Umverteiler
M.M., 19.09.2008
Die SPD-Linken melden sich mit ihrem Herzensanliegen zurück: Sie wollen Vermögende schröpfen. Das Geld soll umverteilt werden und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen.
In Deutschland heissen die Leute, die mehr leisten, einfach nur die Reichen. Reichensteuer wurde zu einer diskriminierenden Vokabel. Leute, die durch Leistung auf bessere Plätze gekommen sind, werden beschnitten. Daher gibt es nicht nur einen grossen Exodus an Geld, sondern auch an Talenten.
antibuerokratieteam.net





Natürlich, wo gerade mal etlichen Investmentbanken Steuergelder in Milliardenhöhe in den Arsch geblasen wird, wird es mal wieder Zeit, den Kritikern diverser wirtschafts-”liberaler” Auswüchse das altbekannte “Ihr seid doch nur neidisch!” entgegen zu kreischen.
Komisch nur, dass kaum jemand bei Porsche was gegen die Millionen von Wendelin Wiedeking einzuwenden hat. Liegt vielleicht daran, dass es da eine Leistung und ein hohes persönliches Risiko hinter gab.
Millioneneinkünfte, die nicht wirklich in Relation zur Leistung stehen und staatliche Milliardengarantien für Banken machen die Leute hingegen vollkommen zu Recht wütend.
Wo ist denn diese staatliche Subventionspolitik “liberal”?! Das ist originär sozialdemokratisch. Diese Umdeutung von Begriffen hat fast schon Orwell’sche Dimensionen…
Wenn jemandem Steuergelder in den Arsch geblasen werden hat das mit (Wirtschafts-)Liberalismus nicht viel zu tun, im Gegenteil. Gerade Liberale lehnen dies ab. Wenn es nach mir ginge könnten diese ganzen Banken gnadenlos abschmieren, wenn sie ihr Geld verzockt haben. DAS wäre dann mal die von den Linken so oft verleugnete Selbstregulierung des Marktes, aber dazu lässt Vater Staat es ja gar nicht kommen. Liberalismus oder freie Marktwirtschaft kann man das dann aber nicht nennen, eher Korporatismus.
Ach so ist das. Ganz auf einmal ist also die von den Republikanern geführte Regierung der Vereinigten Staaten ein Haufen Sozialdemokraten, mit denen man als echter “Liberaler” natürlich noch nie wirklich was zu tun haben wollte?
Wo sind denn die flammenden Artikel in diesem Blog zu finden, in denen gefordert wird, ein wachsames Auge auf die sich so prima selbstregulierenden Finanzmärkte zu werfen?
Oder ist auch diesmal der Staat an allem Schuld?
Ganz real: Hat der Staat deines Erachtens überhaupt irgendeine andere Option, als diese Banken zu stützen, wenn er eine neue große Depression vermeiden will? Oder wäre das, in Kombination mit Armut und Elend in der Bevölkerung, ein hinnehmbarer Preis?
Wer in diesem Blog flammende Artikel schreibt, in denen gefordert wird, dass der Staat ein “wachsames Auge” auf Märkte zu werfen habe, fliegt raus.
Naja. Zumindest in die Schweiz wandern die Talente nach meinen zugegeben nicht repräsentativen Privat-Erfahrungen auch nicht aus. Zum Bleistift, was ich so an Leuten in meinem beruflichen Umwelt mitbekomme. Irgendwie sind echt alle, denen ich begegne und die da hingehen oder längere Zeit dort gewesen sind, definitiv nicht so die Granaten.
Und die einzigste schweizer Firma, die ich je als Kunden hatte, lag auch eindeutig im Schmerzensgeld-Quadranten in meinem persönlichen technische Kompetenz / Qualität des Projektmanagement der Kundenorg Ordinatensystem.
Vielleicht ein aus nicht repräsentativen Erfahrungen genährtes Vorurteil ;-)
Eigentlich find ich die den Schweizern zugeschriebene Kombination aus mehr Bedächtigkeit und Freundlichkeit sympathisch.
Hat der Arzt eine andere Option als den Alkoholiker mit Sozenheimer Merkelbrunnen zu versorgen?
D.A.N.K.E. shin!
Ohne Reichendiskrimierung sässe MM heute sicherlich in Deutschland, dagny sowieso und ich wäre nicht ausgewandert.
Drum ist der Statler wohl auch nicht mehr da? ^^
Der ist am Schluss mit sowas angefangen, gell? ;)
Ansonsten, bestimmte Finanzinstrumente dürfen natürlich schon gelegentlich überprüft werden. Leerverkäufe und bestimmte Optionen (die z.B. von Troublemakern wie Usama hervorragend genutzt werden könnten) müssen nicht automatisch marktfreundlich sein.
Was erwartet man denn? Da wird dem Bürger die Notwendigkeit von Globalisierung und Eigenverantwortung gepredigt. Jetzt ist das Kind mal wieder so richtig in den Brunnen gefallen, und die selbst ernannten Eliten und Leistungsträger unserer Gesellschaft können sich mal wieder nicht an ihre Predigten erinnern.
Mit einem solchen Verhalten treibt man die Mitte der Gesellschaft nach links, in die Arme von Freunden der Umverteilung. Die wirklich Leistungsbereiten und Fähigen gehen dann natürlich weg.
Ich finde es toll dass ich hier, ohne dass ich mich dafuer anstrengen muss, als reich, leistungsbereit und faehig beurteilt werde.
Vielleicht sollte ich in D als motivational speaker arbeiten…
Von “flammenden Beiträgen” in der Richtung konnte ich bei ihm nichts erkennen (ich gestehe aber, dass mich manche seiner Äusserungen doch verwundert haben). Nein, um hier Legendenbildung vorzubeugen: dass er mal weg ist, hat andere Gründe.
Grüsse in ein Land, in dem auch ich öfter beruflich zu tun habe :-)
Meld Dich mal, wenn Du in der zweitgrössten Stadt zu tun hast.
Die Front bröckelt, würde ich sagen, und es wirkt einigermassen grotesk auf mich, mit welchem Trotz sie hier gehalten werden will. In USA, “Land of the Free”, ersetzt der Staat, was von Privat milliardenschwer verzockt wurde, und stellt für die halbe Welt sichtbar fest, dass weitgehend dereguliertes Wirtschaften nicht wirklich funktioniert. So what, kann ich da nur sagen, denn ein anderes Streben als Gewinnstreben kennt ein freier Markt nun einmal nicht; da kann man sich auch nicht beschweren ;).
Was wäre denn (nach Faktenlage) dieser Offenbarung entgegenzusetzen – wirtschaftsliberalerseits? DAS würde mich ernsthaft interessieren, anstatt zuzusehen, wie man sich hinter der eigenen Ideologie verbarrikadiert …
PS: Flieg’ ich jetzt raus,
Nur mal interessehalber, ich hab die Sache eigentlich wenig verfolgt, aber mir scheint folgendes passiert zu sein:
- Staat macht Geld billig
- Hypothekenbanken machen glänzende Geschäfte wg. günstiger Refinanzierung
- Immobilienpreise steigen und steigen
- Immobilienpreise sinken
- Sicherheiten der Hypothekenbanken brechen weg
- Refinanzierung derselben leidet, Liquiditätsengpässe, Werteverlust an der Börse, Abgeige
- Rettungsaktionen der toten Institute durch den Staat (vermutlich wg. Wahl)
Ich lass es mir gerne von Dir oder jemand anderem anders erklären.
