Messias Obama
Das ZDF kommentierte den Auftritt von Obama treffend: Halb Pop-Konzert, halb Weltkirchentag. Wobei man hinzufügen muss, dass der Papst derzeit weniger Zuschauer hat als der neue Polit-Messias, wohl aber eine kritischere Berichterstattung. Obama ist zweifelsohne ein begnadeter und charismatischer Redner, der die Massen bewegt. Der Inhalt seine rhetorisch brillianten, aber inhaltsleeren Rede in Berlin war Nebensache: es zählte die Show.
Man darf gespannt sein, wann die Begeisterung in Deutschland umschlägt wenn ein US Präsident Obama mehr Truppen für den Krieg gegen den Terror fordert, wie er es natürlich nur indirekt in seiner Rede getan hat. Die Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz verhält sich in Deutschland in etwa umgekehrt proportional zur Zustimmung für Obama- dennoch gibt es quasi uneingeschränkte Unterstützung für Obama. Seine Wahl wäre wohl ein heilsamer Segen was die schizophrene Haltung der Deutschen zu den USA angeht. Ob er für Amerika die bessere Wahl ist wird am 4.November entschieden.







Unglaublich große Unterstützung für Obama. Durchaus. Uneingeschränkt? Wohl kaum. Weißte doch ;)
Interessant zwei Punkte:
Obama konnte in Berlin 200.000 Zuhörer mobilisieren -in den USA liegt seine bisherige Höchstzahl bei 75.000 Besuchern.
Hätte Bush exakt die gleiche Rede gehalten, wäre er von den deutschen Medien zerrissen worden.
Wenn Politiker von Opfern reden, sollte man sehr aufmerksam zuhören, denn man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie diese Opfer von anderen erwarten und einfordern, und nicht etwa von sich selbst:
19:40 Uhr: “Partnerschaft verlangt Opfer”, sagt Obama jetzt, ohne zu erwähnen, worin denn diese Opfer bestehen.
Eckart von Klaeden, der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU, meinte, dass John McCain diese Rede im Prinzip auch so hätte halten können, was wohl zutreffend ist, denn gerade McCain zeigt sich bisher als großer Propagandist von “Opfern”.
Die McCain-Ähnlichkeit finde ich nicht verwunderlich. Er führt jetzt den Wahlkampf nicht mehr gegen Clinton sondern gegen den Republikaner.
Aber mal ganz abgesehen davon. Dieses militärische Afghanistan-Engagement ist doch langsam an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten. Kein Ziel, keine Besserung, keine (offizielle) Idee, wie man es langsam mal zum Besseren gedeihen lassen könnte. Man hört immer nur “mehr Truppen”, obwohl die NGOs, die da unten sind und ab und zu mal an ein Mikrofon gelassen werden, einhellig sagen, dass die militärischen Einsätze mehr schaden als nutzen.
Ich vermute, solange da unten westliche Soldaten sind, wird der Nachwuchs an todesbereiten Gotteskriegern nicht abreisen.
Naja, mal sehen, wie die amerikanische Afghanistan-Politik nach den Wahlen dann wirklich aussieht. Schlimmstenfalls wird der Krieg auf Pakistan ausgedehnt.
Wie lange machen die da unten jetzt schon gegen die bewaffneten Bauernbuben rum … 6 Jahre? Beeindruckend.
»Seine Wahl wäre wohl ein heilsamer Segen was die schizophrene Haltung der Deutschen zu den USA angeht.«
Das glaube ich nicht. Sobald die Party vorbei ist, und Obama als US-Präsident ziemlich genau dort weitermacht, wo Bush aufgehört hat, werden sich die üblichen Verdächtigen genauso auf Obama einschießen wie vorher auf Bush. Obama sei eben auch nur Teil des Establishments bzw. er sei nur die Marionette der Herrscherkaste im Hintergrund usw.
Auch einem Präsidenten Obama wird der gleiche tumbe Antiamerikanismus entgegenschlagen wie auch seinen Vorgängern.
Unsinn. Vorurteile werden doch nicht durch Fakten aus der Welt geschafft. Dann heißt es eben: “Selbst der…! Sind eben doch alles dumme Kriegstreiber, die Amis.”
Wie das aussehen kann wird ex ante schon hier geliefert:
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/das-ende-des-antiamerikanismus/
Wobei es immer lustig ist, wenn Linke über den Antiamerikanismus schreiben (den es ihrer Meinung nach nie gegeben hat, natürlich auch nicht geben kann, denn “der Ami ist eben so”).
