Archiv: Oktober 2008

Die Party ist aus. Der letzte macht das Licht aus, Hugo!

31.10.2008 01:43 - dagny's tags by dagny t. - 39 Kommentare

Passend zur (nur in Deutschland geführten) Systemdiskussion angesichts der aktuellen Rezession berichtet Bloomberg aus Venezuela, dem Land das dank Ölreichtums in den Sozialismus des 21. Jahrhunderts aufgebrochen ist.

Wurde vor nicht allzulanger Zeit noch gedroht, dem Teufel Bush den Ölhahn abzudrehen, sieht es jetzt ganz anders aus. Bush hat eine Finanzkrise und Rezession inszeniert und das gloreiche und sozialen Werten (Ethik des Dienstes am Volk -soweit man das deutsche Wikipedia in dieser Frage ernst nehmen darf) verpflichtete Regime der Bolivarischen Volksdemokratie hat ein Problem, das an den alten Witz aus Sowjetzeiten erinnert:

Was passiert wenn die Sozialisten die Sahara übernehmen?
Erstmal nichts, aber nach drei Jahren geht der Sand aus.

Genug der Polemik, hier ein Auszug aus dem Bloomberg-Bericht:

“Poverty will inevitably grow,” said Pedro Benitez, a professor of economic history at Central University of Venezuela in Caracas. “In the past, governments have preferred to devalue than to cut spending.”

und

“You have a country [Venezuela] with an oil boom, that doesn’t know how to save, doesn’t know how to set up productive industries that generate jobs, and goes into debt,” said Elsa Cardozo, a professor of political science and international relations at the Universidad Central de Venezuela. “Then oil prices fall and the party ends.”

Der ganze Bericht findet sich hier.

Die Bloomberg-Autoren deuten an, Venezuela könnte die Währungsreserven einsetzen um den Rückgang in den Öleinnahmen eine Weile auszugleichen. Sollte die Rezession nebst niedrigen Rohstoffpreisen weiter anhalten – oder sich der hohe Ölpreis rein einer politischen Blase geschuldet zeigen – ist Venezuelas Sozialismus bald am Ende.

Die Zeche werden dann nicht die Funktionäre zahlen, die Ihren Anteil am Volksvermögen in Sicherheit gebracht haben, sondern die Mittelschicht nach Währungsabwertung.

Who’s Getting the Libertarian Votes?

30.10.2008 18:39 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 18 Kommentare

The darkest moments in world history have occurred during the confluence of a bad economy and a charismatic leader. Those videos of children singing and marching for Obama are really disconcerting.

Tim Slagle in der reasononline-Fragerunde Who’s Getting Your Vote?

Genau diese Sorge treibt mich auch um (ohne deshalb gleich jede saudumme konservative OVT ernstnehmen zu wollen).

(Danke an ddh für den Hinweis.)

Konsequenzen

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

So zitierte, die Finanzkrise für ein wenig Stimmungsmache gegen den Kapitalismus nutzend, auf unserer heutigen Betriebsversammlung der Gewerkschaftsfritze IG Metall Vertreter im Aufsichtsrat aus Bert Brechts Dreigroschenoper.

Weil es Leute gibt, die die Konsequenzen aus derartigen Aussagen ernst nehmen, mussten Menschen wie Jürgen Ponto sterben.

Herr Steinbrück – die Fortsetzung

Herr Steinbrück auf allen Kanälen. Der Mann läuft ja in Sachen Schweiz zu Hochform auf (allmählich hege ich den Verdacht, dem wurde sein Bankkonto in der Schweiz gekündigt).

Vielleicht wäre es an der Zeit, Herr Steinbrück würde all seinen Mut zusammenreissen und mal den Herrn Sarkozy anrufen. Oder sich einfach mal kundig machen, wie das in den OECD-gelisteten Bankenschurkenstaaten Andorra und Monaco läuft. Denn Frankreich ist mit diesen aufs engste liiert.

Also in Andorra ist das so, dass Herr Sarkozy – man glaubt es nicht – Staatschef der Steuerfluchtburg Andorra ist, zusammen mit einem mir nicht näher bekannten Joan Enric Vives i Sicília, Bischof von Urgell (Katalanien).  Die beiden sind “Kofürsten” der konstiutionellen Monarchie, die sie dort in den Anden pflegen. Ist das nicht putzig?