Nein. Die Bush-Administration führt lediglich vor, dass ihre Deregulierungs-Sprüche nicht ernst zu nehmen sind. Was dem entgegenzusetzen ist? Frag mich was Leichteres! Mich würden ehrlich gesagt auch mal Vorschläge von Liberalen, die mehr von Ökonomie verstehen als ich, jenseits von “Fiat-Money ist eben Scheisse” bzw. “einmal noch müssen wir den Zusammenbruch verhindern” interessieren…
P.S.: da für die II.Klasse (KommentatorINNen) freizügigere Beförderungsbedingungen gelten, musst Du Dir keine Sorgen machen, liebe Lina :D
Wie ich den Beförderungsbedingungen entnehme, lieber Admin, kommt im Text weder eine I. noch die genannte II.Klasse an “-Innen” vor, was ich als meldepflichtig erachte. Und ich habe bereits einen Verdacht: Du denkst wie Höhler (siehe unten) im von M.M. verlinkten Kommentar zur “Umverteilung” … )
Deshalb, um auch diesem gerecht zu werden: Nichts wirklich Neues, finde ich, was Gertrud Höhler zum deutschen Gesellschafts-Klima-Index (dGKI) sagt, oder? Erst hier wird’s richtig spannend (wenn auch ohne Bezug zur (a-)sozialen Umverteilung), dafür aber zur Umwandlung von dunklen Vermutungen in echte Wahrheiten:
“Frauen sind nicht fair. Männer, selbst wenn sie das nicht ausdrücken können, weil sie denken, das darf man nicht sagen, fühlen das, und darum finden sie Frauen unberechenbar. Und jetzt kommt das Schlimmste: Die Frau findet es toll, unberechenbar zu sein. Dadurch fällt sie auf, dadurch hat sie das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Die Frau hat in der Kulturgeschichte durch Nicht-Beachtung von Spielregeln höchste Plätze erreicht.”
Stimmt so, Frau Höhler! Nur gut, dass nicht alle Männer das bisher mitgekriegt haben :) …
Dachte mir doch, dass Ihnen dies gefällt. Haben den Aspekt hier verwurstelt.
http://www.arlesheimreloaded.ch/article/frauen_bedingt_wettbewerbstauglich
Man muss sich als Blogger ländermässig halt etwas flexibel zeigen. ;-)
http://docs.google.com/TeamPresent?revision=_latest&fs=true&docID=ddv7hj34_03774hsc7&skipauth=true
> Hat der Arzt eine andere Option als den Alkoholiker
> mit Sozenheimer Merkelbrunnen zu versorgen?
Er hat eine, bei der der Alkoholiker üblicherweise nicht stirbt oder unerträglich leidet. Haben wir die denn auch? Wie sieht es aus, streitest du ab, dass es ein “too big to fail” gibt?
Falls nicht: Glaub mir, diese Drecksbanken fröhlich lächelnd untergehen lassen wäre etwas, was ich als Leistungsträger (= ich erarbeite mir meine Vermögenswerte selber), Steuer- und Abgabenzahler und vom Neoliberalismus reichlich angekotzter Bürger nur allzu gerne täte. Nur wenn dabei auch noch gleich der Rest der Wirtschaft mit in den Abgrund gerissen wird, weil unser Wirtschaftssystem rein zufällig hinreichend viele liquide Banken benötigt, kann es das doch eigentlich auch nicht sein. Oder ist so eine nette “Große Depression 2.0″ dann halt auch ein vollkommen akzeptabler Preis?
Was es mich betrifft, bin ich jedenfalls absolut nicht bereit, solche Sperenzchen mitzufinanzieren, ohne nicht mindestens die Banken so stark an die Kandare zu legen, dass sie so eine Scheiße nie mehr bauen können.
Die Börse nimmt immer zukünftieg Erwartungen vorweg. Wenn ich heute darauf spekuliere, dass die XYZ-Bank schlecht geführt wird und Verluste machen wird, warum sollte ich diese Vermutung nicht in einem Leerverkauf ausdrücken dürfen?
Jedem Leerverkauf steht jemand gegenüber, der auf steigende Kurse setzt und mit mir ein Geschäft macht.
> DAS wäre dann mal die von den Linken so oft verleugnete
> Selbstregulierung des Marktes, aber dazu lässt Vater Staat es
> ja gar nicht kommen.
Auch an dich die Frage: Was, wenn durch einen generellen Bankencrash auch der Rest der Wirtschaft abstürzt, weil unsere Art des Wirtschaftens nun mal darauf ausgerichtet ist, dass ein hinreichend leistungsfähiges Bankensystem existiert?
Ist eine Weltwirtschaftskrise 2.0 ein akzeptabler Preis?
Ich gehe davon aus, dass ein Bankenmeltdown das finanzwirtschaftliche Äquivalent zum GAU im Kernkraftwerk darstellt und eine Weltwirtschaftskrise wie nach 1929 auslösen würde. Daraus folgt, dass die Dinger nicht so kollektiv untergehen dürfen, wie das hier gerade droht. Daraus folgt, dass sie im Zweifelsfall gestützt werden müssen. Und daraus folgt für mich, dass man die Banken irgendwie so regulieren muss, dass so eine Situation gar nicht erst entsteht.
> Wer in diesem Blog flammende Artikel schreibt, in denen
> gefordert wird, dass der Staat ein “wachsames Auge” auf
> Märkte zu werfen habe, fliegt raus.
Nicht “die Märkte”, sondern die Finanzmärkte. Tut mir leid, das ist für mich angesichts der möglichen katastrophalen Folgen eine absolut akzeptable Forderung. So, wie Hammerwerfen in der Fußgägnerzone auch unterbunden werden dart, *bevor* etwas passiert.
“Reichendiskriminierung.”
Das ist absoluter Bullshit. Ab einem bestimmten Einkommen können die meisten ihre Steuer- und Abgabenlast von nominell sehr hohen Sätzen problemlos gewaltig reduzieren, und sie tun es auch. Die Möglichkeit potenzieller offizieller Wohnsitze im Ausland ist dabei eingeschlossen. Dies zeigt schon die Tatsache, dass die reale Steuerquote bei irgendwelchen lachhaften 20% oder so liegt.
Wer, besonders in Relation, in diesem Land wirklich allerheftigst diskriminiert wird, sind Arbeitnehmer, und hier nochmals besonders die, die enorm wenig Geld verdienen (weil die Belastung in anbetracht der Prekären Lebenssituation einfach zu hoch ist) und jene, deren Einkommen so ungefähr auf Facharbeiterlevel liegt (weil sich denen diverse Abschreibungs- und andere Ausweichmöglichkeiten noch nicht bieten, und sie mit voller Wucht vom System erfasst werden).
Nehmen wir mal jemanden, der im Monat 1200 Euro Brutto verdient. Netto sind das ca. 890 Euro. Der arbeitet in einem Bereich, wo es auf jeden Cent ankommt. Zugleich ist es vermutlich eine Frage von wenigen Euro, ob sein Arbeitgeber den Job anbieten kann, oder nicht. Trotzdem, wenn man mal das Geld, was der Arbeitgeber wirklich zahlen muss (Arbeitgeberbrutto) mit dem vergleicht, was der Arbeitnehmer in der Tasche hat (Arbeitnehmer-Netto), dann ist die individuelle reale Belastung dieses Arbeitnehmers bei ca. 39% vom Arbeitgeberbrutto. Zudem dürfte die Mehrwersteuer bei seinem Mini-Einkommen besonders hart zuschlagen, so dass 45% Gesamtbelastung ein fairer Wert sein dürften. Von den immer wieder laut blökend geforderten Steuersenkungen würde der Arbeitnehmer übrigens fast gar nicht profitieren, sehr wohl aber von Abgabensenkungen. Hier geht der Zug aber in die andere Richtung, siehe Gesundheitsfonds.
