Der globale Raubtierkapitalismus

27.08.2008 19:32 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 113 Kommentare

in Aktion:

Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück. Während 1981 noch 52 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern in Armut lebten, seien es 2005 noch 26 Prozent gewesen.

Das nenne ich mal “Verelendung des Proletariats”!

Disclaimer an die mitlesenden GuG’s: Ja gewiss, mit dem endgültigen Sieg der sozialistischen Weltrevolution würden sicher auch die nach wie vor verbleibenden eineinhalb Milliarden Armen schon längst verschwunden sein. Oder zumindest die Armutsstatistiken.

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113 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Shin, 27.08.2008 20:39

Ich habe auf dol2day.de gerade mit einigen Linken darüber diskutiert, und zwischen den üblichen verdächtigen Nonsense-Argumenten (Armutsdefinition wird willkürlich geändert, Statistik gefälscht, Weltbank = kapitalistische Verschwörung) wurde unter anderem auch auf diesen Link verwiesen:
http://www.bpb.de/publikationen/2FD3J3,3,0,Entwicklungsl%E4nder_Gemeinsamkeiten_und_Unterschiede.html
Und das stimmte zumindest mich nachdenklich, denn beide Berichte verwenden als Grundlage den Begriff der absoluten Armut, der meines Wissens unabhängig von Nominaleinkommen usw. definiert ist. Demnach stagniert die Zahl der Armen seit 1995 oder fiel zumindest auf den damaligen Wert zurück.

jo@chim, 27.08.2008 21:15

Woraus schliesst Du denn die Stagnation? (Ich habe das auf Anhieb nicht in Deinem Link gefunden). Die verwenden übrigens noch die 1USD-Tagesverdienst als “Armutsgrenze”, die aktuelle Studie hat das gemäss SPON auf 1,25USD angepasst.

Shin, 27.08.2008 21:32

In dem text heißt es u.a.
“Auf dem Weltsozialgipfel 1995 in Kopenhagen ist die Zahl der Armen mit 1,3 Milliarden Menschen, das heißt fast einem Drittel der Bevölkerung, beziffert worden, wovon über die Hälfte in “extremer Armut” (Einkommen von weniger als einem US-Dollar pro Tag) leben musste.”
Aber wenn die Armutsdefinition jetzt nach oben korrigiert wurde, ergibt sich das ja.

 
Shin, 27.08.2008 22:32

Ein anderer, meines Erachtens nicht ganz unberechtigter Kritikpunkt: Der Wert des Dollars ist seit 1981 massiv gesunken. 1,25 $ sind heute nicht unwesentlich weniger als 1,25 $ damals.

jopa, 28.08.2008 12:08

So weit ich weiß, sind das inflationsbreinigte und kaufkraftgewichtete Dollar…

jo@chim, 28.08.2008 12:43

jopa, hast Du ‘ne diesbezügliche Fundstelle zu bieten?

jopa, 28.08.2008 15:23

Aus dem Stand leider nicht. Ich habe das irgendwann während des Studiums mal recherchiert, und die Unterlagen logischerweise jetzt bei der Arbeit nicht zur Hand. Deswegen auch die Einschränkung “soweit ich weiß”…

Ich kann ja noch mal suchen.

 
jopa, 28.08.2008 15:25
jo@chim, 28.08.2008 16:15

Durchaus wert, das zu lesen (& zur Kenntnis zu nehmen) IMHO. Wäre sicher mal interessant, sich die Argumente im Einzelnen vorzunehmen…

jopa, 28.08.2008 17:07

Es sind eigentlich nur zwei Argumente:

1) Der Warenkorb zur Berechnung der Kaufkraftparitäten ist nicht repräsentativ.

2) Regelmäßige Änderungen in der Datenbasis erschweren den intertemporalen Vergleich.

Dann kommt noch ein bischen was zu AIDS und Müttersterblichkeit, was aber keine geniun ökonomischen Themen sind.

Zu den beiden Argumenten lässt sich vorab schon ganz pauschal sagen, daß sie sich ein teilweise widersprechen:

Wenn ich nämlich einen repräsentativen Warenkorb anstrebe, dann muß sich dieser regelmäßig ändern, weil sich nun einmal auch die Konsumgewohnheiten selbst der ärmsten Menschen ändern. Sobald ich aber den Warenkorb anpasse, muß ich bei der intertemporalen Vergleichbarkeit Zugeständnisse machen, da sich die Daten dann auf unterschiedliche Warenkörbe beziehen. Hinzu kommen die üblichen praktischen Probleme bei der Datenerhebung, etc.

Insofern lässt sich zum Artikel sagen, daß keine Statistik dieser Erde die Realität perfekt abbildet, ein Stichprobenrisiko verbleibt ohnehin immer. Es lässt sich aber sagen, daß sich die Weltbank sehr viel Mühe gibt, die Berechnungen akkurat und transparent zu machen (das wird im Artikal auch zugestanden), und daß die positive Grundtendenz bei allen Problemen im Detail sich nicht ändert. Wenn Du die Zeit hast, kannst Du ja gern die einzelnen Aussagen auf Substanz und relevanz überprüfen… ;-)

 
 
 
Parker8, 28.08.2008 17:05

Der Indikator war zuletzt in Preisen von 1993, jetzt sind US$ 1.25 definiert als US$ 1.00 in Preisen von 1996. (Kurz hier, länger hier.)

 
 
 
 
 
 
Lina, 27.08.2008 21:28

Für die Untersuchung werteten Experten der Weltbank 657 Studien aus 116 armen Staaten aus

(So steht’s im Artikel.) Regierungsunabhängiger Studien? Wäre interessant zu wissen, denn geschönt oder gebettelt wird je nach Lage der Dinge vermutlich gern. Aus Entwicklungshilfegeldern subventionierte Staaten z. B. werden einen Teufel tun, Teile ihrer Bevölkerung länger als nötig als arm zu bezeichnen – oder doch, um noch mehr herauszuholen? Die Bilanz könnte jedenfalls besser aussehen, wäre diese nicht auch (unbelegbar, aber wohl wahr…) in dunkle Kanäle geflossen.

