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Hugo zeigt Sportsgeist

03.07.2008 15:54 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim

Durch eine gelungene Militäraktion wurde gestern die kolumbianisch-französische Politikerin Íngrid Betancourt nach sechsjähriger Dschungelhaft aus der Gewalt des marxistischen Flügels der kolumbianischen Drogenhändlersyndikate (”FARC”) befreit. Der venezolanische Caudillo Hugo Chávez gratulierte seinem kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe umgehend telefonisch zur Befreiung ist in der TAZ zu lesen.

Respekt. Das ist echter Sportsgeist, den Hugo da zeigt, hatten doch z.B. seine französischen Genossen von Indymedia Paris noch vor kurzem ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die liberale Hure als Dünger im Dschungel enden möge (”cette fois c’est certain la putain liberale Betancourt va finir comme engrais dans la jungle”)

Schon im März musste er einen empfindlichen Schlag an der Destabilisierungsflanke einstecken, als nach der ebenfalls erfolgreichen Aktion kolumbianischer Truppen gegen den FARC-Kader Raúl Reyes Dokumente auf beschlagnahmten Computern gefunden wurden, die eine langjährige enge Zusammenarbeit zwischen der Linksregierungen in Venezuela und Ecuador und der FARC belegen. So sollte, offensichtlich zusammen mit den weissrussischen Freunden, ein 250 Mio.US$ Waffendeal für die Terrororganisation eingefädelt werden.

Als Libero des Team Terror Latinoamericano wirkt Chávez seit der Niederlage bei der Volksabstimmung über sein sozialistisches Ermächtigungsgesetz im Dezember letzten Jahres zunehmend angeschlagen.

Zeit ihn vom Platz zu nehmen, ¿no?

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35 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

marc, 03.07.2008 18:46

”cette fois c’est certain la putain liberale Betancourt va finir comme engrais dans la jungle”

das ist einer der menschenverachtendsten Sätze, die ich seit langem gehört habe! …und ich habe Zugang zum Internet(!)

…Sozialisten sind widerlich.

 
Lemmy Caution, 03.07.2008 18:58

Ich verfolge das nach wie vor mit großem Interesse und versuche mich kurz zu fassen.
Die FARC versteht sich ausdrücklich als stalinistische Organisation. Neben ihren Aktivitäten im Drogengeschäft, finanzieren die sich auch mit Dauer-Entführungen in Dschungel-Camps. Und zwar nicht nur Politiker oder Amis, für die man politische Gefangene eintauschen kann, sondern auch die kolumbianische Mittelschicht, für die es Geld gibt. Seit 1996 haben die 300 (!) Kinder (!) entführt.
Experten sagen, dass die ihr stalinistisches Modell durchsetzen wollen. Das hat nur an der Wahlurne keine Chance.

In den 80ern versuchte die FARC eine Partei zu gründen (union patriotica). Gegen die sind allerdings Teile der Militärs, Drogenhändler und auch Teile der Wirtschaft mit äußerster Brutalität vorgegangen, indem die paramilitärische Gruppen unterstützten, die UP Leute reihenweise ermordeten. Allerdings hat diese Partei eben auch in keinster Weise die Hoffnungen der moderateren Kolumbianer erfüllt, dass mit ihrer Hilfe die FARC in Dialoge integriert wird. Die FARC hat sich nach wie vor nicht an Abmachungen gehalten. Die Union Patriotica diente aus FARC Sicht eher dem “Kampf auf allen Ebenen”, in der es keinen wirklichen Dialog mit der Bürgergesellschaft geben konnte.
Die neue linke Partei (PDA) ist ausdrücklichst gegen den bewaffneten Kampf und die FARC. Und die stehen deutlich links von Lula da Silva oder gar den chilenischen Sozialisten.

In Kolumbien besitzt die FARC praktisch überhaupt keine Sympathien mehr. Die haben auch massenweise Landarbeiter umgebracht, etc.

Die Haltung von Hugo Chavez war (bis zum Lapptop Fund) ziemlich ambivalent. Einmal sprach er sich gegen die Gewalt aus. Dann erzählte er, dass er selbst mal kurz davor stand, als Guerrillero in die Berge zu ziehen. Oder er meinte, dass diese Leute zu integrieren wären (was aus der Sicht der meisten Beobachter einfach nicht geht wg. dem Absolutheitsanspruch der FARC). Chávez erzählt immer wieder gerne selbstgedrehte Geschichten von den gewalttätigen Reiter-Caudillos des 19. Jhdts. Ausserdem bewundert er Castro, Guevara und Ortega (Nicaragua). Dann kamen Zeitungsberichte von Investigativ-Journalisten mit einem guten Ruf, die über eine vielfältige Zusammenarbeit zwischen Chavez-Leuten und der FARC (Rückzugsräume für Killer/Folterer, logistische Unterstützung für den Transport von Kokain) sprachen. Dann kam das Lapptop mit Hinweisen zu Geldtransaktionen und intensiven Kontakten Chavez-FARC. Interpol hat die geprüft und für echt befunden. Dies wurde von Chavez Leuten heftig bestritten. Interpol war angeblich vom CIA “unterwandert”.
Zu enge FARC Kontakte stellen auch für einen eher robust-schamlosen Typ wie Chavez ein Problem dar. Die FARC hält tausende von Leuten in Dschungellagern als Dauer-Entführte. Besonders überzeugend findet das die venezoelanische Wählerschaft natürlich auch nicht.