Nun jemand, der das zehnfache im Monat verdient, 12000 Euro. Der kommt, dank Abgabenhöchstgrenzen auf ca. 53% Gesamtbelastung, weniger hart zuschlagende Konsumsteuer mit einberechnet. Diverse, sich auch schon bei diesem Gehalt eröffnende Abschreibungsmöglichkeiten hingegen *NICHT* eingerechnet.
Im worst case liegt die Belastung eines echten Spitzenverdieners bei 53%, die einer ziemlich armen Sau hingegen bei 45%. Das ist, wenn man mal bedenkt, dass die arme Sau wirklich jeden Euro verdammt dringend braucht und der Job als Niedriglohnjob vermutlich akut streichungsgefährdet ist, eine verdammt bittere Bilanz.
Was aber, wenn der SPitzenverdiener, wie bei vielen wirklich Reichen der Fall, sein Geld nicht als Arbeitseinkommen, sondern beispielsweise aus Verpachtung und Vermietung von geerbten Gütern bezieht? Dann beträgt seine reale Belastung ebenfalls nur knapp 45%. Die Zwangsbelastung ist sogar noch geringer, ich habe aber mal damit kalkuliert, dass er eine KV hat, und eine Rentenvorsorge betreibt, die ihm das bringt, was ihm seine Beiträge zur Gesetzlichen bringen würden.
Aus diesen Zahlen eine Reichendiskriminierung herleiten zu wollen, ist komplett hirntot.
> Die Börse nimmt immer zukünftieg Erwartungen vorweg. Wenn ich
> heute darauf spekuliere, dass die XYZ-Bank schlecht geführt wird
> und Verluste machen wird, warum sollte ich diese Vermutung nicht
> in einem Leerverkauf ausdrücken dürfen?
Weil der Hebel zu groß ist? Weil diverse Institute genau wegen solcher extremen Hebelgeschäfte nun gerade auf einmal die Hilfe des ansonsten immer lauthals verachteten Staates in Anspruch nehmen? 500 Millionen Monatszahlungen Hartz IV sind bereits in den USA im Eimer.
Wenn man das Instrument dir bereitstellen muss, dann muss man es auch allen anderen bereitstellen. Wenn die anderen daran reihenweise gemeinsam pleite gehen können, zugleich aber “too big to fail” sind, dann gehört das Instrument genauso reguliert und unterbunden, wie ein riskantes Setup bei einem Kernkraftwerk reguliert und unterbunden gehört.
Kann mir mal jemand erklären, wie ein Finanzinstrument, das von 2 Parteien in Einverständnis gehandelt wird ‘marktfeindlich’ sein kann und wie auf der anderen Seite ein Verbot best. Transaktionen (wie bspw. Leerverkäufe) dem Markt dienen kann?
Vielleicht liegt es ja an der unterschiedlichen Definition von ‘Markt’, ich weiss es nicht.
Mal abgesehen davon, dass hinter dem Verbot von Leerverkäufen die überaus seltsame Idee steckt, man könnte Unterbewertungen von Aktien oder Kursberichtigungen verhindern…
Ich würde sagen gar nichts.
Die Entwicklung von Spekulationsblasen lässt sich wirkungsvoll nur durch vollständige Verstaatlichung erreichen.
Aber es wäre an der Zeit, diesen bail out Mist zu beenden; Firmen düfen auch pleite gehen, und mit jeder staatlichen Rettung wird nicht nur die moral hazard Situation verschimmert, sondern auch noch unbeteiligte geschröpft.
…nur meine Meinung…
Dazu 2 Dinge:
1) Lohnnebenkosten sind Versicherungsleistungen, die einen Gegenleistungsanspruch begründen; auch wenn das dahinter stehende System nicht funktioniert, kann man diese Kosten nicht für eine Gruppe als Belastung definieren, für die andere als verfügbares Einkommen. Die Altersvorsorge ist da ein gutes Beispiel: Auch Reiche betreiben Altersvorsorge, auch Investment genannt; wenn nun die gesetzliche Rentenversicherung tatsächlich so gestaltet wäre, dass sie einen Gewinn abwerfen würde, was wäre dann der Unterschied?
2) Es ist nun mal so, dass Reiche relativ problemlos im Ausland arbeiten können; MM hat’s genannt: Reiche sind i.d.R. deswegen reich, weil sie irgendeine Leistung snbieten können, die sehr knapp verfügbar ist aber stark nachgefragt wird.
Die Leute, die nun eine höhere Besteuerung der Reichen fordern, ignorieren einfach die Konsequenzen, die diese Besteuerung hätte und träumen sich ihr sozialistisches Paradies zurecht, denn eine höhere Steuer kann evtl. nicht nur die gesamten Staatseinnahmen senken (weil die Zahl derer, die diese Steuer überhaupt noch bezahlen beträchtlich sinkt), sondern ist darüber hinaus auch noch extrem standortfeindlich: Beispiel: Wenn die Maschinenbauingenieure in Massen aus Deutschland abziehen, weil ihr Nettoeinkommen anderenorts wesentlich höher ist, kann hier nicht investiert werden, und das kostet Kapitalgeber ihren Gewinn und die Armen ihre Arbeitsplätze.
Schon heute lebten “Reiche” andernorts günstiger als in Deutschland (vulgo: zahlten weniger Steuern). Trotzdem sind noch nicht alle “Reichen” ausgewandert. Warum?
Ich meine: weil sie Interesse daran haben, in Deutschland zu leben. Weil sie sich hier heimisch fühlen. Sie nehmen also eine höhere Besteuerung und damit Einkommensverlust in Kauf, weil sie gerne hier leben.
Klar ist auch, dass irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht wäre und es zum verstärkten Exodus der “Reichen” käme. Es gilt, diese nicht zu überschreiten.
Grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine höhere Besteuerung.
Steuersatz Kanton Schwyz und Uri 5%. Basel und Umgebung: rund 25%. Steuersatz wird vom Stimmbürger an der Urne festgelegt. Auch die Höhe der MwSt.
Ja, also bei bestimmten Optionen, die massiv an Wert gewinnen, wenn ein Aktienkurs sinkt, liegt es auf der Hand, das ein Instrument geschaffen worden ist, das bspw. in Fällen der Sabotage von innen wie von aussen sehr problematisch ist. Eventuell gehts auch mit gezielter Spekulation gegen einen nicht allzu stark kapitalisierten Wert.
Zu Gedankenexperimenten bist Du eingeladen, gerne darf auch bereits Vorgefallenes unter diesem Aspekt analysiert werden.
“Reichendiskrimierung” ist hier das Fachwort, wenn das Erheben von Steuern nicht den Staataufgaben, sondern der Umverteilung gilt.
Wenn Dich das Wort stört, dann bleib bei Umverteilung oder Enteignung.
Ach so, ich orientiere mich bzgl. der “Reichen” natürlich eher schon am Armutsbericht der Bundesregierung. Dieses Machwerk legt fest, dass Reichtum ab 3,4k EUR netto pro Monat gegeben ist.
