Den Sonntagnachmittag mal eben genutzt um einige öffentlich zugängliche Informationen zum Thema ‚Iran und Israel‘ zusammenzutragen:

Auf IMINT & Analysis findet sich dank google maps eine Übersicht über die Standorte und Reichweiten der iranische Luftabwehr. Diese ist mit einem Mix aus westlichen (HAWK – bei der Bundeswehr bis vor wenigen Jahren noch im Einsatz) und östlichen Systemen (SA-2 und SA-5) ausgerüstet (alle in den 50er und 60er Jahren entwickelt) und dürfte den modernen Kampfliegern der IDF wenig entgegenzusetzen haben. (Zum Vergleich bietet sich etwa das dichtere syrische Luftabwehrnetz an. Auch Lybien war 1986 ähnlich mit ähnlicher Luftabwehr weitgehend wehrlos gegen die US-Jets. ) Die F-15 und F-16 Jets der IDF könnten aber auf iranische F-14 Maschinen aus amerikanischer Produktion treffen, die noch vor der Islamischen Revolution zu Zeiten des Shahs gekauft wurden (und fuer die sich der Iran immer wieder um Ersatzteile bemüht hat).

Gerüchteweise haben die Mullahs (erfolgreich) versucht aus (weiss-)russischer Produktion vier S300 Batterien zu erwerben. Im Detail wird dieses System ebenfalls bei IMINT vorgestellt und ist mit dem US-Patriot System vergleichbar (oder leicht überlegen).

In der Presse war von einem Manöver der IDF über dem Mittelmeer und Griechenland die Rede, über den Inhalt wurde nichts weiter bekannt, ein Routinemanöver, hiess es. Dies kann zutreffen, allerdings ist Griechenland (nach einem Streit Zypern-Türkei vor einigen Jahren) im Besitz einer auf Kreta stationierten S300 Anlage.

Das Weblog Sicherheitspolitik berichtet zeitgleich zu dem jüngsten iranischen Raketentest über einen koordinierten Test zur Abwehr iranischer Raketen im Mittelmeer und Persischen Golf der US-Marine.

Ziel eines Luftschlages könnte Bushehr sein, wie Spirit-of-Entebbe andeutet, aber auch die iranischen Raketenanlagen, etwa bei Tabriz. Die Urananreicherungsanlagen scheinen eher in einem experimentellen, denn industriellen Maßstab betrieben zu werden (Allerdings ist der verlinkte Bericht von 2006; ältere Bilder der Anreicherungsanlage bei Natanaz finden sich etwa hier.).

Falls die zusammengetragenen öffentlichen Zahlen akkurat sein sollten, dürfte ein Luftschlag Israels gute Erfolgschancen haben. Über mögliche Konsequenzen, die über die hier gemachten taktischen Überlegungen hinausgehen, erfahren wir bei no blood for sauerkraut ein paar Hinweise (und überlassen damit das Spekulieren den Lesern).