Und Monaco, das ist ein Fall für die EU. Denn dieser Zwergstaat behandelt nicht alle EU-Bürger gleich. Die Franzosen beispielsweise müssen, anders als beispielsweise die Deutschen, Steuern bezahlen. Die werden flugs und zu 100 Prozent nach Paris überwiesen.

Erreicht hat das seinerzeit Herr de Gaulle, ein Staatspräsident, der 1963, als der Steuerkrieg zwischen den beiden Ländern eskalierte, kurzerhand die Grenzen zum Fürstentum schliessen liess.

Das würde der Herr Steinbrück ja bei der Schweiz auch gerne machen. Weil aber die Bundeswehr derzeit am Hindukusch beschäftigt wird, redet er der Not gehorchend schon mal Handelssanktionen das Wort, wie kürzlich bei Herrn Beckmann, einem Fernsehfrager.

Eifrei und die Bayern

28.10.2008 19:12 - dagny's tags by dagny t. - 48 Kommentare

Liebe Eifrei,
Lieber Herr Kissler,

Wir bayerischen Liberalen haben ja vollstes Verstaendnis, dass man im Rheinland ueber einige Braeuche im Sueden nur den Kopf schuettelt. Das geht uns aber angesichts von Karnelval, Prunksitzung und Rosenmontagsumzug nicht anders. Uebers sogenannte Bier fangen wir garnicht erst an zu reden.

Ihre Kritik am Berufspolitiker Seehofer, der in diesen Tagen zum Ministerpraesident proklamiert gewaehlt wurde, geht aber dennoch ueber das Ziel, bayerische Politik auseinanderzunehmen hinaus.

Liberalitas Bavariae – mochte man entgegnen, wenn sich kein anderer Kritikpunkt findet, als die womoeglich nicht oeffentlich aufgearbeitete uneheliche Beziehung des neuen Kinis.

Seehofer stand nicht auf dem Wahlzettel und wird nun Ministerpraesident. Nach der Landesverfassung zulaessig, aber liberale Kritik an der Regierungsbildung koennte hier ansetzten. Oder am Koalitionsvertrag ruetteln und pruefen, ob sich genuegend FDP-Liberale Inhalte wiederfinden. Oder der FDP-CSU Landesregierung viel Erfolg beim Abschaffen, Aufweichen oder Regionalisieren der Erbschaftssteuer wuenschen.

In diesem Sinne
Hochachtungsvoll, Ihre Dagny

Der laute Anti-Godwin

27.10.2008 21:18 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 7 Kommentare

Nächstens beschweren sich noch die Skinheads Sächsische Schweiz, es wäre ein klarer Godwin, sie als Faschisten zu bezeichnen.

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat die geschichtliche Wahrheit sicherlich nicht ganz genau getroffen, als er die Ressentiment geladene Kampagne gegen Banker und Finanzmanager mit der 1929′er Agitation der Nationalsozialisten gegen das “raffende Kapital” in Gestalt des jüdischen Untermenschen gleichsetzte.

Dass er sich jetzt für etwas entschuldigt, zu dem er gar nichts gesagt hat (nämlich dem Schicksal der Juden nach 1933) zeigt, dass er die Methodik des medialen Aufheulens – den lauten Anti-Godwin – wohl begriffen hat.

Sein Mea Culpa ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass er durchaus richtig darin lag, die Suche nach Sündenböcken in der Krise, den Populismus “gegen Bosse, Bonzen und Banken” mit historischen Vorbildern zu verknüpfen:

Die staatliche Kontrolle der Finanzmärkte (sprich „jüdisches Grosskapital“) und die Abwehr ausländischer Investoren (Heuschrecken), war eines der Hauptpostulate des Nationalsozialismus. Die Verklärung der sogenannten Realwirtschaft (Bauer und Arbeiter) und die Verteufelung des Handels und der Spekulation ebenfalls

schreibt Robert Nef auf dem Blog der Schweizer Monatshefte dazu historisch korrekt(er). Und

Die Hurra-Rufe, dass man nun endlich den Liberalismus besiegt habe, sind nicht zu überhören. Das gab es alles in Dreissigerjahren auch schon: Rote und braune Fäuste, der Schulterschluss der Antiliberalen und antibürgerliches Gegröl von links und rechts.

