Dankeschön, kalte Krieger
MartinM ist mit Bezug auf die NZZ-Meldung zu den aufgedeckten Erstschlagsplänen des Warschauer Paktes (danke an dagny für den Hinweis) ebenso wie ich nachträglich erleichtert, dass das Atomkriegsszenario der Realsozialisten nicht eingetroffen ist.
Und spult trotzdem die Parolen von damals ab, dass nämlich eine
[...] rücksichtslose, menschenverachtende, bedenkenlos Millionen Menschenleben zugunsten des Siegs des eigenen “Systems” opfernde und deutlich paranoide Kriegsdoktrin der NATO eine ebenso rücksichtslose, menschenverachtende, bedenkenlos Millionen Menschenleben zugunsten des Siegs des eigenen “Systems” opfernde und möglicherweise noch paranoidere Kriegsdoktrin des Warschauer Paktes gegenüber
gestanden sei.
Nein, eben nicht, das zeigen doch gerade auch die neuen Dokumente: nicht die NATO (als “bewaffneter Arm der offenen Gesellschaft”) wollte einen Nuklearkrieg in Europa führen und gewinnen, sondern der Warschauer Pakt. Äquidistanz – soll heissen: Widerstand gegen die “Kriegspläne der Kapitalisten”, ohne gleich in die DKP einzutreten – mehr konnten und wollten sich die roten Atomkriegsstrategen zu keiner Zeit wünschen. Gut, dass “wir” zuwenige waren!
Zeit für eine Entschuldigung an all jene, die ich in den 80′ern als kalte Krieger (und Schlimmeres) beschimpft habe:
Wir, die im Bonner Hofgarten und in den Friedensinitiativen die nützlichen Idioten Moskaus markierten, hatten Unrecht. Diejenigen, die – wie Ronald Reagan, Helmut Schmidt oder Margret Thatcher – das aggressive Potenzial hinter den verlogenen Friedensparolen der Kommunisten erkannten, lagen richtig.







Ich fand die Idee immer faszinierend, die Sowjetunion “pleite” zu rüsten. Hat auch gut funktioniert.
Ja, korrekt, die Ostdeutschen sind ja nicht aus politischen Gründen abgesprungen, sondern weils besseres Hapahappa gab im Westen. – Wer erinnert sich nicht an die durch und durch hirnlosen Aussagen der meisten der so genannten Bürgerrechtler des Ostens, die keinesfalls die DDR auflösen und sich der BRD anschliessen wollten, sondern eigentlich nur “Umstrukturieren” wollten? Besseres Happahappa eben.
BTW, folgende (JS-)Fehlermeldung kommt seit heute in unregelmässigen Abständen hoch:
“Brians Threaded Comments Error:
There is no hidden form field called
‘comment_reply_ID’. This is probably because you
changed the comments.php file and forgot
to include the field. Please take a look
at the original comments.php and copy the
form field over.”
LOL
Was’n schlecht an besserem Happahappa Böhnchen? Nicht mal das – ihr grundlegendes Versprechen – haben die Commies auf die Reihe bekommen. Freiheit war ja schon immer eher Bückware bei denen.
Fehlermeldung: Lösch mal Deine Cookies, den Cache, vergrabe bei Vollmond eine Windows-CD und rufe dreimal laut “Scheiss Internet Explorer”. Sollte dann wieder funktionieren.
Die meisten “Bürgerrechtler” wollten anfangs den Sozialismus reformieren. Das fand ich schon erwähnenswert, da neben diesen meist schmudeligen “Intellektuellen” das einfach Volk einfach nur besser Happahappa machen wollte.
Ein Lob an die SW mit ihren schönen und wundervoll geeigneten Frames an dieser Stelle.
@
“Fehlermeldung: Lösch mal Deine Cookies, …”
Gib’s zu, Du warst auf der Waldorfschule! Die klassische Anthroposophen-Informatik!!! ;-))
Angenommen ;-) Mann, ich kann mich auch noch an viele heiße Debatten an der Schule erinnern (meistens als einziger gegen eine Handvoll Linke…). Später wurde mir sogar zweimal das Privileg zuteil, Hausrecht gegen Friedensdemonstranten durchzusetzen. War schon eine seltsame Zeit, damals.
Karsten hat mir mal vorgeworfen, ich wirke in meinen Meinungen zu verfestigt. Das mag zu einem guten Teil daran liegen, dass sich zehn Jahre (und jetzt sogar noch mehr) nach den fundamentalen Diskussionen während meiner Schulzeit herausstellte, dass ich in allen zentralen Punkten voll und ganz ins Schwarze getroffen hatte, während meine linken Diskussionspartner wirklich komplett daneben lagen. Das macht einen nicht gerade bescheidener ;-)
Leute wie wir sind halt als Konservative geboren. Einfach in ganz jungen Jahren ein wenig die Augen und Ohren aufmachen, ein wenig kombinieren und schon wird dem jungen Menschen klar, dass das Linke etwas “für die anderen” ist, für die Linksspiesser bspw..
