschen in Las Vegas sagen? Die wissen das wohl gar nicht!
Wenn Du das unbedingt Pazifismus nennen willst, was die Deutschen zu Kriegsgegnern macht, dann nicht.
Ich würde aber sagen, deren entschiedene Abwehr besteht aus Erfahrungswerten und bis heute wach gehaltener Erinnerung an den Umfang ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit; zuzügl. echter oder verordneter Schuldgefühle!
(Übrigens ist jeder Krieg schmutzig.)
Auf meinen Hinweis, dass die Kriegsgegnerschaft nicht generell sondern offenbar vorrangig auf Kriege eines bestimmten Landes gerichtet ist, gehst du nicht ein?
Ironischerweise sprechen auch die Erfahrungswerte eigentlich nicht gegen Kriege generell. Denn erst ein Krieg hat die Deutschen schließlich befreit (vom DIktator und von der eigenen verblendeten Gefolgschaft).
Sehe ich nicht so. Jeder Krieg ist furchtbar. Schmutzig wird er, wenn er Zivilisten gezielt angreift.
Deshalb nicht, weil mir das Offenbare nicht offenbar genug erschien. Betrachte ich aber die Dimension des amerikanischen Irak-Krieges will ich gern Vorrangigkeit nachschieben, wenn Dir daran liegt.
Mit der Ambivalenz in der Bewertung von Kriegen hast Du Recht, leider; nur anfreunden will ich mich doch nicht mit ihnen.
Sehe ich anders, seit im sog. “War against Terrorism” Kollateralschäden ungeahnten Ausmasses in Kauf genommen werden. Aber bitte.
P.S.: Ist die Couch schon präpariert? Frieden ist eine feine Sache, n’est pas? Fällt nur Dr.House ein, aber das Dach über Dir nicht zusammen ;-). Halleluja.
Wir wollen uns doch nicht über die genauen Unterschiede zwischen “furchtbar” und “schmutzig” streiten, liebe Lina.
Das ist nicht genug zu würdigen, da hast du Recht.
Nein, das nicht, aber Du warst es doch, lieber Boche, der die Unterscheidung zu treffen beliebte – n’est ce pas? (Um zugleich mein lückenhaftes Fanzösisch korrigiert zu haben ;-).
Richtig, ich habe versucht, die Unterscheidung in unser Gespräch einzuführen. Was ich inzwischen bedaure, weil es wenig fruchtbar erscheint.
Ja, es erscheint in der Tat “wenig fruchtbar”. Bei der Bewertung von Kriegen verhält es sich IMHO wie mit der Liberalität: entweder man ist liberal oder man ist es nicht – entweder man lehnt Kriege ab oder nicht. Dazu muss man noch nicht einmal erklärter “Pazifist” sein – Mensch allein genügt schon. Und dass sie auf der ganzen Welt hundertfach Realität sind, ändert daran rein gar nichts.
So ist es auch “wenig fruchtbar”, darüber verhandeln zu wollen, welches Adjektiv sich eignet oder nicht, oder wie sich ein Nutzen zum Schaden verhält. Für mich zählt hier nur der als Zivilist zu Unrecht (“furchtbar” oder “schmutzig”) Geschädigte.
Hat nicht Mr. Clinton auf dem Höhepunkt der Lewinsky-Affäre zur Ablenkung auch mal Bagdad bombardiert???
Bischen Oel ins Feuer, gefaellig?
Zuerst sind es die Atomraketen der Amerikaner, welche die Russen von Westdeutschland fernhielten und zum Dank dafuer verweigern die Deutschen einen Beitrag im Kampf gegen den Terror?
Wo bleibt denn die unbedingte Buendnistreue, aehh, uneingeschraenkte Solidaritaet, die Kanzler Schroeder nach dem 11.September im Bundestag erklaerte?
Mitgegangen, Mitgefangen, moechte man da entgegnen. Aber so ist das eben, mit mittleren (Friedens-)Maechten in Europa, wenn man im Spiel der echten Maechte mitspielen will.
Wird gelöscht ;-)!