Leider werden die Vorwürfe an Bush oft zum Antiamerikanismus umgedeutet. Ich kann es verstehen, schließlich ist es nicht einfach als Bushs Fürsprecher zu agieren. Also wechselt man die Ebene. Man kennt das zur Genüge von teils überfallsartigen auftretenden Antisemitismusvorwürfen, wenn israelische Politik kritisiert wird.
Nun ja, hoffen wir, dass sich die Lage in Irak und Afghanistan schneller klärt als in Israel. Vielleicht sollte der nächste Präsident gleich anfangen an der Grenze zu Pakistan eine Mauer zu bauen.
Bush verkörpert (wie kein zweiter, LOL, na gut, Reagan war vielleicht besser ;) eine der zwei typischen amerikanischen Grundeinstellungen. Die andere ist die der Demokraten und Liberals, wobei lustigerweise auch diese pol. Richtung vgl. mit D eher Richtung CDU/FDP geht.
Die Deutschen hassen Bush und die Republikaner, ich denke schon, dass das Antiamerikanismus ist.
Reagan und der andere Bush hatten auch an deutscher Kritik zu nagen (bzw. zu tun, die waren ja recht dickfellig).
Die Antisemitismus-Keule bei der Israelkritik find ich auch nicht gut, allerdings sind die Leute, die mit der Existenz und dem Handeln Israels permanente Probleme haben, natürlich schon Problemfälle. Meist sinds aber nur Minderwertigkeitskomplexe, nicht genug PS da, aber sich abarbeiten wollen.
“Die Deutschen hassen Bush und die Republikaner, ich denke schon, dass das Antiamerikanismus ist.”
Das genau, denke ich, ist die Hochrechnung, die nicht wirklich gerechtfertigt ist. Dazu hat, vor allem Bush, zu viel Anfeindung im eigenen Land und selbst in den eigenen Reihen.
“… allerdings sind die Leute, die mit der Existenz und dem Handeln Israels permanente Probleme haben …”
Das trifft wohl hauptsächlich auf direkte Nachbarn zu. Verfeindete Nachbarn gibt’s in jedem Kuhdorf. Wenn schon, dann kann man daraus im Fall Israel Antizionismustheorien basteln. Allerdings hat man besonderes Pech, wenn einem das Land gerade in Israel weggenommen wird. Passierte einem das irgendwo sonst auf dieser Welt, würde man allerorts mehr Verständnis erfahren.
Reagan wurde in D auch vielleicht 6 Jahre gehasst (dann lustigerweise nicht mehr), die Berichterstattung in D seinerzeit war vglw. unfair wie heute über Bush berichtet wird.
Exemplarisch lässt sich das z.B. daran festmachen, wenn die gesamte Qualitätspresse “fawning” mit “kriecherisch” übersetzt und unterstellt alle Deutschen wären gemeint gewesen.
Diese Falschheit in der Berichterstattung und Wahrnehmung muss als Antiamerikanismus bezeichnet werden.
Und das mit den “Anfeindungen im eigenen Land”, die Bush angeblich erfährt, sind zwar Infos, die vom SPOn, von Pitzke und Mascolo und diesen Desinformanten kommen, die es aber so in der breiten Masse der Amis nicht gibt. Natürlich gerät ein Präsident, der Krieg führt, in die Kritik der Liberals (und Kulturschaffenden, die bspw. in E vertreiben wollen ;), aber der Präsident hat in den Staaten dennoch einen ganz anderen Stellenwert als bspw. Schröder und Merkel hier.
Dein Bemühen um Israel in allen Ehren, aber Dich treibt das auch um, was. Schlimm, oder?
Apropos Künstler. Dazu fallen mir die Dixie Chicks ein, die vor ein paar Jahren regelrecht geschlachtet wurden, als sie sich gegen den Irak-Krieg äußerten. Inzwischen feiert man sie wieder und bittet sie für die ungerechtfertigte Behandlung um Entschuldigung. Natürlich nicht alle, aber ihre Platten und Konzertkarten verkaufen sich wieder prima.
Können Amerikaner antiamerikanisch sein?