Chavez will Wahlen nicht abschaffen, aber er es gibt einige üble Features in der bolivarischen Demokratie. Z.B. werden aussichtsreichen Oppositions-Kandidaten aus fadenscheinigen Gründen und ohne Gerichtsverfahren verboten, sich zur Wahl zu stellen.

Venezuela hat eine Menge Einnahmen aus dem Erdölgeschäft. Allerdings steigt der an vielen Stellen subventionierte Konsum deutlich stärker an als das BIP. Und Investoren schrecken auch zurück, weil Hugoslawien zu Verstaatlichungen neigt. Letztens wurden z.B. Fertigungsstätten von mexikanischen und europäischen Zementfabriken verstaatlicht. Als ausländische Investoren treten dann noch Iraner auf, mit denen dann Traktoren zusammengeschraubt werden. Diese Fabriken veröffentlichen aber praktisch nichts. Man vermutet, dass da nicht viel passiert.
Wirklich fraglich, was aus dieser Brot & Spiele Ökonomie passiert, sobald der Ölpreis einmal sinkt.

Der kolumbianische Präsident Uribe ist historisch verstrickt in die sehr gewalttätige Parapolítica, dh. Ermordung von vielen Hunderten Anhängern und Repräsentanten der FARC-nahen Union Patriotica, Gewerkschaftlern, etc. Allerdings geht er seit Jahren auch wirklich hart gegen diese Para-Typen vor. Es ist nicht auszuschliessen, dass er es sein wird, der das hier nur angedeute unglaublich gewalttätige Rad der kolumbianischen Politik aufhalten wird. Er ist seit einiger Zeit äußerst beliebt in der kolumbianischen Bevölkerung.

Ingrid Betancourt berichtete über ihre Befreiung nach fast 7 jähriger Dschungel-Camp Haft: “Plötzlich sah ich den Kommandanten, der uns 4 Jahre herumkommandierte, der so oft grausam, demütigend und despotisch war. Ich sah ihn am Boden, nackt, mit verbundenen Augen.”

jo@chim, 03.07.2008 19:10

Hugoslawien

*gnihihihi* Danke für Deine Ergänzungen!

Lina, 03.07.2008 21:22

Noch eine lesenswerte Ergänzung zur FARC - if I may?

Die Macht einer solchen Kampftruppe besteht allein in ihrer Existenz, da diese zumindest symbolisch das einschlägige Monopol des Staates in Frage stellt. Man ist vom Feind umstellt, hat aber sein eigenes Territorium, das man zwar beherrscht, aber nicht kontrolliert, und das von der Armee zur Not kontrolliert wird, die es jedoch nicht beherrscht. Es ist vom Anfang bis zum Ende eine Pattsituation, in der Geiselnahme und Freilassung oder Befreiung den einzig möglichen Schlagabtausch zwischen den Gegnern bilden. Die Geiselnahme erlaubt es den Rebellen sich der Öffentlichkeit in Erinnerung zu rufen, die Freilassung wiederum verschafft den Politikern eine Täuschungsgelegenheit für ihre politische Handlungsunfähigkeit. (Auszug Richard Wagner auf achgut)

Der Staat im Staat im “Gegengeschäft” mit dem Staat im Staat? Ist das geteilte Anarchie oder wie nennt man solche Verhältnisse? Castro konnte noch “siegen”, die FARC nicht mehr. Hält sich in Kolumbien inzwischen ein Gleichgewicht der Kräfte von Markt & Marx die Waage, und wann und zu wessen Gunsten neigt sie sich?

Das sind Fragen, die mich im Zusammenhang mit Betancourts zurückeroberter Freiheit und Chavez impertinenter Verlogenheit beschäftigen - in der Hoffnung, es wäre in dieser Frage doch wieder ein Stück Boden im Kampf Markt gegen Marx gewonnen…?

jo@chim, 03.07.2008 21:49

Wie LC schon angedeutet hat - und was auch in meiner Charakterisierung der FARC als Flügel der Syndikate drinsteckt - würde ich nicht von einem “Gleichgewicht der Kräfte von Markt & Marx” sprechen, das sich lange Zeit herausgebildet hatte. Eher von einem Gleichgewicht der Staazi-Fraktionen (mann bzw. frau verzeihe mir den Ausdruck und ich nehme ihn auch sofort wieder zurück).