Auch so einer dem man wegen nicht genehmigtem Faschismus-Vergleich über’s Maul fahren sollte, oder? Schliesslich weiss doch jeder, dass derartige Vorwürfe nur gegen echte Faschisten legitim sind (fragen Sie ggf. Ihr zuständiges Antifa-Komitee, falls Sie sich nicht sicher sind).

Unternehmer Hopp

26.10.2008 11:21 - dagny's tags by dagny t. - 51 Kommentare

Der Spiegel bringt in seiner Online-Ausgabe ein lesenswertes Interview mit Dietmar Hopp.

Im Gespräch mit dem Spiegel wird deutlich, dass Hopps Engagement bei Hoffenheim 1899 – das ist der Drittligaverein, der dank gezielter Investitionen derzeit in der Spitzengruppe der Bundesliga ist – schlichtwegs von Unternehmergeist, von Gewinnstreben, geprägt ist.

Gleiches gilt für Hopps soziales Engagement, etwa wenn er über Spenden an das lokale Krankenhaus über 40 oder 50 Millionen Euro spricht. Sein Lohn aus diesem Investment ist die Anerkennung der Menschen in der Region – Bei SAP hatte Hopp den Spitznamen ‘Vadder Hopp’, er hat sich aus freien Stücken um das Wohl seiner Mitarbeiter gekümmert und entsprechende Firmenkultur gepflegt.

Hopp geht mit den Fragen des Spiegel, die ihn vielleicht gerne in eine Heuschrecken-Ecke bringen würden, sehr souverän um und zeigt, dass es Ehrgeiz, Enthusiasmus und sein eigener Wille zum Erfolg ist, welche Hoffenheim nach vorne bringen. Und nicht der Topf Geld.

Die A-Team Nobelpreise sind für dieses Jahr schon weg, aber eine John-Galt-Unternehmermedaille können wir Hopp sicherlich zusprechen.

Beipackzettel für Finanzprodukte

25.10.2008 19:05 - dagny's tags by dagny t. - 19 Kommentare

Liebe Exverbraucherschutzministerin,
Liebe Frau Künast,

In der SZ geben sie im Interview ein paar bemerkenswerte Einsichten preis.

Erstens erklären Sie, dass sie von der Börsenkrise nicht betroffen sind, weil Sie keine Aktien haben. Als Politikerin brauchen Sie das natürlich auch nicht, denn Ihre Rente ist sicher. Sie wird aus den Gewinnen bezahlt, die ich mit meinen Aktien erziele.

Ab kommendem Jahr nicht nur aus jenen, die ich innerhalb eines Jahres realisiere, sondern auch aus all meinen Gewinnen, mit denen ich aus meinem Bereits versteuerten Geld für meine Rente Vorsorgen möchte. Denn, seien wir mal ehrlich, privat Vorsorgen ist nötig, aber zuerst 25% einbehalten und dann noch (politisch gewollte) Inflation: mit den 4%, die eine Bundesanleihe bietet, kommen Sie da nicht weit.

Hätten Sie ein Depot, dann wüssten Sie, dass sie den Empfang einer Broschüre – nein eines Buches – quittieren müssen, in dem Ihre Bank Sie, ja genau Sie, über die Risiken einer Finanzanlage aufklärt.

Neben dem Kursrisiko gibt es z.B. das Konkursrisiko. das Risiko bei Verkaufswunsch keinen Käufer zu finden oder das Währungsrisiko. Für Zertifikate und Optionsgeschäfte muss man sich gar eine Termingeschäftsfähigkeit beantragen und das Risiko eines vielfachen Verlustes des Eingesetzten zur Kenntnis nehmen.

Ein solches Risiko gehen Sie, liebe Frau Künast, natürlich nicht ein.

Zweitens, aber das ist nichts neues, sprechen Sie uns Verbrauchern, früher einmal Mündige Bürger genannt, die Fähigkeit zu eigenen Entscheidungen ab:

Unabhängig davon, ob er gierig ist, informiert genug, intelligent genug: Es ist Aufgabe des Staates, den Verbraucher zu schützen und für eine transparente und faire Rahmensetzung zu sorgen. Und sei es, den Verbraucher vor sich selbst zu schützen. (Hervorhebung durch den Autor)

Frau Künast, was soll der Sch***?

Steinbrück: Die Fortsetzung

Machen wir doch ein wenig auf Soap. Deshalb hier die Fortsetzung der Geschichte. Frau Calmy-Rey, Sozialdemokratin wie Herr Steinbrück und Aussenministerin der Schweiz, äussert sich im Spiegel zu Steinbrücks Peitschendrohung.

