Die Butter vom Brot
Wie verzweifelt muss SPD-Chef Beck eigentlich sein, wenn er öffentlich jammert die Kanzlerin “solle nicht auch noch die letzte Butter vom Brot kratzen”?
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Tags: CDU, Grosse sozialdemokratische Koalition, SPD
Ja, das habe ich mich auch gefragt. Aber muss er gleich so weit gehen, einen Offenbarungseid abzulegen?
Beck kann einem schon leid tun.
Immerhin hat er jetzt ein neues Album rausgebracht, das achte.
Hoffentlich verkauft sichs.
Das war doch eine Metaphyse. Der hat das überhoben gemeint. Wenn man als Politiker mal Klarheit im Nebel des Rampenlichts schaffen soll, muss man auch mal ein Stück weit mit dem Faust auf das Bücherregal hauen.
Wirbelt doch bloss Staub auf ;-)…
Frage: was steht wohl in seinem Bücherregal? Ich frage mich das ernsthaft. Ein Mann mit so wenigen “Visionen” (wie etwa der Willy sie noch hatte) - was liest der denn?
Wahrscheinlich liest er gar nicht, sondern schreibt an seiner Autobiografie mit dem fiktionären Titel: “Ich kam, sah und blieb.”
Wenn auch FOT (fast off topic) musste ich das jetzt loswerden ;-)
Ob Li-La-Laune-Beckbär mehr liest als seine morgendlichen Presse-Briefings… tatsächlich eine interessante Frage. Vielleicht “Macchiavelli für Dummies”? ^^
Wer sagt das, und haben wir vielleicht deshalb keine *Spitzen-Politiker* mehr ;-)? Vielleicht sollte man die “Visionen” überhaupt etwas tiefer hängen und sie Ideologien, bzw. Träume nennen - bezüglich der Orte, wo sie einen hinbefördern können.
Ah, Beck liest “Der Fürst”? Da dürfte er über das erste Kapitel noch nicht hinausgekommen sein; es lautet: “Über die Arten der Herrschaft und der Mittel”; da klemmt’s noch, da hängt er fest…
Die Politik habe ich hier hinzugefügt, aber ansonsten ist das eigentlich ein RMG (running management gag)… ;-)
Was er früher so gelesen hat, wäre interessant. In seiner jetzigen Situation wird er kaum Zeit für anspruchsvolle Lektüre haben.
Irgendwie fällt mir aber immer wieder auf, daß es hauptsächlich zwei Bevölkerungsgruppen in Deutschland gibt, die regelmäßig und besonders heftig an Sprachbildern scheitern: Fußballer und Politiker. Bei Fußballern ist das leicht verständlich - die sollen keine Volksreden halten, sondern hart trainieren und gut spielen.
Aber warum ausgerechnet Politiker?
Man muss sich immer mal Bundestagsdebatten anschauen. Was sich dort an öffentlichen Reden versucht, ist wirklich zum Fremdschämen.
Es gibt einen gemeinsamen Grund: Beide Berufsgruppen bekommen unverhältnismäßig oft ein Mikrofon vor die Nase gehalten und werden sofort abgestraft, wenn sie irgendwann etwas Ehrliches von sich geben.
Also verzetteln sie sich in blumigen Ausdrücken.
Wobei die Becksche Klage nicht gänzlich unpointiert ist und den Zustand beschreibt, dass die Kanzlerin die Akzeptanz-Vorteile der Regierungspolitik mitnimmt und die SPD, im besonderen Masse der hier diskutierte Problemfall Beck, immer wieder Nachteile erfährt.
Zumindest subjektiv, LOL, wird Beck das so empfinden. Man will ihm also nicht nur “die Butter vom Brot nehmen”, sondern noch Schlimmeres, LOL.
Auch wenn das mit dem “letzte Butter vom Brot kratzen” natürlich Verlierer-Lyrik ist plädiere ich dafür die Politiker und deren Politik nicht an Hand deren sprachlicher Fähigkeiten zu beurteilen.
Nichts ist schlimmer als ein sprachlich abgefeimter Nichtsnutz, wie Laffo bspw. oder die eine oder andere Dame bei den Grünen früher.
> den Zustand beschreibt, dass die
> Kanzlerin die Akzeptanz-Vorteile der
> Regierungspolitik mitnimmt …
Was nun aber wieder wesentlich an der Blödheit der SPD liegt.
Sie könnte die sinkenden Arbeitslosenzahlen als Erfolg ihrer “Reformen” feiern, sie könnte von der erfolgreichen Finanzpolitik ihres Ministers schwärmen (auch wenn das nur die Folge von Steuererhöhungen ist) - aber Beck und Genossen suhlen sich lieber im Selbstmitleid und versuchen, neue soziale Mißstände zu erfinden (und damit indirekt die Regierung madig zu machen).