Markt funktioniert nur mit gesicherten Eigentumsrechten - und die sind nicht gegeben, wenn die Campesinos von den Terroristen zum Koka-Anbau gezwungen werden. Aber auch nicht, wenn diese Rechte durch von Grossgrundbesitzern und Establishment ausgehaltene Paramilitärs mit Füssen getreten werden.

Vielleicht war es “das Problem” von Frau Betancourt, dass sie als in Frankreich ausgebildete und sozialisierte Diplomatentochter eben nicht Teil dieses Machtkonglomerats war.

Ich hoffe mit Lemmy, dass Präsident Uribe es schaffen wird, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, und in Kolumbien die Anarchie* durch das Recht* abzulösen.

(*bewusste Formulierung, meine werten links- und rechtsanarchistischen Mitleser)

Lina, 03.07.2008 22:05

Das wollte ich hören,

Markt funktioniert nur mit gesicherten Eigentumsrechten - und die sind nicht gegeben, wenn die Campesinos von den Terroristen zum Koka-Anbau gezwungen werden. Aber auch nicht, wenn diese Rechte durch von Grossgrundbesitzern und Establishment ausgehaltene Paramilitärs mit Füssen getreten werden.

Das ist auch die Position, die denen das Wasser abgraben sollte, die Du unten *bewusst erwähnst…

(Ich hoffe mit.)

Lemmy Caution, 03.07.2008 23:15

Ist mir zu negativ. Das ist keine Patt-Situation. Ist ja auch nicht so, dass es Latinos nicht möglich wäre politische Probleme zu lösen. Und so hört sich das ein bischen an. In Chile, Argentinien, Brasilien, Uruguay wäre heute eine ähnliche Militärdiktatur wie in den 70ern völlig undenkbar.
Betancourts stammt väterlicherseits aus einer kolumbianischen Politikerfamilie. Die hatte Verbindungen.
Sie hat nur den Fehler gemacht, dass sie in einer gewissen Euphorie mitten in ein von der FARC gehaltenes Gebiet gefahren ist. Es sind in den letzten Jahrzehnte eine Menge Politiker ermordet worden. Es gibt heute rechts wie links ein starkes Bewußtsein dafür, dass die Gewalt gestoppt werden muß.
Auch Hugo Chávez sagt heute - wie eigentlich immer seit der peinlichen Entdeckung des Lapptops - dass die Zeit der Guerrilla vorbei ist. Das Problem von dem Kerl ist mehr, dass der mehr Geld verbrennt als 50 wildgewordene Dot-Coms :-) .
Auf der Webseite der führenden Linkspartei Kolumbiens, PDA, wird die Befreiung uneingeschränkt als freudiges Ereignis bezeichnet. Es gibt ausserdem einen klaren Hinweis, dass aus Terrorismus nichts gutes entstehen kann und zu Verbrechen führt, die allgemein abgelehnt werden.
Auf allen Online-Seiten sämtlicher Zeitungen zwischen Rio Grande und Feuerland wird intensivst über die Befreiung berichtet. Es werden emotionale Interviews mit Ingrid Betancur und den Kindern gezeigt. Nach Mogadischu 77 war das in Deutschland auch so.
Die FARC war schon länger ein Anachronismus. In den anderen Ländern gibts ja gar keine Guerrilla. Kolumbien bietet dafür einfach be-urwaldete Bergketten und Koka. In Chile könnte man höchstens durch die Küstenkordillere, eine Art Mittelgebirge latschen oder den ganzen Tag die oben nicht bewaldeten extrem steilen Andenschluchten hoch- und runterkrabbeln. Da wär man aber ein leichtes Ziel für die Armee.

jo@chim, 03.07.2008 23:21

Klingt ja gut! Ich freue mich (was mir in einem politischen Kontext eher selten passiert in letzter Zeit). Auf el futuro Presidente Betancourt ;-)

 
Lina, 04.07.2008 07:39

Das ist keine Patt-Situation.

Sechs lange Jahre zu brauchen, um (unter anderen) eine sehr prominente Geisel zu befreien, spricht eher dafür, würde ich meinen, bzw. habe ich bis gestern noch gemeint.

Dass in Chile, Argentinien, Brasilien, Uruguay heute eine ähnliche Militärdiktatur wie in den 70ern völlig undenkbar wäre, höre und glaube ich Dir gern.

(Danke für Deine Reportagen; bist Du vor Ort, weil Du Dich so gut auskennst?)

