Van Ooyen war mit Sicherheit kein IM

12.10.2008 21:43 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 110 Kommentare

Verschiedene Kollegen, so z.B. die B.L.O.G.G.I.E.S. und Zettel, berichten darüber, dass nach dem Abgang des Ex-DKP’lers Metz als LINKE-Spitzenkandidat mit dem Ex-Geschäftsführer der Ost-finanzierten “DFU”, Willy van Ooyen, ein weiterer ehemaliger Einflussagent von SED und DDR (so Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen) Fraktionsvorsitzender des Wunschpartners von Frau Ypsilanti in Hessen wurde.

Van Ooyen erklärte jetzt gemäss Tagesspiegel, die “Probleme der Geldbeschaffung” habe er weggeschoben, das sei wohl “naiv” gewesen. Naivität, und nicht wenig, setzt er offensichtlich beim Publikum voraus:

Die “Deutsche Friedensunion” war, ebenso wie der “SHB” (für den übrigens lange Zeit der hier vielleicht nicht unbekannte wackere Kämpfer gegen den Neoliberalismus Christoph Butterwegge führend tätig* war) oder das “Komitee für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit” (KOFAZ) als DKP-Vorfeldorganisation aus SED-Geldern finanziert und wurde durch die westdeutschen Kommunisten “angeleitet”; gegen den Willen der Finanziers ging dort gar nichts. Bei Problemen reichte ein Anruf von der “zuständigen” regionalen Parteigliederung der DKP.

So distanzierte sich denn auch keine der genannten Organisationen jemals vom 1980er Militärputsch in Polen oder dem Afghanistan-Krieg der Sowjets. Funktionäre, die intern kritisch auftraten, wurden unverzüglich abserviert.

Nachdem ab Herbst 1989 die Mittel aus dem Osten ausblieben, implodierten die aufgeblasenen Apparate von DFU und SHB ebenso wie die von DKP, SDAJ und MSB innerhalb weniger Monate.

Vielleicht sollte man deshalb Herrn van Ooyen nicht nach seinen Verbindungen zur Staatssicherheit, sondern zum Parteivorstand der DKP befragen, wenn man seine politische Herkunft genauer bewerten möchte. Van Ooyen war mit Sicherheit kein IM – die gesamte Organisation, für die er als Geschäftsführer fungierte, war der SED-Diktatur verpflichtet.

(*ich meine in Erinnerung zu haben, dass Herr Butterwegge einige Zeit sogar Vorsitzender des SHB als “siamesischer Zwilling” des DKP-Studentenverbandes MSB-Spartakus war, finde aber keine Belege im Netz dafür. Alles gelöscht aus lebenslauftechnischen Gründen oder täusche ich mich?)

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110 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Liberale Eskapaden, 12.10.2008 22:25

Butterwegge ist heute noch ein Spartakist…Antizionistisch und Antiamerikanisch und Antikapitalistisch…Da hat sich nichts geändert…In der JF vom 13. Januar 2006 steht alles über ihn….Auch MSB Spartakus…Stamokap und SHB und IMSF…Immer schon sehr nahe an der DKP…Butterwegge Ist so ein richtiger Vorzeigelinker… **** *** ******* *** *******

[Edit: Genosse Haustroll - keine Behauptungen bitte, die als üble Nachrede gewertet werden könnten. Sonst darfste hier nicht mehr spielen. Capito? Der Admin.]

jo@chim, 12.10.2008 22:46

P.S.: Danke für den Verweis auf den Junge Freiheit Artikel… die haben allerdings offensichtlich lediglich aus dem von mir oben verlinkten FOCUS-Bericht abgeschrieben. Ich kann da auch keine Fehlinformation über Herrn Butterwegge entdecken.

Aber “JF” kommt natürlich immer gut, wenn man eine Kritik unglaubwürdig machen will, nicht?

statler, 12.10.2008 23:27

Jetzt schaue ich nach längerer Zeit mal wieder rein, und muß schon wieder meinen dissidenten Senf abgeben: Meinst Du nicht auch, daß Butterwegges aktuelle Positionen genug Angriffsfläche bieten?