Aus Dankbarkeit das Falsche zu tun, empfiehlt sich eben nicht – selbst “realitätsfernen Provinzlern” nicht (wenn es nach Herzingers persönlichem Feindbild geht…)
Möchte Folgendes zur Anzeige bringen: Der Antiamerikaner wirft mir vor, ich sei das “Obama-Cheer”!!! ;-)
Ich weiß nicht – als Clinton regierte, hat mein linkes Umfeld den nicht gebasht, wohl aber Russen-Boris, damals die Spottfigur schlechthin. Natürlich wurde der Tschetschenien-Krieg entsprechend kritisiert (wir haben ja ganz unmittelbar tschetschenische Flüchtlinge und russische Deserteure unterstützt), und der NATO-Krieg gegen Serbien brachte uns nicht nur auf die Straße, sondern führte öfter zum sozialen Schneiden von Grünen, mit denen man sich nicht mehr an einen Tisch setzte. Dieses “Feindbild USA” kenne ich als Erinnerung aus meiner Kindheit (70er Jahre) und mit vielen Relatvierungen und Einschränkungen (man bezog sich da positiv auf das “andere Amerika”, d.h. die US-Linke) noch aus den Antiatomraketen-Protesten der frühen 80er, aber definitiv nicht mehr aus der Zeit nach 1983.
Che:
…”die US-Linke”… waren dann, zumindest unter linken Aktivisten in der Friedensbewegung (ich war da nicht ganz unbeteiligt, weiss also wovon ich schreibe) Typen wie Gus Hall und Angela Davis, die den friedensbewegten Massen erklärten, warum die Pershings bäh und die SS20 Friedensraketen seien.
Nicht zu vergessen ist übrigens auch der – sehr einflussreiche – nationalistische Flügel der Friedensbewegung um Mechtersheimer und Konsorten.
Ich denke da eher an die NAPO (New/North American African People´s Organisation), das American Indian´s Movement, Not in my Name, Jesse Jackson und die US-Trotzkisten. Was Mechtersheimer und Umfeld angeht, haben dogmatische Antiimps sehr viel dazu beigetragen, deutsche linke Neutralisten entweder in die rechte Ecke zu drängen oder nationalrevolutionäre Positionen von links zu legitimieren. Ohne diese Beeinflussung hätte sich der neutralistische Flügel der Friedensbewegung völlig anders entwickeln können.Schade drum.
@Jo@chim: Auf den Antiamerikanismus der ganzen bloggenden Westler hätte man bei einem Präsidenten Ron Paul übrigens gespannt sein dürfen. In Ansätzen erkennt man den krankhaften “Ich liebe Amerika, aber nur solange es für mich und meine Paranoia Krieg führt”-Wahnsinn ja schon an der Gereiztheit, die Obama bei Euch hervorruft!
Was genau erwartest Du von einem Praesidenten Obama, DDH?
Change! ;-)
In dem -sehr lesenswertem- Buch, ‘What Terrorists Want, understanding the enemy’ wird analysiert, dass die meisten Terroristen nicht konkret wissen, was sie wollen und andersherum politische Gruppen nicht radikal sind, wenn sie genaue Vorstellungen ihrer Ziele haben.
Mir scheint doch, dass Obama (und seine Anhaenger) eher in ersterer Gruppe zu verorten sind. ;)
Ich denke BO vertritt ein klassisches sozialdemokratisches Programm und weiss sehr genau was er will (nämlich seine Klientel bedienen). Aber darin unterscheidet er sich ja auch nicht von McCain. Dem Alarmgeschrei in manchen konservativen Kreisen kann ich jedenfalls nichts abgewinnen.
Mit ‘genau wissen’ ist nicht “Macht” oder “Amerika zerstoeren” gemeint, sondern konkretere Dinge. Zumindest konkreter als ‘Change’ and ‘we can do it’.
Und dieses Alarmgeschrei gilt – willst es nun wahrhaben oder nicht – seiner Hautfarbe! Das schleckt die Geis nicht weg!
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann???
Ein Rechtsberater Reagans hat erklärt, wir hatten eine Kommission, in der wir sechs verschiedene Definitionen von “Terrorismus” versucht haben. Wurden alle verworfen, weil es sich bei jeder um Handlungen handelte, in die die USA in der einen oder anderen Weise verwickelt waren!
Siehe Jürgen Todenhöfer: “Warum tötest du, Zaid”?