Sie weist unter anderem darauf hin, “dass derzeit mehr als 3000 Deutsche monatlich in die Schweiz einwanderten.” Frau Aussenministerin: “Sie tragen zu unserem Wohlstand bei und sind willkommen”.

Der Kern der Sache:

Es geht offenbar darum, dass Deutschland Geld braucht. Das kann ich gut verstehen. Aber man sollte deswegen nicht nach einem Sündenbock suchen.

Geld fliesst durchaus in Herrn Steinbrücks Kasse. Weil die Schweiz eine Quellensteuer auf die Zinsen von Vermögen von EU-Europäern erhebt, sind im letzten Jahr allein an Deutschland 131 Millionen Franken überwiesen worden. Ihm ist das aber zuwenig. Er will, so wie es in Deutschland üblich ist, den Steuersatz auf deutsche Vermögen in der Schweiz erhöhen.

Nackt-Scanner-Schattenbildchen

Muss man nicht eine ziemlich arme Sau sein, um Schattenbildchen vom Nackt-Scanner wie dieses hier sexuell zu konnotieren?

“Peepshow”, “Massenerniedrigung”, “Zwangs-Strip” – was für ein Unsinn: gerade das Betatschen-Lassen bei Sicherheits-Checks am Flughafen wird durch das Verfahren erspart.

Voratsdatenspeicherung und die Möglichkeit der “Online-Durchsuchung” – die jetzt mit den Koalitionsvereinbarungen von CSU und FDP hier in Bayern übrigens lediglich partiell eingeschränkt, aber keineswegs abgeschafft wurde – empfinde ich als weit stärkeren Angriff auf meine Intimsphäre.

Heil Obama!

11:48 - dagny's tags by dagny t. - 25 Kommentare

Während die AkademikerBILD SPON noch darüber rätselt, wie viel Sarah Palins Kosmetik kostet (die Zahl allein sagt nichts aus, denn sie sollte ins Verhältnis etwa zu Schröders Brioni-Anzügen gesetzt werden), beschäftigt sich Zettel mit Obamas Heilsvorstellung.

Seit ich die ersten Auftritte Obamas in der Pose des Erlösers sah, habe ich mich immer wieder gefragt, ob das alles nur die Show eines begnadeten Schauspielers ist, oder ob der Mann es ernst meint damit, daß er der Erlöser ist. Nach der Lektüre des Interviews von 1995 halte ich es für möglich, daß er es ernst meint.

Die Obama-Werbeartikel, etwa dieses T-Shirt, greifen das Bild der Lichtgestalt Obama ebenfalls auf. Auf eine Gegenüberstellung mit anderen Politiker, die sich als Heilsbringer in Szene setzten, verzichte ich.

In der eifrei Onlineausgabe wird unter dem Titel Entstehung einer linksfaschistischen Massenbewegung darüber berichtet, dass der in Kanada lebender Ex-Iraner Ali Sina Obama eine narzistische Verhaltensstörung diagnostiziert und Parallelen zu Khomenei aufzeigt, welchen Sina noch selbst erlebt hat.

Würde Obama einen Job als Parkeinweiser auf dem Presseparkplatz des Weissen Hauses bekommen?
Sofern er sich dafür der Sicherheitsüberprüfung für Staatsbedienstete unterziehen müsste, vermutlich nicht, erklärt heplev-abseits vom mainstream und nennt einige pikante Details aus Obamas Lebenslauf.

Das System der Checks an Balances sollte selbst bei einer Wahl eines narzistisch gestörten Heilsbringers Innenpolitisch schlimmeres verhindern. (Leider gilt dies nur eingeschränkt für die Aussenpolitik) – Dennoch wundere ich mich dass in unserer Ach so aufgeklärten Gesellschaft ein Politiker derart als Heilsbringer verehrt wird?

RAF murdered 10 Man…

24.10.2008 01:42 - dagny's tags by dagny t. - 8 Kommentare

Nach kurzem Stutzen beim Lesen der Schlagzeile gestern früh im Bus wurde schnell klar, dass nicht die deutschen Terroristen, sondern ein Skandal um eine schlecht geschützte / gewartete und daraufhin im Irak abgeschossene Transportmaschine der Royal Airforce gemeint war.

