Adam Smith in Edinburgh
Am kommenden Freitag wird in Edinburgh, auf der Royal Mile, in unmittelbarer Nachbarschaft von St. Giles’ Cathedral und der City Chamber eine Statue von Adam Smith aufgestellt werden. (If any reader is around in Edinburgh, just drop me a line. I will be there.)
Adam Smith, der Autor von Wealth of the Nations wird in unmittelbarer Blickweite von David Hume ueber dem alten Markt von Edinburgh stehen und in Richtung des alten Handelshafen von Leith blicken. Obwohl Smith, in Kirkcaldy, gegenueber Edinburgh auf der anderen Seite des Forth, geboren wurde und in Edinburgh begraben liegt, ist die Statue die weltweit erste, die zu Ehren des Oekonomen aufgestellt wird. Fuer die Kosten kommt selbstredend die Unsichtbare Hand und nicht der Taxpayer auf.
Wie ist das eigentlich in Deutschland? Wem wird dort oeffentlich gedacht? Wo stehen die Statuen zu Ehren von v. Hayek oder Ludwig Erhard? Ich fuerchte, ich kenne die Antwort, fuehrt doch selbst die Liberale Stiftung fuer die Freiheit Kalle Marx im Briefkopf.













>Wo stehen die Statuen zu Ehren … Ludwig Erhard?
In Fürth am Königsplatz. OK, ist “nur” eine Büste, aber ebenfalls ohne den taxpayer zu belästigen.
Und natürlich in Gmund am Tegernsee. Finanzierung ist mir grade nicht bekannt, aber viel eindrücklicher als hitorisierende Statuen auf hohen Sockeln.
Finde nicht “Kalle Marx”, sondern Theodor Heuss auf der Stiftungsseite, den aber mit einem wahrhaft denkwürdigen Ausspruch:
“Die äußere Freiheit der Vielen beruht auf der inneren Freiheit des Einzelnen”.
Da haben wir’s wieder. Wenn demnach die “innere Freiheit des Einzelnen” nicht gegeben ist, dann kann sich die ” äussere Freiheit der Vielen” nicht einstellen. Vereinigen und Einpacken, liberale Parteien aller Länder; es wird nichts daraus ;-).
Im genetischen Programm der “Horde” ist sie nämlich keine Konstante, sondern nur eine Variable aus dem grossen Topf der Möglichkeiten, und dass man sie nachträglich einbauen, verordnen oder anerziehen könnte, die “innere Freiheit”, habe ich bis jetzt noch nicht gehört.
“Kalle Marx” hat nicht umsonst vom “Opium für das Volk” geredet. Im verbindlich Irrationalen liegt offenbar mehr Anziehungskraft als in der freiheitlichen Ratio eines Adam Smith oder eines in sozialer Marktwirtschaft hochbegabten (sogar sättigenden!) Ludwig Erhard - wobei ich (den Fotos nach) schon sagen muss, dass Smith für ein naturalistisches Denkmal eindeutig die bessere Statur mitbringt ;-). - (Viel Spass bei der Enthüllung, Dagny!)
Dagny meint die Adresse der Stiftung: Karl-Marx-Strasse 2 in Potsdam…manchmal muss man es halt so an den Haaern herbeiziehen.
Ach so, jetzt seh’ ich’s! Da hab’ ich gar nicht hingeschaut, sondern ein Abbild des Bärtigen gesucht und das eines Unbärtigen gefunden.
Danke für die Aufklärung! Da kann man wieder mal sehen, wie die Fixierung auf Bilder fortschreitet ;-)…
Der Skandal liegt nicht im Namen der Straße, sondern im Namen der Stiftung: der “National-Soziale” Fritze Naumann und dessen schwäbisch-charakterschwacher Zögling, der Ermächtigungsgesetzzustimmer “Papa” Heuss zeigen deutlich an, daß es da für Liberale nichts zu holen gibt!
Reg’ Dich mal wieder ab, hmm? “Vergeben & vergessen” - das wird doch langsam gehen, oder nicht ;-)?
(Bei Marx gäb’s übrigens auch nichts zu holen, was sie haben wollten, wenn ich mir den Vortrag zur “Aktualität Eugen Richters” durchlese, den unten verlinkt hat.)
…man darf sich seitens der Stiftung nicht beschweren: Vor KM hieß die Straße am Stiftungsgebäude “Straße der SA”…
Mitten in Manchester gibt es auch ein Richard-Cobden-Museum.
In Hagen steht einsam und verlassen ein Eugen-Richter-Turm.
