Private Banking
Wenn es nicht um so viel (Steuer)geld gehen wuerde, waere es ja fast unterhaltsam:
HBOS, eine der 4 grossen Stuetzen der Schottischen Finanzwirschaft, neben Standard Life, Scottish Widow und der Royal Bank of Scotland, wird von TSB Lloyds in einer -emm- Merger of Equal uebernommen. Freedom and Whisky fuerchtet nicht zu unrecht um den Standort Edinburgh und spekuliert darueber, ob die SNP-Regierung London oder den Kapitalismus fuer den drohenden Verlust von bis zu 40 000 Jobs verantwortlich macht. (Es sieht nach ‘Kapitalismus‘ aus).
Gleichzeitig spendet die KFW noch schnell 300 Millionen an die vom Kapitalismus heimgesuchten Brueder in den USA und Finanzminister Peer Steinbrueck regt sich drueber auf?
So etwas habe er noch nie erlebt? Vielleicht liegt dass daran, dass im Gegensatz zur Deutschen Bank bei der KFW die Herren und Damen aus der Politik das Sagen haben. Bei der Deutschen Bank finden sich im erweiterten Führungsgremium etwa Josef Ackermann ein Wirtschaftswissenschaftler, Hermann-Josef Lamberti ist Diplom-Kaufmann, Jürgen Fitschen ist Betriebswirtschaftler mit einer Gross- und Aussenhandelslehre.
Bei der KFW Bankengruppe finden sich im Verwaltungsrat, der die Geschäftsführung und Vermögensverwaltung [überwacht] und die größeren Kreditobligos [genehmigt] so illustre Namen und Experten wie: Michael Glos, Peer Steinbrück, Frank Bsirske, Sigmar Gabriel, Roland Koch, Jürgen Koppelin, Oskar Lafontaine und andere. Die Biographien nennen als Ausbildung:
Müller, Volkswirt mit anschliessender politischer Karriere, Politologe, Lehrer, Jurist, Redakteur im Rundfunk aber mit früherer Banklehre, Phyiker
Offenbar ist Josef Ackermann sein Gehalt von (geschätzen) 10 Mio p.a. ja doch Wert. Von den (mindestens) 300 Millionen könnte sein Gehalt jedenfalls lange bezahlt werden.







Ui, Milchmädchenrechnung! \o/
Wahrscheinlich waren bei Bear Stearns auch nur Fachfremde tätig. Und bei AIG auch. Und überhaupt. Und sowieso.
Für den konkreten Vorgang scheinen ja Peter Fleischer, Detlef Leinberger und Rainer Hartje verantwortlich zu sein, zumindest wurden diese jetzt entlassen/suspendiert.
Sind diese drei Herren auch keine Bänker?
Der Vergleich einer deutschen Staatsbank mit einer amerikanischen Investmentbank ist m.E. ein schlechter, es gibt zu Viele Unterschiede, wie z.B. das Geschäftsmodell (Trennung von Investment- und Geschäftsbanken in den USA), die Währung, der Grad der Verflechtung mit dem amerikanischen Kreditwesen, Regulierungsunterschiede, usw.
Ein treffender Vergleich wäre der deutscher Staatsbanken mit deutschen Privatbanken; da sieht die Sache schon wieder etwas anders aus, oder?
…und die Frage, wozu man eigentlich eine Staatsbank braucht, konnte mir bis heute noch niemand überzeugend (d.h. ideologiefrei) beantworten; in den USA oder GB wird so etwas als ‘Notlösung’ praktiziert, bei uns ist es Dauerzustand.
Kann mir übrigens mal jemand erklären, warum es sinnvoll ist, die IKB für 115 Millionen Euro zu verkaufen, wenn das den Bund irgendwie doch 9 Milliarden kosten wird? Sollte man die IKB dann nicht lieber gleich komplett verstaatlichen, so wie es in den USA mit Fannie und Co. gemacht wurde?
Ja, richtig, das wird gerne vergessen, wenn irgendwelche “Experten” die “Gier” bejammern und “Bürokratenvergütungen” fordern, wie diese Pfeife hier:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/thielemann100.html
Es ist einfach so, dass es stark unterschiedliche Qualitäten der Finanzdienstleister bei der Arbeit mit dem lieben Geld gibt. Lassen wir es wie es ist und bezahlen die “Experten” wie es angemessen scheint als Bürokraten und die Praktikern marktnah.
Welche Leute wohl bei der KfW die Freigabe für die 300 Mios erteilt haben? Vermutlich wars hier ungenannte bleibende Abteilungsleiter, gell? :)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579118,00.html
Hier wird er geoutet:
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EC16E464B622D4CF2B72039B7404547E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Schlechte Vorstände haben oft schlechte Abteilungs- und Bereichsleiter.
Es ist einfach so, dass es stark unterschiedliche Qualitäten der Finanzdienstleister bei der Arbeit mit dem lieben Geld gibt.
Nennen Sie mal ein Kriterium, anhand dessen man die “schlechten” Finanzdienstleister oder besser noch “schlechte” Finanzdienstleistungen erkennen kann. Bevor sie pleite gehen, meine ich. Das wäre dann sogar falsifizierbar! Oder ist das Insiderwissen? ;-P
[...] US-Bank durch die KfW nicht gerade vertrauensbildend was das Können der Banker angeht. Beim A’Team sieht Dagny das Übel gerade bei der staatlichen Aufsicht: Vielleicht liegt dass daran, dass im [...]
[...] http://www.antibuerokratieteam.net/2008/09/18/private-banking/#comments [...]
http://www.n-tv.de/LehmanPleite_Landesbanken_bluten/190920084308/1025797.html
Die Belastungen der Landesbanken aus der Finanzkrise summieren sich derzeit auf rund 15 Milliarden Dollar. 300 Millionen sind 2% dieser Summe.
Hoffentlich trifft der Bericht des Handelsblatts über die Wegzugsbesteuerung zu:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bumerang-effekt-bei-der-wegzugsteuer;2043429
Koch und Steinbrück haetten sich dann bei dieser Schikane, die mit Freizügigkeit in der EU nichts zu tun hat, verrechnet. (Merke: Wer aus Deutschland raus will, muss das Geld da lassen).
Völlig geil. Wie ist eigentlich der Stand der Dinge bei der ähnlich gelagerten Hartz-IV, ähhhh Riester-Renten-Problematik? Darf man die paar Kröten später mit ins EU-Ausland nehmen oder hat die Regel, dass das Geld in D bleiben muss tatsächlich noch Gültigkeit?
[...] Private Banking [dagny t. beim Antibuerokratieteam] [...]
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Diese sozial(demokratisch)e “Marktwirtschaft” kotzt mich an. Obwohl, in dem Zusammenhang das Wort “demokratisch” in den Mund zu nehmen ist falsch: auf N24 liefen gerade Umfrageergebnisse, dass lediglich 3,7% der Bürger für eine staatliche Abfederung der Verluste plädieren. Wetten dass die Nieten in Nadelstreifen von ihren Kumpels aus der Politik trotzdem einen neuen (Subventions-)Schuss gesetzt bekommen? Arrrghhh.
Sorry, dieser libertäre Fanta-Rülpser musste mal raus.
In der Sache sind wir wohl einer Meinung. Aber die republikanische Regierung in den USA sozialdemokratisch zu nennen, das ist ein starkes Stück. :D
Wider die Umdeutung der Staats- in eine Finanzkrise…
Der Bankensektor zählt zu den am stärksten regulierten Branchen in nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften. Wer heute eine Intensivierung der Regulierung fordert muss also eingestehen, dass die bisher weit reichende Regulierung versagt …