Ob dagegen der deutsche RAF-(Terroristen)-Film im UK auch laufen wird, vermag ich im Moment nicht zu sagen, aber wenn ich das folgende lese, werde ich ihn mir wohl eher nicht ansehen:

Außerdem soll sie [Gudrun Ensslin] eine psychologische Klugheit besessen haben. [...] Sie hat zuerst hinterfragt, bevor gehandelt werden sollte. [...] Der Grund für den radikalen Bruch, den sie mit ihrer Umwelt vollzog, war der Wunsch nach einer Gerechteren Welt.

sowie

Jede [Anm. d. Verf.: Schauspiel-]Rolle ist ein Ringen um grösstmögliche Wahrhaftigkeit.

Wo steht das? Im Interview mit Johanna Wokalek, der Darstellerin der Gudrun Ensslin, in der deutschen Aussgabe von Gentlemen’s Quarterly, Oktober 2008, Seite 76.

Auch wenn es vordergründig nur um Mode, Glamour und Livestile geht, bleibt der Eindruck, eine kritische Auseinandersetzung mit den Morden der RAF (Terroristen) finde im Film nicht statt; getreu dem sozialistischen Motto: Die Ziele waren schon richtig, nur die Methoden nicht immer angebracht.

Einer fehlt bei den Lobbying Awards 2008

23.10.2008 11:29 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 5 Kommentare

Auf der Seite von Worstlobby.eu können Sie bis zum 30.11.2008 darüber abstimmen, wer den “Negativpreis für das schlimmste irreführende und manipulative Lobbying in Brüssel” verdient hat (ein ausführlicher Bericht zu den Nominierungen, bei denen auch die Agrosprit-Lobby und ein CDU-Patentanwalt gebührend berücksichtigt wurden, findet sich auf Telepolis).

Schade, dass Hermann Scheer als hessischer Lokalpolitiker nicht vorgeschlagen werden konnte: der designierte Subventionsbeauftragte Wirtschafts- und Umweltminister in Ypsilantis geplanter Volksfront-Regierung könnte als Präsident des Lobbyvereins der Solarstrom-Industrie “Eurosolar” (und Ehegatte der Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel) als Paradebeispiel für erfolgreiches Lobbying dienen.

Die Peitsche des Herrn Steinbrück

Die Schweiz hat heute den Deutschen Botschafter einbestellt. Man war not amused über den Ausdruck “Peitsche”, den der Herr Finanzminister der BRD gebrauchte. «Statt Zuckerbrot müssen wir auch zur Peitsche greifen», hat er in Paris gesagt.

Man sollte ja nicht immer zurück in die Geschichte blenden. Trotzdem müsste man ennet des Rheins zur Kenntnis nehmen, dass die Alpenrepublikaner noch immer dieses “Die Schweiz das kleine Stachelschwein, das nehmen wir auf dem Rückweg ein” im Ohr haben. Und das kommt gar nicht gut an.

Und wenn Herr Steinbrück sagt: «Das Land bietet Konditionen an, die deutsche Steuerzahler dazu bringen, Steuern zu hinterziehen», dann müsste er sich doch mal die Frage stellen, weshalb denn so ein Bundesrepublikaner, sobald er in der Schweiz einer Arbeit nachgeht, ordentlich sein Steuern bezahlt?

Vielleicht ist die Schweiz tatsächlich ein Steuerparadies. Aber etwas anders, als es der Herr Steinbrück zu wissen glaubt.

Aktualisiert 23. Oktober, 09.20 Uhr: Herr Steinbrück hat ja nicht nur der Schweiz, sondern auch Österreich und Luxemburg die Peitsche gezeigt. Herr Junker meinte gestern am Radio, zur Frage, weshalb Luxemburg an der Pariser Konferenz der 17 nicht teilgenommen habe: “Wir sind ein souveränes Land und lassen uns von niemanden herbeizitieren.” Und Österreichs Aussenministerin kommentiert: “Wir brauchen uns von niemandem als Steueroase darstellen zu lassen. Das Bankgeheimnis ist uns ein wichtiges Prinzip.” Interessant ist ihre Bemerkung, dass die Schweiz in dieser Sache nicht besser dastehen würde, wäre sie Mitglied der EU.