Du hattest vielleicht die mobilen Superreichen im Auge, ja klar, die erwischt es meist nicht, die sind weg und die, die noch da sind, sind schlau und nutzen die sog. Steuerschlupflöcher.
Du scheinst mir aber nicht “reich” zu sein im o.g. Sinne oder nicht in D steuerpflichtig zu sein, LOL.
Ohren steif halten!
> 1) Lohnnebenkosten sind Versicherungsleistungen, die
> einen Gegenleistungsanspruch begründen; auch wenn
> das dahinter stehende System nicht funktioniert, kann
> man diese Kosten nicht für eine Gruppe als Belastung
> definieren, für die andere als verfügbares Einkommen.
Dies ist auch keinesfalls geschehen. Lies dir mal durch, was ich geschrieben habe. Ich habe eine im Leistungsanspruch mit der Gesetzlichen vergleichbare Versorgung in BEIDEN Vergleichsfällen MIT eingerechnet. Ich habe das sogar extra geschrieben, und du liest es dennoch falsch.
Also, wir haben 45% Belastung für den armen Schlucker und maximal 53% für den Großverdiener, und das auch nur, wenn Letzterer nicht seine zahlreichen Abschreibungsmöglichkeiten nutzt, die der arme Schlucker allesamt so gut wie gar nicht hat.. Wo ist da die besonders ungerechte Diskriminierung des Reichen?
>
> 2) Es ist nun mal so, dass Reiche relativ problemlos im
> Ausland arbeiten können; MM hat’s genannt: Reiche sind
> i.d.R. deswegen reich, weil sie irgendeine Leistung anbieten
> können, die sehr knapp verfügbar ist aber stark nachgefragt
> wird.
Hör doch auf, mir hier solche Märchen zu erzählen. In den etlichen, vermutlich den meisten Fällen, dürfte es einen enormen Startvorteil durch ein reiches Elternhaus und geerbte Vermögenswerte und Beziehungen gegeben haben. Mit Eigenleistung hat das wenig zu tun. Du erzählst hier irgendwelche Tellerwäscher-zum-Millionär-Stories, die mit der Realität nichts zu tun haben. Es ist schlicht und einfach eine permanente Unverschämtheit, Reichtum automatisch als das Ergebnis einer besonderen Eigenleistung zu definieren, weil es erstens oft nicht stimmt, und es zweitens eine Verhöhnung all jener ist, die wirklich etwas leisten, und auch dank enormer Abzüge eines ungerechten Systems kaum auf einen grünen Zweig kommen.
Das Problem ist, dass bei vielen Reichen die Gegenleistung vornehm gesagt, äußerst unklar ist. Das ist der Grund, weshalb ein Großteil der Bevölkerung vollkommen zu recht stinkig ist, und nicht irgendein herbeigelogener Neidkomplex. Außer ein paar totalen Vollidioten ist zum Beispiel niemand, der ihre Story kennt, auf die Gründer von SAP neidisch, die mit einer guten Idee und einem Kredit der Sparkasse Waldorf einen der größten Softwarekonzerne der Welt errichtet haben. Solche Leute sind, im Gegensatz zu dem was hier regelmäßig behauptet wird, sehr wohl beliebt und geachtet. Oder Wendelin Wiedeking. Riesengehalt, und außer für ein paar hysterische Journalisten, die den Unterschied niht begreifen (wollen), sowohl bei der Belegschaft als auch beim Volk geachtet. Die Neidgesellschaft gibt es nicht.
>
> Die Leute, die nun eine höhere Besteuerung der Reichen
> fordern, ignorieren einfach die Konsequenzen, die diese
> Besteuerung hätte und träumen sich ihr sozialistisches
> Paradies zurecht,
Wie zum Beispiel Statler, der höhere Erbschaftssteuern fordert. Ein typischer Sozialist, oder wie? Ich stimme ihm zu, und lehne Vermögenssteuern (wie nun von Teilen der SPD gefordert) zugleich ab. Warum will ich das eine, wende mich aber gegen das andere? Weil eine Vermögenssteuer eben auch Dietmar Hopp von SAP trifft, der sich sein Vermögen fast aus dem Nichts erschaffen hat. Hingegen sehe ich keinerlei Grund, weshalb eventuelle Kinder von Dietmar Hopp einen besonders großen materiellen Startvorteil bekommen sollten, bloß weil der Papa mal was aufgebaut hat. Da dürfen ruhig große Steuern drauf, insbesondere, wenn damit die sonstige Steuer- und Abgabenlast gesenkt werden kann.
Ich will eine Leistungsgesellschaft. Eine, in der es einem leichter gemacht wird, sich ein eigenes Vermögen aufzubauen, aber sehr schwer, es einfach leistungslos zu übernehmen. Damit bin ich hier der eigentliche Liberale, und nicht die, die die Erbschaften auch noch steuerfrei haben wollen.
> “Reichendiskrimierung” ist hier das Fachwort, wenn das
> Erheben von Steuern nicht den Staataufgaben, sondern
> der Umverteilung gilt.
Das ist Schwachsinn, wenn (wie aufgezeigt) die prozentuale Steuer- und Abgabenlast von wirklich armen Menschen nur marginal geringer ist. Von daher nehme ich eher deine Alternative namens “Umverteilung”, allerdings unter Vorbehalt.
Wo findet die denn im größeren Maßstab statt? Insbesondere, wer sind die Nutznießer? Wie viel Prozent von den Steuern und Abgaben werden denn letztlich zu Unrecht umverteilt? Da hätte ich mal gerne konkrete Angaben zu.
Was es mich betrifft: Für 3,4k Netto (also das, was zehn Hartz-IV-Empfänger im Monat zur Verfügung haben) reicht es bei mir in der Tat nicht.
> Aber es wäre an der Zeit, diesen bail out
> Mist zu beenden;
Gut. Angenommen wir machen das. Dann kippen also etliche Großbanken gleichzeitig. Was ist, wenn wir dann am Ende kein hinreichend leistungsfähiges Bankensystem mehr haben, und auch alle anderen, solide wirtschaftenden Firmen dadurch platt gemacht werden? Ist so eine fette Weltwirtschaftskrise dann auch kein Problem?
@ Christian No 2:
Ehrlichgesagt bin ich es inzwischen leid, irgendwelchen Politikern Logik erklären zu müssen…
Fakt ist: Ich kann hier noch 5 Monate mit dir ein Streitgespräch führen, aber du wirst meinen Standpunkt nie verstehen. Es ist auch völlig egal, weil mich dein Standpunkt nur noch theoretisch interessiert. (Ich gehe demnächst ins Ausland, und nein, es hat nicht in erster Linie mit Besteuerung zu tun, es gibt mindestens 5 andere Gründe, die wichtiger sind).
Leider vertritts du hier die unreflektierte, völlig idiotische Meinung der Mehrheit, und hinterfragst nicht, ob die Mehrheit die zur Bewertung nötigen Informationen hatte…
Schließen wir hiermit Frieden:
Du verteidigst weiter den Status Quo, und ich schau mir das Affentheather aus dem Ausland an… ok?
P.S.: Da fällt mir gerade ein: Ich muss dringend einen neuen Reisepass beantragen…
…wer weiss, ob man in Zukunft (Volksfront) noch einen bekommt?