Das Thema Israel ist in dem Zusammenhang interessant, weil ebenfalls ein Kampfbegriff benutzt wird, der einfach behauptet wird, um Diskussionen auszuweichen. Leider ist es so, dass manche Situation so verfahren ist, dass sie praktisch nicht mehr durch Diskussion bewältigt werden kann. Lebten wir in biblischen Zeiten, würden die Parteien unter Schwefelregen begraben werden.
Der Klassiker ist “American Idiot” von Green Day. Ich habe die Äusserungen der Gruppe in ihrer Janusköpfigkeit in den Staaten und in E verfolgt. Köstlich.
@ Sky
Und wie machen sich seriöse amerikanische Umfragen dagegen aus, die noch zu Jahresbeginn von 52 % Ablehnung im Land selbst sprachen? Auch als “Desinformation”?
(Und für “Kuschel” hinzugefügt: Auch Juden können (nach Broder) Antisemiten sein, warum also nicht auch Amerikaner Antiamerikaner ;-)?
Es soll sogar deutsche Antideutsche geben.
Was mir pers. an den jüdischen Antisemiten oder Antizionisten gut gefällt ist, dass sie ihre Sache gut machen. Grosser, Chomsky und die Leute, die man nur kennt, weil HMB sie immer wieder seziert. Alle sehr talentiert.
Was man über die deutschen Antideutschen auch schreiben könnte, LOL-
Amerikanische Antiamerikaner kenne ich so eigentlich nicht. Schizophrenie ist unamerikanisch.
Ja, als Postulat. Genau wie “Think positive!” als Parole.
Aber Du weisst schon, dass Therapeuten dort weit überdurchschnittlich beschäftigt sein sollen? Auch so eine Sache. Wie kommt das bloss ;-)?
Vielleicht steht man dort einfach dazu, wenn man einen Knall hat?
Wäre denkbar – in positivistischer Auslegung ;-)…
Sky kein Informatiker. Das kommt ins Dossier. ;-)
Moment, natürlich ist Old Sky auch Informatiker. Und da mag Chomsky eine Flasche sein, mein Lob bezog sich ausschliesslich auf das Störverhalten und dessen Wirkung.
Benennen Informatiker denn all ihre Begriffe nach Flaschen?
Argh, hatte jetzt auch noch Chomsky mit diesem Burschen verwechselt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Weizenbaum
Aber Chomsky mischt doch auch irgendwie mit bei der IT, hm, was war denn da?!
Ach, sorry. Ich hatte Dein “und” oben übersehen. Sah dann so aus, als ob Chomsky von Dir als einer, den man nur durch HMB kennt betrachtet werde. Mein Fehler.
Melzer, “die Tochter”, der Meyer und so, alle ziemlich wirkungsvoll.
Die Namen wollte ich jetzt eigentlich nicht nenen.
Chomsky ist natürlich unübertroffen.
Ja, die Chomsky-Hierarchie ist nach ihm bezeichnet, Kollege auch Informatiker.
Das scheint nicht selten vorzukommen, dass wissenschaftliche Heroen politisch gesehen ins Naive oder Abstruse abdrehen (Grüsse an Johannes M. an dieser Stelle!).
Lickt hier denn keiner auf Klinks?
Upsch.
Btw: Was??? Ihr Blogger legt DOSSIERS an aus dem, was Ihr vom Leser (nicht) wissen könnt, Euch aber zusammenklaubt? Ich wähnte mich als VIP sicher im anonymen, datensammlungsfreien, unverwalteten Raum – und bin tief bestürzt!!!
Aber gegen ministerielle Datensammler hetzen, das könnt Ihr, schizophrener Haufen, der Ihr seid ;-)…
Viel schlimmer – ich sammle Kommentare und stelle sie hier zum allgemeinen Amüsement online… stell Dir vor: noch in 100 Jahren werden sich Informatikstudis (Schwerpunkt Netzarchäologie) an der Romanze zwischen Lina und Sky ergötzen…
^^
Sollst doch auch Deinen Spass haben, – wenn Du schon (entertainementhalber?) NICHT umleiten wolltest; mein Antrag lag vor ;-D!
(Was bedeuten eigentlich die zwei kleinen Accents grâves (?) da am Ende? Ist es sooo ernst ;-)?)
… sind zwei Ohren die hinter einer Mauer (wo Ihr Eigentümer vor evt. tieffliegenden Gegenständen Deckung sucht) hervorlugen…
;-)
… welche “Umleitung”? (ggf. PM bitte).
Ah! Und dieser Eigentümer ist tierischer Natur? Das hat sich aber rumgesprochen ;-D!