Lemmy Caution, 04.07.2008 10:03

Hi,

Ich bin in Deutschland, war nie in meinem Leben in Kolumbien, hab aber Freunde in Chile. Verfolg das einfach seit einiger Zeit.
Hans Martin Schleyer wurde nie befreit.
Der dieses Jahr verstorbene FARC Führer Marulanda kämpfte 50 Jahre als Guerrillero im kolumbianischen Dschungel. .
Jedenfalls besitzt Íngrid Betancur eine quasi unermeßliche Kapazität zur Solidarisierung gegen die FARC. Ist tief-archaisch wie im Märchen. Eine sympathische Mutter wird 6 Jahre von bösen Männern und Frauen festgehalten. Dann mit einem Trick befreit. Sie selbst und die Kinder sprechen sehr offen über ihre Gefühle und die kommen alle sehr sympathisch rüber.

Lina, 04.07.2008 10:56

Hi,

Hans Martin Schleyer wurde nie befreit.

Dabei - sorry! - gibt’s keinen Dschungel in Deutschland, was die RAF nervöser gemacht haben muss, als es die FARC je war…

Ist tief-archaisch wie im Märchen.

Ja, Gebrüder Grimm - at it’s best; immer gut, den Dingen auf die Wurzeln zu schauen, danke.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Michael, 03.07.2008 19:09

Der Beitrag ist ziemlich dumm. Wie für neoliberale Sektierer üblich wird alles, was nicht derselben Meinung ist, in den Topf “links” bzw. “sozialistisch” geworfen. Die Farc ist stalinistisch, Chavez ist linkspopulistisch (trotzkistisch orientiert) und Indymedia ist grassroots. Doch für und die Leser hier egal: alles dasselbe und am besten an die Wand und erschiessen. Was für ein Kindergarten!

jo@chim, 03.07.2008 19:21

Sie haben vergessen zu erwähnen, dass Liberale die wahren Faschisten sind, und dass es Lakaien wie Betancourt deshalb ganz recht geschieht, wenn sich die revolutionären Massen gegen sie wenden.

max, 03.07.2008 19:29

Warum sollte man differenzieren? Ekelhafte Sprüche ob sie nun links oder rechts sind, machen einfach krank, da macht es keinen Unterschied, wie differenziert die politische Gestaltung sich vom großen “Links”-Begriff unterscheidet.. Menschenverachtend ist und bleibt das…

 
 
jo@chim, 03.07.2008 19:32

P.S.: Das was die absondern ist nicht Grassroots sondern Hassrotz.

 
Lemmy Caution, 03.07.2008 19:58

Die Äußerungen (und Taten) einiger (aber nicht aller) linker Gruppen gegenüber der FARC erinnern mich an die Politik von Teilen der CIA und der US Regierungen gegenüber den folternden Militärregierungen der 70er und 80er Jahre.
Man erklärte sich als Gegner der massenhaften Folterungen, hatte aber die Leute geschult, traf sich mit ihnen und arbeitete in Washington gegen zu scharfe Verurteilungen.

Im Grunde kann man gegenüber dem, zu dem sich die FARC in den 80ern entwickelte nur einen fetten Trennstrich ziehen.

Aber dann gabs immer wieder auch Sympathiebekundungen für diese letzten starken lateinamerikanischen Guerrilla. Chávez hat im venezoelanischen Sonntag-Mittag-Fernsehen für Raul Reyes eine Gedenkminute abgehalten. Im Camp von Reyes auf ecuadorianischen Boden gabs während des Angriffs Sympathisanten-Besucher aus Chile und Mexiko. Journalisten haben eine Menge an glaubwürdigen Belegen für eine Zusammenarbeit Chavistas - FARC zusammengetragen. Reyes hielt sich oft in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito auf.
Auf der Festplatte des im Reyes-Lager sichergestellten Lapptops fanden sich eine Menge an geheimer Kommunikation zwischen Latino-Linken und der FARC. Ganz sicher nicht von Lula da Silva, Ricardo Lagos oder Michelle Bachelet, aber die werden dann von Teilen der Linken auch nicht mehr als “echte Linke” akzeptiert. Und das kapier ich nicht. Weil die Wirtschaft der ihrer Länder genug Bimbes produziert, um der ihre ausgeweiteten Sozialprogramme zu finanzieren?

