Archiv: August 2008

Schon wieder Stress wegen einer Propheten-Karikatur

29.08.2008 10:11 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 60 Kommentare

Diesmal der Prophet als Frosch! Der Obermufti wettert wg. Blasphemie und fordert ohne jegliche Rücksichtnahme auf westliche Werte wie Meinungs- und Kunstfreiheit die Entfernung des Frosches. Es sei nicht Aufgabe öffentlicher Institutionen “die Kunst der Entweihung, der unnützen Provokation und des Nonsens feiern”. Ihre Aufgabe sei es vielmehr, die “Suche nach Sinn und Schönheit zu fördern”.

Nachdem bereits die ersten Anhänger in den Hungerstreik getreten sind, beginnen die Dhimmi-Veranstalter nun in die Knie zu gehen.

Werden die sich jemals an eine moderne säkulare Gesellschaft anpassen können oder sind sie schlicht nicht integrationsfähig?

Sommerloch, Olympia und Begleitfeuerwerk

28.08.2008 15:35 - dagny's tags by dagny t. - 6 Kommentare

Nach einer urlaubsbedingten Blog- und Internetpause melde ich mich mit einem kleinen Rueckblick auf die Augustereignisse zurueck.

In Peking fanden die Olympischen Spiele statt - einzige Neuerung: Das Feuerwerk fand bereits zur Eroeffnung statt und wurde von Peking in den Kaukasus verlegt; vermutlich um von den Menschenrechtsverletzungen und Tibet abzulenken.

Ob es der Auftakt zu einer neuen Runde Kalten Krieges ist, eine Wahlkampfhilfe fuer McCain (wie Eppler -wer ist das eigentlich?- bei n.tv.de zum besten geben darf) oder bestenfalls nur Realpolitik, wie die Junge Freiheit kommentiert?

Bietet die Innenpolitik etwas neues, erhellendes?

Miriam Gruss (MDB) will das Ueberaschungsei verbieten lassen. Spiel - Spannung - und Schokolade. Aber nicht bei der FDP. Schade eigentlich.

Der globale Raubtierkapitalismus

27.08.2008 19:32 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 113 Kommentare

in Aktion:

Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück. Während 1981 noch 52 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern in Armut lebten, seien es 2005 noch 26 Prozent gewesen.

Das nenne ich mal “Verelendung des Proletariats”!

Disclaimer an die mitlesenden GuG’s: Ja gewiss, mit dem endgültigen Sieg der sozialistischen Weltrevolution würden sicher auch die nach wie vor verbleibenden eineinhalb Milliarden Armen schon längst verschwunden sein. Oder zumindest die Armutsstatistiken.

Das ist hart, aber….

Bei uns ist der Bürger mündig, in andern europäischen Ländern wird er entmündigt. Einen Misstrauensstaat wie Deutschland können wir nicht wollen.

Die Schweizer leben noch immer in einem Vertrauensstaat, sagt Herr Bär, ein Banker.

Dafür haben die Deutschen mehr Medaillen als wir gewonnen und die Chinesen noch mehr. Und auch die Amerikaner schnitten nicht schlecht ab. Ob da ein Zusammenhang besteht, zwischen Bankkundengeheimnis und Medaillensegen?

Pssst - oben rechts - ich werde beobachtet. HALLO, HERR STEINBRÜCK….

Die grosse Wirkung von ein paar wenigen Zahlen

Fast 60 Prozent des Stroms werden in Deutschland von Kohlekraftwerken produziert, AKW’s steuern 26 Prozent bei und die Windenergie erreicht einen Anteil an der Stromproduktion von 7 Prozent. Anders als in der Schweiz fristet die Wasserkraft mit 3,5 Prozent ein Schattendasein.

Diese wenigen Zahlen mögen andeuten, was an Diskussionen und Disputen auf die deutsche Öffentlichkeit zukommt, wenn sich einerseits die Klimaerwärmung fortsetzt (womit zu rechnen ist) und andererseits der Energiehunger weiter wächst (was genau so erwartet werden darf).

