Aus gegebenem Anlass, und weil ich es den paxxies: vor einiger Zeit versprochen habe, hier meine 5p zur Diskussion um die “Political Correctness”:
1. “Es gibt keine Political Correctness in der Bundesrepublik. Es gibt nur Leute, die mit ihren Ansichten nicht durchkommen und dann erklären, aufgrund der herrschenden Political Correctness kämen sie nicht zum Zuge. Das ist eigentlich das Alibi der Loser und der Leute, die sich nicht durchsetzen können.” (Henryk M. Broder)
2. Die politische Auseinandersetzung mit gegen die Rechte des Individuums gerichteten (Welt-)Anschauungen wie z.B. Rassimus, Faschismus, Kommunismus, Antisemitismus oder Homophobie ist notwendig und für den Erhalt unserer freiheitlichen Ordnung unerlässlich. Dazu gehört auch, die Absichten derjenigen zu hinterfragen, die vorgeben, sich lediglich gegen “überkommene Tabus” oder “Sprachregelungen” zu wenden.
3. Wer diese konkrete Auseinandersetzung durch Assoziationsketten, die der persönlichen Diskreditierung missliebiger Personen oder politischer Gegner dienen sollen, ersetzt, handelt unredlich. Ich schlage vor, derlei nicht als “Political Correctness”, sondern treffender als “Schmutzkampagne” oder “Rufmord” zu bezeichnen.
4. Nicht diejenigen gefährden den Rechtsstaat, die ihr verfassungsmässiges Recht in Anspruch nehmen, sich in Worten und gewaltfrei gegen ihn zu wenden - oder einfach revisionistischen Bullshit zu erzählen - sondern diejenigen, die die Freiheit der Meinungsäusserung als relativ oder verhandelbar betrachten.
5. Was ich nicht sehe ist nicht da: es ist ein gefährlicher Irrtum, der kindlichem Denken entspringt, zu meinen, dass Anschauungen und Gedanken als Ausgangspunkt von Handlungen verschwinden, wenn man verbietet sie zu äussern.