So oft wie die Westler “Terror” und “Terrorismus” sagen, kann ich ja garnicht “Faschismus” hinterherrufen! Hat halt jeder so sein Lieblingswort!
Übrigens: mein Lieblingsschauspieler Colin Farrell nannte jüngst das Rauchverbot “faschistisch”! Jetzt mag ich ihn noch viel mehr – obgleich ich schon immer Nichtraucher bin!
@DDH:
“Übrigens: mein Lieblingsschauspieler Colin Farrell nannte jüngst das Rauchverbot “faschistisch”! Jetzt mag ich ihn noch viel mehr – obgleich ich schon immer Nichtraucher bin!”
Er meinte wohl “nationalsozialistisch”, Dafür gibt es gute Gründe:
http://www.freies-wort.de/nachrichten/thueringen/seite3thueringenfw/art2402,832571
Hihi, jetzt wird hier schon meine einstige Suhler Heimatzeitung zitiert. ;-)
So ist die Welt. Ab und zu hat sie ganz neckische Beiträge. Ich habe den Link aus irgendeinem Blog.
BO ist ein Sozi in Gewand politischer Korrektheit…Wer BO gut findet unterstützt Sozialdemokratie und Kommunismus…Hundert Jahre Kampf gegen den Islamterror sind besser als ein Jahr ein Sozi an der Macht…BO wird die amerikanische Wirtschaft ruinieren…BO steht für Umverteilungspolitik und Sozialstaat…BO wird die militärische Kraft von Amerika zersetzen…BO ist die größte Hoffnung des Islamfaschismus…BO wird die Mindestlöhne erhöhen….BO als Präsi ist ein passabler Grund für Antiamerikanismus.
Contenance. Der Böhse Onkel Obama wird schon nicht alles kaputt machen… es steckt bemerkenswert wenig Vertrauen in den (wenn auch durch Patriot Act etc. gebeutelten) Rechtsstaat USA in Deinen Zeilen.
Eine (wie ich hoffe) realistischere Sicht auf Obama hat der Linksradikale Knut Mellenthin schon vor einiger Zeit im nationalbolschewistischen Blättchen Junge Welt veröffentlicht: Barack Obama: Ein Hoffnungsträger demontiert sich selbst
Die größte Hoffnung für al quaida ist ein Präsident, der im Irak bleibt. Beim Abzug der US-Truppen verliert sie ihr wichtigstes Argument.
Bin Laden würde McCain wählen!
Die eher an Clausewitz denn an Sung Tsu angelehnte Strategie des Generals Patreaus scheint im Irak aber aufzugehen?
Ich will nicht akzeptieren, daß Liberale Leute sind, die sich über Militärstrategien austauschen! Mir will das nicht in den Kopf, daß heute das Argument der Menschlichkeit bei uns keinen Platz mehr hat!
Ich verstehe den irakischen Widerstand – nicht zu verwechseln mit al quaida!!!
Ich auch. Immerhin wird der ja auch von US-Soldaten darin ausgebildet AQ und Mahdis auszuräuchern.
Siehe Ramadi!
Ich fühle mich hervorragend unterhalten. Mehr davon.
House kommt erst in einer Stunde.
Die Neocons sind mit ihrer zu unilateralen Politik aus meiner Sicht schon irgendwie gescheitert. Auf Dauer können die sich das finanziell und moralisch sowieso nicht leisten. Aber ich vertraue voll auf deren Institutionen, dass da sehr bald notwendige Korrekturen durchgeführt werden.
Mich hat der real existierende und oft übertriebene Anti-US-Amerikanismus in den letzten Jahren auch sehr genervt. Nur will ich nicht verneinen, dass gewisse Wurzeln desselben durchaus rational sind.
Gerade für die “Pop-Linke” (Attac und so) war Bush sicher ein wichtiger Helfer zur Rekrutierung. Sie sind aber nicht auf ihn angewiesen und werden sich etwas neues suchen. Mugabe war ja auch mal so was wie ein Hoffnungsträger der Linken.
Der von mir gerne gelesene aber hier vermutlich bei vielen nicht so populäre Paul Krugman zweifelt übrigens an, dass Barack Obama in vielen Politikbereichen (namentlich: Wirtschaft) einen Paradigmenwechsel darstellt (http://tinyurl.com/5f4njx).