“Ein Viertel der Weltbevölkerung arm”, titelt dazu die ftd und signalisiert damit, dass trotz der erzielten Erfolge ein Viertel der Weltbevölkerung immer noch hungert.

 
Epameroi, 28.08.2008 00:16

Ich fürchte, solche Statistiken haben in etwa den Aussagewert von dieser hier.

1 Mensch verdient eine Million Doillar
9 Menschen verdienen nichts

also verdienen die zehn im Schnitt 100000 Dollar.

Festzulegen, das 1,25 Dollar pro Tag jetzt die Armutsgrenze sind, ist absurd. In den ärmsten Ländern reicht das vermutlich zum Überleben, in Brasilien würde man krepieren.

Aussagewert dieser Durchschnittswerte ist gleich Null.

In Kuba wäre nach dieser Definition entweder jeder arm (Umrechnung des Peso-Einkommens in US-Dollar) oder niemand (Einbeziehung der kostenlosen sozialen Leistungen, niedrige Mieten, hoch subventionierte Grundnahrungsmittel etc.)

 
Christian der II, 28.08.2008 00:46

Schaut man sich die Lage in Deutschland an, wo man sich auch insgesamt auf verlässlichere Statistiken als im Rest der Welt stützen kann, sieht es nicht ganz so knorke aus: Seit 1992 gab es ca. 25% reales Wachstum, aber ebenfalls ungefähr um 5% gesunkene Nettolöhne, bei leicht gesunkener Staatsquote. (Mit anderen Worten, die gewachsenen Gewinne landen weder beim Staat, noch bei den Arbeitnehmern.)

Die “unsichtbaren” Kürzungen durch die schlechteren Leistungen von gesetzlicher Krankenversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung sind hier noch gar nicht einbezogen.

In den USA sieht es mit den Realeinkommen von Arbeitnehmern trotz Wirtschaftswachstum auch nicht besonders toll aus. In der FTD standen schon mal Hinweise, dass dieses ebenfalls gesunken sei.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 11:01

Es gibt doch diesen Johnny hier, Moment:
http://www.ted.com/index.php/speakers/hans_rosling.html
(TED ist ohnehin sehr empfehlenswert)
, der die Sachlage “auf TED” solide abgehandelt hat.
Ja, es gibt eine Mehrung des Wohlstands, yes we can.
Dafür bedarf es keiner Studie der Weltbank, LOL, die wohl einfach so frei verfügliche UN-Daten ausgewertet hat.

“Raubtierkapitalismus” gibts übrigens bei den Braunen, den Linken und lustigerweise auch bei den Moslems zu lesen.
Hab jetzt vergessen, wer sichs ausgedacht hat, Moment:
Hmm, krieg ich jetzt nicht raus, ist rel. neu das Wort, hab Münte in Verdacht.

jo@chim, 28.08.2008 11:47

“Raubtierkapitalismus” gibts übrigens bei den Braunen, den Linken und lustigerweise auch bei den Moslems zu lesen.

Pass auf, sonst heulen gleich wieder einige einfachere Gemüter, wir würden hier Braunlinksislam gleichsetzen *LOL*

Afaik war übrigens Helmut Schmidt einer der ersten, der den Begriff verwendet hat. Nun ja – was will man von Nikotinisten schon anderes erwarten.

Dangerous Beans, 28.08.2008 11:56

Ich empfehle den Besuch des Forums des sog. Muslim-Markts, da kriegst Du Sachen zu lesen, die sind so sick, LOL. Und die Leserschaft setzt sich anscheinend aus Moslems, Linken (da gibts noch echte Stalinisten) und Braunen(!) zusammen.
Hasserfüllte Texte, wie den hier:
http://f25.parsimony.net/forum63498/messages/52635.htm
(gut, ich glaube der war jetzt ausnahmsweise etwas weniger hasserfüllt als dort üblich)

“Aufklärungsfundamentalist” ist auch guut.

jo@chim, 28.08.2008 12:23

Der verlinkte Text ist nicht mal so schlecht ^ ^

und Braunen(!)

Ja, das ist richtig amüsant – da scheint es einige zu geben, deren Hass auf den US-zionistischen Weltfeind so stark ist, dass sie sogar Muslim-Märkte und Moscheen auf heiliger germanischer Erde zu akzeptieren bereit sind.

So neu ist diese Zusammenarbeit zwischen den Braunen und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt allerdings nicht wirklich – der gemeinsame Hass auf den Joodn verbindet.

 
Medea, 29.08.2008 10:14 Subscribed to comments via email

@DB
Ich habe mir grade mal den von dir genannten Link angesehen. Die Kommentare sind ja fast noch besser als der Text ;-)

Dangerous Beans, 29.08.2008 12:12

Immer wenn meine Abneigung gegen den Islam im Abflauen begriffen ist, bspw. wenn es einige Monate keine Massenmorde zu berichten gibt, dann schau ich im Muslim-arkt vorbei um mich von der völligen Durchgeknalltheit zumindest einiger Exponenten dieser Religion zu überzeugen. Ich glaube Gandalf ist ein “Guti”-Christ und manchmal sogar leicht aufmüpfig und Detlef ist ein Rechter, aber mein GUTES Gedächtnis mag mich da täuschen. ;)

Medea, 29.08.2008 12:31 Subscribed to comments via email

“Durchgeknalltheit” ist exakt das passende Wort für den Text über islamische Moral in Wirtschaft und Politik. Über die ausufernde, allseits beliebte Korruption in moslemischen Ländern steht da natürlich nichts.

Ich tu mir den muslim-markt normalerweise nicht an, es ist mir auch schlicht zu blöd, den Unsinn zu lesen. Mich interessierte in dem Fall nur der Link, den du geschrieben hast.

 
 
 
 
 
 
Medea, 28.08.2008 11:35 Subscribed to comments via email

@Dangerous Beans
“Raubtierkapitalismus”….. hab Münte in Verdacht.”