 
 
Bucaro, 04.07.2008 01:04

Ich denke Uribe hat in den letzten Jahren durchaus eine gute Politik betrieben, vor allem gegenüber den FARC, und ich halte ihn alles in allem für einen guten Präsidenten. Allerdings gibt es durchaus ein paar Sachen die auch an ihm auszusetzen sind, wodurch er (vor allem immer wieder den Linken) genug Angriffsfläche bietet.
Da wäre zum einen seine Angewohnheit (auch die seiner Anhänger) jeden der Kritik an seiner Art und Weise übt als Guerrilliero zu diffamieren und somit abzuwürgen. Das ist nichts anderes als wenn Chavez jeden Gegner als Neoliberalen betitelt und gehört einfach nicht in einen demokratischen Diskurs.
Oder auch das jetzt eine erneute Verfassungsänderung zur Wiederwahl angestrebt wird einfach mit der Begründung “er sei der beste Präsident bisher”. Das mag ja durchaus so sein, ist aber noch lange kein Grund nach jeder Amtszeit die Verfaasung zu ändern um eine erneute Wiederwahl zu ermöglichen.
Zur Info: Bis 2006 durfte ein Präsident in Kolumbien nur eine Amtszeit (4 Jahre) am Stück regieren. Hintergrund ist, dass so eben “Diktaturen” verhindert werden sollten. So wurde die Verfaasung geändert, um Uribe eine Wiederwahl zu ermöglichen. Ich war durchaus für diese Veränderung. Vier Jahre sind doch etwas sehr wenig und zumindest eine Wiederwahl sollte doch schon möglich sein, vor allem auch um Kontinuität in der Politik zu ermöglichen. Wie sich herausstellt haben ja z.B. auch die FARC davon profitiert, dass sich alle 4 Jahre alles komplett änderte und es also Brüche gab in denen sie sich wieder erholen konnte.
Nun aber die erneute Wiederwahl anzustreben (schon mit weiteren im Hinterkopf) stimmt mich nachdenklich. Vor allem da es sich um eine sehr auf die Person fixierte Bewegung handelt (zumindest bei vielen Anhängern). Davon konnte ja selbst Putin nur Träumen.
Wie gesagt, ich finde er macht eigentlich eine ganz gute Arbeit, er und sein Umfeld sollten aber wenn sie sich so demokratisch geben und von anderen die Einhaltung der Spielregeln fordern, sich bitte auch daran halten und so der Guerrilla ein Vorbild sein. Nicht den Führern, aber den Sympatisanten und verblendeten Kämpfern.

Lemmy Caution, 04.07.2008 20:49

Wirklich schwierig dazu von aussen eine Meinung zu haben. Umfragen sagen, dass Uribe nun eine Zustimmung von 91% hat.
Ein Argument für permanente Verfassungs-Änderungen ist das natürlich auch nicht. Nur hat noch letztes Jahr jeder gesagt, dass die FARC nicht militärisch zu besiegen ist. Das hat sich jetzt geändert. War ja nicht nur Betancur sondern viele derer Kombatanten haben bereits den Kampf aufgegeben. Vielleicht muß Uribe einfach versuchen, die Aufgabe zu beenden und das wird dann auf der anderen (?) Seite auch den Druck auf die Paramilitärs noch weiter erhöhen.
Welchen Wert hat es, dass es in diesem Land in den 70ern die Demokratie beibehalten wurde, wenn in den 80ern massenweise linke Politiker in dieser “Demokratie” niedergemetzelt wurden?

 
 
T. Abert, 09.07.2008 23:09

was hat Chavez mit diesem französischen Zitat zu tun?

Überhaupt witziger Artikel.
Hat nicht Chavez nach Anfrage von Sarkozy für die Freilassung Frau Betancourts verhandelt?
Oder habe ich da was falsch mitgekriegt?

Aldo Moro wurde übrigens auch nicht befreit, ganz im Gegenteil, die vereinigten italienischen, westeuropäischen und amerikanischen Gegner des “historischen Kompromisses” liessen ihn von seinen idiotischen Entführern wie bestellt ermorden.

Lemmy Caution, 10.07.2008 17:55

T. Albert,

Chávez der große Engel, der einen neuen Weg sucht, unter all diesen unkultivierten Unterdrückern und Machos wie Alvaro Uribe, gemeinsam mit den kultivierten Franzosen.
Wie ich oben bereits geschrieben habe, gibt es ziemlich klare Belege für eine Zusammenarbeit zwischen dem Chávez Regime und der FARC. Der bei dem Schlag gegen Raul Reyes aufgefundene Lapptop, der sehr, sehr wahrscheinlich eben laut u.a. Interpol eben nicht gefälscht ist, zeigt ausserdem überdeutliche Spuren von Verbindungen zwischen Teilen der lateinamerikanischen Linken und der FARC. Ausserdem hielten sich während des Anschlags Kommunisten aus Mexiko und Chile in dem Lager auf. Beide gehören in ihren Ländern sehr wenig gewählten Parteien an.
Dies erinnert mich an eine nicht besonders wichtige, halbherzige aber denoch existierende Zusammenarbeit zwischen Teilen des CIAs und des Außenministeriums der USA mit General Augusto Pinochet.
Mit einer Organisation wie der FARC kann man nicht zusammenarbeiten. Verschiedene kolumbianische Regierungen haben immer wieder versucht Friedensgespräche einzuleiten. Die befriedeten Zonen (FARClandia) benutzten die aber zur Ausbildung. Ausserdem machten sie sich bei der dort lebenden zumeist armen Landbevölkerung höchst unbeliebt durch Willkür, Erschiessungen, Vergewaltigungen, etc.
Uribe macht nicht anderes als Helmut Schmidt in den 70ern. Unbestritten ist und war diese Politik in der Bevölkerung beliebter als unter linken Intelektuellen. In Deutschland war sie erfolgreich.

