Ruhig und sortiert ins Fettnäpfchen

15.09.2008 07:00 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 90 Kommentare


Was soll man dazu noch sagen? Die Bishernurfast-Ministerpräsidentin von Hessen und Wahlbetrügerin in spe ist offensichtlich etwas überfordert (falls das Youtube-Video mit der Aufnahme des Münte-Fake-Telefonats zwischendurch wieder gelöscht wurde, dort einfach nach den Stichworten Ypsilanti Müntefering ffn suchen).

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90 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

fpk, 15.09.2008 07:45

Überfordert?

 
Lina, 15.09.2008 07:52

Was soll man dazu noch sagen?

Ja, eben! Danke für’s Finden vielleicht :)?

PS: Bin ziemlich gespannt, wie sich die Auftragslage des Münte-Doubles entwickelt…

 
Bodo Wünsch, 15.09.2008 07:58

Sensationell…

Fake-Franz: “… wenn einer Heil heißt, dann ist er nicht heilig, wenn du weißt, was ich meine.”

Echt-Y: “Ich weiß, was du meinst.”

Nebenbei: Wurscht, ob Politker Ypps heißen oder Pups oder Hops. Egal, ob “links” oder “rechts”, es ist _Politik_, und damit prinzipiell verbrecherisch.

 
Christian der II., 15.09.2008 09:53

Ich habe es schon vorher gefunden, weil ich auch dachte, dass das eventuell interessant werden könnte. Letztlich finde ich aber, dass Ypsilanti sich relativ wacker schlägt. Zumindest wacker genug, dass der Kübel Häme, den du hier ausschüttest, nicht gerechtfertigt ist.

Zum Thema Wahlbetrug, nur so nebenbei gesagt, gibt es natürlich auch Aussagen von Frau Merkel (2005, vor der Wahl), man würde nicht mit der SPD koalieren. Würdest du sie auch Wahlbetrügerin nennen? Oder, um mal einen härteren Punkt zu nennen, die Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozentpunkte, obwohl maximal 18 angekündigt waren?

Schmock, 15.09.2008 13:29

Erstens gibt es ein Unterschied zwischen Wahlversprechen, um die man nach der Wahl mit dem Koalitionspartner ringen muss und Wahlversprechen in denen es nur auf die Fraktion ankommt.
Ob man mit der SED eine Zusammenarbeit beginnt oder nicht, kann die hessische SPD-Fraktion für sich entscheiden und sie entscheidet sich offenbar anders, als sie versprochen hat. Klarer Fall von Betrug.
Wie hoch die Mehrwertsteuer ist musste zwischen SPD und CDU ausgehandelt werden, also sollte es jedem Wähler klar gewesen sein, dass die CDU ihre Vorstellung von der Höhe der Mehrwertsteuer nicht unbedingt wird durchsetzen können, wenn sie keine absolute Mehrheit hat. Hier ist die Lage also weit weniger klar, man müsste wissen wie die Koalitionsverhandlungen abliefen.
Zur Veranschaulichung: Nehmen wir an die CDU hätte angekündigt, dass wenn sie regiert, die Mehrwertsteuer auf is zu 18% steigt, und die SPD hätte angekündigt, dass wenn sie regiert die Mehrwertsteuer auf bis zu 20% steigt. Dann käme es zur Großen Koalition und einer Mehrwertsteuer von 19%. Würde man dann Merkel des Wahlbetrugs bezichtigen?

Christian der II., 15.09.2008 14:27

> Erstens gibt es ein Unterschied zwischen Wahlversprechen, um die
> man nach der Wahl mit dem Koalitionspartner ringen muss und
> Wahlversprechen in denen es nur auf die Fraktion ankommt.

Ypsilanti hat schon entschuldigend erwähnt, man wolle nichts mit der Linkspartei tun, habe aber auch nicht damit rechnen können, dass die FDP eine Totalblockade macht.

Auch schön ist natürlich, wie die SPD offensichtlich auch an den 19% schuld sein soll. Kann ja keiner das Gegenteil beweisen, ergo kann man sich die Behauptung mal locker aus dem Hut ziehen, oder wie?

Dagny, 15.09.2008 15:03

hahah. Die FDP ist schuld, wenn die SPD mit den Kommunisten paktiert? Wo lernt man denn sowas?

Christian der II., 15.09.2008 15:21

> hahah. Die FDP ist schuld, wenn die SPD mit den
> Kommunisten paktiert? Wo lernt man denn sowas?

Nur damit es klar ist: ICH mache mir diese Behauptung nicht zu eigen. Aber wo man so was lernt? Zum Beispiel hier.

Daniel hat es weiter unten perfekt formuliert:

: Wenn Merkel 18 sagt, 19 macht, dann ist das Koalition weil sie
: dafür ja auch andere Sachen macht die sie nicht gesagt hat -
: Kompromissfindung eben…
: Wenn die SPD 0 sagt und 19 macht, dann ist das Betrug und
: hat mit den anderen Sachen der Kompromissfindung nichts zu
: tun…

Und genau deswegen klingt das Gekreische über die “große Wahlbetrügerin” Ypsilanti so hohl. Könnte man alles vermeiden, wenn man mal als Antibürokratie-Team-”Liberaler” NICHT doppelte Standards ansetzen würde.

Dagny, 15.09.2008 16:12

Verdreh mir nicht die Worte auf der Tastatur. Die SPD ist selbst dafuer verantwortlich, wenn sie sich mit den Kommunisten einlaesst.

Mir ist es ganz lieb, wenn die Ypsi das macht, weil dann fuer jeden sichtbar ist, wess Geistes Kind die SPD ist.

Christian der II., 15.09.2008 22:13

> Verdreh mir nicht die Worte auf der Tastatur. Die SPD ist
> selbst dafuer verantwortlich, wenn sie sich mit den
> Kommunisten einlaesst.

Ja, das haben wir schon festgestellt. Wenn bei der CDU im Zuge von Koalitionsbildungen vorher gemachte Wahlversprechen über die Wupper gehen, dann ist das immer den Sachzwängen geschuldet, passiert es hingegen bei der SPD, ist es Betrug.

Übrigens, solange die SPD mit der Linkspartei zusammen den Koch durch die Ypsilanti ersetzt, bin ich damit vollkommen einverstanden.

