Sommerloch, Olympia und Begleitfeuerwerk

28.08.2008 15:35 - dagny's tags by dagny t. - 6 Kommentare

Nach einer urlaubsbedingten Blog- und Internetpause melde ich mich mit einem kleinen Rueckblick auf die Augustereignisse zurueck.

In Peking fanden die Olympischen Spiele statt – einzige Neuerung: Das Feuerwerk fand bereits zur Eroeffnung statt und wurde von Peking in den Kaukasus verlegt; vermutlich um von den Menschenrechtsverletzungen und Tibet abzulenken.

Ob es der Auftakt zu einer neuen Runde Kalten Krieges ist, eine Wahlkampfhilfe fuer McCain (wie Eppler -wer ist das eigentlich?- bei n.tv.de zum besten geben darf) oder bestenfalls nur Realpolitik, wie die Junge Freiheit kommentiert?

Bietet die Innenpolitik etwas neues, erhellendes?

Miriam Gruss (MDB) will das Ueberaschungsei verbieten lassen. Spiel – Spannung – und Schokolade. Aber nicht bei der FDP. Schade eigentlich.

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6 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Lina, 28.08.2008 16:23

Hi! Du gehst aber gleich wieder ran!

…wer ist das eigentlich?

Da steht’s doch ^^: “SPD-Vordenker, Vater der Friedensbewegung, Wegbereiter des Atomausstiegs – Erhard Eppler hat viele große Titel. Für Altkanzler Schröder ist er “einer der integersten Menschen, die in der deutschen Politik je eine Rolle gespielt haben”.

(Das sagt da einer, der’s nie war… ) Integrität ist eine feine Sache, eine verwerfliche, wenn man sie – wie heute üblich – mit dem Schimpfwort “Relativismus” belegt. Bei mir hat Eppler jedenfalls noch einen guten Eindruck hinterlassen. Seine Ansichten zum Kaukasus teile ich allerdings – nicht ganz. (Ach, mit dieser dummen Einschränkung schon wieder! Sorry, “entweder/oder” liegt doch im Trend ;-)

 
Lina, 29.08.2008 09:43

Ergänzend: Olympia ist abgehakt, Frau Gruss wurde abgestraft; bleibt der laute Nachhall des Feuerwerks im Kaukasus; dazu empfehle ich (im Kontrast zu Eppler) die ach so guten Beiträge Richard Wagners auf achgut; in einem von ihnen heisst es:

“Die Politikanalyse macht zwar gerne die Vereinigten Staaten für die allgemeine Eskalation verantwortlich, aber die für Moskau schmerzlichsten Schritte hat die EU unternommen. Während Amerika im Kaukasus seit den frühen Neunzigern klassische Strategien der Einflussnahme verfolgt und seine Siege eher als Schachzüge zu werten sind, die von Moskau bisher durch Bauernbewegungen pariert werden konnten – wie das Beispiel Georgien zeigt – werden die bleibenden Fakten von der EU geschaffen. So wird Russland wahrscheinlich noch oft in Georgien intervenieren, aber keinen Fuß mehr ins Baltikum setzen können.”

Das lässt m. E. auf neue Zuständigkeiten hoffen, die Amerika aus der üblich gewordenen reflexartigen Kritik rücken könnten.

john j, 29.08.2008 14:32

Wirklich?

“…werden die bleibenden Fakten von der EU geschaffen. So wird Russland wahrscheinlich noch oft in Georgien intervenieren, aber keinen Fuß mehr ins Baltikum setzen können.”

Dass die Russen (angeblich) keinen Fuss mehr ins Baltikum setzen koennen hat wohl mehr mit der Mitgliedschaft der baltischen Staaten in der NATO als der EU zu tun.

Und Wagner gibts ja selber zu: “Während Amerika im Kaukasus seit den frühen Neunzigern klassische Strategien der Einflussnahme verfolgt…”

Die USA fordern Russland in deren Hinterhof heraus – m. E. ohne eine klare Strategie dabei zu verfolgen. Wieso sollte das die USA von Kritik verschonen? Wo ist die EU im Kaukasus aktiv? Wo schafft sie hier “bleibende Fakten”?

Lina, 29.08.2008 17:55

@ john j

“Stellen wir die Uhr mal auf 2020. Man soll ja Optimist sein”, habe ich gerade (von “quer”) im Propheten-Thread gelesen und verwende es hier (ganz ohne CR) gleich weiter: Wagner verortet in die Zukunft, wenn er schreibt, dass es EU-Sache sei, wenn Russland einmal keinen Fuss mehr nach Georgien setzen könnte; eine Nato-Mitgliedschaft war oder ist weiter (?) geplant.

Die USA fordern Russland in deren Hinterhof heraus – m. E. ohne eine klare Strategie dabei zu verfolgen. Wieso sollte das die USA von Kritik verschonen? Wo ist die EU im Kaukasus aktiv? Wo schafft sie hier “bleibende Fakten”?

Die Strategie der USA, soweit man sie erkennen kann, ist (anders als beim Irak) zunächst geopolitischer Natur. Somit, meine ich, blieben ihr die standardisierten Vorwürfe erspart, sie handle auschliesslich aus ausbeuterischen (!) wirtschaftlichem Eigennutz (auch wenn es so wäre ;-)… Europa hängt mit an der Pipeline, weshalb es sich aktiv in den Konflikt eingeschaltet und gleich einen Friedensvertrag vorbeigebracht hat; soviel dazu. “Bleibende Fakten”? Die “werden”, wie Wagner schreibt, “geschaffen”; es ist ein Prozess (oder könnte es sein), der mich optimistisch gestimmt hat.

john j, 29.08.2008 18:27

“…dass es EU-Sache sei, wenn Russland einmal keinen Fuss mehr nach Georgien setzen könnte;”

Das stelle ich mir schwierig vor, erstens muesste die EU dafuer ja Georgien aufnehmen, und zweitens ist die EU kein Militaerbuendnis und kennt keine unbedingte Beistandspflicht im V-Fall. Kann mir nicht vorstellen dass Staaten wie S oder A ihre Neutralitaet ueber Georgien aufgeben werden.

Die Sache mit der pipeline (hier ist die BTC line gemeint nehme ich mal an) – die Krise in Georgien hat den Oelpreis nicht wesentlich nach oben gedrueckt, im Unterschied zu Hurrikan Gustav, und da ist noch nicht mal klar wie stark er den Golf von Mexiko erwischen wird. Die Weltmaerkte fassen das also nicht als ausserordentliche Bedrohung der Versorgung auf…bis jetzt jedenfalls.

 
 
 
 
Dangerous Beans, 29.08.2008 18:10

Die FAZ meldet, dass es geplant ist das ossetische Gebiet in Russland zu “Integrieren”, vermutlich ist das auch eine Folge der planlosen “Herausforderung der USA”.

 

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