Aber was ist “PM”, bitte? Personal Mail?
Sollte Dich eigentlich längst, bzw. beizeiten (!) erreicht haben…hmm…
(Kopie folgt.)
Ich bin in der Tat für viele Tiefpunkte gut. Zum Glück ist mir wenig peinlich. Lina ist ja ganz nett, da kann man schon mal drauf reinfallen. DDH ist mir aber auch sympathisch.
Ja, man weiss es; dafür verstehst Du es umso besser, andere in peinliche Situationen zu bringen – wie mich soeben; ein Tiefpunkt mehr.
BILD schwärmt für Obama.
Da kommt man doch ins Grübeln.
Warum?
Im Umstand, wofür BILD schwärmt, liegt doch keinerlei Aussage über das Objekt der Schwärmerei. Gerade das ist doch das BILD-Prinzip.
Absolut richtig. Kult um den Papst, der u. a. Keuschheit empfiehlt, und Nackedei auf eine Titelseite passen eigentlich schwerlich zusammen. Und Alice Schwarzer macht Werbung dafür.
Eben
Tja, wenn Obama gewählt werden sollte, hat die USA auch mal einen Schröder.
Eigentlich war Schröder ja ein Clinton.
Ich habe schon den Eindruck, dass Obama gestern ehrlich versucht hat, auf Deutschland zuzugehen. Er irrt aber, wenn er annimmt, dass wir den USA ernsthaft zum Beispiel in Afghanistan helfen werden. Die Deutschen werden nur eine positivere Attitüde ihm gegenüber einnehmen. Deshalb kann man auch verstehen, dass die Republikaner sagen, wenn wir eh schon das ganze Militärische weitgehend allein machen müssen, wollen wir auch allein entscheiden.
“Ehrlich” gibt es bei amerikanischen demokratischen Politikern eigentlich nicht, “glänzende schauspielerische Leistungen” dagegen um so mehr.
Wenn mal amerikanische Schauspieler, äh, Politiker ehrlich sind, dann sinds meist die Republikaner mit ihren Ausfällen, LOL, das ist auch der Grund warum die Deutschen mit vielleicht 90% Mehrheit immer den demokratischen Präsidentschaftsbewerber wählen würden (oder Tom Cruise oder Will Smith, dieses Niveau halt, Schwarzie hätte allerdings auch eine kleine Chance – trotz “Terminator I”, aber wegen Schwulenunterstützung).
Ehrliche Republikaner? Diese ganzen bigotten Kongreßabgeordneten, die Familienwerte hochhalten, Homo-Bashing betreiben und von denen wöchentlich einer in der yellow press hochgeht, weil er den Hotelpagen vernascht hat?
Den gelegentlichen Ausfällen der Republikaner, den Shock Jocks, auch noch Unehrlichkeit zu unterstellen, also Berechnung?
Hmm, ist zwar nicht wichtig, aber solche Ausfälle wirken schon vglw. authentisch. Womit ich diese nicht rechtfertigen möchte.
Und wenn der Hotelpagenvernascher sich auch nur selbst hasst. LOL.
(Mittlerweile gibt es übrigens aus meiner Sicht keine relevante Homosexuellen-Diskriminierung mehr, das Toleranzprinzip hat sich sogar in den Staaten dbzgl. durchgesetzt. Was aber nicht heisst, dass jeder Bock auf staatlich subventionierte “Ehe”-Verhältnisse hat. Wobei es ja mittlerweile sogar schon mit der Ehe gleichgestellte anerkannte Transsexuellenehen gibt in D. Lustigerweise (perverserweise ;) unter Hinweis auf den “grundgesetzlich verankerten Schutz der Ehe”. Ich selbst bin bekanntlich strikt gegen Sonderrechte für Schwule und so. Damits nicht zu einem “Bist Du schon schwul oder zahlst Du noch?” kommt, bspw. ;)
Letzten Endes ist Obama bisher nicht mehr als ein einziger großer und durchaus guter Populist. Er hat weder wirklich was geleistet bisher (gibt einige schöne Artikel über Meinungen von Weggefährten aus Chicago), noch ist er ein solch blütenreiner Politiker wie viele Deutschen ihn aktuell wahrnehmen…
Insbesondere seine Einstellungen zur NAFTA, der Globalisierung an sich, seine inzwischen mehrmals durch geklungene Überheblichkeit und sein Meinung-wechsel-dich-Spiel sind in meinen Augen schwere Makel, die in mir die Frage ob Obama der richtige für die USA und die Welt wäre, doch ziemlich negativ beantworten lässt.