Hör doch auf, mir hier solche Märchen zu erzählen. In den etlichen, vermutlich den meisten Fällen, dürfte es einen enormen Startvorteil durch ein reiches Elternhaus und geerbte Vermögenswerte und Beziehungen gegeben haben…
FYI:
Ich betrachte das als persönliche Beleidigung; und es ist eine Beleidigung ggü. allen Menschen, diesich mit Scheissjobs durch’s Studium arbeiten konnten, und nun ein (selbst erarbeitetes) Wissen haben, das diesen Leuten ermöglicht, viel geld zu verdienen…
btw: Darum geht’s auch nicht: Viele Gutverdienende sind sich ihrer sozialen Verantwortung durchaus bewusst.
…es macht aber einern Unterschied, ob man freiwillig an Arme spendet, oder ob man per Gesetz dazu gezwungen wird, 25% des Einkommens für undefinierte Zwecke abzugeben…
Ja, du hast natürlich recht! Die Tatsache, dass *DU* von rausgerechneten Vorsorgen für Rente und Krankheit redest, obwohl in meinem Text ausdrücklich und wörtlich das Gegenteil stand, nämlich dass ich eine vergleichbare Vorsorge eingerechnet habe, ist natürlich *MEIN* Fehler.
Die Tatsache, dass die Belastung eines wirklich einkommensschwachen Menschen (1200 EUR brutto) mit 45% Abzügen vom Arbeitgeberbrutto ziemlich nah an der prozentualen Belastung eines reichlich einkommensstarken Menschen mit dem zehnfachen Verdienst, aber nur maximal 8% mehr Abzügen liegt, ist natürlich die vollkommen unreflektierte Meinung der Mehrheit, wie sie Tag für Tag in der FAZ, Spiegel, Bild und ef gedruckt wird.
Und dass ich einen Unterschied mache zwischen Leuten wie Dietmar Hopp von SAP, die sich ihr Vermögen selbst aufgebaut haben und den reichlich vorhandenen anderen, die schon von Haus aus gute Vermögenswerte und Beziehungen geerbt haben, das ist natürlich schon eine Hammerbeleidigung, klar, dass du dich da echt voll hart von getroffen fühlst.
Nur damit es mir nicht nochmal passiert, was wäre denn eine gerade noch so akzeptable Aussage gewesen? Vielleicht ein “ALLE Reichen haben ihr Geld nur ihren exorbitanten Fähigkeiten und Fleiß zu verdanken, die weit über das lächerliche Niveau der pöbelnden Masse hinausreichen. Beziehungen und Vermögen geerbt hat KEINER, andere Behauptungen sind infame Lügen der Neidgesellschaft!” – würde dich das dann weniger hart persönlich beleidigen?
Übrigens, es ist selbstverständlich auch mein Fehler, wenn dein Textverständnis nicht ausreicht um mein “es ist eine Verhöhnung all jener, die wirklich etwas leisten, und auch dank enormer Abzüge eines ungerechten Systems kaum auf einen grünen Zweig kommen” als ausdrückliche Kritik sowohl an deiner Äußerung, aber eben auch am Status quo zu begreifen, den ich ja angeblich so fies verteidige.
Respekt, Respekt. Die Eigenleistung im Textverständnis, die du hier jetzt schon mehrfach aufgebracht hast, ist wirklich enorm, und in keinerlei Hinsicht zu kritisieren. Wenn mal irgendetwas bei dir schief läuft, dann ist das ausschließlich die Schuld der anderen, das sehe ich nun ganz klar. In diesem Fall also meine, was musste ich auch so
eindeutigeeindeutig missverständliche Formulierungen wählen?Auch die Tatsache, dass ich Leute, die sich ein Vermögen aufbauen wollen, gerne stark entlasten möchte, wird durch die Äußerung “[Ich will eine Leistungsgesellschaft], in der es einem leichter gemacht wird, sich ein eigenes Vermögen aufzubauen, aber sehr schwer, es einfach leistungslos zu übernehmen.” natürlich überhaupt nicht adäquat wiedergespiegelt. Mal ehrlich, das KANN man doch nur als Sozialistenpropaganda und typische Tagesmeinung der idiotischen, rumpöbelnden Bevölkerung interpretieren. Oder?
> Ich betrachte das als persönliche Beleidigung
Ja, ganz klar. Weil mein Ausdruck “in den meisten Fällen” es ja gar nicht mehr zulässt, dass es auch Leute gibt, die es sich wirklich selbst erarbeitet haben. “Meistens” ist ja eines dieser klassischen Wörter mit einem totalen Absolutheitsanspruch, gerade in unserer Sprache.
Mit meinem Hinweis auf Dietmar Hopp als Gegenbeispiel eines Menschen, der wirklich durch Eigenleistung was geschafft hat, habe ich mich sprachlich natürlich nur verheddert. Wenn du meine Äußerung als persönliche Beleidigung auffasst, dann ist das selbstverständlich keinerlei grenzdebile Dummheit von dir, sondern du hast nur messerscharf erkannt, dass Dietmar Hopp nur ein billiges Ablenkungsmanöver von mir war, und dass “meistens” im Gegensatz zur Ansicht der unwissenden, sozialistischen Neid-Pöbler-Masse eben absolut keinen Raum für andere Möglichkeiten mehr lässt. Das ist so, wie bei Lafontaine und Schröder: Da geht kein Blatt mehr Papier zwischen.
Christian, trotzdem ist es doch ein wenig eigentümlich, Leerverkäufe zu verbieten, weil das gerade ein Instrument ist, in den in den Markt mehr Informationen einfließen und damit offensichtlich überbewertete Anlagen wieder auf ein vernünftiges Marktniveau herunterkommen.
Mit Leerverkäufen kann man (und das ist erwünscht) Blasen frühzeitig zum platzen bringen: Blasen entstehen, wenn ein paar Leute der Meinung sind, eine Anlage steigt; dann kaufen sie (Nachfrageanstieg), also steigt der Preis wie erwartet an, also kaufen sie mehr, der Preis geht durch die Decke. Alle Welt sieht dann, dass Anlagen offenbar komplett überbewertet ist. Wunderbar, nur wie kommt der Preis wieder auf ein vernünftiges Niveau herunter? Das geht nur, wenn einige Besitzer jetzt verkaufen, aber warum sollten sie das tun? Wenn sie nicht verkaufen, dann läuft die Blase noch länger weiter … und da kommen Leerverkäufe ins Spiel und das ist eine gute Sache.
Wenn man also Leerverkäufe verbietet, dann erreicht man genau das: man verlängert die Blase, man schiebt das unvermeidliche nur noch ein bißchen länger heraus. Langfristig kommt niemand an der wirtschaftlichen Realität vorbei, auch die US-Regierung nicht, von daher ist die entscheidende Frage, ob die Regulierung überhaupt etwas bewirkt, so lange sich die Realitäten nicht ändern.
Die Idee hinter dem Verbot ist wohl “Wir regulieren den Markt so lange, bis alles wieder ok ist und dann läuft alles wieder normal.” Es ist doch hochzweifelhaft, ob das funktioniert und nicht alles noch viel gruseliger macht (was für Regulierungen nicht so unüblich ist).
BTW, ich bin mir nicht sicher, ob die Rettungen eine gute oder eine schlechte Idee ist. Auf der einen Seite ist es natürlich leicht und richtig zu sagen, dass offenbar die Assets abgezogen werden und der Laden berechtigterweise pleitegehen sollte. Creative Destruction, alles gut.