Der verlinkte Focus-Artikel bietet doch eigentlich genau den Denunziations-Stil, den wir sonst bei Linken oft kritisieren: Kein einziges Sachargument, stattdessen wirft man dem Mann halt vor, daß er heute irren muß, weil er vor zwanzig oder dreißig Jahren beim SHB war. Na toll.

Wie gesagt, es gibt an seinen aktuellen Arbeiten mehr als genug Ansatzpunkte für Kritik. Die komplett auszulassen und stattdessen so ein Stück zu schreiben, wie es die Focus-Redaktion gemacht hat, ist doch nur schlechter Stil.

jo@chim, 12.10.2008 23:42

Ah, hi :-) Mir gings nicht so sehr um Butterwegge, sondern um eine Charakterisierung der Rolle von DFU und SHB.

btw: wo liegen denn die sachlichen Fehler in dem “Stück” von Focus? Da wird doch lediglich eine Kontinuität dargestellt.

statler, 12.10.2008 23:53

Sachliche Fehler, das kann ich nicht beurteilen, ich kenne seine Vita ja nicht. Wie gesagt, reine Stilfrage. Mir kommt das so vor wie die konservative Variante eines linken Klassikers mit dem Titel “Der hat mal ein Gutachten für den BDI geschrieben, also wird er für den Rest seines Lebens Lakai der Arbeitgeberverbände sein.” ;-)

jo@chim, 13.10.2008 00:46

Naja, bei Butterwegge handelt es sich ja nicht nur um “ein Gutachten” oder Jugendsünden, sondern ebenso wie bei van Ooyen um lange linksextreme Karrierewege (continuing).

 
 
 
 
 
 
Liberale Eskapaden, 12.10.2008 23:16

JUSOS vom Schlag Stamokap haben ab 1972 mit DKP und SED strategisch gemeinsam gearbeitet…Sie haben sich miteinander abgestimmt…Butterwegge mengte darin mit trotz Verbot der Brandt-SPD…Sogar die war ihm noch viel zu rechts…Van Ooyen passt dazu…Der verkörperte die von der SED finanzierte “Friedensbewegung”…Marxistische Parteikader….Alles eine Soße.

 
R.A., 13.10.2008 10:47

In der Tat war Ooyen kein IM.
Das steht schließlich für “Inoffizieller Mitarbeiter”.
Ooyen war aber ein ganz offizieller Mitarbeiter der Diktatur – einer von Honeckers Schergen.

jo@chim, 13.10.2008 11:15

Weiss nicht, ob “Scherge” es trifft, R.A. – Knabes Charakterisierung gefällt mir besser. Ich finde vor allem interessant wie van Oooyen es, ebenso wie damals, heute wieder schafft, sich der Öffentlichkeit als unabhängig/parteilos zu verkaufen.

btw: Unser linker Kollege Che2001 hatte mal eine Serie “Elemente der Gegenaufklärung” laufen, in der er sich mit den Netzwerken tatsächlicher oder eingebildeter Rechtsextremer beschäftigte – vielleicht sollte man so etwas auch für die “Elemente kommunistischer Gegenaufklärung” angehen?

R.A., 13.10.2008 15:18

Ich habe das mit “Scherge” bewußt formuliert – weil es die Erbärmlichkeit dieser Tätigkeit trifft.

Wikipedia formuliert das so, wie ich es meine:
” … generell eine Person, die einem Schurken dienstbar ist und seine Befehle ausführt,”

Das “Einflußagent” von Knabe klingt viel zu wichtig, zu geheimnisvoll, so James-Bond-mäßig.
Das ist viel zu hoch gehängt für Honeckers Mietlinge.

jo@chim, 13.10.2008 15:50

“Scherge”, “Mietling”… nein, R.A., da kann ich nicht mitgehen, derlei Begrifflichkeiten bringe ich mit bezahlten Stasi-Schlapphüten oder Scheisskerlen wie Borm, nicht mit Figuren wie van Ooyen in Verbindung.