Aber wir sollten auch nicht zu zufrieden sein und uns den Irrenden allzu überlegen fühlen. Auch wenn wir Recht haben. Was meist der Fall ist.
Das mit der DDR hab ich allerdings auch nicht vorher gesehen. Obwohl mir der Sauladen im Osten bekannt war, zudem die SED-Spitze fast durchgehend “alterssenil”, LOL.
Der nennt Dich Konservativer… Ganesha-sei-Dank hat er das bei mir noch nie versucht ;D
P.S.: “Verfestigt”… ja, das könnte der Vorwurf sein, schon damals Recht gehabt zu haben. Und sich nicht dafür zu schämen.
Es gibt nun mal Konservative und Progressive. Letztgenannte sind im liberalen Spektrum – wie ich hier lernen durfte – auch zu finden, bspw. unter der Anarchokapitalisten und Libertären.
Für mich läuft all das unter Fantatrinkertum, aber natürlich nur solange bis ein Prototyp irgendwo erfolgreich in der Praxis bestanden hat.
Als kluger Agnostiker ist man so zu sagen der erste der sich hinwirft, wenn Gott sich zeigt.
Blankertz bspw. oder dieser andere scheinen mir aber eher Propheten zu sein.
Müsst Ihr das hier vor aller Leute Augen machen? Und könnt Ihr Euch jetzt wieder anziehen?
Systemanalyse ist grundsätzlich nicht peinlich. Schwul bin ich auch nicht, ist der andere etwa schwul? Oder Du etwa?
Von den Bissigen Liberalen ist m.E. sowieso Abstand zu halten.
Ansonsten, “progressiv” sein ist riskant und oft dumm, das meinst Du doch auch, oder?
Neidisch, dass du nicht mitmachen darfst?
Ich bin doch ein Linker. Spaß widert mich an. Schließlich hat irgendwo auf der Welt jemand gerade keinen…
Könnte man diesen unerträglichen Zustand nicht per EU-Spasserhaltungsverordnung (”Depression ist eine Krankheit, Verkniffenheit extremistisch”) beenden?
Mmmm, einen besseren Weg gibbet wohl nicht. Also: Warten wir auf ein Wort aus Brüssel.
Danke für die morgendliche Erheiterung. Da ansonsten wieder ein trüber, feuchtkalter Tag ins Haus steht, der einzige Lichblick heute ;-)
Ach, es gibt Schlimmeres. Und schließlich bin ich auch ein gutes Stück konservativ – als Mensch, aber nicht politisch.
[...] sich mir deshalb überhaupt nicht erschließt, ist dieses peinliche Triumphgeheul drüben beim A-Team (ich meine das in der Kommentarsektion, wenn glaubt, Kalte Krieger feiern zu müssen, sei [...]
Also ich sehe nicht was an dem Artikel in der NZZ so bahnbrechend ist. Er beschreibt dass die SU in den 60er Jahren davon ausging sich mit Atommunition einen Weg durch die NATO-Truppen in der BRD freischeissen zu koennen, und dass diese Doktrin dann bis in die 80er beibehalten wurde – nur die Atommunition aenderte sich von Gefechtsfeldmunition zu Kurz- und Mittelstreckenraketen.
Die NATO dachte in den 60ern genauso und lagerte grosse Mengen atomarer Gefechtsfeldmunition in der BRD – man war der Meinung ein lokaler Atomkrieg waere sinnvoll da man konventionell unterlegen war und liesse sich begrenzen. Spaeter wurde dann beiden Seiten klar dass das Vorruecken durch nuklear verseuchte Schlachtfelder nicht ganz so einfach ist – und die Besetzung schon gar nicht – und dass ein lokaler Atomkrieg wohl schnell in einen globalen muenden wurde. Die SU, immer ein bisschen langsam, hat vielleicht ihre battlefield doctrine nicht ganz angepasst.
Alles in allem ein bisschen “fighting yesterday’s battles” und ein Verweis auf die iranische Atombombe der sich mir nicht erschliesst. Bei der SU ging es darum wie man eine konventionelle Verteidigung durchbricht – u.a. mit lokalem und regionalem Einsatz von Atommunition laut SU-Doktrin per NZZ – beim Iran darum ob ein rogue state die A-Bombe entwickeln darf/soll/kann. Ausser dem Wort Atom sehe ich hier keinen Zusammenhang.