*lautlach*, herrlich! Du schreibst so schön. Es lohnt sich, deine Kommentare zu lesen.

Im übrigen fühle ich mich auch sehr arm. Möchte jemand für mich spenden? ;-)

 
Lina, 28.08.2008 11:38

“Raubtierkapitalismus” gibts übrigens bei den Braunen, den Linken und lustigerweise auch bei den Moslems zu lesen.

Und bei Jean Ziegler, den Du wahrscheinlich für eine schwer nach links ausbrechende Nervensäge hältst.

Der Begriff ist so alt wie der Kapitalismus selbst; zwischen den Spielarten differenziert man wieder etwas genauer, seit auffällig wird, was Raffzähne zugunsten von Wohlstandsmehrung AUCH anrichten können…

Dangerous Beans, 28.08.2008 11:42

Acuh einem Helmut Schmidt (ein weit überschätzter Mensch und Politiker) geht dieses Wort flüssig über die Lippen, ne, wusste ich nicht, ein altes Wort? Quelle?

Lina, 28.08.2008 12:19

Ich warte sehnsüchtig darauf, dass Du mal ein gutes Haar an irgend jemandem lässt; an Helmut Schmidt z.B. finde ich persönlich eine ganze Menge.Den “Raubtierkapitalismus” habe ich ihn bisher nur zitieren gehört; bewertet hat er ihn m. W. nicht – positiv. Er hat ihn dahingestellt sein lassen ;).

(Eine Quelle? Hab’ mit Scroogle keine finden können; reagiert auf deutsche Anfragen sehr, sehr ungenügend…)

Dangerous Beans, 28.08.2008 12:24

Hier wird behauptet, dass das Wort “Raubtierkapitalismus” auf den Schmidt zurückzuführen ist:
http://www.buecher.de/shop/Kapitalismus/Raubtierkapitalismus/Balkhausen-Dieter/products_products/detail/prod_id/22813220/

Ja, Schmidt kommt bei mir nicht gut weg, ich kann mich noch an seine Politik erinnern. Ist sehr von sich überzeugt und irgendwie doch einfach nur Mittelmass, hanseatisches Mittelmass natürlich. :)
Der Dicke war wenigstens nie arrogant.

jo@chim, 28.08.2008 12:27

Hatte die Quelle vorhin schon weiter oben verlinkt…

Dangerous Beans, 28.08.2008 12:35

Es ging mir um diesen Satz:
“Er spricht vom “Raubtierkapitalismus”, einem auf Helmut Schmidt zurückgehenden Begriff.”

jo@chim, 28.08.2008 12:41

Ja genau – da oben steht doch der Verweis auf das ZEIT-Interview aus 2003.

Dangerous Beans, 28.08.2008 12:55

Ja, ABER so wird nicht klar, dass Helmut Schmidt das Kampfwort “Raubtierkapitalismus” ENTWICKELT hat.

Die werte Lina bezeichnete das Wort bspw. als alt (obwohl es nicht dem 68er-Jargon entspricht und m.Erinnerung zufolge auch nicht genutzt wurde), der werte medea lacht über den Münteverdacht, dabei hat mich mein GROSSARTIGES Gedächtnis auf die richtige Spur geführt: Als Münte das Kampfwort “Heuschrecken” entwickelte, entwickelte Helmut S. fast zeitgleich das Kampfwort “Raubtierkapitalismus”.

Eine feiste Leistung, ich denke die o.g. Kampfwörter generieren über die Zeit indirekt einen massiven finanziellen Schaden in D, ich schätze mal 10^9 bis 10^12 EUR, Laufzeit bis 100 Jahre, LOL. Jeder Zahlbürger in D zahlt hier mit.

Was wären die Linken ohne Kampfwörter?

jo@chim, 28.08.2008 13:06

Ach so meinste das…

btw:

Was wären die Linken ohne Kampfwörter?

Was wäre Politik ohne Kampfwörter? “Die Linken”, “die Rechten” sind ja eigentlich auch welche: verallgemeinernd, Gruppenmentalität fördernd, bei der jeweiligen Klientel die gewünschten negativen Assoziationen weckend… aber das würde wohl mehr in den pc-Thread gehören ;-)

Dangerous Beans, 28.08.2008 13:10

Nun, es gibt aber keine keulenschwingende Konservative oder Liberale. D.h. die Aussendarstellung bzw. der Verkauf bürgerlicher Werte ist schlecht. Würde gerne mal einen Politiker der Mitte linke Politik in die Zange nehmen sehen, aber da kommt nix, die sind kommunikativ untalentiert.
Ich fordere hiermit nicht einen Shock-Jock an, aber zumindest einen, der die Kraft und das Talent hat auch einmal mit ein wenig Polemik und einigen Kampwörtern das linke Gesoz anzugreifen und zu entlarven.

Dangerous Beans, 28.08.2008 13:18

“Deutsche Leitkultur” fällt mir da als letztes Kampfwort ein von diesem durchaus schätzenswerten Merz, der aber schon ein wenig sauerländisch, sauertöpfisch rüberkam.

jo@chim, 28.08.2008 13:23

Ein Giftzwerg eben (wenn auch ein schätzenswerter, wie Du richtig bemerkst).

Leitkultur assoziiere ich mit Leidkultur.

Dangerous Beans, 28.08.2008 13:28

“Deutsche Leitkultur” ist zwar im Kern richtig, aber so kann man das nicht verkaufen, LOL, diese Pfeife.

 
 
 
jo@chim, 28.08.2008 13:28

P.S., ähm, willste “bürgerliche Werte” mit der Keule vermitteln? Das wäre dann allerdings ein klassisches Paradoxon.

Dangerous Beans, 28.08.2008 13:30

Nö, das geht. Muss nur ein Charismatiker da sein. Aber wenn Du schon Metaphern anmängelst, LOL, dann gehts vielleicht doch nicht in D…

 
 
 
 
Medea, 28.08.2008 13:46 Subscribed to comments via email

@dangerous beans,

als Info:
“der werte Medea” ist aber eine Frau, wie auch die antike Medea eine Frau war.