Die wenigsten von denen haben sich verkauft, also Mittel für sich selbst erhalten. Sie handelten (handeln heute noch) als “Überzeugungstäter” im Wissen , die Vollstrecker des “historisch notwendigen Gangs der Geschichte” gegen die weltweite neoliberale Verschwörung zu sein.

R.A., 13.10.2008 17:21

Aber ich bitte Dich – der Schlapphut ist doch unwichtig. Wichtig ist was man macht und für wen man es macht.
Und Ooyen war über viele Jahre Honeckers Angestellter, wäre es heute noch, wenn die DDR nicht untergegangen wäre.
Und er hat in Honeckers Auftrag hauptberuflich Propaganda betrieben, gegen die Demokratie, gegen die NATO, gegen unsere Freiheit – um diese durch die sozialistische Dikatur zu ersetzen.

Und natürlich hat er sich verkauft, gegen ein monatliches Gehalt und nette Privilegien bei seinen Reisen nach drüben.

Daß dies wohl außerdem seinen Überzeugungen entsprach, ist nun keine Entlastung.

 
 
 
 
 
Prof. Dr. Christoph Butterwegge, 13.10.2008 12:54

Ich war nie Mitglied des SHB oder des MSB Spartakus, viel weniger “führend tätig” für sie oder gar Vorsitzender eines dieser beiden Studentenverbände. Statt Lügen und Legenden über mich ins Netz zu stellen, empfehle ich, meine neuesten Bücher zu lesen: “Kritik des Neoliberalismus”, “Neoliberalismus. Analysen und Alternativen”, “Rechtspopulismus, Arbeitswelt und Armut”, aller im Jahr 2008 erschienen und wegen der Weltfinanz- bzw. künftig wahrscheinlich: Weltwirtschaftskrise höchst aktuell.

jo@chim, 13.10.2008 14:20

Werter Herr Butterwegge, dass Sie Mitglied des MSB gewesen seien hat hier auch niemand behauptet. Sie schreiben, dass Sie “nie Mitglied des SHB” waren: das verwundert mich nun doch etwas… wurden Sie nicht eben deshalb – zusammen mit der SHB-Vorsitzenden Mechthild Jansen – aus der SPD ausgeschlossen? Nun gut, ich nehme Ihre Darstellung eines Sachverhaltes, der inzwischen sicher schwer verifizierbar ist, zur Kenntnis. In jedem Fall habe ich Ihre Beiträge zu den Themen Neoliberalismus, Rechtspopulismus, Arbeitswelt und Armut etc. im SED-finanzierten SHB-Studentenmagazin “Frontal” damals gerne gelesen ;-)

btw: Falls Sie weiter gerne Werbung für Ihre Bücher hier schalten möchten, sende ich Ihnen gerne eine entsprechende Preisliste zu.

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, 17.10.2008 15:01

Ich wurde wegen eines Artikels “Die rechte Herausforderung”, veröffentlicht in den “Blättern für deutsche und internationale Politik”, 1974 aus der SPD ausgeschlossen, lange vor Klaus Uwe Benneter (Juso-Vorsitzender) und Mechtild Jansen (SHB-Vorsitzende), bei denen es ganz andere Gründe gab. Auch dazu ein Literaturtipp: Christoph Butterwegge, Parteiordnungsverfahren in der SPD, Berlin 1975.
Zu den Themen “Neoliberalismus”, “Rechtspopulismus” und “Armut” schrieb ich damals noch gar nicht, genauso wenig, wie ich oder einer der Leser des Studentenmagazins “Frontal” wusste, dass solche Blätter heimlich mit DDR-Geldern finanziert wurde. Eine differenziertere und weniger denunziatorische Herangehensweise an die Beurteilung von Personen und Situationen wäre angebracht!