Oder noch leichter: das System ist fundamental kaputt, Fiat Money, überall Regierung und Zentralbanken, schön wenns kaputt ist, der Mist :-)
Und es ist genau so leicht zu sagen, dass das ein Weltuntergang wäre, weil dann das komplette Finanzsystem und damit das Wirtschaftssystem zusammenbricht (besonders, da die US-Regierung durchaus eine Mitverantwortung am Entstehen der Housing-Bubble hat). Ob das wirklich ein Weltuntergang ist, kann übrigens niemand wirklich sagen, nicht mal die Ökonomen, die sich mit nichts anderem beschäftigen. Sie vermuten es einfach und was wirklich passiert. Lehman Bros. waren die einzigen, an denen das Systems “wir gucken nur zu” wirklich getestet wurde … und das, wo man vorher andere große Spieler (Bearn Stearns, FM&FM) gerettet hat, damit das eben nicht passiert. Niemand kann präzise vorhersagen, was wirklich passieren würde, wenn man die “too big to fail”-Doktrin nicht anwendet. Man kann aber jetzt schon sagen, dass diese Doktrin auch so ihre unangenehmen Konsequenzen hat (Dollarentwertungen, Zinssätze, neue Blasen, mehr Anreize auch “big” zu werden …).
Solche Entscheidungen möchte ich nicht treffen müssen, besonders nicht, mit den Informationen, die ich aktuell hab. Es ist schön für dich, Christian, wenn dir alle Antworten sonnenklar sind, aber so einfach ist es eben nicht für alle.
> Solche Entscheidungen möchte ich nicht treffen müssen,
> besonders nicht, mit den Informationen, die ich aktuell hab. Es ist
> schön für dich, Christian, wenn dir alle Antworten sonnenklar sind,
> aber so einfach ist es eben nicht für alle.
Sag mal, hast du keinen Bock, zu lesen? Mir sind die Antworten *NICHT* sonnenklar, aber ich wende mich gegen jene, die sagen “Einfach zusammenbrechen lassen, und gut ist”. Was tun wir, wenn das eine neue Weltwirtschaftskrise als Folge hat? DAS ist die eine Frage, die ich hier all den lockeren Sprücheklopfern gestellt habe. Leider ist sie komplett unbeantwortet geblieben.
Da ich mich genau gegen dieses Sprücheklopfen wende, und gegen jene, die es sich meines Erachtens zu leicht machen, finde ich es zum Kotzen von dir, dass du *MIR* nun ausgerechnet das zum Vorwurf machst.
Übrigens, es ist ja nicht so, als ob wir entsprechende Krisen bereits gehabt hätten.
Meine erste Antwort ist mir versehentlich woanders hingegangen, als sie sollte:
> Solche Entscheidungen möchte ich nicht treffen müssen,
> besonders nicht, mit den Informationen, die ich aktuell hab.
> Es ist schön für dich, Christian, wenn dir alle Antworten
> sonnenklar sind, aber so einfach ist es eben nicht für alle.
Sag mal, hast du keinen Bock, zu lesen? Mir sind die Antworten *NICHT* sonnenklar, aber ich wende mich gegen jene, die sagen “Einfach zusammenbrechen lassen, und gut ist”. Was tun wir, wenn das eine neue Weltwirtschaftskrise als Folge hat? DAS ist die eine Frage, die ich hier all den lockeren Sprücheklopfern gestellt habe. Leider ist sie komplett unbeantwortet geblieben.
Da ich mich genau gegen dieses Sprücheklopfen wende, und gegen jene, die es sich meines Erachtens zu leicht machen, finde ich es zum Kotzen von dir, dass du *MIR* nun ausgerechnet das zum Vorwurf machst.
Übrigens, es ist ja nicht so, als ob wir entsprechende Krisen NICHT bereits gehabt hätten.
So, und nun noch mal zu den Leerverkäufen. Wikipedia definiert es mal wieder: Unter einem Leerverkauf versteht man den Verkauf eines Wertpapiers, welches der Verkäufer zum Verkaufszeitpunkt noch nicht besitzt.
Dein “Das geht nur, wenn einige Besitzer jetzt verkaufen, aber warum sollten sie das tun?” ist also komplett unwahr, die Definition ist eben, dass der Verkäufer das Ding zum Verkaufszeitpunkt NICHT besitzt. Und schon haben wir wieder die Situation, dass ein gewaltiger Hebel entstehen kann, der zu gewaltigen Crashs führen kann. Wo dann die Folgen, ganz egal was getan wird, unabsehbar, aber potentiell katastrophal sind.
Es ist doch ganz einfach: Sprengstoffe darfst du auch nur nach bestimmten Regeln lagern. Ganz viel fiese Regulierung haben wir da hierzulande. Und weißt du was? Ich finde das gut! Weil ich keinen Bock habe, dass auf einmal ein Depot hochgeht, und noch ein paar Wohnblocks mitreißt. Das ist mir einfach zu teuer, nicht nur monetär gesehen. Und genau so, wie der Staat das Recht und in meinen Augen die Pflicht hat, Sprengstoffe zu regulieren, hat er in meinen Augen das Recht und die Pflicht, potentiell weitflächig gefährliche Instrumente oder Konstellationen im Finanzmarkt zu regulieren, wenn diese so mächtig sind, dass sie extreme Kollateralschäden auslösen können. So, und DAS ist jetzt mal eine Aussage, von der du zu Recht behaupten kannst, dass ich mir ihrer Sicher bin. Damit mir hier zur Abwechslung mal etwas unterstellt wird, was stimmt.
P.S.:
Falls ich mir danach mal wieder von irgendwem (nicht zwangsläufig von dir) anhören muss, dass ich Sozialist oder Schlimmeres sei: Hammerwerfen in der Fußgängerzone will ich auch unterbinden, sogar bevor etwas passiert. Ich böser, schwuler und gottloser Nazi-Kommunist!
Hi Christian, ich weiß, was ein Leerverkauf ist, vielleicht habe ich mich da unklar ausgedrückt: die Preise können, wenn man Leerverkäufe verbietet, nur fallen, wenn Besitzer verkaufen. Ich hatte das vorher andersherum zu erklären versucht (also: erst die Welt ohne Leerverkäufe und dann die Welt mit Leerverkäufen, O-Ton: “und da kommen Leerverkäufe ins Spiel”). Wenn man meine ersten paar Absätze nicht unbedingt falsch verstehen möchte, dann ist das meines Erachtens auch klar.
Und zurück zur Regulierung: ich versuche überhaupt keinen moralischen Punkt zu machen, im Sinne von: ALLE REGULIERUNGEN SIND BÖSE, ES LEBE DAS NICHTAGGRESSIONSPRINZIP!!! Ich frequentiere auch nur Fußgängerzonen ohne aktive Hammerwerfer.
Ich versuche einen ökonomischen Punkt zu machen, und es ist das Wesen der Ökonomie, dass sie nicht sagt “Tu das, mach das nicht”, sondern Zusammenhänge darstellt, im Sinne von “Wenn Du A machst, dann passiert B”.
Ich halte Regulierungen und Gesetze nicht per se für falsch, ich denke nur, man sollte versuchen zu verstehen, welche Konsequenzen bestimmte Maßnahmen haben und dann können wir uns darüber unterhalten, ob die Konsequenzen erwünscht sind oder nicht.
