antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Sozialdemokratischer Exorzismus

Oliver Luksic, 31.07.2008

Komischerweise kam bei den Agenda 2010 Kritikern niemand auf die Idee, Andersdenkende aus der Partei auszuschließen. «Wenn wir jeden, der bei uns mal Blödsinn erzählt oder uns Probleme macht, ausschließen, dann wird’s auf die Dauer einsam», meint Sigmar Gabriel. Stimmt!



29 Kommentare zu “Sozialdemokratischer Exorzismus”

  1. Christian S.

    Ich verweise hier auf meine Beiträge im anderen A-Team-Artikel zum gleichen Thema und fasse noch einmal hier zusammen:

    Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass man nicht Mitglied einer Partei sein und dann zur Nichtwahl derselben aufrufen kann?

  2. Christoph

    Soweit ich weiß hat Herr Clement einen Punkt von Frau Ypsilantis Energiepolitik kritisiert und behauptet, dass das ein Grund sei Frau Ypsilanti nicht zu wählen. Von wählt die SPD nicht habe ich nichts gelesen. Auch nicht von wählen Sie nicht die ganzen Direktkandidaten der SPD.

    Außerdem sollte dann Frau Metzger nicht auch aus der Partei rausgeworfen werden?

    Ganz egal die SPD hat es mal wieder geschafft sich als führungslose Schafherde zu präsentieren. Gartulation.

  3. scipio

    Helmut Schmidt muss auch weg. Der lässt nämlich öfter mal was parteischädigendes ab. Hier z.B. sagt er, dass die SPD morgen was anderes erzählen wird als heute:

    http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/24/911146.html

  4. Die Stimme aus dem Off

    Die Partei hat bekanntlich immer Recht. Und wenn sie mal kein Recht hat, dann hat man gefälligst das Maul zu halten und den Fehler der Partei später als Parteimitglied mitzutragen und mitzuverantworten.

  5. Oliver Luksic

    Lafontaine hat die Partei jahrelang weitaus schärfer kritisiert- aber eben von links, nicht von rechts. Da gab es nicht mal die Idee eines Parteiordnungsverfahrens, geschweige denn eines Auschluss.

  6. Bodo Wünsch

    Als SPD-Hasser steht man daneben – und freut sich einfach ;-))

  7. Lina

    SPD-Hasser, KSK-Hasser, Etatismus-Hasser etc.pp …

    Mich würde mal interessieren, was Sie nicht hassen, Herr Bodo Wünsch ;-)…?

  8. Sky

    Beck gibt jetzt den Gegenexorzisten, LOL. Auf einmal wollen alle den bockigen Clement in der Partei behalten.

    Alle? – Alle nicht, die Damen mit den linken Ansichten und den unangemessenen pers. Ambitionen freuen sich über die Entwicklung, Nahles bspw. steht als Einzige aus dem Präsidium für Statements zur Sache nicht zV, Ypsilanti sieht den Rausschmiss Clements vermutlich als sozial gerecht an, als Schritt in die “soziale Moderne” an, LOL, als gerechte Strafe zumindest: Wie kann er nur?

    Der “Gegenexorzist” muss jetzt sage und schreibe wegen Steinmeier seine Rolle spielen, damit dieser als Kanzlerkandidat noch glaubwürdig genutzt werden kann, Beck sieht sich (gezwungenermassen) selbst als verbrannt an, was für ein Eiertanz!

  9. Lina

    …die Damen mit (…) den unangemessenen pers. Ambitionen…

    Hmm. Heisst das nun, dass “pers. Ambitionen” für Damen prinzipiell “unangemessen” sind, oder erscheinen Dir speziell deren Ambitionen als “unangemessen” linkslastig? Das wüsste ich gern genauer.

    Könnte ja sein, dass beim Betrachter eine Diskriminierungabsicht gegenüber PolitikerInnen vorliegt, der ich – halbherzig zwar… – immerhin begegnen sollte ;).

    Deiner Gesamtanalyse der Situation schliesse ich mich gerne an, sehe allerdings kommen, dass die Empfehlung zum Ausschluss noch von oben kassiert wird. Hilft nur nichts: der Imageschaden bleibt.

  10. Sky

    Nun, liebe Lina, es gibt halt diese Aussagen wie z.B. “fawning germans” [1], da kann man sich auf den Standpunkt stellen: Ja, da bin auch ich gemeint, Sauerei!
    Oder eben, man versteht korrekt was behauptet worden ist, also, dass es bei der SPD Damen mit unangemessenen Ansprüchen gibt.

