Haider ist tot
jo@chim, 11.10.2008
antibuerokratieteam.netSektion der neoliberalen Weltverschwörung
jo@chim, 11.10.2008
Er starb heute morgen bei einem Autounfall.
Team Blog Kategorie: Notizen aus dem U-Boot - Tags: Haider, Österreich
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Mein aufrichtiges Beileid.
Haider hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Ich wünsche Ihnen die Kraft, mit dem frühen Verlust Ihres Vaters und Mannes umzugehen. Er hinterlässt eine Lücke, die sich nie füllen wird.
Liegt es jetzt nur an der Brille, die ich aufhabe, oder hat die Art, wie unsere Aktuelle Tageskamera berichtet, einen leicht unangenehmen Beigeschmack von Nachtreten?
Österreich verliert einen Eimer Kotze. Schade drum :-D
Die Verschwörungstheorien werden sprießen…
Nachtrag: Auf dol2day gehts schon los:
“Es ist im Übrigen nicht ungewöhnlich, dass politisch unbequeme Zeitgenossen hin und wieder mal tödliche Unfälle haben. Autounfälle sind hierbei traditionell sehr beliebt.”
“Ein Fallschirm wäre auch zu auffällig gewesen!”
“Er war ähnlich wie Pim Fortuyn. Oder am Ende Möllemann. Sobald man anfängt zu schillern und verkündet keinen politischen Mainstream, ist die Unfallgefahr doch riesig.”
usw. usf.
Mein Favorit: “Haider musste sterben weil er das Bankensystem kritisiert hat. Einige werden sich am Montag früh noch wundern wenn sie nicht mehr an ihr erspartes rankommen. Wartet die Pressekonferenz morgen Nachmittag ab. Ich gehe noch auf Vorrat einkaufen.Das jüdisch-kapitalistische Finanzsystem ist am Ende.”
Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten.
Passiert das eigentlich auch, wenn irgendwo ein linker Politiker verunglückt?
Bezeichnend.
Die Darstellung scheint mir durchaus sachlich zu sein. Der unangenehme Beigeschmack kommt wohl von all den “Humanisten” die sich jetzt bekotzen vor Glück über den Tod eines Menschen.
Ja, das ist die ‘klammheimliche Freude’ die Frau Ponto zur Rückgabe Ihres Bundesverdienstkreuzes bewegt hat.
Ich kann das sehr gut verstehen.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Das ist ein schlimmer Rückschlag für Österreich…Haider war ein Freiheitsfreund…Die Häme der Linken war absehbar.
Ich vermute, der Führer des Fahrzeigs hat in einer Rechtskurve die Kontrolle verloren?
Als zB Stalin oder Hitler starben, brauchte man nicht traurig sein. Das Argument, jeder Mensch hat Würde und man sollte sich deshalb nicht über seinen Tod freuen, hat also Grenzen. Haider war aber bei weitem nicht so schlimm, dass diese Grenze bei ihm erreicht gewesen wäre.
Nein, erwartungsgemäß ist es zum Unfall gekommen, als er links überholen wollte.
»Mit dem Phäton vor den Bäton«
Man muss schon eine komische Vorstellung von Freiheit haben, um Haider als Freund derselben anzusehen.
Das ist doch der hiesige Haustroll.
Hmm. Welche Vorstellung von Freiheit ist denn bitte die Richtige? Freiheit heisst meines Erachtens auch mal ab und zu NEIN zu sagen, zu einer allzu lockeren Politik gegenüber dem Machtinstrument “Liberalisierung” (oder was einige Leute darunter verstehen). Als Haider die kriminellen, nicht abschiebbaren Asylbewerber auf die Alm schickte konnte ich zumindest daran nichts unfreies erkennen. Gut, die Freiheit der Asylbewerber wurde eingeschränkt, aber das ist ja nich was zählt. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind die Abgeordneten ihrem Volk verpflichtet. Die Asylbewerber gehören nicht dazu.
Einige Bemerkungen:
Haider hatte vollkommen Recht, wenn er Österreich als ideologische Missgeburt bezeichnet hat.
Diese “Nation” ist 1943 in Moskau entstanden. Die Ösis, deren Anteil an führenden SS-Größen fast 30% (bei 10% Anteil an allen Großdeutschen..) betrug, ernannten sich selbst zum ersten Opfer Hitlers.
Österreich besteht aus alemannischen Vorarlbergern, schwäbischen Lechtalern und ostmittelbayrischen Stämmen sowie Slowenen und Kroaten.
Die FPÖ als Partei der Nazis wurde in den 70-er Jahren zuerst vom Antizionisten Kreisky koalitionär integiriert. Kreisky saß in den 30-er Jahren zusammen mit SS-Obersturmbannführer Peter (FPÖ-Vorsitzenden) in einer Zelle des Ständestaates.
Haider wurde Landeshauptmann in Kärnten durch eine Koalition mit der SPÖ, nach Spargelessen mit Kanzler Gusenbauer.
Die Regierung (und in dieser Rolle hat Haider gehandelt) ist AFAIK der Verfassung und den Gesetzen verpflichtet.
Gab es denn ein Gesetz, dass das mit der Alm verbot? Ich weiß es nicht, aber kenne die deutsche Rechtslage. Hier wird Asylbewerbern durchaus auferlegt sich nur innerhalb des zugewiesenen Landkreises aufzuhalten. Das ist also durchaus verfassungsgemäß, ist das in Österreich anders?