Dümmer gehts kaum.
Da kommen mdst. drei Sachen zusammen:
1.) Der Kanzlerbonus, der von Fr.Merkel recht gekonnt, wie ich finde, ausgebaut wird
2.) Die Tolpatschigkeit des “Bären” Kurt
3.) Die Eigenschaft der SPD in Regierungsverantwortung immer auch Oppositionsarbeit leisten zu wollen, da können dann eventuelle Erfolge nicht kommuniziert werden
Beck ist erträglich, mich widern (neben den linken SPD-Köpfen, die man aber kennt) eher einige Unionsleute an, die die Union nach links schieben wollen, in die gefühlte Mitte.
Da die SPD die Angewohnheit hat ihr Spitzenpersonal zu demontieren wirds wohl aber einen Neuen geben, nach dem Rückbau der “Spitzenkräfte” Brandt, Engholm, Vogel, Scharping, Schröder, Laffo wird es bald den Problembären erwischen.
Vielleicht kommt mal eine unangenehme Frau ran. Die wird dann aber voraussichtlich auch bald wieder weggehauen. (Was ganz gut wäre, wenns die wird, die zu befürchten ist.)
That’s it.
Vielleicht noch etwas Anderes: die Basis, verkörpert durch Nahles und Konsorten, sieht in den “Stones” nicht unbedingt vorzeigbare Wahlverwandte, geschweige denn Flaggschiffe der SPD. Beck als Parteivorsitzender steht wiederum intern, persönlich (und medial!) in Konkurrenz zu den beiden angesehenen Protagonisten der Regierungskoalition und ihrer Politik-Kombi.
Er ist also in der Zwickmühle. Könnte es da nicht sein, dass er sogar *sie* als die “Butter” sieht, die der Partei “vom Brot” genommen wird? Wg. “Fremdbindung” in der Koalition mit der CDU/CSU sozusagen? Daher diese geradezu “verzweifelt” klingende Aussage”?
(Dummheit bleibt Dummheit, das aber schon ;-)!
> die Basis, verkörpert durch
> Nahles und Konsorten
Das ist ja gerade nicht die wirkliche Basis (auch wenn sie so tun)!
Die Parteilinken sind am stärksten in der Funktionärsschicht.
Also die Leute, die hauptamtlich von der Politik leben, in irgendwelchen Geschäftsstellen, bei Verbänden oder im öffentlichen Dienst als Aktenträger von SPD-Amtsträgern.
Leute, die kaum noch Kontakt mit dem echten Leben haben, oft auch nicht einmal mit der Politik in den Parlamenten oder mit anderen Parteien, sondern die sich vorwiegend im eigenen Saft sozialdemokratischer Funktionäre und Hinterzimmer suhlen.
Und die stellen eben auch die breite Mehrheit der Parteitagsdelegierten (welcher normale Arbeitnehmer hätte denn dafür auch Zeit?).
Mit der echten SPD-Basis an einfachen Mitgliedern und Wählern haben die verblüffend wenig zu tun.
Aber ist es nicht so gewesen, dass diejenigen, die Du die Parteibasis nennst, den Parteitag in Hamburg allein quantitativ im Sinne eines Linksrucks bestimmt haben?
Die Partei also weg von den “Stones” und der Agenda-Politik ins linkere Abseits getrieben haben - in dem Beck jetzt bis zu den Knien watet, während Nahles und Konsorten die Musik, bzw. die Wellen dazu machen? Und die schlagen immer höher…
Ups - habe ich so mißverständlich formuliert?
Die echte Parteibasis ist NICHT auf den Parteitagen vertreten (auch nicht in Hamburg).
Sondern dort dominieren eben die beschriebenen, lebensfremden linken Funktionäre.
Da muss wohl eher *ich* es missverstanden haben. Jetzt habe ich den *Basis*-Begriff, den Du meintest, und erkläre die linken Parteitags-Funktionäre zu deren Treibern.
Dass da nämlich jeweils eine Masse nur zu gern nach links beweglicher Vertreter der eigentlichen Basis herumsitzt, halte ich für einen treibenden Parteitagseffekt.)
Ich sag nur: Weg mit dem Problembär. Knallt die Bestie ab. :-D
Vielleicht ist das ganze Gejaule des Problembärs eine gut durchdachte Taktik? ;-)
Möglicherweise setzt er auf den Mitleidseffekt und am Ende gewinnt dann die SPD, spätestens dann, wenn Beck im Wahlkampf öffentlich vor den Kameras einen Weinkrampf bekommt, weil die Angela ihm immer die Spielsachen klaut.
Wird nix nutzen, da kann er noch so rumheulen. Angie wirft ihm ein Sandschäufelchen an den Kopf und singt “Kurti ist doooof, Kurti ist doooof”… Nee, also heutzutage braucht man schon Personal, das mehr drauf hat.