Hardy, 18.10.2008 13:58

Komisch daran ist nur, dass ein ehemals guter Freund von mir, er studierte Jura, schon damals über die Finanzierung dieses Magazins Bescheid wusste. Aber eventuell liegt es ja auch daran das er RCDS-Mitglied war. Das sind ja die ganz bösen…

jo@chim, 18.10.2008 14:23

Aber denen konnte man doch nicht glauben Hardy! Weil “CDU/CSU die Parteien des Klassengegners” waren, dagegen die DKP lediglich politischer Konkurrent und prädestinierter Bündnispartner (”Aktionseinheit” nannte sich das).

Das war das Credo der “Stamokaps” (formuliert vom späteren SPD-Generalsekretär Benneter), zu denen sich auch Herr Butterwegge zählte.

Dass das DKP-Umfeld – also auch SHB/Frontal oder das IMSF – aus der DDR finanziert wurde, wusste damals jeder, der nicht völlig naiv war.

Hardy, 19.10.2008 15:45

Ganz Deiner Meinung, nur scheint bei einigen immer noch diese Naivität vorzuherrschen.
Wer jedoch wie ich als Kleinkind gesehen hat wie Menschen auf der Flucht vor dem Kommunismus aus dem Fenster sprangen, der glaubt eher den “Parteien des Klassengegners” und verteidigt die Freiheit mit der M16A1/2.

Liberale Eskapaden, 19.10.2008 22:38

Butterwegge soll damals so naiv gewesen sein???….Ich habe die Nase voll von linken Zweckbehauptungen…Butterwegge hat sich damals mit DKP-Leuten an einen Tisch gesetzt…An einem Tisch saß er mit antifreiheitlichen Kommunisten der übelsten Art…Heute tut er so unschuldig und überrascht…Das hier ist eine peinliche Vorstellung von Butterwegge…Linke suchen sich politische Bündnispartner sicherlich nicht zufällig aus…Die Bündnispartner von damals war letzten Endes die DDR und auch der Iwan…Ich nehme Butterwegge die Nichtkenntnis der Zusammenhänge nicht ab…Ich glaube Butterwegge nicht.

Die Stimme aus dem Off, 20.10.2008 07:14

Das glaubt doch kein Mensch.

Das waren Kommunisten, die sich bei jeder Gelegenheit auf die Seite der DDR und der Sowjetunion schlugen. Von Objektivität kann keine Rede sein.

Meine Mutter war auch mal auf diesem Trip und wollte sogar mal in die DDR auswandern (!), überlegte sich das aber anders nach der Feststellung, das man dann ja nicht zurück könne.

Ich wurde als Kind mit zu kommunistischen Jugendgruppen geschleppt, die ich dann aber verlassen musste. Die anderen Kinder hatten Angst vor mir, weil ich immer zuschlug wenn das Gesülze wieder losging, kein Witz. “Rote Falken” hießen die wohl, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern und habe das auch schon verdrängt.

Da lagen dann auch immer so tolle Bücher aus, von Schriftstellern die einen Wortschatz benutzten, den kein normaler Mensch verstand. Ich habe den ganzen Dreck weggeschmissen.

Jedenfalls ist mir noch heute ein Spaß meine Mutter damit zu konfrontieren und sie für ihren Verrat zu bezichtigen.

Von diesen Leuten hat es übrigens nicht einer geschafft sich eine Existenz aufzubauen. Wirklich nicht einer, die sind mehr oder weniger im Leben gescheitert, womit ich aber auch schon eine lebenslange Festanstellung meine.

Jedenfalls waren das noch nicht einmal die härtesten Sozialisten/Komunisten, wasauchimmer. Und schon bei denen ging es so ab. Und dann will Herr Butterwegge erzählen, er habe nichts gewusst?

Ich habe nie verstanden, warum die Generalbundesanwaltschaft gegen diese ganzen Reste nicht vorgeht und endlich mal wegen Landesverrats ermittelt. Diese Straftat dürfte übrigens nie verjähren, das wäre sogar einzuführen ohne einen Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot zu begehen, denn das bezieht sich ja nur auf materielles Strafrecht, nicht auf formelles. :-)

jo@chim, 20.10.2008 09:36

Das glaubt doch kein Mensch

… das will unser Haustroll ja auch gar nicht von Dir, dass Du das glaubst :-)

btw: Das mit dem “Landesverrat” meinste aber nicht ernst, oder? So’n Schwachsinn. Die unselige Berufsverbotspolitik hat denen die Anhänger erst zugeführt.