Der 1911 erbaute Turm sorgte damals für einen mittelprächtigen Skandal, weil das Denkmal für den grossen liberalen Reichstagsabgeordneten Eugen Richter wesentlich höher liegt als der Turm für seinen Intimfeind Bismarck in Sichtweite :-)
Der Turm wurde in den letzten Jahren durch eine Bürgerinitiative aufwendig renoviert - vorwiegend aus privaten Mitteln, wenn ich recht informiert bin, wie es sich für ein liberales Monument gehört :-)
Hier ein Vortrag als PDF-Datei von Klaus Füssmann, dem Leiter des Veranstaltungsprogramms der FNSt, zur Aktualität von Eugen Richters Denken.
Frage: Wo ist die Aktualität von Richters Denken, wenn sie nicht sowieso eine ewige wäre? Weil der Sozialstaat (gegenüber Bismarcks Zeiten) unter enormer Aufblähung leidet, und auch sonst vieles eskaliert ist, was besser im Rahmen geblieben wäre? Ein Grund mehr, eine praktische Umsetzung seines Denkens für absolut chancenlos zu halten. Respekt, ja, den hat er verdient, auch wenn manches für heutige Ohren arg naiv daherkommt - IMHO.
Minimalstaat gegen Koloss gewordenen Apparat? Aussichtslos. Vorher müsste man ihn schon zerhauen, wozu ich gute Lust hätte…
(Es is d’ Hitz’, ;-)
Kann da das Büchlein ‘Sozialdemokratische Zukunftsbilder’ von Eugen Richter (in Neuauflage) empfehlen. Das Vorwort gibt eindrucksvoll Aufschluss wie Bismarck mit dem Sozialstaat den Liberalismus vernichtete. 60% der Krankenversicherungspflichtigen etwa, hatten bei Einführung der Pflichtversicherung eine private, genossenschaftliche Versicherung.
Hmm, eine Neuigkeit für mich! Und die restlichen 40%? Gar nix, oder? Tja, so fängt’s an und ist nicht mehr aufzuhalten - was einem sozial (und immer in Wahlperioden) denkenden Politiker dann einfällt, gestern wie heute…
Danke für den Tipp!
Viele der Nichtversicherten hatten ein höheres Risiko der Berufskrankheit, der Invalidität oder des Todes am Arbeitsplatz. In einigen diieser Industriezweigen gab es schon Anfang des 19. Jahrhunderts Zwangskassen (z.B. Knappschaften für Bergleute). Zwangkassen sind keine rein staatliche Erfindung.
Von diesen Krankenversicherungen wurde Krankentagegeld und Sterbegeld gezahlt. Die Ausgaben für eine medizinische Behandlung übernahmen sie nicht.
“In einigen diieser Industriezweigen gab es schon Anfang des 19. Jahrhunderts Zwangskassen (z.B. Knappschaften für Bergleute). Zwangkassen sind keine rein staatliche Erfindung.”
Mit dem Unterschied, dass niemand gezwungen wurde, gerade in diesen Industriezweigen zu arbeiten. Heute ist jegliche Lohnarbeit von Kassenzwang betroffen. Das ist ein erheblicher Unterschied.
“Wem wird dort oeffentlich gedacht?”
Dem Genitiv.
SCNR.
Wie ist das eigentlich in Deutschland? Wem wird dort oeffentlich gedacht? Wo stehen die Statuen zu Ehren von v. Hayek oder Ludwig Erhard?
Ja, höchste Zeit nach achtzehn Jahren kräftig wieder wem zu gedenken, bis es nicht mehr geht. Russische Bildhauer können den ideologischen Naturalismus nach wie vor am besten.
Klar, denn die sind ja in diesem Genre auch bestens und längstens beschäftigt gewesen. Es dürften ihnen aber in Kürze die Aufträge ausgehen, denn heute wird dort ideologiefrei und vor allem abstrakt gekauft - durchaus auch vom Preis her…
(Da sage noch einer, dass befreites Wirtschaften nichts bewegt ;-).
einsam und verlassen
sind vor allem die Grabstätten der deutschen Liberalen des 19. Jahrhundert. Dabei muß man nur offene Friedhofstore passieren und ein wenig suchen. Das einzige (?) Grab von Eugen Richter hat eine Portraitbüste, das Grab von Schulze-Delitzsch hat nur eine Portraitplakette, aber den gibt es in der Luisenstadt ja noch als Platz mit Denkmal.
Liberale wissen natürlich, wo sich die Lokalitäten befinden und sind selbstverständlich schon dort gewesen. Der ehemalige Weinberg aus der Zeit der kleinen Eiszeit eignet sich doch vorzüglich als Friedhof, nicht wahr? Der Wein soll von recht anspruchsvoller Natur gewesen sein. So berichteten es die Kehlen. Jetzt ist es eine idyllische Landschaft, die zum Verweilen einlädt.