Okay, zurück zu den Leerverkäufen: Auf Finanzmärkten geht es im wesentlichen um eine Sache, nämlich um Informationen, die gehandelt werden. Und Leerverkäufe bringen zusätzliche Informationen in den Markt ein, sie decken also Wissen auf, das sonst erst viel später in den Markt einfliesen würde. Darum verlängert ein Verbot von Leerverkäufen eine Fehlinvestition im großen Stil (wie eine Börsenbubble). Wenn die allgemeine Einschätzung besagt, dass eine Anlage quasi nichts mehr wert ist, dann ist diese Anlage nichts mehr wert. Und irgendwann wird sie diesen Wert auch erreichen, egal, ob Leerverkäufe erlaubt sind oder nicht. Die Frage ist nur, wann es passiert.
Es ist einfach nicht die “Schuld” der Short-Sellers, dass jetzt ein paar Banken und Versicherungen in schwierigen Situationen stecken. Die steckten da schon vorher drin, die Leerverkäufe machen es nur sichtbar. Und DARUM denke ich, es ist keine besonders gute Idee, das zu verbieten. Es ist wie Thermometer zu verbieten, wenn einem die Temperatur nicht gefällt. Es nützt nichts, es schadet eher, weil Informationen fehlen.
Der Hebel, den Du so kritisierst, ist nur für die Geschwindigkeit, nicht für die Richtung verantwortlich.
Und klar, in der Zeit, die man “gewinnt”, kann sich evtl. die Markteinschätzung ändern. Aber darauf ist offenbar niemand bereit, sein eigenes Geld drauf zu setzen, sondern man wartet auf ein Wunder und so lange läuft die Blase eben weiter und vernichtet noch mehr Geld …
BTW: An welche Krisen denkst Du denn, die wir auf der Welt hatten, die vergleichbar sind? Die Great Depression hat m.E. nicht besonders viele Parallelen, am ehesten scheint mir die Japan-Housing-Bubble Anfang der 90er vergleichbar zu sein, wenn auch in kleinerem Maßstab.
OK, danke für die Antwort. Ich mache in der Tat mein Seelenheil nicht an den Leerverkäufen fest. Ich will im Prinzip einfach nur halbwegs Stabilität.
Die Frage bei allen Hebelinstrumenten ist doch, ob sich nicht auch die Information durch sie gewaltig verfälschen kann. In einem Vektor ist neben der Richtung auch die Länge eine essentielle Information. Es ist ein Unterschied, ob du mit 30 oder mit 200 in eine Kurve fährst.
Wird es denn nicht irgendwann aberwitzig? Sonst wäre doch im Prinzip auch nichts gegen ein Instrument mit einer Hebelwirkung von eins zu einer Million auszusetzen, da ja die Richtung immer noch stimmen würde.
Ich mache es nicht an den Leerverkäufen fest, mich stört alles mit zu massiven Hebeln. Wenn eine Bank aus einem Dollar Eigenkapital 50 Dollar schöpfen kann, bedeutet das einfach nur, dass sämtliche Bremsen und Sicherheiten für schlechte Zeiten außer Kraft gesetzt sind.
Die Situation und die Diskussion in der wir uns befinden, ist in meinen Augen vom Konzept her mit einer Kernschmelze, einem Bürgerkrieg oder einer gewaltigen Umweltkatastrophe vergleichbar: All diese Dinge haben gemeinsam, dass es für sie, wenn sie erst einmal da sind, keine zufriedenstellende Lösung gibt. Die einzige Lösung kann daher nur sein, die Situation zu vermeiden. Bei mir stehen da Instrumente mit zu starker Hebelwirkung ganz weit oben auf der Liste der Verdächtigen.
Meinetwegen kann es auch was anderes sein, z.B. die Größe der Banken per Gesetz so stark zu beschränken, dass ein “too big to fail” nicht möglich ist. Hast du irgendwelche Vorschläge?
Ach ja, und ich denke in der Tat an Szenarien wie 1929. Unser Land hat eine exzellente Wertschöpfung pro Kopf. Es ist für mich einfach unakzeptabel, wenn hier trotzdem massive Verelendung entsteht.
Daniel, wir haben seit 1992 insgesamt ca. 25% reales Wachstum gehabt. Wir haben seitdem einen Rückgang der Staatsquote gehabt, der Staat behält also prozentual weniger von dieser Leistung ein. Dennoch haben wir 5% weniger Nettoeinkommen bei den Arbeitnehmern, als vor 15 Jahren. Renten sind ebenfalls gesunken, die medizinische Versorgung ist schlechter, und kostet mehr. Die Arbeitslosenunterstützung ist massiv gekürzt worden, die Anforderungen hingegen wurden deutlich hochgeschraubt. Und nun droht noch eine Weltwirtschaftskrise oder eine Krise japanischen Ausmaßes am Horizont. Das kann es nicht sein!
Es IST GENAU in die Richtung gegangen, die hier gefordert wird! Hier wird zwar noch mehr gefordert, aber wer behauptet, es sei andersrum gegangen, der lügt. Und es hat Wachstum gegeben. Aber selbst diejenigen, die die Arbeitskraft für dieses Wachstum bereitstellen, haben weniger in der Tasche als zuvor. Es ist auch nicht beim Staat gelandet, wie gesagt, seine Quote ist kleiner.
Und da soll ich dennoch fröhlich das hohe Lied auf die Globalisierung und Deregulierung jodeln, und gut gestimmt in die Zukunft blicken? Das kannst du nicht ernsthaft verlangen!
15 Jahre im gleichen Stil, und dieses Land zerbricht. Was ja faktisch der Wunsch diverser Kommentatoren hier ist.
Hi Christian, ich denke die Kernschmelz-Metapher ist vielleicht gar nicht so schlecht, aber wenn Du dich fragst, was zur aktuellen Situation geführt hat, dann kann man nicht erst da anfangen, wo die Aktienkurse anfangen zu fallen.
Das eigentliche Problem liegt schon im künstlichen Boom und dazu haben eben auch Regulierungsmaßnahmen nicht unwesentlich beigetragen. Auch auffällig ist, dass die Finanzkrise nicht von wesentlich riskanteren und unregulierteren Hedge-Funds ausgeht, sondern vom good old regulierten Banken- und Immobilienmarkt …
Und wenn viel Kapital in faule Anlagen geflossen ist und sich das dann herausstellt, dann ziehen die Investoren ihr Geld ab und investieren es wo anders, wo es produktiver anliegt. Der Crash, den wir beobachten, folgt direkt aus dem künstlichen Boom, den natürlich alle großartig fanden. Es steckte zu viel Geld im Finanzsektor, der Finanzsektor wird schrumpfen.
Die Frage ist nur, wie das am vernünftigsten (und, wenn wir wieder über Leerverkäufe reden wollen: am schnellsten) geht. Und da denke ich sind Bailouts im großen Stil nicht die richtige Idee. Luigi Zingales hat einen ganz vernünftigen Vorschlag, wie ich finde, nämlich teilweise Schulden nachzulassen oder zu tauschen, siehe:
http://faculty.chicagogsb.edu/luigi.zingales/Why_Paulson_is_wrong.pdf (keine Angst, der Artikel ist kurz)
Das müsste einen harten Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen etwas abfedern, aber trotzdem noch genug Spielraum dafür lassen, dass Banken ihre Risiken selber tragen müssen und im Zweifelsfall auch wirklich verschwinden.
Ich wäre auch ziemlich skeptisch, wenn man staatlich den Bankensektor weiter regulieren würde.