 
 
 
T. Abert, 10.07.2008 20:02

Lemmy,

man muss nicht wegen eines kleinen Erstaunens meinerseits darauf schliessen, dass ich Herrn Chavez für einen Engel hielte. Wie kommst Du darauf?

Ich habe auf die Tatsache hingewiesen, dass er auf Anfrage von Sarkozy für die Freilassung von Ingrid Betancourt verhandelt hat.
Wahrscheinlich weil er Verbindungen hat. Aber alles andere ist alles andere.

Übrigens kann man, wenn man in den Siebzigern den chilenischen Putsch, zum Glück aus Entfernung, und dann Flüchtlinge kennenlernte, über die nicht besonders wichtige Zusammenarbeit von CIA und US-Ministerien durchaus anderer Meinung sein, wie auch über die historische Enstehung der FARC vor 40 Jahren.
Dass die kolumbische Situation die ganze Zeit, incl. des Bürgerkriegs bis 63, eine schöne demokratische gewesen sein soll, wäre mir allerdings neu; dann haben all die täglichen Nachrichten von Paramilitärs, privatwirtschaftlichen Drogenkartellen und Todesschwadronen seit den Siebzigern nicht gestimmt. Oder ich war nicht da. Nun gut.

Dennoch habe ich nicht behauptet, dass die FARC bei irgendwem beliebt wäre, oder dass ich sie nett fände.

Die Bemerkung mit Helmut Schmidt ist schlichter Unsinn, die westdeutsche Situation war mit irgendeiner lateinamerikanischen überhaupt nicht zu vergleichen, auch wenn manche meinten, sie könnten Vergleichbarkeit herbeischiessen. Aber man muss ja nicht, was damals Unsinn war, heute reproduzieren.
Schmidt hat im übrigen, anders als offensichtlich Uribe, Schleyer, wie schon erwähnt, keineswegs befreit, sondern hatte “Erfolg” mit einem furchterregenden Begriff von Staatsraison. Uribe scheint den nicht zu teilen; fragt sich, was mit den 700 anderen Geiseln der FARC passieren wird, die die zehn RAF-Hanseln nie hatten.

Lemmy Caution, 11.07.2008 13:00

Lieber T. Albert. Natürlich haben die Flüchtlinge gelitten. Aber dieses CIA Ding wird von sämtlichen ernstzunehmenden Untersuchungen über die Zeit bestritten.
Ricardo Lagos, ein bekannter und sehr beliebter chilenischer Sozialist, hat letztens in El Pais Spanien einen sympathetischen Erinnerungsartikel zum 100. Geburtstag von Salvador Allende geschrieben. Das Wort CIA taucht da gar nicht auf. Den gleichen Eindruck hatte ich aus vielen Gesprächen in Chile.

Lateinamerika hat sich deutlich demokratisiert. Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland der 70er ist imho ok.

 
 
T. Abert, 11.07.2008 01:38

Wie üblich ist meine mittlerweile über fünf Stunden alte Antwort hier wieder verschwunden. Egal.

Sky, 11.07.2008 13:25

Ich weiss jetzt nicht wie dieser Kommentarbereich, den ich technisch als gelungen betrachte, genau implementiert ist, aber es könnte folgendes passiert sein:
1.) Dein Kommentar gelangte ins System und wurde für die allgemeine Anzeige aus bestimmten Gründen (Kommentatorname, bestimmte Wörter) “zurückgestellt”, also in der Regel der händischen Moderation zugeführt.
2.) Dir wird vorgegaukelt, dass der Kommentar im System ist, was bspw. über Cookies realisiert wird.
3.) Bspw. hast Du ein Auto-Delete beim Schliessen des Browsers konfiguriert und hast dann den falschen Eindruck, dass Dein Beitrag weg ist.

Hier wäre eine eindeutige Meldung hilfreich, wenn der Kommentar wie in 1 beschrieben gesandbagt wird.

 
 
T. Abert, 11.07.2008 13:32

@Lemmy

Welche Untersuchungen zum Beispiel?
Ich weiss nicht, ob Untersuchungsergebnisse der “Kommission für politische HAft und Folter” des sozialistischen Präsidenten Lagos, die der 2001 veranlasst hatte, zu lesen sind.