Was Helmut Schmidt angeht, so hat er auch gute Dinge gesagt, vor kurzem noch über Laufzeiten von AKWs. Er sagt dann aber auch viel Unsinn. Ich finde ihn “durchwachsen”. Arrogant war er aber immer schon.

“Was wären die Linken ohne Kampfwörter?”

Früher kannten die “Linken” mehr Fremdworte als die Rechten ;-) Die Rechten haben aber inzwischen aufgeholt und zur Zeit besteht kein großer Unterschied mehr zwischen lechts und rinks, auch nicht in ihren Aussagen.

Dangerous Beans, 28.08.2008 13:55

Sorry.

Die Rechten haben so Sachen wie “Bombenholocaust” (semantisch übrigens richtig), “Geburtendesaster” (richtig ;), die NPD-Diktion bspw. taugt aber nicht dafür die Massen zu begeistern und mit sprachlichen Mitteln langfrostig Schäden anzurichten, so wie es die Linken gut können. Die Rechten wollen primär übel aufstossen.

Ist aber auch egal, danken wir joatchim für seinen wertvollen Beitrag und mir für den Hinweis, dass das unerfreuliche Kampfwort “Raubtierkapitalismus” vom Helmut S. stammt.

daniel, 28.08.2008 14:07

“Bombenholocaust” (semantisch übrigens richtig)
- Das ist Sacharbeit. Holocaust ist etwas und es ist die zivilisatorische 5-Prozent-Hürde das zu wissen.

daniel, 28.08.2008 14:08

“Holocaust ist etwas anderes” natürlich…

Dangerous Beans, 28.08.2008 14:13

Ich werde mit Dir nicht Wortbedeutungen diskutieren oder wie und ob (Deines Erachtens) Worte konnotiert sind, Du bist mir dbzgl. – Verzeihe die Härte hier! – etwas zu arm.

 
daniel, 28.08.2008 14:22

Holocaust ist das Wort für den Völkermord an den europäischen Juden. Punkt aus. Ich spreche genug griechisch um das, was Du als “Semantik” bezeichnest zu verstehen. Es ändert aber nichts an der Tatsache. Wenn Du Dir aber cool vorkommst wenn Du ein bißchen mit NPD-Vokabular um Dich wirfst um zu gucken, wer dich darüber empört, dann muss man Dir leider sagen, dass Du weder vom Thema etwas verstanden hast noch in der Lage bist, dazu einen gesunden Gedanken zu formulieren – oder gar auszusprechen. Und von einem so dummen Menschen als “arm” bezeichnet zu werden ist fast schon ein Ritterschlag.

 
jo@chim, 28.08.2008 16:29

Punkt aus

Sehen viele Opfer-Nachfahren anders und ziehen es vor, statt vom “Brandopfer” von der Shoah zu sprechen.

Die Art und Weise wie Du meinst, Dich hier zum Sprachpolizisten aufspielen zu können und anderen zu erklären was ein “gesunder” (?!) Gedanke ist wirkt auch auf mich ärmlich. Sorry.

Und hör auf, Kommentatoren hier als “dummer Mensch” bezeichnen.

@both: Wenn Ihr nicht miteinander zurecht kommt ignoriert Euch.

 
daniel, 28.08.2008 17:18

“Dumm” – Meyers Konversationsexikon beschreibt das als Unvermögen, aus Wahrgenommenem die richtigen Schlüsse zu ziehen. Da DB so an “Sacharbeit” und “Semantik” interessiert ist, dachte ich nicht, dass er es als beleidigend auffasst. Aber ich möchte nicht den Eindruck erwecken, ich müsste persönlich werden um meinen Standpunkt zu vertreten deswegen bitte ich um Verzeihung und werde es nicht wieder tun.
Auch wenn “Shoa” ein Synonym ist ändert das nichts daran, dass “Holocaust” im Deutschen eine feste Bedeutung hat. So zu tun, als wäre Holocaust schlicht der eingedeutschte Begriff des griechischen Wortes zeugt vom Unvermögen, aus Wahrgenommenem die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 17:49

Du kannst ja mal den Fall des israelischen Ministers Matan Vilnai analysieren, der den palästinensischen Arabern angeblich den Holocaust angedroht hat.
Da kannst Du exemplarisch ablesen wohin sprachliche Beklopptheit letztlich führen kann.
Ich rate Dir wirklich an Deinen Weg nicht weiterzugehen und die Konnotation von Begriffen anderen nicht vorzuschreiben.
Meide Spiessertum und Backpfeifenverdächtigkeit, LG, DB

 
daniel, 28.08.2008 17:56

Ehrlich? Der hat “Holocaust” gesagt?

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 18:16

Nein, der hat Shoa gesagt. “Holocaust” gabs in einigen Qualitätsmedien zu lesen.

 
daniel, 28.08.2008 18:23

Du meinst, er hat das in Israel übliche Wort für den Völkermord an den Juden benutzt und man hat es in das in Deutschland übliche Wort für den Völkermord an den Juden übersetzt? Ich wittere da ein System…

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 18:28

Man hats jedenfalls geschafft mit rein sprachlichen Mitteln (“Konnotationen”, LOL) den Israelis Genozidplanung “nachzuweisen”.
Schau Dir doch den Fall mal an.

 
daniel, 28.08.2008 18:42

Das hat mit Konnotationen nichts zu tun. Er hat ein Wort verwendet, dass im allgemeinen Sprachgebrauch etwas anderes bedeutet als er sagen wollte.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 18:53

Er hat gesagt was er sagen wollte, und in D (nicht nur dort) gabs dann zu lesen “Israelischer Minister droht pal. Arabern Holocaust an”.
Wir konnten an diesem Fall einerseits die Kollision von Konnotationsmengen und natürlich anderseits das böswillige Ausnutzen dieser Kollision beobachten.
Genau so etwas meine ich, wenn ich die Konnotationsmengen, die verkürzt auch als Political Correctness bezeichnet werden, als für die Sacharbeit sehr abträglich bezeichne.
So, will jetzt nicht mein Recht auf Meinungsfreiheit in diesem Beitragsstrang überbeanspruchen, muss mal schauen was die kleinen Bengel machen, muss was gegen die Daniellisierung tun. ;)

 
daniel, 28.08.2008 19:04

Viel Spaß dabei, meine Antwort wartet ja hier auf Dich… ;-)
Aber wenn das Wort “Shoa” in Israel (fast) nur noch auf den Völkermord an den Juden bezogen wird und er “Shoa” sagt, was glaubst Du was die Leute verstehen wenn er “Shoa” sagt?