Aber so ist das, eine Katze im Sack als Präsident ist doch klasse.
“Jerusalem ist die unteilbare israelische Hauptstadt” … “Die genaue Beantwortung der Jerusalem Frage kann nur während des Friedensprozesses stattfinden”
Wie lang lag noch gleich zwischen diesen beiden Aussagen von B. Obama?
Der Jubel wird in blanken Haß umschlagen, wenn ein möglicher Präsident Obama tatsächlich richtige amerikanische Politik macht und Opferbereitschaft von den Verbündeten einfordert. So war es in Deutschland seit jeher. Spätestens seit Johnson. Aber im Jubeln sind die Deutschen ja Routiniers. Unabhängig vom jeweils herrschenden politischen Zeitgeist seit 80 jahren. Und vor 70 Jahren jubelten die Helden auch. Auf einem nach ihnen benannten Platz. Heute sind es auch wieder (Maul-)Helden. Allerdings ohne -Platz.
Die Linken werden ihren Obama noch hassen lernen.
[...] lesenswerte Kommentare: – Messias Obama (Antibürokratieteam) – Warum ärgern wir uns nicht über Obama? (Libertas Cara) – Obama schlägt [...]
Da fehlte gestern nur noch daß er die Gitarre rausholt und Star-Spangled Banner anstimmt.
Immerhin, SPON hat zum ersten Mal eine Obama kritische Story:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,568218,00.html
Deutsche Truppen um die Steuern in den USA zu senken. Ob da die 200.000 auch gejubelt hätten?
Nunja, es gab auch vorher schon einige durchaus kritische Kommentare und Artikel, insbesondere auf den englischen Seiten bzw. die übernommenen Artikel NYT (z.B. http://www.spiegel.de/international/0,1518,563830,00.html) . Nur die letzten Tage hätte man durchaus denken können die deutsche Presse sei gleichgeschaltet worden… was eigentlich nur wieder zeigt wie schwammig seine politischen Äußerungen sind; schließlich reibt sich sonst immer irgendeine Zeitung an einem öffentlich auftretenden Politiker.
Warum Herr Luksic, Herr Hagen und Co sauer auf Obama sind? Weil er ihr ganzes “Antiamerikanismus”-Geplärre als Propaganda entblößt! Wenn einige zehntausende Deutsche wegen einem US-Politiker (der zum Teil ja auch wirklich Unsinn redet, aber das tun ALLE Politiker) auf die Straße strömen, dann ist der “Antiamerikanismus”-Vorwurf gegen die Bush-ablehnende Mehrheit absurd!
Zu Zeiten des Vietnamkriegs, als wirklich in D Einigkeit darin bestand, dass die Amis raus müssen, LOL, da waren die Deutschen auch saumässig am Mondprogramm und den Apollo-Flügen interessiert. Die sind sogar Ford gefahren und haben diese amerikanische Musik gehört. Auch von Negern. (Amerikanisches Fastfood gabs damals aber noch nicht. Aber IBM. ;)
War ne üble antiamerikanische Zeit damals, man wurde bspw. im Schulunterricht indoktriniert von den Fusselbärtigen und auf Äquidistanz (zum Ostblock, LOL) getrimmt.
Hat sich in D nicht so viel geändert seit damals.
Obama ist ja nicht nur Amerikaner, sondern Afroamerikaner. Die Claqueure schlagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie zeigen, dass weder etwas gegen Amis haben, noch gegen Schwarze. Muslimische Vorfahren hat Obama doch auch noch, was aber nicht im Bewusstsein vieler ist. Und weil er so schlank ist und nicht nach Öl stinkt, verkörpert er das “andere Amerika”, was immer das sein mag.
Oder anders formuliert: Obama ist in D saumässig populär, hat aber eigentlich nie etwas gesagt, das den Deutschen wirklich gefallen könnte.
Und das ist schon bemerkenswert, da sehnt sich wohl tatsächlich ein Volk nach einem “anderen Amerika”.