Die Stimme aus dem Off, 20.10.2008 09:49

Die unselige Berufsverbotspolitk wurde nicht hart genug umgesetzt, denn sie hat denen ja immer mehr Anhänger zugespielt.

Das ganze Strafrecht wimmelt von linken Professoren, es ist fest in linker Hand. Rate mal warum.

Von mir hätten die alle dreißig Jahre pauschal bekommen. Dann hätte sich auch niemand mehr zum Verrat hinreißen lassen. Jeder, wirklich jeder konnte wissen wie die finanziert wurden.

Die Stimme aus dem Off, 20.10.2008 10:53

Der Radikalenerlass hatte übrigens eine falsche Zielrichtung. Er war darauf gerichtet eine missliebige politische Bewegung zu verfolgen. Darum geht es mir aber nicht.

Die §§ 99, 100 StGB beschreiben ja auch nicht Tatbestände, die das bloße politische Betätigen unter Strafe stellen. Es geht darum, dass es Personen gab die genau wussten von einer feindlichen Macht gegen die Bundesrepublik Deutschland benutzt zu werden. Es gab Personen, die genau wussten woher das Geld kommt.

Diese Personen gehören angeklagt und verfolgt. Das wird aber leider nicht gemacht, obwohl noch so manche Zeitungsredaktion voll sitzen dürfte mit Stasispitzeln und Stasi-Kostgängern.

Es geht mir eben nicht um die politische Richtung, sondern um das Arbeiten für den Feind, um nichts anderes. Und das Strafrecht bietet da mit der psychischen Beihilfe, dem bedingten Vorsatz und der Möglichkeit rückwirkend die Verjährungsfristen aufzuheben genügend Spielraum für erfolgversprechende Ermittlungen. Auch die Strafrahmen lassen übrigens durchaus rückwirkend ordentlich nach oben heben, das wäre alles verfassungsmäß.

Und gerecht übrigens auch. Denn wie die Kommunisten mit ihren Gegner verfahren, wissen wir ja seit dem Archipel Gulag.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zettel, 13.10.2008 13:40

Lieber ,

ich habe Butterwegge Anfang der siebziger Jahre ganz gut gekannt. Er war der Häuptling der “Butterwegge-Gruppe”, einer Vereinigung von DKP-nahen Jusos. Ein kleines, spilleriges, langhaariges Männlein – als ich ihn das erste Mal sah, hätte ich nie gedacht, daß das der berühmte Butterwegge war (er genoß unter den Jusos des Bezirks Westliches Westfalen bereits einen legendären Ruf). Er war es aber- ein geschickter Strippenzieher; ein geborener Anführer.

Die Stampokaps hatten damals bei den Jusos dieses Bezirks eine starke Stellung. Ihr Ziel war eingestandenermaßen das breite antiimperialistische Bündnis, das zur sozialistischen Revolution führen sollte. Ich habe zB an einem Seminar über ihr Lieblingsthema “Staat” teilgenommen, in dem über die Funktion des Staats nach der Revolution diskutiert wurde. Daß diese demnächst kommen würde, hat man gar nicht mehr diskutiert. Man war davon überzeugt. An dem Seminar nahm übrigens ganz selbstverständlich ein Vertreter der Genossen von der DKP teil. Butterwegge führte das große Wort.

Er wurd dann aus der SPD ausgeschlossen, noch bevor Egon Bahr Bundesgeschäftsführer wurde. Dieser betrieb den Ausschluß der exponiertesten Stamokaps, die vor allem seit der Regierungsübernahme von Helmut Schmidt offen gegen die SPD auftraten und in ihren Ansichten kaum noch von DKPlern zu unterscheiden waren. Damals lichteten sich im Bezirk Westliches Westfalen die Reihen.