Aber vielleicht helfen auch Orginialquellen weiter:

http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB8/nsaebb8.htm

 
Lemmy Caution, 11.07.2008 22:20

@T. Albert:
http://tinyurl.com/6xzd58
http://www.johndinges.com/condor/
Beides sind Bücher von definitiv nicht Pin8 afinen Historikern und Autoren.
Dieser unter Lagos entstandene Report hab ich nicht gelesen. Dürfte abe ähnlich wie der Rettig Report sein. Sehr lesenswert. Das Grauen. Nur kommt zumindest im Rettig-Report die CIA eben nicht vor.
Hier der Link zu Lagos Erinnerung an den 100sten Todestag von Salvador Allende. Sehr lesenswert. Sehr sympathetisch mit Allende, aber da kommt wie gesagt das Wort CIA nicht mal vor. http://tinyurl.com/6yvoak
Du kannst die “entpackte” URL in http://translate.google.com/translate_t werfen und nach Deutsch übersetzen lassen. Nicht gut, aber ich denke, man kann das lesen.
Mir gehts nicht darum, die Gewalt der Pinochet Jahre irgendwie zu rechtfertigen. Es geht nur um die Rolle der CIA. Und ob es eine inner-chilenische Angelegenheit war. Ich denke ja.
Die von dir geposteten Dokumente bildeten einen wichtigen Teil der Quellenlage von “The Condor Years”, eins der Bücher oben. Daraus geht eben eine deutlich mehr passive und abwartende Haltung der CIA gegenüber dem Putsch 73. Richtig wäre natürlich Druck gewesen, um das Morden und Foltern zu beenden.
Gerne wird behauptet, der Herausgeber der am besten ausgestatteten Tageszeitung “El Mercurio” hätte gegen Allende gehetzt und das wäre irgendwie von der USA ausgegangen. Ich hab im Archiv der Provinzzeitung “La Discusion” aus Chillán ganz ähnliche Artikel gefunden. Es gab 1973 in der chilenischen Gesellschaft gewaltige Spannungen und Allendes Versuche alle gesellschaftlichen Kräfte einzubinden blieben bis zum Ende mehr als ambivalent. Ein sehr großer Teil der Gesellschaft konnte sich eben mit diesem “demokratischen Weg zum Sozialismus” zunehmend nicht anfreunden.
Die Darstellung der Opfer des Putsches war eben ganz gewiss nicht unparteiisch. Sie neigten dazu einer externen Macht (CIA) als Initiator hinzustellen. Das ist aber schlichtweg falsch.
Diese falsche Opferrolle lateinamerikanischer Gesellschaften nervt nicht nur mich und verstellt den Blick für die komplexe Wirklichkeit:
http://tinyurl.com/6k74q3
http://tinyurl.com/6bv9px

Die linke neigt dazu, ständig den früher mal Industrieländern bezeichneten Ländern eine Täterrolle überzustolpern. Che2001 meinte ja auch, er hätte 1990 gedacht, die mittelosteuropäischen Staaten könnte zu einer Art Mittelamerika für Westeuropa werden. Hab grad eine Woche in Bratislava (Slowakei) als externer IT Consultant mit den Eingeborenen für eine weitgehend deutsche Firma mit Schweizer Sitz gearbeitet. Che würd das heute nicht aufrecherhalten. Es stimmt auch nicht. Die Firmen finanzieren in die Ausbildung der Mitarbeiter. Die Leute sind gut ausgebildet und arbeiten genauso relaxed wie ich (anders burnt man auch aus).

 
T. Abert, 12.07.2008 00:35

Nee, ich kenne niemanden, der sagen würde, dass eine externe Macht Initiatorin des Putsches gewesen sei. Exakt niemanden. Aber auch niemanden, der behaupten würde, sie sei nicht tatkräftig dagewesen. Was nun wirklich jeder wusste.

Weshalb ja auch schon im im Internet lesbaren Klappentext zu Dinges”The Condor Years” der Satz steht:

“At the initiative of Chilean president General Augusto Pinochet, and with initial encouragement from the CIA, they set up a multinational terrorist organization, Operation Condor, to pursue those who escaped to other Latin American countries, Europe and the United States.”

Wer redet von einer Opferrolle “lateinamerikanischer Gesellschaften”?
Aber: Chile war nicht Pinochets Opfer? Nein?

“Die linke neigt dazu, ständig den früher mal Industrieländern bezeichneten Ländern eine Täterrolle überzustolpern.”
- Ich weiss nicht, wovon hier die Rede ist. Ich weiss aber, dass z. B. im Industrieland Italien einige Fragen bezgl. der furchtbaren Politik und Attentate seitens gewisser Täter nach wie vor nicht wirklich geklärt sind. Wozu gabs eigentlich “Gladio”? Und zwar nicht nur in Italien, sondern in Deutschland, Schweiz, Türkei? Von “Gladio” gab es Opfer in den Industrieländern. Wie woanders von “Condor”.