    [1] Hier empfehle ich Quellenstudium, den “Qualitätsmedien” ist kaum zu entnehmen, was genau behauptet worden ist. Beachtenswert auch die Übersetzung von “fawning” in “kriecherisch”. Ob da wohl antiamerikanische Gefühle mitgewirkt haben bei den Menschen der Qualitätsmedien?

    PS: EIn lustiges Thema ist auch das “Diskriminieren”, also das Unterscheiden an Hand bestimmter Merkmale. Das ist ja sozial geächtet, das Diskriminieren wird so zu sagen diskriminiert.

  11. Lina

    Das ist ja sozial geächtet, das Diskriminieren wird so zu sagen diskriminiert.

    Das immerhin ist nicht von der Hand zu weisen; deswegen hat man ja auch zusätzlich PC-Standards erfunden, die jeglicher Ächtung den den Mund verbieten sollen. Soll übrigens von Amerika ausgegangen sein, die Sache ;)…

    Für “fawning” finde ich: hündisch, unterwürfig, kriecherisch, liebedienernd, schwanzwedelnd.

    What’s the difference, bzw. was hätten sie denn nehmen sollen, die “Qualitätsmedien”?

  12. Sky

    Das Wort “Fawning” ist genutzt worden um Obama den Nichtbesuch von verwundeten US-Soldaten in D vorzuwerfen, der Obama-Fanclub der Qualitätsjournalisten in D hat die Gelegenheit genutzt dieses Wort (fawn=Rehlein) nicht mit in etwa mit “herumschwirrend” zu übersetzen (niemand in den Staaten im Team von McCain hat Interesse daran Wahlkampf mit oder gar gegen die Deutschen zu führen :), sondern falsch mit “kriecherisch” oder “speichelleckerisch”.

    Das mit dem “Diskriminieren” ist verstanden worden? Also die Widersprüchlickeit des Konzepts? Gut, denn das Konzept ist inkonsistent und längst falsifiziert.

  13. Carsten

    Wie ist denn die FDP mit Möllemann umgesprungen? Und der rief per Flyer sogar zur Wahl der eigenen Partei auf! Als Heiner Kappel (FDP-MdL Hessen) weiland zur Wahl des Bundes Freier Bürger (BFB) in Hamburg aufrief, flog er übrigens auch.

  14. Lina

    Ah. Obama hätte nicht “herumschwirren”, sondern verwundete US-Soldaten besuchen sollen; das war also McCains “fawning”-Vorwurf. (Btw: ziemlich platt, finde ich, aber bitte…)

    (Und ja, Diskrimierungskonzept falsifiziert.)

  15. Sky

    Nein, Obama hätte laut diesem mccainschen Wahlkampffrosch verwundete Soldaten besuchen sollen statt sich unter herumschwirrende Deutsche zu mischen, die offensichtlich genau so doof sind wie die Frösche, wenn nicht noch döfer:
    http://www.youtube.com/watch?v=Haay-y4E6pA
    Ist natürlich nur eine republikanische Sicht auf die Dinge, ich selbst finde die Deutschen gar nicht _so_ doof. Zumindest nicht die, die hier publizieren oder kommentieren.

  16. Sky

    Du hast wohl auch nicht den Wortlaut der Erklärung des o.g. Wahlkampmanagers gelesen, da gehts nur ganz am Rande um die fawning germans from old europe.

  17. daniel

    Das “fawning” bezog sich nicht auf Obama selbst, sondern auf die Deutschen, die er in Berlin besprochen hat (höhö) statt – was verwundete US-Soldaten zu betätscheln. Es ist der Ausdruck eines McCain-Sprechers der meinte, Obama kümmer sich lieber um “fawning germans” als Verwundete Soldaten zu besuchen. Die wohl passendste Übersetzung für das Wort ist in diesem Zusammenhang wohl “schwanzwedelnd”.
    Übrigens ein Zitat, dass keineswegs Deutschfeindlich ist. Das wäre es, hätte er – und hier übersetzen viele Medien auch falsch – entweder “the germans” oder etwas anderes als “Throngs” gesagt.

    http://www.liveleak.com/view?i=b94_1217184781

  18. Lina

    …ich selbst finde die Deutschen gar nicht _so_ doof…

    …dass sie in einen kollektiven Rausch fallen würden, wenn Obama kommt & spricht? Das stimmt, denn einige von ihnen sollen sich bewusst abgewandt haben, darunter auch ich – weshalb mir wesentliche Dinge entgangen sein müssen. In bester Absicht übrigens.