Später wurden sie fast alle wieder aufgenommen. Manche waren inzwischen beim WDR gelandet, waren Hochschullehrer geworden. Klaus-Uwe Benneter, der ein paar Jahre nach Butterwegge ausgeschlossen worden war, brachte es später ja unter Schröder sogar zum Generalsekretär der SPD.

Herzlich, Zettel

 
netbitch, 13.10.2008 14:03

Sehr zu empfehlen, diese Werke.

 
franz, 14.10.2008 18:04

Ach, übrigens: Der Chefredakteur der Deutschen Volkszeitung hat seit 2000 einen neuen Job: Chefredakteur des Kölner Stadtanzeigers

jo@chim, 14.10.2008 18:30

Das ist ja schön, wenn er sich gebessert hat :-)

 
 
che2001, 14.10.2008 19:50

@Zettel: 10 Jahre später habe ich dann Thomas Oppermann, damals Göttinger Juso und einer der Hauptvertreter der “Göttinger” Linie, die zwischen Stamokap und Revisionisten standen. Da sollte die DKP als Bündnispartner bereits gegen die Grünen ausgetauscht werden, die Stimmen von MSB Spartakus und KB wollte man aber für die ASTA-Bildung nicht entbehren. In diesem Fall waren nicht die Kommunisten, die das an sich ja schon hervorragend draufhatten, die Leute mit den eiskalten Machtspielen, sondern die Jusos, was sich die ganzen achtziger Jahre hindurch an derGöttinger Uni hielt. Uns Spontis war dann selbst der Kommunistische Bund zu rechts, wir gründeten die Wahrhaft alternative Hochschulliste (WAHL) und spotteten: “Von Krefeld bis zum Kirchentag, die LiberALen.” Später überholte Oppermann Schröder an Opportunismus bei weitem, und wir landeten irgendwann etwa da, wo in den Achtzigern die Grünen standen. Tempora mutandur.

 
Zettel, 15.10.2008 05:21

Ja, lieber Che2001, das sind so Erinnerungen. :)

Allerdings hießen diejenigen, die Sie Revisionisten nennen, Antirevisionisten. ;-)

Sie hatten ihr Zentrum in Hannover; wenn ich mich recht erinnere, in Hannover-Linden.

Ein Hauptunterschied zwischen ihnen und den Stamokaps war, daß die Stamokaps im Kielwasser der DKP und des Spartakus jenes schon erwähnte “breite antimonopolistische Bündnis” wollten, das bis zu den Chefs der “kleinen und mittleren Unternehmen” reichen sollte.

Diese wollte man für die Revolution einspannen, um sie – das wurde natürlich nur intern als Kaderlinie mitgeteilt – nach gelungener Revolution selbstverständlich zu enteignen.

Die Antirevisionisten waren da klassischer den Lohnabhängigen verbunden. Dann gab es noch die dritte Gruppe, die “Vorstandslinie”.

Und es gab Gerhard Schröder, der zwischen allen Gruppen herumwieselte und es genauso überraschend schaffte, 1978 zum Vorsitzenden gewählt zu werden, wie er ein paar Jahre später putschartig die Spitzenkandidatur für die Landtagswahlen in Niedersachsen an sich riß.

Wer ihn in der SPD erlebt hat, der hat sich über diesen Mann nie Illusionen gemacht.

Was die “eiskalten Machtspiele” angeht – da waren die Jusos eben sehr eifrige Schüler der DKP-Genossen. Ich habe es erlebt, wie Ortsverein nach Ortsverein “erobert” wurde, wie man mit Geschäftsordnungstricks arbeitete, wie Vorstandssitzungen von den Jusos im OV vorbereitet und nach Belieben gesteuert wurden.

Notfalls verschob man eine Abstimmung mit Tricks so lange, bis die älteren Genossen, die morgens zur Arbeit mußten, gegangen waren.

Ich habe es, lieber Che2001, auch erlebt, wie die alten Genossen, die zum Teil von den Nazis verfolgt worden waren, ihre SPD immer weniger wiedererkannten. Das Klima änderte sich in den Ortsvereinen. Man ging nicht mehr ehrlich miteinander um.