Schreibt heute die NZZ in einem Leitartikel (noch nicht online). Kann uns das in der Schweiz egal sein? Nein, wir sind weniger eine Insel als es den Anschein macht. Schon gar nicht strommässig.

5p zur Political Correctness

22.08.2008 13:44 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 96 Kommentare

Aus gegebenem Anlass, und weil ich es den paxxies: vor einiger Zeit versprochen habe, hier meine 5p zur Diskussion um die “Political Correctness”:

1. “Es gibt keine Political Correctness in der Bundesrepublik. Es gibt nur Leute, die mit ihren Ansichten nicht durchkommen und dann erklären, aufgrund der herrschenden Political Correctness kämen sie nicht zum Zuge. Das ist eigentlich das Alibi der Loser und der Leute, die sich nicht durchsetzen können.” (Henryk M. Broder)

2. Die politische Auseinandersetzung mit gegen die Rechte des Individuums gerichteten (Welt-)Anschauungen wie z.B. Rassimus, Faschismus, Kommunismus, Antisemitismus oder Homophobie ist notwendig und für den Erhalt unserer freiheitlichen Ordnung unerlässlich. Dazu gehört auch, die Absichten derjenigen zu hinterfragen, die vorgeben, sich lediglich gegen “überkommene Tabus” oder “Sprachregelungen” zu wenden.

3. Wer diese konkrete Auseinandersetzung durch Assoziationsketten, die der persönlichen Diskreditierung missliebiger Personen oder politischer Gegner dienen sollen, ersetzt, handelt unredlich. Ich schlage vor, derlei nicht als “Political Correctness”, sondern treffender als “Schmutzkampagne” oder “Rufmord” zu bezeichnen.

4. Nicht diejenigen gefährden den Rechtsstaat, die ihr verfassungsmässiges Recht in Anspruch nehmen, sich in Worten und gewaltfrei gegen ihn zu wenden - oder einfach revisionistischen Bullshit zu erzählen - sondern diejenigen, die die Freiheit der Meinungsäusserung als relativ oder verhandelbar betrachten.

5. Was ich nicht sehe ist nicht da: es ist ein gefährlicher Irrtum, der kindlichem Denken entspringt, zu meinen, dass Anschauungen und Gedanken als Ausgangspunkt von Handlungen verschwinden, wenn man verbietet sie zu äussern.

Deutsche Abmahnfront (DAF)

21.08.2008 20:04 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 176 Kommentare

Hätten’se von den Apparatschiks des Deutschen Gewerkschaftsbundes Humor oder gar Stresstoleranz hinsichtlich Satire erwartet? Nein, ich auch nicht.

Marco Kanne, der das Blog opponent.de betreibt, offensichtlich schon: Er hatte den Screenshot von Adi, dem Schuft, der sich auch für den Mindestlohn ausspricht, veröffentlicht - jetzt hat er den Salat, und der DGB mutiert schneller zur DAF, als es sich Marco trotz allem Pathos wohl erwartet hätte. Da verstehn die Genossen keinen Spass. Vor allem nicht, wenn man ihnen erklärt, wo der Sozialstaat herkommt… schliesslich muss Deutschland auch heute noch gegen Parasiten, äh… sorry: Moskitos natürlich, verteidigt werden!

P.S., Update: dass der auf den ersten Blick etwas schräge Vergleich so weit hergeholt überhaupt nicht ist, zeigt dr.chaos mit seinem Verweis auf das “Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit” von 1934.

Promotionsthema für klassenbewusste GuGs zu vergeben

17.08.2008 16:36 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 35 Kommentare

Die Parteilichkeit ist ein fester Bestandteil des historischen Materialismus, der eine objektive Einschätzung der Lage jeder Klasse der Gesellschaft ermöglicht und beweist, daß die Zukunft dem Proletariat, der fortschrittlichsten Klasse gehört.