Es gab nie irgendwelche Planungen der NATO den eisernen Vorhang zu durchbrechen, also nie eine Offensivplanung, die Sozialisten hatten dagegen aggressive Pläne (zumindest in der Schublade)
Das ist ein wichtiger Unterschied. Gerade auch wenn man sich an die häufigen Friedenswünsche aus dem Osten erinnert, das Wort Frieden wurde dort inflationär gebraucht. So wie z.B. beim “Islam ist Frieden”-Gelaber, irgendwo hier muss dann auch den von Joatchim entendierte Zusammenhang sein. ;)
“Die NATO dachte in den 60ern genauso…” bezog sich darauf dass man nuklear auf dem Schlachtfeld agieren koennte um die konventionelle Unterlegenheit im Falle eine sowjetischen Angriffs auszugleichen, nicht darauf dass die NATO in den Ostblock einmarschieren wollte oder dazu einen Plan hatte.
Schon recht, aber bei “Spaeter wurde dann beiden Seiten klar dass das Vorruecken durch nuklear verseuchte Schlachtfelder nicht ganz so einfach ist…” kommen manchem dbzgl. andere Ideen. (Durch welche verseuchten Schlachtfelder soll die NATO _vor_rücken?)
Die Bundesrepublik Deutschland. Das ist aber schon lange sichtlich bekannt, dass es NATO-Strategie war, den Vormarsch der Sozialisten am Rhein zu stoppen.
Natuerlich durch die, die man, nachdem der sowjetische Angriff zurueckgeschlagen war, wieder in Besitz nahm. Das haettest du dir doch selber denken koennen…
War aber sehr missverständlich. Der verständige Leser musste ja antizipieren, dass NATO-Truppen gemeint waren, die durch “nuklear verseuchte Schlachtfelder” _vor_rücken, die ehemals von NATO-Truppen gehalten wurden, die vernichtet worden sind.
Da hätten ein paar rechtzeitige Erläuterungen den Leser wiefen können.
Manchmal schaut es eben so aus als ob “verständige Leser ” etwas absichtlich missverstehen um dann ihren Punkt rueberzubringen…
Aber jetzt ist ja alles klar…
Same old story :) …
Ich nehme Deine Entschuldigung an und ziehe meinen Hut in Hochachtung vor Dir. :-)
[...] vom A-Team nebenan tut etwas, was schon in der Realität selten ist, noch mehr aber in der Blogosphäre. Er gibt zu, [...]
[...] War ja irgendwie klar, dass dies aus aktuellem Anlass (Revival des Kalten Krieges) auch mal wieder auf den Tisch [...]
[...] das ich unbeabsichtigterweise noch gar nicht verlinkt hatte, bringt Achim eine große Geste. Er entschuldigt sich für seinen Irrtum. Dafür, dass er gegen die Stationierung der amerikanischen Mittelstreckenraketen war, denn jetzt [...]
Alter schützt vor Torheit nicht. Das beweist Helmut Schmidt derzeit genauso wie Achim Hecht.
@”Friedemann Schlehdorf”: Lieber Carsten, was soll eigentlich das Namedropping? Mein Nick ist – das gilt auch für Carsten R.
Was leistest Du eigentlich Abbitte? Dein Bekenntnis, Dich von der fünften Kolonne Moskaus zum trojanischen Esel Washingtons gewandelt zu haben, also vom Filzstiefel- zum Lackstiefellecker, nötigt mir einstweilen keine Ehrerbietung ab! Vom Saulus zum Saulus – was soll daran so großartig sein? Die ehemaligen Linksirrläufer, die sich heute zum BRD-, EU-, und NATO-Tollfindekartell zusammengeschlossen haben, sind ohnehin Legion.
Die Kriegstreiber auf beiden Seiten der Elbe hatten Unrecht, denn beide bedroh(t)en MICH! Und mir geht nichts über mich!!!
Als ehemaliger Patriot und heutiger Anarchist war ich zumindest nie Vasall einer fremden Regierung!!!
Auf die Argumentationstricks der Linken fallen wir längst nicht mehr rein…Wo hat die Nato jemals ein friedliches Land bedroht?…Vor wenigen Wochen hat Russland ein friedliches Land überfallen, Georgien…Ohne die Nato wäre die Welt arm dran…Die Gefahr heute wie damals ist die Sowjetunion, Russland…Ohne Nato geht es nicht…Der Doppelbeschluss hat die deutsche Einheit gebracht…Die Zerschlagung des Kommunismus war der größte Erfolg der Nato…Heute wie damals…Jetzt wo die Angriffspläne des Warschauer Paktes aufgeklärt sind die letzten Zweifel ausgeräumt…Wer den Kommunismus mag der liebt die Friedensbewegung…Wer die Freiheit bevorzugt der ist für die Nato.
*plonk*
[...] Potenzial hinter den verlogenen Friedensparolen der Kommunisten erkannten, lagen richtig. Antibürokratieteam, 15.08.08 in Reaktion auf Informationen über nukleare Angriffspläne des Warschauer Paktes (in der NZZ [...]