Manche schimpften auf die Jusos. Andere blieben einfach weg.

Damals wurde von diesen Jusos die alte, solidarische SPD kaputtgemacht. Es wurden leninistische Methoden eingeführt, das für Kommunisten typische gegenseitige Mißtrauen wurde zur Norm.

Die SPD hat sich von dieser Zeit nicht mehr erholt, und heute sitzen, liegen und stehen die damaligen Jusos an der Spitze.

Herzlich, Zettel

 
Fiete_Jansen, 29.10.2008 17:35 Subscribed to comments via email

Jup, Gelder sind geflossen. Zur DFU, zur DKP, MSB, SDAJ etc. Aber fließen zu anderen Parteien keine Gelder? Und wenn die Parteien schön brav sind, fließt da nicht auch etwas mehr? Oder kommt im schwarzen Köfferchen daher? Weder DKP noch DFU hatten jemals einen Spendenskandal, da alles mit rechten Dingen abgelaufen ist. Die DKP bekam Bruderhilfe von einer Bruderpartei. Die Parteien des Kapitals bekommen Gelder von der Wirtschaft und vom Steuerzahler, der nichts daran ändern kann. Also wenn es eine Partei abhängig macht, wenn sie von einer anderen Partei, deren Ideologie sie teilt *zumindest zwischen DKP und SED war dies so* was soll man dann von CDU, CSU, FDP, SPD und den Grünen annehmen, die demnach ja völlig von der Wirtschaft abhängig sind? Bei diesen Parteien wird da doch eher ein Schuh daraus, wes Brot ich fress, dess Lied ich sing.

DDH, 29.10.2008 19:59

Wer ist denn bitteschön “die Wirtschaft”? Der mit dem Staat verfilzte Big Business Komplex, der den Staat um Hilfe ruft, weil laut Ackermännchen auf die “Selbstheilungskräfte des Marktes nicht zu vertrauen” sei?

Allerdings bin ich mit Rothbard der Meinung, daß das Bestechen als non-aggressive, gewaltfreie Handlung (egal durch wen) keine Straftat darstellt, wohl aber das Sich-Bestechen-Lassen (da Vertrags-/Vertrauensbruch). So gesehen müßte man alle Parteien auf dem Erdenrund verbieten! :-P

 
jo@chim, 30.10.2008 10:16

Ja Fiete, “Gelder sind geflossen” – und zwar illegale Gelder. Sie sind also nicht ganz auf der Höhe der Zeit, wenn Sie die Lüge, dass “alles mit rechten Dingen abgelaufen” wäre, weiter verbreiten. Van Ooyen hat schon 1989 in der TAZ ausgeplaudert, wie das kriminelle Geldbeschaffungsimperium funktionierte:

Handelsunternehmen im Ost-West-Geschäft investierten – notgedrungen oder gern – einen Teil ihrer Gewinne in den hiesigen Kampf für den Sozialismus. Wer in der BRD an Krim-Sekt oder Gorbatschow-Wodka verdienen wollte, hatte vertragsgemäß einen Teil der Rendite an DFU oder DKP auszuschütten.

Von Brauchitsch und Lambsdorff wurden im “Flick-Skandal” verurteilt – was ist mit Mies, Gehrcke, van Ooyen?

 
Zettel, 02.11.2008 03:44

Lieber Fiete Jansen,

“Bruderpartei” ist vielleicht nicht ganz die richtige Bezeichnung. Die DKP war eine Auslandsorganisation der SED, von dieser nicht nur finanziert, sondern auch geführt.

In Westberlin geschah das offen; da hieß sie SEW. Sonst eben DKP. Man versprach sich davon mehr taktischen Spielraum, als wenn man sich auch im Westen SED genannt hätte. Vor allem lag ja auch die Überwindung der Spaltung der Arbeiterklasse im Westen noch in der Zukunft.

Was mich stört, ist nicht, daß Kommunisten Kommunisten sind und sie folglich gemeinsam geführt und finanziert werden, sondern daß sie unter den diversesten Tarnungen auftreten. Als Vorfeldorganisationen, wie die VVN, und im jetzigen Fall als DFU.