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 19:16

So ist es ja nicht, nimms einfach als Beispiel für die Schadwirkungen der “PC-Konnotationsmengen”.
Anderes Beispiel: Henk wird gerade verklagt, weil er eine Antisemitin antisemitisch nennt, da gehts auch nur um Konnotationsmengen, der Sachverhalt selbst ist offensichtlich freie Meinungsäusserung.

 
daniel, 28.08.2008 20:56

Evelyn Hecht-Galinski argumentiert aber sie sei nicht antisemitisch und der Vorwurf deswegen eine Beleidigung und die solle Broder unterlassen. Verhandelt wird also darüber, ob Broder beleidigt…

 
daniel, 28.08.2008 21:27

Aber ich kann es doch nicht als Beispiel für irgendwelche Konnotationsmengen nehmen wenn die Bedeutung des Wortes so eindeutig ist. Shoa ist natürlich negativ konnotiert aber das kommt daher, dass Shoa eben das Wort für “Völkermord an den Juden” ist.
Und Henk wird verklagt weil er – laut Klägerin – sie beleidigt hat.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 21:45

Shoa heisst großes Unglück oder Katastrophe, kann Deiner Logik zufolge nicht mehr im originären Wortsinn verwendet werden, weil der Holocaust als Shoa üblicherweise bezeichnet wird in Israel.
Zu Henk und um was es geht scheint mir folgender Text am gelungensten:
http://www.worldpoliticsreview.com/article.aspx?id=2601

 
daniel, 28.08.2008 22:25

“Shoa heisst großes Unglück oder Katastrophe, kann Deiner Logik zufolge nicht mehr im originären Wortsinn verwendet werden, weil der Holocaust als Shoa üblicherweise bezeichnet wird in Israel.”
Genau!

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 22:37

Dann ist aber ein Wort weg und der Sachverhalt müsste neu beschrieben werden. Die Neubeschreibung müsste dann (repressiv ;) durchgesetzt werden.

In der Folge erwischt es dann auch andere Wörter, “antisemitisch” bspw. wäre für die Judenhasser mit Vernichtungsdrang reserviert, andere müssten anders bezeichnet werden. Das wäre dann Patrick Bahners Argumentation.

Schwer zu sagen ob sich sowas durchsetzen wird.

 
Nepumuk, 28.08.2008 23:25

Holocaust heisst Brandopfer (meist tierischer Natur).

Shoa heisst Unglück, Katastrophe

haShoa ist DIE Katastrophe, womit die Vernichtung der juden Europas zwischen 1939 und 1945 gemeint ist.

Deshalb auch die deutsche Emöprung als vor einigen Monaten der israelische Verteidungsminister den Palästinener eine Shoa prophezeite, er meinte damit eine Katastrophe und nicht eine planmässige Vernichtung durch die Israelis.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 23:34

Holocaust heisst Gesamtverbrennung, im übertragenden Sinne Tieropfer.
Die beschriebene “Empörung” war der PC (bzw. den Konnotationsmengen) geschuldet bzw. linkes-antizionistisches Treiben.

 
Dangerous Beans, 28.08.2008 23:39

Eigentlich wars ja “antisemitisch”, aber ich warte erst mal das Urteil gegen henk ab. :)

 
daniel, 28.08.2008 23:54

Es ist ein krasser Fall dass ein Wort eine fasst völlig neue Bedeutung bekommt. Hängt vielleicht am Thema…bei Antisemitismus sehe ich das ganz entspannt. Der fängt schon bei “Ich habe nichts gegen die Juden” an, trotz “Holocaust” der da eine neue Kategorie geschaffen hat.
Und nochmal: Holocaust beschreibt die Vernichtung der europäischen Juden, schlag das mal in IRGENDEINEM Lexikon nach!

 
Dangerous Beans, 29.08.2008 12:03

Lies Dir mal
http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_(Begriff)
durch.
Holocaust habe ich zum ersten mal vllt 1981 gehört als die Ami-Serie nach D kam. Ich habs immer als Gesamtverbrennung verstanden und ehrlich gesagt habe ich das Wort nie gemocht, warum blieb man nicht bei der Judenvernichtung? Weils angenehmer war, so dachte ich. Ausserdem war Holocaust ein Modewort, wann wird das nächste kommen? (Das kam dann auch, Shoa, LOL.)
Shoa finde ich auch nicht gut, was soll das, warum brauchen wir ein Fremdwort? Aus Distanzgründen?
Und wenn Du schon mir nicht glaubst, dass Holocaust nur so verwendet wird, wie Du denkst, dann glaub doch wenigstens den anderen.

 
Medea, 29.08.2008 12:18 Subscribed to comments via email

Ja, “Holocaust” oder “Shoa” dient im allgemeinen der Distanzierung vom Geschehen. “Judenvernichtung” ist da deutlich, aber so klar, will man das hier nicht hören.

 
daniel, 29.08.2008 14:15

“Und wenn Du schon mir nicht glaubst, dass Holocaust nur so verwendet wird, wie Du denkst, dann glaub doch wenigstens den anderen.”, ich nehme an da hast Du Dich vertippt.
Die “Distanzierung” halte ich für nicht gegeben. Man hat das Wort wohl gewählt wei es nicht irgendeine Judenverbrennung war (und man deswegen ein eigenes Wort gebraucht hat) und weil für Juden die Tatsache, dass die Leichen verbrannt wurden, das Ganze noch mal schlimmer gemacht hat.

 
daniel, 29.08.2008 14:38

PS.: Warum auch sonst steht im WIKI-Artikel “der Holocaust”…

 
Medea, 29.08.2008 14:52 Subscribed to comments via email

Gebt ihr nicht langsam mal auf? ;-)

Wenn ihr euch über das Wort “Holocaust” nicht einigen könnt, dann lasst es doch mal so stehen. Es gibt halt nicht immer eine Einigung.