Im übrigen ist die Regierung nur gezwungen sich an die Gesetze zu halten, verpflichtet ist sie dem Volk, verantwortlich dem Parlament.
De mortuis nihil nisi bene.
“Passiert das eigentlich auch, wenn irgendwo ein linker Politiker verunglückt?” Wenn der linke Politiker die Arbeitsmarktpolitik Stalins und den Massenmord Pol Pots loben würde, dann würde ich dafür sorgen, dass das passiert.
“Den Massenmord loben“… starkes Wort, auch in Bezug auf Haider. However, Nörgler, wir sprechen uns wieder, wenn die Wagenknecht mal ‘n Stück Hummer in die Luftröhre bekommen sollte…
:D
Es mag stark sein, ist aber angemessen. Wer die SS als “ehrenwert” bezeichnet und die Vernichtungslager der Nazis zu “Straflagern” umdeutet, der lobt den Massenmord
Frau Wagenknecht ist in der Tat kein intelligenter Einfall des Intelligent Designers gewesen. Bevor sie dazu überging, ihre Statements taktisch abzusoften, vertrat sie offensiv den steinzeitlichen Marxismus-Leninismus. Außerzivilisatorische Äußerungen wie solche des Haider sind mir allerdings von ihr nicht bekannt.
Gerne könne wir uns auch dann wieder sprechen, wenn GWB nochmal eine Brezel isst und Fahrrad fährt.
Gab es denn ein Gesetz, dass das mit der Alm verbot?
Freiheitsberaubung. Da können Sie auch gleich nachschlagen, welche “Vorstellung von Freiheit” so als Mindestmaß “richtig” ist. :-P
Das ist schlichtweg Quatsch. Wenn die Behörde einen Aufenthaltsort festlegt, denn werden die Folge zu leisten haben. Wenn das Freiheitsberaubung gewesen wäre, dann hätte die Maßnahme ja wohl kaum Bestand gehabt.
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/420292/index.do
Besser ist dieser Link hier:
http://kaernten.orf.at/stories/312755/
Ein Kommentar ist noch im Filer, aber hier mal ein Zitat aus der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Asylgesetz
Das mit der Freiheitsberaubung ist Unsinn.
Aber Nörgler, da muss ich ein wenig doch nörgeln. Ein Populist ist doch oft einer, der “spielerisch” solche vermeintlich “Populären” Sprüche einflechtet, der ausspricht, was “der einfache Mann” denkt — oder was an den Stammtischen z.T. gedacht wird. Das ist schon ein Unterschied zu einem überzeugten Nazi. Der überzeugte Nazi würde sich höchstens vom Dritten Reich distanzieren, um der Strafverfolgung zu entgehen, ansonsten würde er wohl im Regelfall offen aussprechen, dass er Hitler toll fand (im Regelfall). Mich stört etwas, wie die Abstufungen verwässern, rechts, rechtspopulistisch, rechtsradikal, Antisemit, Ausländerhasser, Nazi… wird z.T. geradezu eine Einheit, ein “Wenn das eine vorliegt, so auch der Rest”. Ein Populist, und die meisten sind sich wohl einig, der Haider war einer, redet morgen vielleicht wieder ganz anders, wenn die Leute ihm nur zustimmen. Also da bitte doch noch ein paar Abstufungen bis Nazi einbauen. Danke.
Ich bin mal auf die Fidel-Castro-Nachrufe gespannt….
Spannend ist das nicht, sondern vorhersehbar: genau die selbe MSM-Journaille, die sich beim Tod Haiders vor klammheimlicher Freude kaum einkriegte, wird sich in triefendem Sentiment über den “Revolutionär der die Welt verändert hat” überbieten…
Ich habe mich nicht vor Freude nicht eingekriegt bei Haider und werde auch bei Castros Tod nicht andersherum ausrasten.
Aber wenn sich die einen bei Haider freuen und bei Castro greinen (im linken Spektrum weniger als Ihr glaubt), und die anderen machen es umgekehrt, dann haben wir doch wieder irgendwie Ausgleich. Wenn ich hier die Tonalität von Kubix und joachim wahrnehme, dann knallen doch allein schon beim Gedanken an Castros Tod die Sektkorken prospektiv. Bitte sehr, mich stört das nicht.
@ NUB
Da muß ich nun doch etwas deutlicher werden, wenn Haider hier als der manchmal über Stränge schlagende Stammtischonkel präsentiert wird.
Als die Leugnung der Shoa, die Rede von der “Auschwitz-Lüge” die Luft verpestete, dachte man, der Gipfel sei erreicht; das sei nicht mehr zu toppen – bis Haider “Straflager” sagte. Denn Straflager bedeutet, da werden Leute bestraft, die etwas Schlimmes getan haben. Das heißt, Haider unterstellte, die Deportierten waren Täter, die zurecht dort waren, Täter, vor denen man sich schützen mußte, und das ist die Originalargumentation der Nazis, mal so ganz abgestuft gesagt.
Daher halte ich es für ein Gebot der Ethik festzustellen, daß man in Klagenfurt mit dem Aufstellen von Betonpfeilern eine ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht hat.
Die Staatsorgane sind aber auch der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und ganz allgemein dem Prinzip der menschlichen Würde verpflichtet. Internierungslager oder Sammelunterkünfte für AsylbewerberInnen und Residenzpflicht stehen dazu im Widerspruch oder sind zumindest sehr grenzwertig.
Nach ständiger Rechtsprechung ist das totaler Quatsch.