Danke

21.09.2008 11:16 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M. - 8 Kommentare

“Deutsche sichern die Schweizer Renten”, titelt heute die NZZ am Sonntag (nicht online).

Der AHV geht es gut – dank den deutschen Einwanderern mit ihren hohen Löhnen. Sie zahlen weit mehr in die Altersvorsorge ein , als sie beziehen, und sie belasten das Sozialssystem kaum.

Die Fakten: 2007 haben 161.000 Deutsche die Bundesrepublik Richtung Ausland verlassen. Die Schweiz liegt in deren Gunst weit vor Amerika, Österreich und England. In den letzten acht Jahren hat sich die Zahl der Deutschen in der Schweiz auf 224.000 verdoppelt. Drei von fünf Einwanderern haben einen Hochschulabschluss.

Da muss man sich auch mal bedanken: Also liebe BundesrepublikanerInnen, danke, dass ihr mithelft, meine Altersvorsorge zu sichern.

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8 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Christian der II., 21.09.2008 12:58

Vollkommen angemessen, Glückwunsch in die Schweiz. Mich und meine Abgaben sieht unser komplett neoliberal-korporatistisch dominiertes, einfach nur noch asoziales Land in ca. 2 Jahren auch nur noch von hinten. Ich freu mich schon drauf, wenn ich mir die Scheiße, die die marktliberalen, demokratieverachtenden Rechten hier verursachen, nur noch von außen mitansehen muss. Die Schweiz wird es dann zwar nicht werden, sie war aber in der näheren Auswahl.

 
Diskus, 21.09.2008 12:59

Gerne. Wir haben’s ja. Ähm: Könnten wir das Zahngold eventuell zurückbekommen? Ginge das? Ich bräuchte es für meine Rentenvorsorge.

 
max, 21.09.2008 13:22

Kein Problem, das ist ganz privater Egoismus, bezahlt ihr uns doch wesentlich besser als Deutsche Unternehmen. Gut, man kann es diesen kaum verdenken, müssen sie doch wesentlich höhere Abgaben schultern =)

 
marc, 21.09.2008 13:53

das hört man ja nicht oft von Schweizern. manchmal sind es ganz andere Dinge, die sie zu Einwanderern aus der Bundesrepublik bemerken…

 
googlehupf, 21.09.2008 20:37

“neoliberal-korporatistisch”
Ich esse ja auch mal ganz gerne vegetarische Schnitzel.

Wie kam denn dann die Schweiz überhaupt in die nähere Auswahl?

Christian der II., 22.09.2008 08:05

> “neoliberal-korporatistisch”
> Ich esse ja auch mal ganz gerne vegetarische Schnitzel.

Kannst du im gut sortierten Ökomarkt um die Ecke kaufen. Bei Gelegenheit mach ich vielleicht mal ein Foto.

Ein Rezept für “neoliberal-korporatistisch” ist noch deutlich leichter, lässt sich ganz einfach machen. Hier die Kochanleitung: In Zeiten das Aufschwungs ganz vorne mit, VOR allen anderen Prioritäten, für Sozialabbau eintreten. Mit allem, was du hast. Wie gesagt, VOR möglichen anderen Prioritäten, also ERST den Sozialabbau, und nicht etwa Abschaffung des Meisterzwanges, des Kammerzwanges, des Rechtsberatungsgesetzes aus der Nazi-Zeit, restriktive Patentgesetze, des Abmahnunwesens, der Zwangs-Wehrpflicht und so weiter. Du bist zwar gegen all diese Dinge, forderst sie aber nicht ein. Du bist so generös, dich nicht dagegen zu stemmen, wenn sie kommen sollten, mehr darf man aber von dir nicht erwarten. Beim Sozialabbau kämpfst du hingegen aktiv an der Seite der Leute, die das auch wollen.

So, das war der erste Teil des Rezeptes. Der zweite Teil ist, dann im Abschwung, wenn der Staat zwischen Pest und Cholera entscheiden darf, dich über die Sozialisierung von etlichen Milliarden Verlusten der Banken aufzuregen, aber mit den Schultern zu zucken, denn du hast es ja nicht in der Hand. Deine Aufregung nutzt du dazu, lauthals kundzutun, wie klassisch sozialdemokratisch der Staat doch wieder vorginge. Dies tust du insbesondere, wenn im Staat, den du gerade kritisierst, die CDU, die Republikaner, oder sonst einer deiner natürlichen Bündnispartner regiert. Steht das Thema gerade nicht auf der Tagesordnung, wie im Aufschwung verfahren.

Würzen kannst du das Ganze übrigens jederzeit mit einer Prise Verachtung für die Demokratie und unsere reichenfeindliche Neidgesellschaft. Vergiss aber bloß nicht, darauf hinzuweisen, dass Reiche sich ihr Vermögen IMMER selbst erarbeitet haben. Erbschaften von guten Beziehungen und/oder erheblichen Vermögenswerten gibt es nicht, auch wenn einige Sozialisten behautpten, das sei in der deutlichen Mehrzahl der Fälle so.

Das war doch nicht wirklich schwer, oder?

>
> Wie kam denn dann die Schweiz überhaupt in die
> nähere Auswahl?

Die sind für mich wegen ihrer direkten Demokratie in Frage gekommen. Die reale, gut anwendbare Möglichkeit zur selbigen bietet Heilmöglichkeiten für vielerlei unerfreuliche Zustände. Ok, und weil ich im Gegensatz zu nun keine weitere Fremdsprache hätte lernen *müssen*. (Aber können, das ist mir bewusst.) ;-)

 
 
Marco, 23.09.2008 13:38

Und mit jedem der geht, verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer liberalen Wende innerhalb des demokratischen Systems. Denn die, die regelrecht die Flucht vor der Bundesrepublik ergreifen, sind nicht die Schlechtesten. Es sind jene, die sich von Sprüchen eines Oskar Lafontaine und Co. eher weniger “verzaubern” lassen. Es sind jene, die in der Tendenz zumindest verstehen, dass der Staat das Problem ist.

Christian der II., 23.09.2008 15:58

Es gibt noch eine zweite Gruppe, die durchaus bereit wäre, einen verlässlichen Sozialstaat zu tragen. Für die die üblichen skandinavischen Steuerlasten kein Problem sind, solange die Gesellschaft dadurch stabil bleibt. Die es aber nicht einsehen, selber erheblich in GKV und RV zu buttern, um dann im Bedarfsfall einen Arschtritt zu erhalten, während sich diverse Beamten- und Funktions-”Eliten” elegant in Parallelsysteme abseilen.

Wenn du sagst, dass das nicht stimmt, wie erklärst du dir dann die (gemessen an der Einwohnerzahl und der Sprachbarriere der Zielländer) beachtliche Auswanderung nach Skandinavien? Das sind auch Top-Leute, die Luschen gehen nach Paraguay, weil da die Sonne so schön scheint.

 
 

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