Reagan war auch ein ganz grosses Feindbild, Carter war der deutschen Linken und somit der Medienlandschaft Anfang der Achtziger zwar auch kein Freund, aber immerhin spürte sie, dass es mit Carter in den Staaten bergab gehen wird. Da kam “der Schauspieler”, der “Hardliner”, der “gefährliche Mensch” und Populist Reagan sehr ungelegen. Ich hatte seinerzeit das Vergnügen in der Schule demensprechend belehrt zu werden, LOL.
Bush ist der Reagan heute, im Unterschied zu Reagan aber ein Kriegstreiber, Gefährder und Dummkopf, so wurde gegen Ende von Reagans zweiter Amtszeit über Reagan nicht mehr berichtet. :)
Viel wird bzgl. der historischen Einschätzung von Reagan davon abhängen ob die Terrorgefahr oder die pol. Gefahr durch den Islam tatsächlich im erwarteten Umfang gegeben ist, also ob es zum Einsatz von Massenvernichtungsmitteln kommen wird.
Kommt es dazu nicht werden die Linken recht gehabt haben. :)
Tja, ich würde mal sagen, der beste US-Präsident der letzten Jahrzehnte war Gerald Ford ;-)
Im zweiten Absatz sollte natürlich Bush referenziert werden. :)
Den würde ich ja als schlechtesten in der Geschichte der USA bezeichnen, na ja, zumindest in einem Atemzug mit Buchanan und Van Buren.
Allein die Tatsache, dass ein Verweis auf drohende “amerikanische Verhältnisse” oder “Amerikanisierung” so gut wie jede Diskussion beendet, sollte genügen, um den in Deutschland immer weiter verbreiteten Anti-Amerikanismus zu entlarven.
Hundertprozentige Zustimmung zu Richard Herzingers Kommentar. Und es ist wahr: Egal ob der Irak-Krieg stattgefunden hätte oder nicht (ich war für einen Einmarsch), Bush wäre so oder so unbeliebt gewesen. Er hatte nie eine Chance bei der deutschen Öffentlichkeit: Er galt immer als der schießwütige Texaner, der sich durch Wahlbetrug an die Spitze gesetzt hat. Geistig wird er unterschätzt, seine Macht aber überschätzt. Einem geistig Zurückgebliebenen wirft man vor, den 11. September initiiert zu haben, und die Gründe für die Irak-Krieg gefälscht zu haben, obwohl ausgerechnet der BND die Aussagen eines irakischen Dampfplauderers unkritisch übernommen hat.
Die Geschichte wird ein gutes Urteil über Bush fällen…Bush ist ein wahrer Kämpfer für die Freiheit gewesen…Eine Welt ohne Hussein ist eine sehr viel bessere Welt…Der Irak wird aufblühen…Schuld daran ist Bush…Die Linken lieben Chavez und sie hassen den Freiheitshelden Bush…Bush war ein Garant des Wohlstands…Die Linken sind Garanten von Abschwung und Klassenkampf…Es ist der linke Antiamerikanismus weshalb Bush als dummer Mann beschrieben wird…Bush ist kein dummer Präsident gewesen.
Ein neuer Aphorist geht auf am Himmel über Literarien.
Er scheint wohl etwas zu viel der Gegendroge eingeworfen zu haben.
;-)
Das ist so wie mit Pharmazeutika gegen Rassismus und ihren Nebenwirkungen: Rhythm, Blues, Groove, Ghettoblaster….
Müsste es in diesem speziellen Fall nicht Litanien heißen?
Frage: Wie lebt es sich im Weissen Haus mit einer solchen Schuld?
(Selten so mehrfach *schwachsinnigen* Hurra-Amerikanismus gelesen. “Liberale Eskapaden”? Liberaler Eskapismus.)
Streichen Sie das “Liberal” vor Ihren Eskapaden!
Aber, aber, DDH, du wirst doch kurz vor deiner Sommerpause nicht auf einen billigen Troll hereinfallen? Geh mal zwei Stunden Heise-Forum lesen, das schärft die Sinne ;-)
Das Herabwürdigen eines Kommentars oder eines Kommentatoren als Troll ist nie hilfreich.
