SPIEGEL ONLINE: LUEGT? (2)
dagny t., 30.09.2008
Zwar ‘nur’ ein Kommentar und keine Meldung, aber:
Nun soll also Erwin Huber sich wie Winnetou vor Old Shatterhand schmeißen, um Günther Beckstein vor den Kugeln zu retten, und mit sich reißt der Parteivorsitzende die Generalsekretärin, die offenbar am begriffsstutzigsten ist und mit einer Impertinenz am Amt klebte, die auf mangelnde Vernunftbegabung schließen lässt.
ist schlicht falsch, denn Frau Haderthauer hat bereits am Sonntag Ihren Ruecktritt angeboten, wie gestern in der Presse zu lesen war. Huber hat diesen abgelehnt:
München (dpa) – CSU-Chef Erwin Huber hat ein Rücktrittsangebot der Generalsekretärin Christine Haderthauer abgelehnt. Haderthauer sei bereits am Sonntagabend auf ihn zugekommen, sagte Huber am Montag.
antibuerokratieteam.net





Ähem. Ich fühle mich unwohl in meiner Rolle als SPON-Verteidiger. Aber Du sagst es selbst: das ist ein Kommentar. Und in Kommentaren wird schonmal zugespitzt. Willst Du jetzt jede “Lüge” in SPON-Kommentaren hier dokumentieren? Dann könnt ihr das Blog aber gleich in SPON-Watchblog umbenennen, da habt ihr dann nämlich viel zu tun. :D
Ja, ein SPON Watchblog analog zu BILDblog waere dringend noetig…..
Ein Kommentar darf zuspitzen, aber hier bezieht sich ein Kommentar schlicht auf unwahre Dinge.
Nö. wer im Komentar behauptet, jemand klebe an seinem Stuhl, obwohl im eigenen Medium schon vom gegenteil berichtet wurde (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,581184,00.html), dem darf man zumindest Stimmungamache mit falschen Behauptungen vorwerfen.
Es ist mir ein Rätsel, wie man sich selbst als SpOn-Verteidiger bezeichnen kann, ohne an Ort und Stelle im Boden zu versinken.
…und m.E. geht’s da gar nicht um Politik, sondern um die Fähigkeit, irgend ein Thema wirklich zu behandeln, anstatt sich die Skandale rauszupicken und ein Blatt zu veröffentlichen, welches kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist lesen kann ohne aufstoßen zu müssen.
Aber als Linker bist du gegen Kotzkrämpfe glaub ich grundsätzlich resistenter, oder?
Ich mag SPON auch nicht und sehe es ebenso wie Du: dort werden keine Themen behandelt, sondern jeder noch so kleine Furz wird aufgebauscht zu Riesenscheißhaufen (man entschuldige die Wortwahl). Statt mal ernsthafte inhaltliche Debatten zu führen, wird bei SPON jede Differenz sofort zur “Machtfrage” hochstilisiert.
Aber es gibt geeignetere Fälle als diesen, dieses Verhalten anzuprangern. In Kommentaren ist es mittlerweile doch in quasi allen Zeitungen usus, Fakten und Meinungen geschickt zu verweben und dabei auch Unwahrheiten in Kauf zu nehmen.
MOMENT: Es sind zweierlei Dinge, ob man Fakten und Meinungen vermischt (passiert bei SPON nicht nur in den Kommentaren) und dabei ueber Details hinwegsieht, oder ob man den angebotenen Rucktritt eines Politikers in der Wahlnacht zum Sesselkleben nebst persoenlicher Beleidigung hinbiegt.
(Auf die Vormulierung ‘mangelnde Vernunftbegabung’ bin ich garnicht erst eingegangen.)
Dass Frau Haderthauer am Sonntag schon ihren Rücktritt angeboten hat, habe ich allerdings sogar bei SPON gelesen. Die »Impertinenz« und »mangelnde Vernunftbegabung« entsprangen also vermutlich nicht der Unkenntnis, sondern …?
… der “guten Kinderstube” des Herrn Schwennicke: bis 2007 war er Redakteur der Süddeutschen. Dort pflegt man schon seit langem einen inbrünstigen Anti-CSU-Tendenzjournalismus.
Die …lügt-Rubrik liest sich wie ein Niggemeier-Klon der Abteilung Besserwiss. ;-)
Gibt’s ja schon – http://spiegelkritik.de/
Und dass man eigentlich nichts mehr ohne Hinterfragung glauben darf, was man heutzutage so in den Medien liest, ist eine Binsenweisheit deren Gültigkeit sich weit über SPON erstreckt, Unsinn wird so ziemlich überall geschrieben. Im Prinzip bräuchte es übergreifende news media watchblogs (Niggemeier ist in der Hinsicht ja schon recht Informativ), die Konzentration auf einzelne Vertreter wird der Sache längst nicht mehr gerecht.
Danke fuer den Link. spiegelkritik.de kannte ich noch nicht.
Allerdings wuerde ich mir dem Vorwort von Spiegelkritik.de nicht anschliessen – BILD und SPON unterscheiden sich nur in der Zielgruppe ‘Akademiker’ – nicht-Akademiker, die Methoden sind nicht weit auseinander.