Sie sind der Aufassung, dass diese Worte Walter Ulbrichts von 1958 nach wie vor gültig sind? Dass wahre Volksdemokratie und Kapitalismus unvereinbar sind? Sie möchten darüber hinaus für Ihre Promotion gerne entsprechende, vom richtigen Klassenstandpunkt geprägte, Anleitung? Auf nach Siegen - da werden Sie geholfen, Genosse!

Züchtungen

Man kommt ja an den Spielen nicht vorbei. Wenn man sich wie ich mit Tagesschau- und Durchzäpphäppchen begnügt, fallen einem so wesentliche Dinge wie der Körperbau dieser Randsportathleten auf.

Und man staunt, wie es der Wissenschaft heutzutage gelingt, für jede Sportart spezifische Züchtungen zu schaffen.

Magets feuchter Traum

14.08.2008 20:45 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 52 Kommentare

Ich möchte Sie aber sehr eindringlich bitten, Ihre Aussage auf dem letzten CSU-Parteitag in Nürnberg, einen anständigen Bayern schüttele es bei der Vorstellung einer Koalition, öffentlich zurückzunehmen. [...]

Wahlverhalten als anständig und unanständig zu etikettieren, sollte unter den
konkurrierenden demokratischen Parteien nicht zu den Gepflogenheiten gehören.

Harte Worte der bayrischen FDP-Vorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberg in einem Schreiben an den bayrischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein.

Die sicher auch berechtigt gewesen wären, wenn… ja wenn Herr Beckstein das so gesagt hätte: Tatsächlich hatte er sich lediglich gegen Dreier- oder Vierer-Koalitionen in Bayern gewandt. Magets feuchten Traum von einer SPD also, die über 18% kommt und zusammen mit den Grünen, dem Honoratioren-Konglomerat “Freie Wähler” und… der FDP… eine Regierung bildet. Womöglich - darauf deutet jegliche Arithmetik hin - unter Tolerierung durch die SED/LINKE, die in den Umfragen bei 4-5% liegt. Eine absurde Chaos-Koalition, in der Tat. Als unanständigen Franken schüttelt es auch mich bei dem Gedanken. Und als FDP-Mitglied ärgert es mich, dass die Landesvorsitzende diese Option nicht klar und eindeutig ausschliesst - stattdessen billiges CSU-Bashing betreibt.

Derlei Demagogie hat der bayrischen FDP bei den letzten Landtagswahlen satte 2,6% der Stimmen gebracht (das können wir nicht so gut wie die Schwarzen). Realistisch, und im Interesse Bayerns wünschenswert, wäre eher eine klare Koalitionsaussage an eine CSU, die hoffentlich verdientermassen ihre absolute Mehrheit verlieren und auf Bündnispartner angewiesen sein wird. Vielleicht klappt’s dann auch mit dem Wiedereinzug in den Landtag…?

(Crossposting auf FDP-Watch.de)

I’m not dead yet

06.08.2008 11:18 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 10 Kommentare

Die Überschrift bezieht sich nicht (nur) auf die aktuelle Blog-Frequenz hier, sondern ist der Refrain eines Songs im Musical Spamalot, der Umsetzung von Monty Phytons “Ritter von der Kokosnuss” auf der Bühne des Palace Theatre im Londoner Westend: die herrliche Verarschung des englischen Nationalepos von der Tafelrunde des König Artus ist meine unbedingte Empfehlung für alle, die es diesen Sommer beruflich oder privat in die teuerste Stadt Europas treibt!

In den nächsten paar Wochen wird es hier voraussichtlich weiterhin eher beschaulich zugehen - Alternativen en masse gibt’s aber per E Pluribus Unum Blogaggregat, dem Nachfolger des Sozioproktologen, zu entdecken (Sonnenbrille mit Layoutschutzfaktor 10 nicht vergessen).

Ansonsten wünsche ich Ihnen / Euch allen schöne Urlaubstage bzw. wenigstens eine Klimanalage im Büro… Stay tuned!