 
 
 
 
R.A., 15.09.2008 16:22

> Ypsilanti hat schon entschuldigend erwähnt,
> man wolle nichts mit der Linkspartei tun, habe
> aber auch nicht damit rechnen können, dass
> die FDP eine Totalblockade macht.
Das ist ja nun völliger Unsinn.

Die FDP-Ablehnung zur Ampel (was auch keine “Totalblockade” ist) war bekannt. Damit konnte Ypsilanti nicht nur, damit mußte sie rechnen.

Und in Kenntnis dieser Tatsache hat sie wiederholt und sehr deutlich jegliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen.

Ypsilanti ist eine Wahlbetrügerin, und die faulen Ausreden ändern da nichts.

Christian der II., 15.09.2008 22:16

> Ypsilanti ist eine Wahlbetrügerin, und die faulen
> Ausreden ändern da nichts.

Wenn das so ist, ist Merkel mit der Aussage “Eine große Koalition wird es nicht geben” dann ebenfalls eine Wahlbetrügerin? Oder gelten die faulen Ausreden dann auf einmal?

Ich hätte deine Antwort gerne, nur um deine Empörung ins richtige Licht rücken zu können.

 
 
Dangerous Beans, 15.09.2008 16:50

Wenn wir ehrlich sind, wollte Ypsilanti immer mit der Linkspartei “was machen” und sowohl die Linkspartei als auch die eigene Wählerschaft, die noch heute grunzt, weil das mit dem Wahlbetrug so gut geklappt hat, hat ja sicherlich 3-5% gebracht und jeder wusste, dass die Dame lügt, äh – wo war ich stehengeblieben? -, also wir kennen ja den linken Sauhaufen.
Die FDP und deren “Totalblockade”, LOL, nunja, soll das jetzt argumentativ irgendwie von Bedeutung sein?

Christian der II., 15.09.2008 22:19

@Gefährliche Böhnchen:

> Die FDP und deren “Totalblockade”, LOL, nunja, soll das
> jetzt argumentativ irgendwie von Bedeutung sein?

Selbstverständlich nicht, weil nach der Wahl entstehende Schwierigkeiten bei der Koalitionsbildung zwar die Aufhebung von Wahlversprechen und Koalitionsaussagen der CDU voll und ganz rechtfertigen, nicht jedoch welche der SPD.

Das haben hier ja mittlerweile mehr als genügend “liberale” Kommentatoren klar gemacht.

 
 
 
 
 
R.A., 15.09.2008 10:23

> gibt es natürlich auch Aussagen von Frau Merkel
> (2005, vor der Wahl), man würde nicht mit der SPD
> koalieren.
Da bin ich mal auf Quellen bzw. genauen Wortlaut gespannt.
Das Merkel keine solche Koalition wollte, ist klar.
Das ist aber noch keine grundsätzliche Absage und nicht vergleichbar mit Ypsis Wahlversprechen.

Christian der II., 15.09.2008 12:30

> Da bin ich mal auf Quellen bzw. genauen Wortlaut gespannt.

Genau. Vollkommen unvorstellbar, dass Merkel etwas in der Richtung gesagt haben soll. War ja bloß die Ansage von Merkel im letzten Fernsehduell mit Schröder: “Eine große Koalition wird es nicht geben”.

Kann man jetzt natürlich auch alles relativieren, nur zu.

 
daniel, 15.09.2008 13:02

“Sie müssen ab dem 19. September mit dem Ergebnis klarkommen, das die Wähler Ihnen bescheren. Ist es bei einer entsprechenden Konstellation nicht staatspolitische Pflicht, eine große Koalition zu bilden?
Ich kämpfe für einen Wechsel mit Union und FDP und konzentriere mich voll auf dieses Ziel. Eine große Koalition bedeutet Stillstand, und Stillstand hatten wir in den letzten Jahren schon viel zu lange. Viele Bürger denken, wenn es für Schwarz-Gelb, also für Union und FDP nicht reicht, wäre die automatische Folge die große Koalition. Und da sage ich: Das wird es nicht geben.”

Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/991188_0_2147_merkel-eine-grosse-koalition-bedeutet-stillstand-.html

 
 
Rayson, 15.09.2008 11:06

die Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozentpunkte, obwohl maximal 18 angekündigt waren?

Das war ja der Kompromiss zwischen der von der CDU geforderten geringeren Erhöhung der von der SPD verlangten Beibehaltung des alten Satzes.

Die einen haben im Wahlkampf die Prügel einstecken müssen für ihre angekündigte Erhöhung, während die anderen mit Heiligenschein den Rächer des kleinen Mannes gegeben haben. Also ich wüsste, als Wähler welcher Partei ich mich da betrogen fühlen würde..

Allerdings ist es wirklich ein noch stärkeres Stück, in einer zentralen Frage vor der Wahl das Gegenteil von dem zu beteuern, was man hinterher ohne Skrupel macht, während man in der Wahl etwas nicht ablehnt, das hinterher als unüberwindbares Hindernis dargestellt wird. Dementsprechend würden die Hessen wohl auch heute wählen, was angesichts der Koch-Überdrüssigkeit im Land ein besonders starkes Zeichen ist.

Die letzte war eine Anti-Koch-Wahl, eine bald kommende würde eine Anti-Ypsilanti-Wahl sein. Aber es ist natürlich auch möglich, dass ihr Kalkül aufgeht und sie so lange regiert, bis Gras drüber gewachsen ist (wie es Koch nach der Spendenaffäre gelungen ist) und sie aufgrund ihres Füllhorns an Wohltaten, das sie wohl gedenkt auszuschütten, dankbar wiedergewählt wird.

Christian der II., 15.09.2008 12:12

> Die einen haben im Wahlkampf die Prügel einstecken müssen für
> ihre angekündigte Erhöhung, während die anderen mit Heiligenschein
> den Rächer des kleinen Mannes gegeben haben. Also ich wüsste,
> als Wähler welcher Partei ich mich da betrogen fühlen würde..

Aha. Ich finde nicht, dass ein “Die einen haben noch doller gelogen als die anderen.” als Entlastungsargument taugt. Also, zumindest nicht, wenn man objektiv ist.

>
> Allerdings ist es wirklich ein noch stärkeres Stück, in einer zentralen
> Frage vor der Wahl das Gegenteil von dem zu beteuern, was man
> hinterher ohne Skrupel macht, während man in der Wahl etwas nicht
> ablehnt, das hinterher als unüberwindbares Hindernis dargestellt wird.