Zudem ist das was der “Troll” geschrieben hat richtig.
Oder war das jetzt wieder “Heise-Niveau” oder Trollerei? ;)
Sorry, aber wenn etwas aussieht wie ein Troll, watschelt wie ein Troll und quakt wie ein Troll, dann muss man es wohl auch Troll nennen.
Mit “Herabwürdigen” hat das nichts zu tun. Im Gegenteil, es ist eine Würdigung seiner Kunst, die darin besteht, andere glauben zu lassen, er meine auch das, wer er sagt. Und wie gut der ist, merkt man ja auch an deiner Reaktion.
Zumal die eigenartige Diktion vermuten lässt, dass der schon unter anderen Namen unterwegs war/ist. Alle paar Jahre wieder geistern “Tewe”, “Stützstrumpf”, “Frank.M”,”Bananenbieger”, “Gurkendreher” usw. durch die Blogwelt.
Interessant. Vielleicht muss das Aufschlagen dieses Troll dann sogar als Auszeichnung für das Blog verstanden werden.
Das Problem ist halt, dass Du die Kommunikationsgrundlage entziehst und dafür wirbst eine bestimmte Person sozial zu ächten.
Das hat in keinem mir bekannten Web-Biotop Erfolg gezeitigt, ich rate also bzgl. solcher Kennzeichen vglw. dringend ab. :)
So ein Quatsch. Eine bestimmte Person? Herrn Liberale Eskapaden? Oder doch besser Frau?
Aber du hast natürlich damit Recht, dass es immer welche gibt, die auf Trolle hereinfallen. Nur deswegen machen die das ja auch. Quod erat demonstrandum.
Wenn wir uns schon nicht bzgl. der Bezeichnung einig werden, dann vllt bzgl. der Folgen:
Herabgesetzte Personen können durchaus zu Störern werden, oft ist das vermeidbar.
Soviel zum Troll-Konzept, ich rate selbstverständlich auch ab im Web Personen als permanent dumm oder als gestört herabzusetzen, aus ganz ähnlichen Gründen.
Möglicherweise meinst Du es auch nicht ernst, ich wollte auch nur die Gelegenheit nutzen etwas Webkompetenz an den Mann (also nicht unbedingt an Dich) zu bringen. :)
Stimmt sogar, denn der Angesprochene ist zunächst mal ein Pixelhaufen, der aus Pixeln Buchstaben und aus Wörtern Sätze macht, die einen Sinn ergeben.
Ein Pixelhaufen hat keine Gürtellinie, unter der er ausgerechnet von einem Troll-Konzept-Kompetenten getroffen werden könnte. (Schade, wäre vermeidbar gewesen…)
“Besser”? Wie meinst Du das? Weil der Text, so wie er da steht und wackelt, eher von einer solchen als von einem Mann stammen kann? Inkriminateur, Du ;-).
(Das weibliche Gegenstück zum echten Troll ist übrigens die Elfe; die macht sowas nicht.)
Lassen wir mal die Kirche im Dorf: George W. Bush ist vielen Amerikanern genauso ein “Feindbild” wie den Deutschen und ihrem “Antiamerikanismus”, den Herzinger in seinem Artikel beschreibt. Und viele Kanadier und Briten, als traditionelle Verbuendeter und Partner der USA, fuehlen sich genauso von der Politik und dem Stil Bush’s abgestossen. Kaum ein US-Praesident hat die USA selbst, ihre Freunde, und die gesamte Welt so polarisiert wie George W. Bush…da muss man nicht einen angeblich ach so weitverbreiteten deutschen “Antiamerikanismus” ausgraben.
Wobei der Präsident immer geachtet wird. :)
Klar, ein schweinigelnder Demokrat wie Clinton stösst beim konservativen Volk übel auf, Bush bei den liberalen Gourmet-Denkern, Anwälten und Künstlern, na loge, aber dennoch ist die Ablehnung Bushs (und zuvor Reagans) in D von ganz anderer Qualität als die der Amerikaner, die ja – wie wir wissen – alle Patrioten sind.
Patriotismus macht vieles leichter, kann ich allerdings nur empfehlen wenn Staat und Volk etwas taugen.
