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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Die Fehlfunktion der Kärntner (Haider erklärt)

jo@chim, 10.10.2008

Den Kärntnern mangelt es traditionell an Selbstvertrauen, sie begreifen sich als Underdogs. Haider weiß das und inszeniert sich einerseits als “einer von ihnen”, also als vom bösen Wiener Establishment verhöhnt und missverstanden, andererseits lebt er die Träume der sich zu kurz gekommen Fühlenden aus, indem er stets die teuersten Klamotten trägt, die schärfsten Autos fährt und sogar soweit geht, stellvertretend die latenten homsexuellen Neigungen vieler Kärntner zu praktizieren, wenn er etwa in Provinzdiskotheken vor laufenden Kameras jungen Burschen an die Wäsche geht. Die Kärntner sind außerdem das sprechfaulste Volk in Österreich. Schweigen ist hier immer noch Gold, über Dinge, die in ihnen vorgehen, zu reden, fällt den meisten Kärntnern extrem schwer (es ist kein Zufall, dass Kärnten viele Schriftsteller hervorgebracht hat, aber keine erfolgreichen Kabarettisten). Daher bewundern sie großmäulige Typen wie Haider einer ist, denn selber kriegen sie die “Pappn” ja nicht auf.

Kärntner: Was ist eure primäre Fehlfunktion?

Erst jetzt gefunden, aber nach den Nationalratswahlen umso aktueller – ein tiefer Einblick in die Psychologie des Österreichischen, en Detail Kärntnerischen, an sich und der Versuch, das “Phänomen Haider” zu erklären, beim Kollegen Lindwurm.

Mei, können Österreicher bös’ zu sich selbst sein…

Hoffen wir mal, dass es nicht sobald Anlass gibt, einen adäquaten Kommentar über die Saarländer und seine grossmäuligen Typen zu verfassen.



9 Kommentare zu “Die Fehlfunktion der Kärntner (Haider erklärt)”

  1. scipio

    Naja, Schweigen als Charakterfehler hinzustellen, ist auch eine Fehlfunktion. Da ist ein verbal inkontinenter Lindwurm natürlich schon ein anderes Kaliber. Vielleicht sollte der Wurm auch mal das hier lesen:

    http://www.zeit.de/online/2008/40/populismus-in-europa

  2. Lina

    “Den Kärntner ORF hat er als Landeshauptmann ohnehin völlig in der Tasche, ‘Kärnten Heute’ könnte ohne Übertreibung auch als ‘Haider Heute’ betitelt werden.” / Lindwurm

    Sein kulturelles RIESENFEIGENBLATT, die vom ORF in voller Länge life übertragenen “Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur”, früher “Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb” genannt, hat der Rundumpopulist demnach auch fest im Griff.

    Und sie (“es ist kein Zufall, dass Kärnten viele Schriftsteller hervorgebracht hat” / Lindwurm), die in ihren Gedichten auch die Wunden aus der Nazizeit thematisiert hat, wird sich einstweilen im Kärntner Grab umdrehen … falls sie da liegt (und nicht in Rom, was ich nicht weiss).

    @ scipio: Artikel auch für Nicht-Würmer sehr interessant, danke!

  3. Kuschel

    “Hoffen wir mal, dass es nicht sobald Anlass gibt, einen adäquaten Kommentar über die Saarländer und seine großmäuligen Typen zu verfassen.”

    Du sagst es. Ein Land kann viele Haider ertragen (die wissen welche Kompromisse die richtigen sind und welche nicht), aber mit einem Lafo hat es schon mehr als genug. Zu meiner Genugtuung darf ich seit Wochen feststellen, dass im die meisten Fernsehanstalten den Stecker gezogen haben. (Dein verlinkter Text ist ja von 2007.) Ich kann mir richtig bildlich vorstellen, wie er vor Selbstgefallen zerfließen würde, wenn man ihn zu den aktuellen Entwicklungen vor die Kameras ließe.

    Westerwelle und die FDP sind aber auch nicht von Pappe: Nicht die Märkte haben versagt sondern die Staaten, weil sie nicht richtig geregelt haben. *schmunzel* Original liberales Doppeldenk.

  4. Lina

    … dass im die meisten Fernsehanstalten den Stecker gezogen haben.

    Dass sie, die linken Medien, ihm “den Stecker gezogen haben”, ist schon viel länger her; es geschah bereits, als sie ihm im Verein mit der SPD die “Beleidigung” seines Rücktritts vom Amt des Finanzministers regelrecht heimzahlen wollten – IMHO.

    Hätten sie seine mit dem Rücktritt verbundene finanzwirtschaftliche Botschaft (von heute aus gesehen: eine Warnung) einfach so stehen lassen, wie sie war, hätten sie ihn vermutlich auch nicht in die Arme der Linkspartei getrieben – IMHO.

    Was wir heute sehen, ist ein Lafontaine’scher Rachefeldzug an Mutterpartei und Medien, nichts anderes – IMHO.

    Das ist in der Tat unerhört, und eine Entschuldigung seinerseits gibt es dafür nicht; aber die Rolle der “Steckerzieher” darf auch mal so bewertet werden, wie sie sich dargestellt hat – IMHO.

  5. antibuerokratieteam.net

    Haider ist tot…

    Er starb heute morgen bei einem Autounfall.

    ……

  6. Christian der II.

    Hmmmm? Haider? Ist der nicht ohnehin tot?

  7. DDH

    FPÖ-Vordenker Andreas Mölzer giftelte ja mal in seiner “Zur Zeit”, daß Pim Fortuyn nicht der einzige homosexuelle Rechtspopulist in Europa sei, wohl aber der einzige, der öffentlich zu seiner Homosexualtität stünde.

  8. DDH

    Wobei Haider auch mal ne liberale Phase hatte, wo er von Flat tax schwärmte etc. Naja, also neoliberal, aber damals war er auch nicht etatistischer als Statler. Nur Kriegstreiber, das war Haider nie. Insofern war er BESSER als Reagan und Thatcher!

  9. daniel

    Hast Du Geld in Österreich? Denn “Rechtspopulistische Ausländerhatz + Flat-Tax-Schwärmerei = liberale Phase” ist doch irgendwie ne komische Logik, nich?

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