Tja, kommt auf den Standpunkt des Betrachters an. Ich z.B. mag die Linken nicht, aber wenn ihre Stimmen ausreichen, um Koch wegzufeuern, bin ich vollkommen einverstanden.

Schmock, 15.09.2008 13:18

Also lieber mit der SED zusammenarbeiten als Koch als Ministerpräsidenten.

Christian der II., 15.09.2008 13:24

> Also lieber mit der SED zusammenarbeiten als Koch als
> Ministerpräsidenten.

Welche SED? In Hessen ist die Linkspartei, die nicht mal vom Personal etwas mit der SED zu tun hat.

Mit denen dann zusammenzuarbeiten, um Koch zu kicken? Würde ich jederzeit meine Stimme für geben. Meinetwegen auch sechs Monate später den Typen wegkicken.

Schmock, 15.09.2008 15:40

“Mit denen dann zusammenzuarbeiten, um Koch zu kicken? Würde ich jederzeit meine Stimme für geben.”
Also bist Du ein nützlicher Idiot, den eine simple Umbenennung vollkommen verwirrt.

jo@chim, 15.09.2008 16:52

Schmock, bitte keine persönlichen Beschimpfungen. Danke.

Schmock, 16.09.2008 02:53

@jo@chim
Du hast Recht, meine Formulierung war unangemessen.

@Christian II.
Ich entschuldige mich für meine Formulierung, sie war unnötigbeleidigend und (in einem wohlverstandenen Sinne) auch idiotisch. Bin wohl auch einen etwas rauheren Umgangston gewohnt.
Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass Deine Einstellung, um Koch loszuwerden mit der SED zusammenzuarbeiten, mir als eine Ausprägung des folgenden häufigen Phänomens erscheint: Viele Menschen in Westeuropa verfolgen ehrenwerte Ziele und sind dafür bereit mit totalitären Linken zusammenarbeiten. Dabei übersehen sie aber, dass ihr Verhalten mehr den totalitären Linken als ihren eigenen ehrenhaften Zielen nützt.

 
 
Christian der II., 15.09.2008 22:23

> Also bist Du ein nützlicher Idiot, den eine simple
> Umbenennung vollkommen verwirrt.

Falsche Schlussfolgerung. Ich habe einfach kein Problem damit, wenn Koch mit Hilfe dieser Leute abgewählt und durch Ypsilanti ersetzt wird.

jo@chim, 15.09.2008 22:27

Hm. Und wie würdest Du reagieren, wenn sich die CDU im Osten zukünftig Mehrheiten mithilfe der NPD sichert. Auch kein Problem?

daniel, 15.09.2008 22:34

Naja, vielleicht in etwa so wie die CDU reagiert hat als sie mit der Schill-Partei Hamburg “erobert” hat. Mit dem Finger auf sie zeigen und “bäh” rufen…

 
Christian der II., 15.09.2008 23:01

> Hm. Und wie würdest Du reagieren, wenn sich die CDU
> im Osten zukünftig Mehrheiten mithilfe der NPD sichert.
> Auch kein Problem?

Doch, das wäre ein Problem. Kann natürlich auch daran liegen, dass die Linkspartei der heutigen Zeit nichts hat, was auch nur ansatzweise mit der der Brutalität, dem Hass und den Gewalttaten der “Freunde der NPD e.V.” korreliert.

Hätte die NPD sich eher zu einem Laden wie die Schill-Partei entwickelt, sähe das möglicherweise trotz aller vorhandenen Abneigung vollkommen anders aus.

jo@chim, 15.09.2008 23:17

Ich glaube, Du unterschätzt die “LINKE” aka PDS aka SED, mein Lieber. Die leben von den Geldern der alten Kameraden Genossen und bauen auf den Strukuren der alten Kameraden Genossen auf. Die immer wieder gerne zitierten “enttäuschten Sozialdemokraten” haben bei denen ähnlich viel Einfluss, wie sie die SPD’ler in der SED hatten. Keine “Schill”-Partei also, sondern REPs, die sich aus HIAG-Geldern finanzieren – mit einem alten Gauleiter und verurteilten Wahlfälscher als Ehrenvorsitzenden…

Christian der II., 15.09.2008 23:29

> Ich glaube, Du unterschätzt die “LINKE” aka
> PDS aka SED, mein Lieber.

Bezüglich Geldern und Strukturen kann das gut sein. Bezüglich des Ausmaßes an Brutalität ihrer Wähler und Sympathisanten aber sind die Nazis um mehrere Größenordnungen gefährlicher.

jo@chim, 16.09.2008 00:08

Gut möglich, dass rechtsextreme Gewalttäter brutaler vorgehehen als Linksextremisten. Was ändert das aber an der Gefahr, die sowohl Lechts- als auch Rinkspopulisten für die offene Gesellschaft darstellen? Machterhalt auf diesem Wege war – IMHO: zu Recht! – immer ein Tabu in der BRD. Die Koalition von CDU/FDP mit Kokser Gnadenlos in HH war diesbezüglich tatsächlich ein “Sündenfall”. Der SPD gebührt nun die zweifelhafte Ehre, derlei flächendeckend, nicht nur in Hessen, zu etablieren…

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian der II., 15.09.2008 12:42

> und sie aufgrund ihres Füllhorns an Wohltaten, das sie wohl gedenkt
> auszuschütten, dankbar wiedergewählt wird.

Was für “Füllhörner an Wohltaten” haben Landesregierungen bitte zur Verfügung?

Rayson, 15.09.2008 13:07

Tausend Fördertöpfe, Subventionen, Verzicht auf Studiengebühren, Einstellung von Beamten, Regulierungen…

daniel, 15.09.2008 13:11

Den “Verzicht auf Studiengebühren” aus dem “Füllhorns an Wohltaten” purzeln zu sehen erinnert mich an ein Zitat von Guido Westerwelle…

Rayson, 15.09.2008 13:13

Das dann aber falsch. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Gebühren (=Entgelt für Gegenleistung) und Steuern.

daniel, 15.09.2008 13:25

Steuern sind “Gebühren” für “Staat”. Ich verstehe den Unterschied nicht.

Rayson, 15.09.2008 13:35

Der Unterschied ist die Gegenleistung. Gebühren sind das staatliche Äquivalent zum Preis.