Einfach mal los lassen ;-)

 
jo@chim, 29.08.2008 15:02

Schwierig! (Ich kenn das von meinen Kindern)

 
daniel, 29.08.2008 15:23

Ich lass gerne los WENN ER ZUGIBT DASS ICH IM RECHT BIN!!! ;-)

 
Medea, 29.08.2008 15:27 Subscribed to comments via email

*lach*

Schwierig, weil jedes Nachgeben oder Loslassen von der Sache einer gefühlten Niederlage gleich kommt.

Es dauert halt manchmal länger, bis man erwachsen wird. ;-)

 
Medea, 29.08.2008 15:31 Subscribed to comments via email

@Daniel

dein Humor gefällt mir und nimmt dem Ganzen das Verbissene.

 
Dangerous Beans, 29.08.2008 17:00

@Dannie:
Ich glaube Dein Problem ist eine gewisse Kopflastigkeit.
Mein Rat an dieser Stelle, dieser gilt auch dem einen oder anderen Leser, der daraus Nutzen zu ziehen vermag: Sei doof!
Reduziere die Sacharbeit erst einmal auf die beteiligten Entitäten und den Sachverhalt, stelle Formulierungs-, also Stilfragen erst einmal ganz doof zurück.
Die Sprache dient nur der Sacharbeit, Sprache darf nicht die Sacharbeit negativ beeinflussen.

Es gibt bspw. auch in der IT politische Korrektheit, die dort verwendeten Sprachen werden darauf abgeklopft, ob sie “missbräuchlichem Nutzen” Vorschub leisten, ob sie zu unsauberer Kodierung führen könnten und so weiter und so fort.
Auf der anderen Seite stehen die Leute, die mit wenigen Anweisungen den Job gemacht haben wollen. Diese wissen im Prinzip um die mathematischen bzw. realen Zusammenhänge (IT baut Realität nach zum Zwcke der Optimierung von Kooperationen) und schätzen die Freiheit; Perl bspw. ist eine in mehreren Beziehungen freie Sprache.
Programmierern sei an dieser Stelle ebenfalls geraten erst einmal doof zu werden.

 
jo@chim, 29.08.2008 19:22

IT baut Realität nach zum Zwecke der Optimierung von Kooperationen

Schöner Satz. Merke ich mir für die nächste Projektpräsentation. Würde auch der Politik gut zu Buche stehen… aber dort heisst es eher “Politik verbiegt Realität zum Zwecke der Optimierung von Gruppenvorteilen” ;-)

 
jo@chim, 29.08.2008 19:23

P.S.: Deinen abschliessenden Rat habe ich natürlich lange schon nicht mehr notwendig :D

 
daniel, 30.08.2008 01:15

Das mit dem Kopflastig ist die Erklärung, wirklich. Da ich das aber nicht abstellen kann – zumindest nicht bei dem Thema – muss ich Dir noch sagen, dass der IT-Satz deswegen so richtig ist, weil Programmiersprachen genau das machen: Realität abbilden. Sprache macht das nicht nur sondern sie ist auch der Weg, wie wir über Realität denken weil wir diese Gedanken ja in Sprache formulieren. Dort wo unsere Sprache endet, endet auch unser Verständnis der Realität.

 
Dangerous Beans, 30.08.2008 01:19

> Dort wo unsere Sprache endet, endet auch unser Verständnis der Realität.

Du bist wieder nicht doof genug.

 
daniel, 30.08.2008 01:53

Das ist aber so ein Mindeststandard ohne den ich nicht kann, sorry…

 
Dangerous Beans, 30.08.2008 08:12

Du kannst durch richtig platzierte Doofheit falsche Aussagen wie die oben gemachte meiden. Erst schlaues Denken lässt Dich solche Sachen raushauen. Noch einmal: Sei doof!

 
Lina, 30.08.2008 10:42

@ DB

Hab’ den Faden verloren, deshalb bitte nochmal:

Was ist doof, wie doof muss man sein, welchem Zweck dient Doofheit und wie bringt man sie (kommunikativ) am besten zur Wirkung? So wie Du :)?

Dann lass’ uns mal alle bitte eine Scheibe davon abschneiden :-D!

 
David, 30.08.2008 11:09

Eine vorläufige, oberflächliche Korpusrecherche ergibt: Daniel hat Recht, empirisch gesehen. “Holocaust” taucht nahezu ausschließlich als Eigenname für die Judenvernichtung auf, in wenigen Fällen im übertragenen Sinne (allerdings wohl mindestens so stark mit Bezug auf dseine Bedeutung als Eigenname wie auf die Bedeutung von “Brandopfer”) und nie in der Bedeutung von “Brandopfer”. (Vgl. http://mentalschnupfen.org/holoc.rtf)

Segmentation fault.

 
Dangerous Beans, 30.08.2008 11:32

@David:
Dann haben wir ja empirisch die Semantik geklärt, danke.
@Lina:
Doofheit war natürlich eine Metaphorik, ein sacharbeitsfremd schwätzender Linguist wurde gebeten doof zu sein, also das Sprachliche hintanzustellen.
BTW, was ist der Komparativ von doof?
@all:
Schönen Tag noch.

 
David, 30.08.2008 11:34

“Dann haben wir ja empirisch die Semantik geklärt, danke.”

Exakt. Wie auch sonst?

 
Lina, 30.08.2008 11:36

@ David

Daniel hat Recht, empirisch gesehen.