Wenn Patriotismus nicht geeignet ist – siehe z.B. D -, dann ist sicherlich eine geeignete Anti-Haltung als Blitzableiter sehr nützlich. Sollte halt nur nicht Antisemitismus sein, aber sonst darf sich der Deutsche hier meines Erachtens gerne ausleben. Also, Antiatomkraftkler, Antiklimawandler und Antiamerikaner, um nur einige pers. anzusprechen, weitermachen!
Klasse-Kommentar nach allen drei Regeln Deiner (irgendwo hier schon mal definierten) Kunst, finde ich und sage: Bravo!
Nur in punkto Patriotismus kannst Du mich inhaltlich nicht überzeugen – nicht nur, weil Staat und Volk nicht *taugen* können, sondern weil er Gefühle veranlasst, die u. U. ein gewaltiges Agressionspotential freilegen; Wirkung und Folgen sind bekannt.
Dafür, sich *stolz* zeigen zu können auf diverse Leistungen und Errungenschaften von Landsleuten, haben wir offenbar kein Wort; d. h. *Nationalstolz* hätten wir im Angebot, aber…
Erfind’ mal eins, Du Wortkreativer, aber eines, das sich sehen lassen kann ;)!
Die Menschen sollten sich immer innerhalb ihrer sozialen Struktur artgerecht verhalten. :)
Ich weiss nicht, ob Du Terry Pratchett kennst, aber der hat sich auf seine milde Art und Weise in philosophischer Art und Weise bereits über soziale Bezüge auf das köstlichste ausgelassen.
Patriotismus ist übrigens etwas Selbstverständliches, “Wirkung und Folgen” kommen von Nationalismus und Rassismus bspw, aber hier taugen auch andere Sachen wie bspw. Religion oder neuerdings sogar Ökologismus.
Patriotismus ist übrigens etwas Selbstverständliches
Wirklich? Du hältst es für selbstverständlich, wenn eine Mehrheit ihr Land als die ganz grosse, die übergeordnete, die unangreifbare Familie adoptiert? Und ihre Protagonisten, Eliten und Instanzen stolz als ihre Vertreter und Vormünde annimmt?
Patriotismus kann nur kritiklos funktionieren, nicht wahr? Das liegt in der Natur der Sache, und das macht ihn mir suspekt. Kritische Distanz dagegen halte ich – bei einer so grossen Familie ;) – für etwas viel Selbstverständlicheres.
Patriotismus, richtig verstanden, ist die Akzeptanz der soz. Struktur, der das Individuum zugehört. Es gibt bspw. auch regionalen Patriotismus (Bayern, Hessen, sogar Städtep.).
Das gilt auch im Arbeitsleben, seine Abteilung, sein Team, seine Firma sollte man auch so zu sagen inhaltlich unterstützen.
Oder im Vereinsleben.
Zumindest klappts dann besser (auch mit dem Nachbarn), auf die EU bezogen könnte das z.B. bedeuten, dass die Nationalstaaten im Verbund ihre nationalen Interessen verfolgen und so so zu sagen doppelt Mehrwert generieren.
In D übliche Sichtweisen, die einen Internationalismus (dieser ist schlecht genauso wie der Nationalismus) unterstützen und auf Kosten D. die Welt (oder erst einmal nur die EU ;) verbessern wollen sind also schlecht.
(Das Sommerloch ist gross, da passt noch vieles rein ;-)
Schon davon gehört, ja. Hier handelt es sich m. E. um die Pflege von Heimatgefühlen oder Heimalzugehörigkeitsgefühlen, nicht aber um *Patriotismus*, den ich als kritiklose, aktive Huldigung an ein Vaterland, an eine Nation verstehe.
In USA, Heimat des Positivismus, nehmen sie Cheerleaders dazu. Überlässt man es mal (siehe John j.) den Dixie Chicks, über Busch zu befinden, dann arbeiten die (Deines Erachtens nach) “für den europäischen Markt” – wo Skepsis noch immer den guten alten Stellenwert hat, der ihr gebührt – IMHO.
Wenn Du mit dem Patriotismus Probleme hast, dann versuchs mal mit Strukturloyalität, also auf soz. Strukturen bezogen natürlich, LOL.