    Das einzige, was ich am Rande wahrgenommen habe, war, dass McCain in einem Statement sagte, eine Rede in Deutschland würde er “nur als gewählter Präsident” halten; fand ich anständig.

  19. Lina

    Die wohl passendste Übersetzung für das Wort ist in diesem Zusammenhang wohl “schwanzwedelnd”

    Aha. Dann hat es sich doch gelohnt, ins Lexikon geschaut zu haben! Wann wedelt der Hund mit dem Schwanz? Wenn’s eine Belohnung gibt.

    Ist dann wohl etwas voreilig von den Deutschen gewesen, oder ;-)?

  20. daniel

    Der Hund wedelt auch mit dem Schwanz wenn Herrchen heimkommt, oder wenn er einfach so mal unreflektiert glücklich ist.

  21. Sky

    Es handelt sich bei der Übersetzung “kriecherisch” um eine Projektion. Die Deutschen _wünschen_ (unbewusst oder auch nicht, der eine oder andere Journalist wird schon verstanden haben, das “fawning” offensichtlich eine Marginalie war) vom McCain-Lager als kriecherisch abgewertet zu werden.

    Übrigens ein klarer Hinweis darauf, dass die Deutschen kriecherisch sind.

    Wichtig aber, dass das so nie behauptet worden ist vom McCain-Lager.

  22. Lina

    Übrigens ein klarer Hinweis darauf, dass die Deutschen kriecherisch sind.

    Nach dem Motto: “Was trifft, trifft auch zu”? Chefanalytiker Broder bezieht sich gern darauf. Die Anwendung ist ganz unkompliziert und hilft immer; da braucht man noch nicht mal “psychologisch” werden ;)…

    Und das Gegenteil von “kriecherisch wäre dann wohl “aufrecht”? So dürfte sich Steinmeier jetzt fühlen, nachdem er den vom Ausschluss bedrohten SPD-Genossen laut verteidigt hat; Clement sei ein Querdenker, hat er (laut SpOn) gesagt, aber kein Querulant.

    (Das noch zu erleben, macht mich jetzt “einfach unreflektiert glücklich”, und mein Hund, wenn ich einen hätte, würde mit dem Schwanz dazu wedeln ;-)

  23. leser

    Nein, nein syk daübersiehts du etwas: positive Diskriminierung, ich glaub die Definition war: Diskriminierung zu gunsten der Sozialen Gerechtigkeit, oder so…

  24. XiongShui

    Und was hat das jetzt alles mit dem Thema Clements Rauswurf zu tun?

  25. Medea

    Und laut dem Bayern-Juso sollte auch Sarazzin ausgeschlossen werden. Und wie wäre es mit Herrn Buschowsky aus Berlin-Neukölln?
    Vielleicht folgen dann demnächst noch Steinmeier und Steinbnrück?

    Die SPD war ja schon sehr unterhaltsam mit Kurt Beck, aber jetzt wird sie immer lustiger. Wirklich amüsant zu sehen, wie sich die Partei weiter zerlegt.

  26. Hardy

    Du hast Otto Schily nicht erwähnt, den will er auch raus haben.

  27. Medea

    Hardy, ja richtig, Schily hatte ich schon ganz vergessen. Und wer Frau XY (wie Schröder sie nannte) widerspricht, wird über kurz oder lang auch ausgeschlossen. Bei Frau Metzger haben sie es ja versucht und hätten es liebend gern auch getan, sie sollte ja ihr Mandat niederlegen.

    Die SPD ist zur Zeit wirklich eine Quelle der Erheiterung.

  28. Schmock

    Kann man eigentlich nicht Mitglied in zwei Parteien sein? Also zum Beispiel CDU und SPD? So eine Person, wre natürlich bei jeder Äusserung zu wahlen höchst Parteiauschlussgefährdet.

  29. Rayson

    Kann man eigentlich nicht Mitglied in zwei Parteien sein?

    Offiziell nicht. Die Parteien verlangen bei Eintritt eine Erklärung, dass das nicht der Fall ist.

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.