Werden Universitäten privat bereitgestellt, fällt dieser Preis auch an.

daniel, 15.09.2008 14:16

Also werden die Studiengebühren entsprechend dem Preis des Studiums erhoben und das kostet für einen Theologen halt genausoviel wie für einen Biologen wie für einen Soziologen wie für einen Germanisten. Verstehe ich das jetzt richtig?

Schmock, 15.09.2008 15:34

Studiengebühren werden für eine Leistung erhoben, die man bewußt und freiwillig in Anspruch nimmt, anders als Polizei, Landesverteidigung, Parlamente etc.

daniel, 15.09.2008 15:44

Also eine Verbrauchssteuer? So wie die Ökosteuer oder die Mehrwertsteuer?

Bucaro, 15.09.2008 17:21

Die sog. Studiengebühren sind weder Steuern noch Gebühren, es sind Beiträge. Studienbeiträge. So heissen sie zumindest in Bayern offiziell. Für Gebühr ist immer für eine bestimmte Gegenleitung fällig, also z.B. das Ausstellen eines Passes. Ein Beitrag hingegen berechtigt einen dazu eine Leistung in Anspruch zu nehmen, wie beim Mitgliedsbeitrag im Tennisclub, er berechtigt einen auf der Anlage zu spielen, ob man dann aber tatsächlich spielt und wie oft ist nicht gesagt. Und Steuern sind sowieso nicht zweckgebunden.

daniel, 15.09.2008 22:01

Dann müssten die Beiträge – tatsächlich das verwendete Wort – voll an die Hochschulen gehen und das tun sie nicht.

Bucaro, 19.09.2008 10:00

Sagt wer?

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian der II., 15.09.2008 13:27

> Tausend Fördertöpfe, Subventionen, Verzicht auf Studiengebühren,
> Einstellung von Beamten, Regulierungen…

Mit “Verzicht auf Studiengebühren” gibt es genau einen konkreten Punkt, der zudem auch inhaltlich vollkommen gerechtfertigt ist.

Alles andere musst du bitte konkretisieren und belegen.

Rayson, 15.09.2008 13:33

Was bitte? Soll ich dir ein Kurzreferat über Länderhaushalte liefern oder was?

Christian der II., 15.09.2008 14:00

Du wirfst Schlagwörter in den Raum, Beamte, Subventionen usw. Irgendwie bin ich mir ziemlich sicher, dass in den anderen Bundesländern auch hin und wieder neue Leute angestellt und Subventionen gezahlt werden. Du müsstest also die Unterschiede darstellen. Dies ist nur bei den Studiengebühren hinreichend konkret geschehen.

Die anderen Schlagwörter können fundiert sein, sie könnten aber auch aus dem Arsch gezogen sein. Mangels weiterer Details deinerseits nicht feststellbar.

 
 
 
 
 
 
stefanolix, 15.09.2008 12:15

Bei der angesprochenen Erhöhung der Umsatzsteuer sah man doch schon rein numerisch, wer den schlimmeren Wahlbetrug begangen hat. Jetzt kommen ja all die Verantwortlichen zurück, die uns das damals eingebrockt haben: Müntefering und sein Adlatus, Schröder im Hintergrund als Strippenzieher, Steinmeier war damals auch schon beteiligt … Viel Spaß im Wahlkampf 2009.

Christian der II., 15.09.2008 13:00

[Ich hoffe, das wird kein Doppelpost.]

> sah man doch schon rein numerisch, wer den
> schlimmeren Wahlbetrug begangen hat.

Wieder eine Relativierung. Also, ist Merkel eine Wahlbetrügerin? Ja oder Nein? Oder wäre sie es eigentlich schon, ist es aber nicht, weil die SPD ja noch viel schlimmer ist? Nur zu, ich freue mich weiterhin auf jegliche relativierende Antwort.

Nur solltest du vielleicht bemerken (und einige andere auch), dass jegliche Relativierung über das Verhalten Merkels das angeblich ach so ehrlich entrüstete Gebaren über Frau Ypsilanti ziemlich hohl aussehen lässt.

Meine Meinung: Wir wissen alle, dass es an ein Wunder grenzt, wenn vor Wahlen nicht kräftig gelogen wird, leider auch bei Koalitionsaussagen. Darüber kann man vollkommen zu Recht auch moralisch entrüstet sein, weil es einem nämlich in vielerlei Hinsicht eine wirkliche Wahl nimmt. Es aber nur dann zu sein, wenn es einem gerade in den Kram passt, es in den anderen Fällen (die natürlich gaaanz anders sind, klar) nach Kräften zu relativieren… nun ja.

Du kennst meine Ansicht dazu und du kennst das Attribut, mit dem ich dieses Verhalten benenne, ich habe es oft genug geäußert.

 
 
Rayson, 15.09.2008 12:25

Ich finde nicht, dass ein “Die einen haben noch doller gelogen als die anderen.” als Entlastungsargument taugt. Also, zumindest nicht, wenn man objektiv ist.

So wie du. Schon klar.

Aber es geht nicht um “noch doller”, sondern um die eigentliche Lüge selbst. Der zusätzliche Ärger, den die Union sich mit einer Ankündigung von 3%-Punkten (statt 1%-Punkt) Erhöhung im Wahlkampf eingefangen hätte, wäre vergleichsweise gering gewesen. Aber sich vorher populistisch als Kämpfer gegen jegliche Erhöhung zu gerieren, um nachher noch kräftiger zuzulangen, das erst zeigt die Kunst der Wahlkampflüge in höchster Vollendung.

Christian der II., 15.09.2008 12:54

>> Ich finde nicht, dass ein “Die einen haben noch doller gelogen als die
>> anderen.” als Entlastungsargument taugt. Also, zumindest nicht,
>> wenn man objektiv ist.
>
> So wie du. Schon klar.

Ja, so wie ich. Weil es weitgehend kein Problem ist, objektiver zu sein, als das, was bisher hier an Kommentaren gekommen ist.

>
> Der zusätzliche Ärger, den die Union sich mit einer Ankündigung von
> 3%-Punkten (statt 1%-Punkt) Erhöhung im Wahlkampf eingefangen
> hätte, wäre vergleichsweise gering gewesen.