Sag’ ich doch ;)! Wenn es doof wäre, in sich hineinzuhören, sein Gespür zu bemühen, dann bin ich für Doofheit; wenn nicht, bin ich der zuweilen doch sehr unbefriedigenden Ergebnisse wegen gegen sie.

(Eine Bezeichnung des Holocaust als “Brandopfer” käme für mich schon deshalb nicht in Frage, weil ein “Opfer” aktive Freiwilligkeit voraussetzt – was allerdings im Fall passiver ritueller “Menschenopfer” nicht unbedingt auf Gegenseitigkeit beruht haben wird; aber das gehört nicht hierher.)

 
David, 30.08.2008 11:44

Daß die Gleichsetzung von “Holocaust” und “Brandopfer” abwegig ist, zeigt sich auch daran, daß es kaum je sinnvoll möglich ist, ersteres durch letzteres zu ersetzen. Aber für DB vielleicht schon, also gilt das Argument wohl auch nicht. Was braucht’s auch Empirie, wenn DB die korrekten Bedeutungen aller Wörter einfach verkünden kann?

 
Lina, 30.08.2008 12:02

@ DB

BTW, was ist der Komparativ von doof?

Borniert? Wär’ Dir das recht – samt der Konfusion, die ein so schwer zu klärendes Adjektiv wiederum auslösen könnte :)?

 
Dangerous Beans, 30.08.2008 14:14

BTW, was ist der Komparativ von doof?

Borniert?

Richtig, Lina! Du hast meinen Rat angenommen. Beste Grüße auch an David, der nun sehr schön auf Tiefpunkte dadurch aufmerksam macht, dass er neue Tiefpunkte setzt.

 
David, 30.08.2008 14:19

Dangerbean ein Esoteriker. Damit hätte ich zwar nicht gerechnet, aber es überrascht auch nicht sonderlich.

 
Lina, 30.08.2008 16:00

@ David

Mach’ Dir nichts draus! “DB” kommt vom “Himmel”, hat kürzeste Wege, ist sozusagen ein ortsnaher Verkünder dessen, was automatisch esoterisch ist, oder extraterristrisch oder auch nur extravagant. Wir werden seine kurzfrostigen Ratschläge noch brauchen, wenn alles “quer” läuft. Hold on :-)!

@ DB

Give us a message, in time :-)!

 
David, 30.08.2008 16:05

I wo, da mach’ ich mir nichts draus, finde ihn ja auch ganz knuffig.

 
Dangerous Beans, 30.08.2008 18:30

Also, ich bin mit dem Inhaltsangebot und der Kommentatorenqualität grundsätzlich nicht unzufrieden.
Und die gelegentlichen Minder-, Mangel-, Fehl- und Minusleistungen kann man ja bearbeiten.

 
David, 30.08.2008 18:41

Da sind wir uns am Ende des Tages sogar wieder einig. Einfach toll.

 
 
 
Medea, 28.08.2008 14:11 Subscribed to comments via email

“Raubtierkapitalismus” von Helmut Sch. passt dann ja gut zu Müntes “Heuschrecken”.

Überschätzt wurde nicht nur Helmut Sch., sondern vor allem Willi Brandt, und das je länger er tot ist. Zu seinen Lebzeiten wurde er nicht umsonst Cognac-Willi genannt. Er trat ja sogar bei einer Debatte im Fernsehen besoffen auf bzw. er wurde während der Sendung immer besoffener, zum Schluss konnte man seine Worte nicht mehr verstehen.

Dangerous Beans, 28.08.2008 14:31

Will_y_ Brandt hatte immerhin Charisma und hat gelegentlich geglänzt.
Die Sauferei Willys wurde, wie übrigens auch die ständigen Schwächeanfälle Helmut Schmidts, in den Medien nicht behandelt, also tabuisiert, wenn ich mich recht erinnere.
Sozen wie Brandt, Steinbrück und Münte sind mir sympatisch.
Das nur nebenbei, ich verbleibe mit besten Grüssen, DB

Medea, 28.08.2008 15:02 Subscribed to comments via email

Dangerous Beans,

ja, mein Fehler und klar “Willy”.

Wie auch seine Frauengeschichten wurde sein Alkoholkonsum bzw. deutlicher: Sauferei, nicht in der Presse thematisiert. Aber es sickerte ja doch immer was durch und Wehner sagte ja mal in Bezug auf Brandt und Scheel
“die Herren können zwar erigieren, aber nicht regieren”.

Und wenn Willy Brandt im Fernsehen betrunken auftritt, so daß er zum Schluss mehr lallt als spricht, dann spricht das für sich. Da muss die Presse dann auch gar nichts dazu schreiben.

 
daniel, 28.08.2008 15:48

Da ist der Anti-Alkoholiker und Vegetarier unter den deutschen Kanzlern natürlich weit vorne. So von wegen Moral und so…

 
Medea, 28.08.2008 15:52 Subscribed to comments via email

Hi Daniel,

wer ist denn Vegetarier?
“Uns Angela”? ;-)

 
daniel, 28.08.2008 16:00

Adolf Hitler war Vegetarier – und das hält man ihm so wenig zugute, wie man Brandt sein Alkoholproblem (und seine Depressionen!) vorwirft. Zumindest dann, wenn man auf mehr aus ist als auf billiges “Herbert Frahm”-bashing.

 
jo@chim, 28.08.2008 16:11

Er hat Adi und Willy verglichen?! Teeren! Federn! ^ ^

Saufköppe und Inhalierer sind mir im Übrigen auch lieber als vegane Kotzbrocken :D

 
Medea, 28.08.2008 16:17 Subscribed to comments via email

Bis Hitler habe ich nicht zurück gedacht, aber klar, er war Vegetarier.

Ich habe Brandt nichts vorgeworfen, nur die Tatsache als solche benannt. Hätte ich gesagt, Kohl hat Übergewicht, ist das ja auch eine Tatsache, kein Vorwurf.