 
Lemmy Caution, 12.07.2008 14:04

Ich würd empfehlen das ganze Condor Years Buch zu lesen. Die Rolle der CIA war ambivalent.

Aber: Chile war nicht Pinochets Opfer? Nein?

War Deutschland das Opfer von Hitler?

Hinzu kommt, dass sich viele Chilenen eben auch als Opfer von Allende sehen. Ich kenn da z.B. den Fall einer Familie mit sehr viel indianischen Genen, deren Vater sich als Transportunternehmer hochgearbeitet hat und in der Phase der sehr zentralistischen Preis-Diktat Politik unter Allende zwischenzeitlich Bankrott gegangen ist. Die gehören eben auch zur chilenischen Gesellschaft. Es gibt viele solcher Fälle. Ein Großteil der damals sehr linken Christdemokraten wollten ja das Unidad Popular Experiment abbrechen. Zwar war Allende immer um demokratische Legitimität bemüht, auf der anderen Seite unterstützte er aber radikale Gruppen, denen es ganz klar um die Schaffung des neuen sozialistischen Menschen ging. Auch die zahlreichen kubanischen Berater werden von den Allende-Gegnern als externe Einmischung angeführt.

Im übrigen wurde die sehr marktbewußte Politik von der Concertación Koalition von Sozialisten bis Christdemokraten explizit und aus innerer Überzeugung weitergeführt. Trotz der 82er Krise hat das bis heute den Leuten dort eine Phase des fast permanenten Aufschwungs beschert, das viele aus der unteren Mittelschicht und auch der Unterschicht für ihre persönliche Lebensgestaltung nutzen konnten. Auch die Sozialleistungen haben sich in den letzten Jahren dank einer über Jahre stabilen makroökonomischen Situation von einem sehr bescheidenen Niveau ein wenig aber permanent verbessert. Fundamental für die wirtschaftspolitisch Ausrichtung blieb aber die ganze Zeit über das Vertrauen in die Privatinitiative, die Nutzung komperativer Vorteile, effiziente, d.h. oft auch geringe staatliche Regulierungen, die Öffnung des Außenhandels, etc.
Natürlich kam Allende nicht aus dem Nichts. Guckst du ein bischen hinter die Kulissen, siehst du eine in den Personen tief verwurzelte Klassengesellschaft, die für Europäer schwer bis gar nicht zu begreifen ist. Leute wie Pablo Neruda oder Salvador Allende haben das klar gesehen und sympathischerweise abgelehnt. Nur der Schluß, den sie gezogen haben, via Erziehung zum Sozialismus und einer zentral gelenkten Wirtschaft diese Klassengesellschaft zerbrechen zu können, war einfach nicht durchführbar. Das funktioniert aus meiner Sicht wie in Westeuropa nur über einen längeren Prozess und der ist sowieso seit langem in Gang.
Die Klassengesellschaft regeneriert sich aus meiner Sicht insbesondere im Schulsystem. Das ist der Ansatzpunkt für progressive Reformen und nicht dieses Gerede von Neonliberalismus und CIA, das leider in Europa nach wie vor auf eine begeisterte Abnehmerschaft trifft. Zu schlecht ausgestattete öffentliche Schulen, sehr unterschiedliche Privatschulen und viel zu viele Privatschulen, in dem die reichen Eltern quasi willkürlichen Druck auf die besseren Lehrer (Privatschulen zahlen z.T. deutlich besser als öffentliche Schulen) für die nicht selten verhätschelten Kleinen ausüben.

Egal was um Aldo Moro geschehen ist, ist jede Diskussion um die FARC völlig müssig. Die sind einfach so auf dem Holzweg, dass sie vernichtet werden müssen. Die Paramilitärs natürlich auch. Gewalt ist eben ein Mittel der Politik mit einer sehr starken Eigendynamik.

Lina, 12.07.2008 17:15

… und nicht dieses Gerede von Neonliberalismus und CIA, das leider in Europa nach wie vor auf eine begeisterte Abnehmerschaft trifft.

Mit dem CIA habe ich lange gehadert - nach dem, was ich der Presse entnehmen konnte; nachprüfbar war das allerdings nicht. Dass ich ihn später in einem ganz anderen Licht gesehen habe, hängt damit zusammen, dass ich ihn für geeignet gehalten hätte, seine lateinamerikanischen Erfahrungen, bzw. die mit Erfolg angewandten Strategien auch auf Afghanistan und den Irak zu übertragen.

Auch wenn es zynisch klingt: da hätte ich ihn mir hingewünscht, dringend sogar, um die vernichtenden Materialschlachten und die zahllosen “Kollateralschäden” verhindern zu können. Diktatorisch Herrschende relativ unauffällig und schadlos um die Ecke zu bringen, haben sie doch in Lateinamerika geübt, oder nicht…?)