Das “andere Amerika” war das der Gründerväter. Es wäre schön, wenn sich Amerikaner danach wieder sehnten (was die Teutonen wollen oder nicht ist gottseidank für den Gang der Geschichte seit 1945 unerheblich). Die Impulse, die die Ron-Paul-Bewegung und die “Yes we can”-Graswurzel-Bewegung Obamas antrieben, kommen gerade da her. Wenngleich beide Kandidaten niemals in der Lage gewesen wären, die Hoffnungen auch nur ansatzweise zu erfüllen. Schön ist nur, daß es den Wunsch nach Wandel immerhin noch gibt. Mag er auch noch so folgenlos sein. Zumindest ein paar bloggende rechts-bürgerliche warfare-etatistische Systemapologeten treibt er zur Weißglut. Wenn einen von denen der Schlag auf dem Scheißhaus trifft, wäre das schon Grund genug, von einem Erfolg zu sprechen.
Eines ist natürlich auch klar: aus libertärer Sicht ist NIEMAND wirklich wählbar. Und die Mitmach-Strategie ist IMMER eine die in der moralischen Insolvenz endet. Ich kann mich auch nicht zum Papst wählen lassen wollen nur um die katholische Kirche abzuschaffen. Das ist Blödsinn. Eh klar!
“Eines ist natürlich auch klar: aus libertärer Sicht ist NIEMAND wirklich wählbar. Und die Mitmach-Strategie ist IMMER eine die in der moralischen Insolvenz endet. Ich kann mich auch nicht zum Papst wählen lassen wollen nur um die katholische Kirche abzuschaffen.”
Wäre der Papst selbst denn als Papst wählbar? – Übrigens wurde Gorbi gewählt um den Mist anzuschaffen (auch wenns der bis heute nicht ganz kapiert hat, da war ne ganze Menge “Meta” im Spiel).
Gibst eigentlich auch Homofürsten und so?
Herr Obama scheint deutsche Truppen ganz entschieden zu überschätzen.
Ich fürchte, nein.
[...] Messias Obama [...]
Glaubt ihr wirklich, die Leute wüssten nicht, dass Obama sich nicht aus dem Kampf gegen den Terror zurückziehen will? Das Thema beanspruchte einen großen Teil seiner Redezeit. Er hat explizit gesagt, dass er sich deutsche Beteiligung wünscht, und das war auch schon vorher lange bekannt. Was auch immer man von Obama und seiner Rede halten will — ich fand sie eher fade — die Tatsache, dass so viele Leute sie sich ansehen wollten, zeigt, dass an den ständigen Beteuerungen, man sei nicht gegen “die USA”, sondern nur gegen die derzeitige Administration, bei etlichen womöglich mehr dran war und ist als die meisten hier zugeben wollen.
Das ist genau der Punkt: die Obama-Begeisterung widerlegt gängige und abgestandene Klischees vom angeblich “antiamerikanischen” “Alt-Europäer”.
Ist McCain aus liberaler Perspektive weniger kritikwürdig?
Was ist der Unterschied zwischen Erdogan und Obama? Beide haben Wahlkampf in Deutschland gemacht. Aber im Gegensatz zu Obama durfte Erdogan nicht an prominenter Stelle reden. (Immerhin ist Obama noch nicht mal Präsident.) Und trotzdem regten sich alle so wegen Erdogan auf.
Der Obama-Kult geht mir auf die Nerven, wie jeder Personenkult mir auf die Nerven geht.
Obama hat vor Deutschen geredet, Erdogan kam nach D um Migranten im türkischen Sinne als ein Volk, als sein Volk, zusammenzuschweissen. Der Text seiner in türkisch gehaltenenen Rede [1] war erst einmal nicht in deutsch verfügbar und dann kamen merkwürdige Formulierungen ans Tageslicht. Soweit zum Unterschied.
[1] in einem ganz anscheinend für Migranten reservierten Fußballstadium
Hihi: http://praxeology.net/blog/2008/07/24/hurray-for-obama-i-guess/
Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant:
http://ef-magazin.de/2008/07/30/484-obama-messias-oder-schaumschlaeger
Wer wie Obama nach seinem Vorwahlsieg von einem „historischen Augenblick, da sich der Anstieg der Ozeane verlangsamte und der Planet zu heilen begann“ spricht kann ja wohl nicht ernst genommen werden. Der Mann schreibt sich ja größere Fähigkeiten als Jesus zu…:-)
http://www.zeit.de/2008/33/Zeitgeist-33
Josef Joffe bringt es auf den Punkt!
Die unterschiedlichen Meinungen dazu in der Kommentarsektion sind allerdings auch interessant. Der von “bierus”(17) gefiel mir als Berliner besonders gut. Wunderbar!