Ja, im Relativieren bist du gut, aber nimm doch mal zum Sachverhalt Stellung: Merkel hat maximal 2 Prozentpunkte Erhöhung angekündigt, stattdessen wurden es 3. Ist sie damit eine Wahlbetrügerin? Ja oder nein?

Ganz einfache Frage. Es geht nicht darum, was die anderen sind, sondern was sie ist.

Rayson, 15.09.2008 13:06

Ja, so wie ich. Weil es weitgehend kein Problem ist, objektiver zu sein, als das, was bisher hier an Kommentaren gekommen ist.

Dir ist zuzutrauen, dass du das sogar ernst meinst.

Ist sie damit eine Wahlbetrügerin? Ja oder nein?

Immerhin hat sie eine Erhöhung angekündigt und damit in Kauf genommen, Stimmen zu verlieren. Die anderen hingegen haben ihren angeblichen Widerstand zu Stimmengewinnen genutzt.

Wie gesagt: Die Wähler der jeweiligen Parteien werden schon wissen, ob sie sich betrogen fühlen oder nicht.

Christian der II., 15.09.2008 13:31

>> Ja, so wie ich. Weil es weitgehend kein Problem ist, objektiver zu
>> sein, als das, was bisher hier an Kommentaren gekommen ist.
>
> Dir ist zuzutrauen, dass du das sogar ernst meinst.

Meine ich. Und deine Antworten geben ein Zeugnis davon ab, wie richtig diese Einschätzung ist.

>
> Immerhin hat sie eine Erhöhung angekündigt und damit in Kauf
> genommen, Stimmen zu verlieren.

War meine Frage nicht einfach genug? Wenn Merkel “maximal 18 Prozent” sagt, dann aber nach der Wahl 19 Prozent macht, ist sie dann eine Wahlbetrügerin? Ja oder Nein?

>
> Die anderen hingegen haben ihren angeblichen Widerstand zu
> Stimmengewinnen genutzt.

Welchen Teil von “Es geht nicht darum, was die anderen sind, sondern was sie ist” hast du nicht verstanden?

Rayson, 15.09.2008 13:39

Und deine Antworten geben ein Zeugnis davon ab, wie richtig diese Einschätzung ist.

Hör auf, ich kann nicht mehr – meine Lachmuskeln!

Wenn Merkel “maximal 18 Prozent” sagt, dann aber nach der Wahl 19 Prozent macht, ist sie dann eine Wahlbetrügerin? Ja oder Nein?

Siehe die Antwort von “Schmock”.

Welchen Teil von “Es geht nicht darum, was die anderen sind, sondern was sie ist” hast du nicht verstanden?

Welchen Teil von “Koalition” hast du nicht verstanden?

Christian der II., 15.09.2008 14:23

>> Wenn Merkel “maximal 18 Prozent” sagt, dann aber nach der
>> Wahl 19 Prozent macht, ist sie dann eine Wahlbetrügerin? Ja
>> oder Nein?

> Siehe die Antwort von “Schmock”.

‘Siehe die Antwort von “Schmock”‘ ist kein “ja” oder “nein”. Ist sie eine Lügnerin, ja oder nein?

Nebenbei versucht “Schmock” die 19% nun als Folge der Koalitionsverhandlungen dazustellen. Übrigens einer der beliebtesten Tricks bei Politikern, um sich selbst aus der Verantwortung zu ziehen. Zugegeben auch sehr praktisch, schließlich bildet sich fast immer irgendwo eine Koalition, mit deren Hilfe man sich dann nebulös auf die Schwierigkeiten durch die entsprechende Verhandlungen berufen kann. Nun, genau das tut Ypsilanti auch, sich darauf berufend, dass die radikale Verweigerungshaltung der FDP unvorhersehbar war.

So ist das halt mit dem Relativieren. Kann man alles gerne machen, nur steht man dann als ziemlich hohle Hupe da, wenn dann beim politischen Feind Gegner ganz auf einmal aber allerhöchste Moralstandards eingefordert werden.

Schmock, 15.09.2008 15:32

Ich weiß nicht ob Merkel mit ihrer Aussage, die Mehrwertsteuer auf bis zu 18% anzuheben und dann 19% zuzustimmen Wahlbetrug begangen hat. Für die 19% tragen CDU/CSU und SPD gemeinsam die Verantwortung. Da ich nicht weiß, wie die Koalitionsverhandlungen liefen, ob etwa die CDU für eine Mehrwertsteuer von 35% Prozent gekämpft hat, während die SPD tapfer die 16% verteidigt hat oder die SPD 20% und die CDU 18% wollte, kann ich nicht sagen, dass die 18% eine vorsätzliche Täuschung waren.
Anders bei Ypsilanti. Die jetzige Situation war vorhersehbar, eine Weigerung der FDP Ypsilanti zu wählen auch. Anscheinend hältst Du Ypsilanti für eine blöde Saftschubse, die nicht bis morgen denken kann.
Die “radikale Verweigerungshaltung der FDP” ist einfach konsequent und sympathisch, denn wie soll eine Frau, die mit den Kommunisten zusammenarbeiten will, für die FDP wählbar sein?
Aber auch wenn die FDP partout nicht will, so gäbe es auch die Möglichkeit einer Großen Koalition. Immerhin ist die CDU keine Verfassungsfeindliche Partei.

daniel, 15.09.2008 15:36

Das ist der Punkt und daraus hat Ypsilanti auch keinen Hehl gemacht. Sie behauptet ja nicht vor der Wahl etwas anderes gesagt zu haben. Sie gibt ja zu, ihr Wort zu brechen und dafür gehört sie 24/7 gebasht! Was ich ihr aber nicht unterstellen würde ist, vor der Wahl schon mit den Linken Stimmen kalkuliert zu haben.

 
Christian der II., 15.09.2008 22:28

> Ich weiß nicht ob Merkel mit ihrer Aussage, die
> Mehrwertsteuer auf bis zu 18% anzuheben und dann
> 19% zuzustimmen Wahlbetrug begangen hat.

Oh, auf einmal staatsmännisch für und wider abwägend? Interessant. Wie steht es denn mit der Aussage, dass es keine große Koalition geben würde?

