Ich möchte Sie aber sehr eindringlich bitten, Ihre Aussage auf dem letzten CSU-Parteitag in Nürnberg, einen anständigen Bayern schüttele es bei der Vorstellung einer Koalition, öffentlich zurückzunehmen. […]

Wahlverhalten als anständig und unanständig zu etikettieren, sollte unter den
konkurrierenden demokratischen Parteien nicht zu den Gepflogenheiten gehören.

Harte Worte der bayrischen FDP-Vorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberg in einem Schreiben an den bayrischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein.

Die sicher auch berechtigt gewesen wären, wenn… ja wenn Herr Beckstein das so gesagt hätte: Tatsächlich hatte er sich lediglich gegen Dreier- oder Vierer-Koalitionen in Bayern gewandt. Magets feuchten Traum von einer SPD also, die über 18% kommt und zusammen mit den Grünen, dem Honoratioren-Konglomerat „Freie Wähler“ und… der FDP… eine Regierung bildet. Womöglich – darauf deutet jegliche Arithmetik hin – unter Tolerierung durch die SED/LINKE, die in den Umfragen bei 4-5% liegt. Eine absurde Chaos-Koalition, in der Tat. Als unanständigen Franken schüttelt es auch mich bei dem Gedanken. Und als FDP-Mitglied ärgert es mich, dass die Landesvorsitzende diese Option nicht klar und eindeutig ausschliesst – stattdessen billiges CSU-Bashing betreibt.

Derlei Demagogie hat der bayrischen FDP bei den letzten Landtagswahlen satte 2,6% der Stimmen gebracht (das können wir nicht so gut wie die Schwarzen). Realistisch, und im Interesse Bayerns wünschenswert, wäre eher eine klare Koalitionsaussage an eine CSU, die hoffentlich verdientermassen ihre absolute Mehrheit verlieren und auf Bündnispartner angewiesen sein wird. Vielleicht klappt’s dann auch mit dem Wiedereinzug in den Landtag…?

(Crossposting auf FDP-Watch.de)