Vorgeworfen haben Brandt das ganz andere, nicht zuletzt auch Wehner.

 
daniel, 29.08.2008 00:03

@Joachim
Ja, hab ich! Und Willy hat ihn um längen geschlagen. Trotz Cognac und Fremdfickerei!
@Medea
“Überschätzt wurde nicht nur Helmut Sch., sondern vor allem Willi Brandt, und das je länger er tot ist. Zu seinen Lebzeiten wurde er nicht umsonst Cognac-Willi genannt.”, klingt schon nach Vorwurf. Den halte ich aber für so berechtigt wie belanglos.

 
Medea, 29.08.2008 10:01 Subscribed to comments via email

Man kann ja schon eine Tatsachenbeschreibung als Vorwurf sehen, allein weil die Tatsache ausgesprochen wurde.

Zugegeben, mein Text klang aber schon ein bißchen nach Vorwurf.

 
vert, 02.09.2008 14:19

“a href=”http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler#Hitler_und_der_Vegetarismus”askese-adolf. na klar. siebzig jahre propaganda wirken einfach.

und dass brandt der frauenheld wurde, könnte nicht vielleicht an der freien assoziierung der bild liegen, die aufgabe guillaumes sei es unter anderem gewesen, brandt “frauen zuzuführen”?

zusammen gerundete hundert jahre politische propaganda und alle hier mitten drin. chapeau.

und ich unglückseliger depp auch.
(schnell land gewinnen)

 
David, 04.09.2008 23:17

@vert: Danke, das war mir noch nicht bekannt.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
jo@chim, 28.08.2008 11:59

Lina, die Konzentration aufs Detail kann manchmal (bei manchen) den Überblick verhindern: tatsächlich relevant ist die Entwicklung von den 52% zu den 26% – nicht mögliche Fehlentwicklungen (selbst organisierende Prozesse verlaufen im Übrigen niemals linear, sondern immer in Sprüngen).

… btw. Ziegler ist imo ein Beispiel dafür, was für anständige Menschen die Schweizer sind: nachdem ihn im Lande niemand mehr ernst genommen hat, haben sie ihm immerhin einen Job als UNO-Sonderberichtserstatter verschafft…

Medea, 28.08.2008 12:09 Subscribed to comments via email

und “Uno-Sonderberichterstatter” sagt ja schon alles. Ich habe noch nie verstanden, was man hierzulande an der Uno, dieser rassistischen und Geld verschlingenden Institution so toll findet. Offensichtlich fehlt es an Informationen.

Shin, 28.08.2008 14:53

Die UNO rassistisch? Wo das? Ich lass mich gerne aufklären ;-)

Medea, 28.08.2008 15:20 Subscribed to comments via email

Wenn du dir über die Jahre ansiehst, was beschlossen wurde, dann noch den “Menschenrechtsrat” und was dieser erst vor kurzem beschlossen hat, reicht das schon allein.
Dazu die Unfähigkeit der UNO in Srebenica, in Ruanda etc.

Ich suche mal Links dazu raus. Gib mir bitte etwas Zeit.

 
 
 
Lina, 28.08.2008 12:23

@

:-D! War eine Steilvorlage,gell? Denn wann und wo sonst könnte man den Schweizern ein so grosses Kompliment machen?

 
Lina, 28.08.2008 15:45

…die Konzentration aufs Detail kann manchmal (bei manchen) den Überblick verhindern

Gängige, weit verbreitete Meinung, deren Äusserung hier zugegebenermassen nicht ohne Berechtigung erfolgt.

Detail & Überblick in Kombi geht schwer – das sag’ ich Dir! – vor allem dann, wenn vom Blogger zwecks Marschrichtung ein Kampfbegriff in die Arena geworfen wird, der klar provozieren will. Kommentatoren-Gladiatoren haben naturgemäss kein Problem damit; sie schlagen alles, was ihnen in die Quere kommt, mit immer neuen Begriffsprägungen am Ende sogar sich selbst … bevor es andere tun ^^…

(Da möchte man doch glatt “langfrostig” hinwerfen ;)

 
 
 
Max, 29.08.2008 08:17

Ich mag diese Statistiken nicht sonderlich, da sie schwer vergleichbar sind…

a) Die Währungskurse schwanken und manchmal werden sie inflations-korrigiert, manchmal nicht.

b) Der Warenkorb ändert sich, nicht nur durch theoretische Überlegungen, sondern auch reel. Denn was “Deutsche Arme” kaufen ist generell anders als das was “Indische Arme” kaufen. Und was Arme in D vor 20 Jahren gekauft haben, unterscheidet sich tendentiell von heute. Deshalb auch meine Vermutung, dass Kaufverhalten heute zu größerer bzw. kleinerer subjektiver Armut führt. Wer halt unbedingt als Armer 2 TVs plus PS3 braucht, der fällt plötzlich aus der Statistik raus bzw. in die Armut rein ;)

c) Technologische Entwicklung. Ich schätze mal, dass heutige Lebensumstände, gerade durch die allgemeine Entwicklung wesentlich anders sind als damals, aber ich hab nirgends gesehen, dass sie berücksichtigt werden (Es sei denn im Warenkorb indirekt). Gerade was an indirekten subventionierten Verbesserungen zu sehen ist, fällt hier drunter (Renovierungen, Sanierungen von Wohnungen, Entwicklung des Stadtbildes und Ausbau der Infrastruktur).

Das sind ein paar Gründe warum ich nicht wirklich viel auf diese Neid…a eh.. Armutsdebatten gebe..

 
classless Kulla, 31.08.2008 22:21 Subscribed to comments via email

Frage zum Zählen…

>>Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück.In China verringerte sich die Zahl der Armen laut Studie von ehemals 84 Prozent (835 Millionen Menschen) auf 16 Proze…

 

[...] von volkerradke am Dienstag, September 2, 2008 Das Antibürokratieteam und Henryk Broder feiern die Weltbank-Studie, nach der die Zahl der Armen in der Welt zwischen 1981 [...]

 

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