Jeder Markteingriff hat, das hat doch diese Krise auch wieder gezeigt, unerwünschte Nebenwirkungen, die alles eher schlechter gemacht haben, siehe zB. http://www.nytimes.com/2008/09/14/business/14view.html
Und nur auf Basis einer diffusen Informationslage und Wishful Thinking in einem eigentlich halbwegs funktionierenden Markt rumzupfuschen, ist normalerweise keine so großartige Idee. Aktuell greift der US-Staat so stark in seine Wirtschaft ein, wie es Ethiopien tut …
Du kannst die Entwicklung in Deutschland in den letzten 15 Jahren doch nicht an einer Kennzahl (der Staatsquote) festmachen und dann beschließen, dass wir ein total neoliberales Programm gefahren hätten. Das haben wir nicht und vor der Wiedervereinigung war die Staatsquote nominell immer noch niedriger als heute (damals um die 44%). Und dabei haben wir genug Rechentricks unternommen, nur damit sie niedriger aussieht. ZB. wer Kindergeld ausbezahlt; oder wie quasistaatliche Konzerne zu zählen sind, vor und nach den “Privatisierungen”.
Dazu kommt, dass wir mittlerweise mit dem Geld hauptsächlich andere Sachen machen, der Staat verteilt mehr um und investiert weniger als früher. Dabei sind Investitionen meistens eine Sache, von der viele profitieren. Und auf der anderen Seite erlassen wir immer mehr Gesetze und machen es damit gerade Unternehmern immer schwerer überhaupt irgendwas zu machen und diese Kosten sind komplett verdeckt und tauchen nirgendwo auf aber gerade da hat Deutschland teilweise extreme Defizite, siehe zB http://www.doingbusiness.org/ExploreEconomies/?economyid=75 wo Deutschland in der Kategorie “Starting a Business” im internationalen Ranking auf Platz 102 liegt. Und davon profitiert ja auch niemand wirklich, wie bei den Umlagesystemen: da bekommt wenigstens irgendwer das Geld. Das andere Geld ist nie erwirtschaftet worden und das kann doch eigentlich niemand wollen.
Ansonsten beschreibst Du mit Rente und Gesundheit doch, was in jedem sozialisierten System irgendwann einmal fast zwingend passieren muß: die Kosten gehen hoch und die Leistung geht runter …
Zu den 5% weniger Nettoeinkommen kann ich nicht einmal besonders viel sagen. Was ist das für eine Größe? Das Durchschnittseinkommen der Gesamtbevölkerung? Einer bestimmten Quantile davon? Einer gewissen Gruppe (Familien)?
Oft sagen solche Zahlen nämlich was anderes, als es scheint, insbesondere, weil sich fast immer die Zusammensetzung der Gruppen über 25 Jahre hinweg stark ändert.
Was ich aber sagen kann: der Lebensstandard eines Durchschnittsbürgers ist trotzdem in den letzten 25 Jahren stark angestiegen.
> Auch auffällig ist, dass die Finanzkrise nicht von
> wesentlich riskanteren und unregulierteren
> Hedge-Funds ausgeht, sondern vom good old
> regulierten Banken- und Immobilienmarkt …
Ja, Moment mal: Gestrauchelte Hedgefonds hatten wir auch schon (ebenfalls mit Staatsgeld gerettet, weil “too big to fail”). Und bei den Banken sind wohl gerade in den letzten 10 bis 15 Jahren ganz erheblich Regulierungen abgebaut worden. Macht mich zumindest skeptisch, dass ein “Noch weniger Regulierung” dann funktioniert.
Interessante Links jedenfalls, danke dafür. Der Vorschlag von Zingales sollte mal überdacht werden.
> Du kannst die Entwicklung in Deutschland in den
> letzten 15 Jahren doch nicht an einer Kennzahl
> (der Staatsquote) festmachen und dann
> beschließen, dass wir ein total neoliberales
> Programm gefahren hätten.
Ich mache es daran fest, dass die Wirtschaft um 25% gewachsen ist, und die Arbeitnehmer (in ihrer Gesamtheit!) 5% weniger Geld in der Tasche haben. Die Staatsquote erwähne ich nur, um dem Standardargument “Der Staat hat die 25% Wachstum abgeschöpft!” mit einem “Nein, hat er nicht, die Staatsquote ist gesunken” entgegen treten zu können.
Daniel, mir sind Arbeitslosenzahlen im Prinzip egal, die werden eh manipuliert. Ich will wissen, wie viele Leute arbeiten, und wie viel sie letztlich dafür bekommen. Diese Zahlen möchte ich dann noch in Relation zum Wachstum sehen. Das, was ich da zu sehen bekomme, löst bei mir nur noch blankes Entsetzen aus.
Wir hatten erst die CDU und seit 1998 die rechtsgerichteteste, wirtschaftsfreundlichste SPD aller Zeiten. Die Reformen wurden nahezu ausschließlich auf den Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen, und heute geht es vielen Leuten dreckig. Eine Umkehr des Trendes ist vollkommen unabsehbar, obwohl es Wachstum gibt.
Ich glaube an ein Gesellschaftsmodell, wo nicht die Herkunft, sondern die persönliche Leistung das entscheidende Kriterium sein sollte. Wie man aber an diesen Zahlen sieht, werden die Leute, die für Ihr Geld arbeiten müssen, so massiv gedrückt, dass ihr Einkommen um 5% gesunken ist. Nicht etwa in einer wirklich schlimmen Zeit, sondern bei 25% realem Wachstum. Wie soll ich bei solchen Zahlen noch davon ausgehen können, dass die nächste Wirtschaftskrise kein Schlachtfest wird?
>
> Zu den 5% weniger Nettoeinkommen kann ich
> nicht einmal besonders viel sagen. Was ist das
> für eine Größe? Das Durchschnittseinkommen
> der Gesamtbevölkerung?
Nein, sondern das der Arbeitnehmer. ALLER Arbeitnehmer. Alle Quintile außer dem Obersten haben verloren, und im Durchschnitt haben wir 5% weniger Arbeitnehmereinkommen bei einem gleichzeitigen Wirtschaftswachstum von 25%. Wer kein Geld hat, sondern sich erst ein Vermögen aufbauen muss, dem geht es heute erheblich schlechter, als vor 15 Jahren.
Ein paar Zahlen:
Daten der VGR von 1991 bis 2006 (nominal)
Arbeitsentgelte: +2,03% p.a.
Unternehmereinkommen und Vermögen: + 3,78% p.a.
Staatsausgaben: +3,58% p.a.
Nun ja, dann ist Sabotage eben nicht marktfreundlich, deshalb auch zurecht verboten. Das ist aber keine Eigenschaft von Instrumenten wie Puts oder Leerverkäufen.
Ja, und mit den REALEN, inflationsbereinigten Werten traust du dich erstens nicht vor die Tür, und nimmst zweitens schön sauber Effekte aus diversen Einheitswirren mit, obwohl viele Kennzahlen erst ab Ende 1992 wieder richtig vorhanden sind. Trotzdem, wer aufpasst, kann sich schon denken, was bei den üblichen Inflationsraten von einem nominalen Plus von 2% übrig bleibt.
Interessant ist allerdings vor allem, was du NICHT sagst. Du sagst nämlich NICHT, dass meine Zahlen falsch sind. (Wobei es natürlich nur ungefähre Angaben sind, und nicht exakt minus 5% Arbeitnehmereinkommen und plus 25% reales Wachstum.)