> Anders bei Ypsilanti. Die jetzige Situation war
> vorhersehbar,

…im gleichen Maße wie das Ergebnis der Bundestagswahl 2005. Also, ist Angela Merkel mit ihrer Aussage, eine große Koalition würde es nicht geben, eine Wahlbetrügerin? Ja oder nein?

jo@chim, 15.09.2008 22:43

Du bist nicht sonderlich sprachkompetent, Christian. Frau Merkel hat sich – kreativ genug – auf eine “Automatik” bezogen. Fr. Ypsilanti dagegen hat antikommunistische SPD-Wähler (und von denen gibt es gottlob! noch genug) bewusst betrogen. Wenn sie mit einer Koalitions- oder Tolerierungsaussage zur Wahl antreten wäre, hätte sie keine Chance gehabt – und hätte sie nach wie vor nicht. Ja oder nein?

Christian der II., 15.09.2008 23:13

> Du bist nicht sonderlich sprachkompetent,
> Christian.

Natürlich, das wird es sein.

>
> Frau Merkel hat sich – kreativ genug – auf
> eine “Automatik” bezogen.

…und keineswegs die Wähler mit ihren Aussagen tüchtig getäuscht. Wie kann man nur davon ausgehen, dass ein auf die Frage “Kommt eine große Koalition für Sie in Frage” geäußertes “Es wird keine große Koalition geben” eine Absichtserklärung und ein Wahlversprechen darstellt? Wo man es doch mit einigem Relativierungsaufwand und viel “Sprachkompetenz” auch ganz anders drehen kann?

>
> Ja oder nein?

Tja, das wäre eben wieder Spekulieren im Konjunktiv. Wer sagt, dass die heutigen Umfragen, nach Hickhack Uneinigkeit in der SPD (immer *EXTREM* unbeliebt beim Wähler!), sowie intensivem medialen Dauerfeuer das wiederspiegeln, was vor der Wahl gewesen wäre?

Ich kann mich also locker vor einem klaren ja oder nein drücken, so wie ich hier auf meine Nachfragen auch kein einziges bekommen habe.

Es ginge natürlich auch mit einer Methode, die funktioniert, und dem Geschwurbel aka “Sprachkompetenz” wenig Platz einräumt: Versprechen anschauen, und prüfen, ob es gehalten wurde. Wenn nicht, ist es Wahlbetrug. Das Geschwurbel kann man dann immer noch ansetzen, um auf mildernde Umstände zu plädieren, oder sie zu verwerfen.

 
 
 
 
 
daniel, 15.09.2008 14:24

Wenn Merkel 18 sagt, 19 macht, dann ist das Koalition weil sie dafür ja auch andere Sachen macht die sie nicht gesagt hat – Kompromissfindung eben…
Wenn die SPD 0 sagt und 19 macht, dann ist das Betrug und hat mit den anderen Sachen der Kompromissfindung nichts zu tun…

Christian der II., 15.09.2008 14:30

Blattschuss. :-)

 
Rayson, 15.09.2008 17:09

Nochmal:

Der entscheidende Punkt beim Betrugsversuch ist, dass man davon profitieren will, indem man vorher etwas anderes behauptet als man hinterher umsetzt.

Der entfällt in Bezug auf die Mehrwertsteuererhöhung bei der Union. Sie hat eine angekündigt und sich dadurch unbeliebt gemacht.

Aber er trifft zu bei der SPD. Sie hat behauptet, es würde mit ihr keine geben und sich dadurch beliebt gemacht.

Nochmal:

Es ist egal, ob ihr oder ich denken, wer da Wahlbetrug begangen hat. Entscheidend ist, was die jeweiligen Wähler denken. Und da bin ich mir halt ziemlich sicher, auf wessen Wähler das bei der Mehrwertsteuererhöhung in besonderem Maße zutrifft.

daniel, 15.09.2008 17:20

OK, wenn Wahrheit etwas basisdemokratisches ist dann können wir ja mal abstimmen ob Globalisierung scheiße und der Mindestlohn super ist.
Entscheidend beim Betrug ist absichtlich etwas anderes zu sagen als man hinterher vorhat zu tun. Ich sehe keinen Anhaltspunkt dafür, dass eine Rot-Grüne Regierung die Mehrwertsteuer erhöht hätte. DAS wäre ein Anzeichen von Betrug.

jo@chim, 15.09.2008 19:34

OK, wenn Wahrheit etwas basisdemokratisches ist dann können wir ja mal abstimmen ob Globalisierung scheiße und der Mindestlohn super ist.

Klug erkannt, daniel, willkommen im Club der liberalen A-Demokraten. Genau das ist doch die Essenz unserer freiheitlich-demokratischen-undsoweiter: dass alle möglichen Leute sich anmassen (dürfen), über anderer Leute Eigentum, Geschäftstätigkeiten, Bewegungen und sonstige Präferenzen zu entscheiden… und dass das (für die ganz Blöden) auch noch als “Wahrheit” über die Theke geht…

Christian der II., 15.09.2008 22:55

> und dass das (für die ganz Blöden) auch noch als > “Wahrheit” über die Theke geht…

Das wiederum ist das Gute an dir, gerade auch im Zusammenhang mit deinem Hofgarten-Artikel: Du gehörst zu jenen, die mit ihren Einschätzungen immer sonnenklar und ohne irgendeinen Zweifel recht haben, Die Wahrheit erkennst du klar, wenn sie vor dir liegt. Die anderen sind je nach Lage und Jahreszahl Kriegstreiber, Idioten oder Kommunisten.

 
Rayson, 15.09.2008 23:09

Achim, setzt du bei den Kommentatoren eigentlich Lesekenntnisse voraus? Damit meine ich nicht, dass sie keine Analphabeten sein sollen, sondern dass sie in der Lage sind, Geschriebenes logisch zu verarbeiten.

Ist schon irgendwie eine Riesenleistung, einem, der da eben lang und breit gesteht, falsch gelegen zu haben, Rechthaberei vorzuwerfen. Und das auch noch von einem, der sich selbst Objektivität attestiert.

Zu was Fanatiker sich nicht alles entblöden.

Christian der II., 15.09.2008 23:26

Na, Rayson, mal wieder dabei ausfallend zu werden? Lesekompetenz bei dir hätte deinen Irrtum übrigens eventuell vermieden, und du hättest die Meta-Ebene erkannt.

Die erkläre ich dir aber gerne. Es gibt Menschen, die in dem Moment, wo sie eine Ansicht vertreten, von dieser vollkommen überzeugt sind. Und die jeden, der nicht zu ihrem Lager gehört, gerne und jederzeit ausgiebig runterputzen können.