Und nicht zu viel Marx lesen…
Ich glaub’, ich hab’ andere Probleme als eines mit dem Patriotismus, auch keines mit Strukturloyalität.
Was ich mir oder Anderen eingebrockt habe, löffle ich auch wieder aus (wobei in der Vermeidung ein deutliches Plus liegt). Das reicht mir eigentlich an sozialer Struktur.
Und meinst Du wirklich, dass ich den Marx nochmal aus dem Regal hole? Nein, da nehme ich schon lieber Adam Smith, am liebsten aber gleich E.M.Cioran, den Nihilisten, denn: Nihil mutat.
Nichts ist wie der Nihilismus, dennoch rate ich an auch mal moderne, unterhaltsame und philosophisch orientierte Autoren wie Terry Pratchett zu lesen. Misantropie ist was für Trolle.
“…dennoch ist die Ablehnung Bushs (und zuvor Reagans) in D von ganz anderer Qualität als die der Amerikaner, die ja – wie wir wissen – alle Patrioten sind.”
Sagst du – woher willst du das eigentlich wissen? Wenn sich z.B. ur-amerikanische Musikikonen wie die Dixie Chicks auf der Buehne zu dem Satz “Wir schaemen uns dass Bush aus Texas kommt” hinreissen lassen, ist das wirklich eine andere Art von Ablehnung als in D? Und Michael Moore ist nicht nur in D sondern leider auch in den USA eine Groesse…
Der amerikanische Präsident wird natürlich hart kritisiert, aber immer respektiert. Zumindest von jedem richtigen Amerikaner, LOL.
Diese total destruktiven Sichtweisen wie in D, wo man (zumindest im Volk, aber einer wie Ströbele wäre vermutlich auch dabei) sogar bereit wäre die Struktur zu (zer)stören, damit einer weggehauen werden kann, gibt es dort nicht.
Die genannten Künstler bearbeiten übrigens mit solchen Aussagen gezielt auch den europäischen Markt – sollte Dir das noch nicht aufgefallen sein.
Was sind “richtige Amerikaner”? Patrioten? Republikaner? Demokraten? Und der Respekt vor dem US-Praesidenten, der geht nun wirklich oft nicht sehr weit. Man musste nur in den USA leben als Clinton und der Lewinsky-Skandal angesagt waren um zu sehen mit welcher tiefen Verachtung Clinton in republikanischen Kreisen gehandelt wurde – genauso wie jetzt Bush in demokratischen Kreisen. Und dass in den USA oefter mal der Praesident “weggehauen” wird, das muessen wir jetzt nicht diskutieren, oder?
“Die genannten Künstler bearbeiten übrigens mit solchen Aussagen gezielt auch den europäischen Markt…”
Ja – “auch”. Aber die message ist fuer die Leute daheim bestimmt. Was die Dixie Chicks betrifft: Es gibt kaum etwas wo es so patriotisch und all american zu geht wie in der Countrymusik: Da wimmelt es nur so von stars and stripes, land of the free and the home of the brave, und beautiful for spacious skies. Wenn es ein republikanischer Praesident da schon schwer hat, dann ist er wirklich ein Feindbild – in seinem eigenen Land.
Wenn wir uns schon nicht über die qualitativ nicht vergleichbare (oder vergleichbare ;) Ablehnung des amerikanischen Präsidenten in Europa und Amerika einig werden, dann aber vielleicht doch über die Strategie der o.g. Chicks oder bspw. auch der Band, die “American Idiot” rausgehauen hat (und sich in Amerika und Europa auf das köstlichste janusköpfig gezeigt hat :) oder diese “Pink” mit “Mr.President” (exkl. in Europa veröffentlicht) oder diese peinlichen Hollywood-Fratzen, die ebenfalls zweigleisig fahren.
Sogar die Stones waren noch vor einigen Jahren für eine gewisse dbzgl. Ambivalenz gut.
Reichlich inkonsistent. Wie alles, was Westler sagen, denken und meinen!
Patriotismus ist potenzierte Dummheit. Immer und überall!
Siehe auch: http://dominikhennig.blogspot.com/2008/05/kann-man-wirklich-sein-land-lieben.html
, Du hast mail ;-)