Frisches Material vom Pornodschihadi

Osama bin Laden und seine Terrorzellen tun geheime Botschaften in Kinderpornos verstecken, vermuten “britische Geheimdienste und Scotland Yard”. Es seien nämlich auf den Rechnern von Terrorverdächtigen entsprechende Bildchen* gefunden worden.

(*Woher wissen die eigentlich, dass es sich dabei nicht um Hochzeitsfotos aus der Heimat handelte?)

Im Ernst – es ist immer wieder erstaunlich, mit welch absurden Konstrukten die Schlapphüte ihre Inkompetenz (oder auch ihre Hoffnungen auf die Ignoranz des Publikums) offenlegen: mit der gleichen Berechtigung könnte man erwarten, dass die Terroristen den Sprengstoff zwischen den Drogen lagern, damit er nicht so auffällt.

Aber vielleicht ist diese Neuauflage eines alten Hutes ja auch nur die schlaue Idee eines Ermittlers, der seine private Sammlung mit frisch requiriertem Material vom Pornodschihadi erweitern möchte…

Working Class Wurzelbacher


Joe Working Class Wurzelbacher ist also gar kein richtiger Klempner, weil er nicht der Klempner-Gewerkschaft angehört und Probleme mit Bürokratie und Finanzamt hat. Ausserdem verdient er weniger als 250.000 USD p.a.

Trotzdem zählt er nicht, wie sich das für anständige Proleten gehört, auf staatliche Alimentierung… stellt Obamas Steuererhöhungspläne sogar in Frage: Sicher ein Rassist.

(via Misanthrop und Gegenstimme)

Ha, ha, der Herr Steinbrück

Also neben der Frau Ypsilanti ist ja der Herr Steinbrück mein nächster Lieblingspolitiker ennet (jenseits) unserer nördlichen Grenze (Herr Alsdann oder wie der heisst, also der Kommissiar vom Tatort, der wäre der Knaller als Bundespräsident).

Der Zonenkasper und sein Generalsekretär

20.10.2008 13:23 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 35 Kommentare

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft

Der Zonenkasper und sein Generalsekretär Parteichef möchten gerne Banker und andere Kulaken im Knast sehen… sollte man derlei Aussagen nicht einmal unter dem Gesichtspunkt des oben zitierten §130, Abs.1 bewerten?

Drecks(islamo)faschisten

15.10.2008 19:28 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 35 Kommentare

“Tod durch Erhängen”, so lautete das Urteil gegen die 16-jährige Atefeh R. Ihr wurde “unkeusches Verhalten” vorgeworfen. Atefeh R. war die Tochter eines Drogenabhängigen und Halbwaise, die von den Großeltern mehr schlecht als recht betreut wurde. Eine Streunerin, die sich freier gab als andere Mädchen in ihrem Alter. Das wurde ihr zum Verhängnis. Bereits mit 13 Jahren geriet sie in die Fänge der islamischen “Moral-Polizei”. Im Namen Gottes wurde sie verprügelt und eingesperrt – wie es die strengen Scharia-Regeln bestimmen. Weil andere Teenager abgeschreckt werden sollten, wurde sie schließlich in einem unrechtmäßigen Verfahren zum Tode verurteilt. Der Richter hatte der jungen Frau eigenhändig den Strick umgelegt. Der Galgen stand mitten in der nordiranischen Stadt Neka, und die Bevölkerung schaute bei der Hinrichtung zu.

Aus der Beschreibung des Films Iran – Galgen für eine 16-Jährige. Warum Atefeh hingerichtet wurde heute abend um 21.15 Uhr auf 3SAT.

Drecks(islamo)faschisten, mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

Was haben Nigeria, Kasachstan und Deutschland gemeinsam?

08:17 - F.M.R. by Bodo Wünsch - 31 Kommentare

Bei einem japanischen Ebay-Anbieter finden sich vergleichsweise günstige und sehr gute Schweizer Armbanduhren  – du willst mitbieten, doch in den Auktionsbedingungen steht:

“I do not ship to Nigeria, Indonesia, Germany, Kazakhstan due to EMS advice and problem of shipping safety to those countries.”

Auf die Frage an den Verkäufer, was der genaue Grund sei, nicht nach Deutschland zu liefern, antwortete er lapidar:

“Hi, reason not to ship to Germany is that there are too many trouble at the German custom including tax and theft.” [Hervorhebung und Hyperlink von mir]

Ich glaube, hier erübrigt sich jeder Kommentar.