Ich halte Achim für einen dieser Menschen. Genau diesem Stil ist er sich meines Erachtens weitgehend treu geblieben. Wenn er etwas sagt, hat er in dem Moment, wo er es sagt absolut recht. Die von der Gegenseite sind Kriegstreiber, Idioten oder Kommunisten. Hier – und nicht etwa beim Inhalt selbst – ist die wahre, ungebrochene Kontinuität.

Ein Lerneffekt bestünde nicht darin, die “Irrlehren” von früher nun ganz besonders intensiv zu verdammen, sondern genau diesen Stil zu beenden. Weniger hämisch zu werden, und mehr abwägend. Aus dem Wissen heraus, dass man schon mal tüchtig Scheiße geredet hat. (Nämlich entweder früher oder jetzt, wo man den früher gemachten Aussagen widerspricht.) Zu kontrollieren, ob der Maßstab, den man gerade beim “Feind” anlegt, auch auf die “eigenen” Leute angewendet wird. Oder ob man da auf einmal tüchtig nach Ausreden sucht, warum das da alles ganz anders ist. Solche Dinge eben.

 
Christian der II., 15.09.2008 23:40

[Wieder einmal die Gefahr eines Doppelposts. Gut, dann aber auch mit Ergänzung.]

Na, Rayson, mal wieder dabei ausfallend zu werden? Lesekompetenz bei dir hätte deinen Irrtum übrigens eventuell vermieden, und du hättest die Meta-Ebene erkannt.

Die erkläre ich dir aber gerne. Es gibt Menschen, die in dem Moment, wo sie eine Ansicht vertreten, von dieser vollkommen überzeugt sind. Und die jeden, der nicht zu ihrem Lager gehört, gerne und jederzeit ausgiebig runterputzen können.

Ich halte Achim für einen dieser Menschen. Genau diesem Stil ist er sich meines Erachtens weitgehend treu geblieben. Wenn er etwas sagt, hat er in dem Moment, wo er es sagt absolut recht. Die von der Gegenseite sind Kriegstreiber, Idioten oder Kommunisten. Hier – und nicht etwa beim Inhalt selbst – ist die wahre, ungebrochene Kontinuität.

Ein Lerneffekt bestünde nicht darin, die “Irrlehren” von früher nun ganz besonders intensiv zu verdammen, sondern genau diesen Stil zu beenden. Weniger hämisch zu werden, und mehr abwägend. Aus dem Wissen heraus, dass man schon mal tüchtig Scheiße geredet hat. (Nämlich entweder früher oder jetzt, wo man den früher gemachten Aussagen widerspricht.) Zu kontrollieren, ob der Maßstab, den man gerade beim “Feind” anlegt, auch auf die “eigenen” Leute angewendet wird. Oder ob man da auf einmal tüchtig nach Ausreden sucht, warum das da alles ganz anders ist. Solche Dinge eben.

Ach ja, und falls der Tonfall verwundert: ich werde etwas stinkig, wenn demokratische Prinzipien von einem, der es schon immer besser wusste, tüchtig in den Schlamm gezogen und verächtlich gemacht werden. Als ob bei uns die offene Willkür-Herrschaft eines demokratischen Straßenpöbels unser Problem wäre.

 
jo@chim, 15.09.2008 23:40

Naja Rayson, Fantatrinker (LOL) bemühen sich zumindest um eine gewisse logische Konsistenz ihrer Aussagen (je aufwändiger der Realitätscheck, desto verkniffener der Gesichtsausdruck). Der gewöhnliche Troll hat das nicht nötig: Trollo ergo dumm :D

 
 
 
 
Christian der II., 15.09.2008 22:51

> Der entscheidende Punkt beim Betrugsversuch ist, dass
> man davon profitieren will, indem man vorher etwas
> anderes behauptet als man hinterher umsetzt.

Dir ist klar, das drei statt zwei Prozentpunkte bei der Mehrwertsteuer mal eben 50% mehr Einnahmen (und Lasten für die Bürger) bedeuten, als vorher versprochen?

>
> Der entfällt in Bezug auf die Mehrwertsteuererhöhung
> bei der Union. Sie hat eine angekündigt und sich
> dadurch unbeliebt gemacht.

Und andererseits auch Stimmen von Leuten gewonnen, die so viel “Ehrlichkeit” goutiert haben. Das wollen wir ja mal nicht unterschlagen. Bill Clinton hat seinen ersten Wahlkampf auch mit der Ankündigung von moderaten (!) Steuererhöhungen gewonnen.

Übrigens, wir haben ja auch noch die Aussage, eine große Koalition würde es nicht geben. Die war mit Sicherheit ebenfalls recht profitabel.

>
> Es ist egal, ob ihr oder ich denken, wer da
> Wahlbetrug begangen hat.

Nein. Mir ist das ganz und gar nicht egal. Weil ich da bei dir und vielen anderen “liberalen” Kommentatoren eine gewisse Diskrepanz sehe, im empörten Aufheulen einerseits (Ypsilanti) und der weitgehend stillschweigenden Zustimmung und unzähligen Relativierungsversuchen andererseits (Merkel) sehe.

>
> Entscheidend ist, was die jeweiligen Wähler denken.

Wenn man es so sieht, ist natürlich jeglicher Relativierung wieder Tür und Tor geöffnet. Wer weiß vielleicht hätte Ypsilanti gerade mit der Ankündigung, mit den Linken regieren zu wollen, einen wesentlich gewaltigeren Stimmenzuwachs aus dem Lager der frustrierten Nichtwähler erzielen können? Die Strategie hat bei Lafontaine und den Grünen im Saarland Anfang der 80er zu einer absoluten Mehrheit der SPD geführt. Dann war ihre Ansage der honorige Versuch, diesen potentiellen Wählern dennoch reinen Wein einzuschenken (im festen Glauben, dass die FDP sich noch ändert), und auf den Möglichen Stimmengewinn zu verzichten.

Ich finde nicht, dass diese Herangehensweise zu sinnvollen Ergebnissen führt, außer man hält schwurbelige Relativierungen von links und rechts für nützlich. Offen gesagt, da halte ich mehr davon, sich einfach das Wahlversprechen anzuschauen, und zu prüfen, ob es gehalten wurde oder nicht. Hat natürlich den Nachteil, dass Merkel mit ihren Wahlversprechen 2005 dann auch als Wahlbetrügerin da stünde, was so natürlich nicht gewollt ist.

 
 
 
 
 
 
 
 
FG, 15.09.2008 12:41

Ich habe die vielleicht etwas altmodische Auffassung, dass vertraulich geführte Telefongespräche nicht in die Öffentlichkeit gezehrt werden sollten, weder von Herrn Schäuble noch vom A-Team. (Und die Tatsache, dass das Duröhre kursiert wäre keine überzeugende Ausrede).

daniel, 15.09.2008 12:57

Dieser liberale Idealismus bringt hier niemanden weiter.

 
FG, 15.09.2008 13:02

Und wer die Tippfehler findet darf sie behalten.

 
Rayson, 15.09.2008 13:09

Und die Tatsache, dass das Duröhre kursiert wäre keine überzeugende Ausrede

Stimmt. Es ist überhaupt keine Ausrede.

Allerdings muss sich das A-Team wohl bei dir bedanken, dass du ihm das Verdienst anrechnest, das Video an die Öffentlichkeit gebracht zu haben und nicht “Spiegel Online”.

Rayson, 15.09.2008 13:10

Packe auf den Tippfehler von FG ein sinnverzerrendes Nichtkomma drauf…

 
 
 
Dagny, 15.09.2008 15:06

Hies es in der urspruenglichen Pressemitteilung nicht, dass das Gespraech 7 Minuten lang sein soll?

Dagny, 15.09.2008 15:13

Oder anders gefragt: Wenn das Telefonat durch eine Indiskretion bei FFN ins Web gekommen ist, warum dann nicht in voller laenge?

So kommt Ypsi doch ganz standhaft weg – ob da nicht die PR ihre Finger im Spiel hat??

 
 
daniel, 15.09.2008 15:22

DAS glaube ich allerdings auch. So kann sie den FDP-Geheule ganz gelassen entgegentreten und das Schlimmste an der Sache ist, dass sie jeden Sauerland-Horst für den Münte hält. Ich vermute auch dass da sehr pikante Details fehlen.

 
Dangerous Beans, 15.09.2008 16:02

Wie das Telefongespräch ganz klar erkennen lässt: Münte muss weg, Münte kann nicht führen, seine Distanz zu wichtigen Personen in der SPD ist – wie das Beispiel Ypsilanti zeigt – so gross, dass er nicht einmal erkannt wird, wenn er es nicht ist.
Mit 68 Jahren muss Schluss ein.

 
Dangerous Beans, 15.09.2008 16:56

Achso, ich habe niemanden beschimpft, ich meine das so wie der da:
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/116/162663/
“Idiot” ist übrigens keine Beleidigung.

daniel, 15.09.2008 17:23

Oh mein Gott, ich wusste, DAS ist Sacharbeit.

 
 
M.M., 15.09.2008 17:21

Überfordert? Da hat man der Frau einen ganz üblen Streich gespielt, auf den nun jeder reinfallen täte. Du kommst aus einer Sitzung raus und findest dich in einem völlig anderen Film wieder.

So ein Telefongespräch tönt immer komisch, wenn man als Dritter zuhört erst recht. Und überhaupt: Wir verstehen inzwischen ja alle Spass.

Nein, bei aller politischen Distanz, so schlecht steht sie nicht da. Die Frau hat ohne Zögern ein anzügliches Karriereangebot abgelehnt.

Die Häme von Spiegel und Co. ist völlig deplatziert. Wenn die Telefontauglichkeit mit einem Scherzkeks die Ministerpräsidentinnen-Qualität aufzeigen soll, na dann Prost.

daniel, 15.09.2008 17:24

Erinnert mich an das Telefonat zwischen “Schröder” und Marcel Reich-Ranicki…

 
Bodo Wünsch, 15.09.2008 18:24

Entschuldigung – da ruft ein “Herr Hoffmann, SPD Berlin” an, und die Pfeife am Empfang stellt SOFORT (nach mentalem Kotau vor dem GROSSEN VORSITZENDEN) ohne Nachprüfung (naheliegend & professionell etwa: “Ja, Frau Ypsilanti wird unmittelbar ZURÜCKRUFEN bitte”) durch.

Die hat ihren Laden nicht im Griff. Und denen wollt ihr Hessen ‘geben’?

So seid ihr eben, Stimmvieh.

Christian der II., 15.09.2008 23:35

> Die hat ihren Laden nicht im Griff. Und denen
> wollt ihr Hessen ‘geben’?

Aus dem Fehler einer Vorzimmerdame auf die Regierungsfähigkeit von Ypsilanti zu schließen finde ich einerseits ausgesprochen lachhaft. Andererseits frage ich mich, was für ein Menschenbild du da eigentlich hast, wenn so was deines Erachtens “im Griff” sein muss. Das geht nämlich eigentlich nur, wenn du deinen Mitarbeitern in bester Kontrollfreak-Manier alle Spielräume nimmst. Oder fast alle, bis auf die Ebene der telefonischen Gesprächsführung musst du dann schon mal Leitfäden verfassen. Prima Vorstellung.

Bodo Wünsch, 16.09.2008 08:38

> in bester Kontrollfreak-Manier

… _deine_ Kontrollfreaks wollen rechtlich (!!) gegen die Inis-Netz-Steller vorgehen.

Christian der II., 16.09.2008 11:14

> … _deine_ Kontrollfreaks

Meine? Wie meinen?

Bodo Wünsch, 16.09.2008 12:37

Na, die du glaubst, verteidigen zu müssen.
Vor wem eigentlich – vor mir?
*g*

Christian der II., 19.09.2008 18:02

Du hast es ganz grundsätzlich nicht kapiert. Es geht mir nicht um das Verhalten der SPD. Es geht mir um das Verhalten der “liberalen” Kommentatoren hier, die mit aller Kraft versuchen, gebrochene Wahlversprechen von Angela Merkel kleinzureden und zu relativieren, *zugleich* aber bei Ypsilanti zetern, als ob Vergleichbares nie passiert wäre.

 
 
 
 
 
 
 
Dagny, 16.09.2008 10:58

http://www.youtube.com/watch?v=ZBIqDhQiNEM

Aktenzeichen XYpsilanti ungeloest. Mit den entsprechenden Passagen zum Verlust der Glaubwuerdigkeit.

 

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