Daß ausgerechnet der zeitweilige Bundesgeschäftsführer der DFU
erst nach der Wende erfahren haben will, daß seine Partei aus der DDR finanziert und von dort gelenkt wurde, ist ein Treppenwitz.

Sie mögen ja lügen, die Kommunisten; das ist für einen Leninisten nichts Anstößiges, sondern ein Stück Konspiration. Aber wenn sie es so dreist tun wie van Ooyen, dann empfinde ich das als Beleidigung der Intelligenz der Öffentlichkeit.

Herzlich, Zettel

DDH, 02.11.2008 20:50

Die Öffentlichkeit besitzt keine Intelligenz. Denn sie wählt ihn ja – und noch weitaus dreistere Lügner auch!

 
Fiete_Jansen, 02.11.2008 20:53 Subscribed to comments via email

Zettel verzettelt sich mal wieder.

Zur Lektüre empfohlen

Herbert Mies “Fremdbestimmt?”

Rayson, 02.11.2008 22:42

Brillant! Keine Argumente, stattdessen der Verweis auf einen SED-Vasallen. Wie tief muss man dafür eigentlich gesunken sein?

drbuffo, 03.11.2008 07:15

Und dat der olle Mies noch lebt, LOL.

 
 
 
 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 09:04 Subscribed to comments via email

Und wie unser Herbert noch Lebt. Ihn einen Vasallen zu schimpfen ist unglaublich. Vasallen sind im Moment doch eher Damen und Herren wie Jung, ein Vasall des Militärs und der Rüstungskonzerne, Glos, ein untergeordneter Vasall der deutschen Wirtschaft, Steinbrück, ein Vasall der Banken und Versicherungen und übergeordnet Merkel als gesamt Verantwortliche Vassallin.

Die Deutsche Kommunistische Partei existiert, kämpft und wächst wieder.

Damit eines Tages, die Arbeiterklasse auch in der BRD die Herrschaft übernehmen kann.

Lina, 03.11.2008 10:48

… die Herrschaft übernehmen kann

Die ‘Herrschaft’! Bezeichnend, entlarvend! WIR sind das Volk, war die Lektion – wenn auch bis dato politisch uneingelöst….

Welche Staatsform kann diesen Anspruch erfüllen? Doch nur eine, die ohne ‘Herrschaft’ auskommt.

 
DDH, 03.11.2008 13:08

Was würden Rüstungskonzerne verkaufen, wenn es keine Staaten gäbe, Du ****?!

[Edit: ddh, ich werde Deine permanenten persönlichen Beschimpfungen hier nicht weiter tolerieren. Halt Dich zurück, sonst fliegst Du raus. Der Admin]

Fiete_Jansen, 03.11.2008 13:42 Subscribed to comments via email

@ DDH, aha ein Depp soll ich also sein. @ Admin, bei der Benachrichtigung, das es was neues gibt war es noch ausgeschrieben.. Zurück zu DDH…Was können Rüstungskonzerne herstellen, wenn sie keine Absatzmärkte mehr haben? Bzw. sich Absatzmärkte schaffen können…Wenn ich ehrlich bin, ist mir das scheissegal. Wir brauchen keine Rüstungskonzerne. Kein Mensch braucht die. Ups…kleiner Fehler…kein friedliebender Mensch braucht die.

drbuffo, 03.11.2008 15:10

Du bist kein Depp, sondern Kommunist.
Find ich ja nett mal hier einen anzutreffen.
Cheers!

 
Die Stimme aus dem Off, 03.11.2008 15:46

Wir brauchen keine Rüstungskonzerne. Kein Mensch braucht die. Ups…kleiner Fehler…kein friedliebender Mensch braucht die.

Vielen Dank für die Feststellung meiner Bedürfnisse! Ich finde es toll, wenn jemand der mich nicht kennt meine Bedürfnisse feststellt! Noch begeisteter bin ich, wenn das dann auch noch Leute sind die einen Job im Staatsdienst haben. Das sind bekanntlich die kompetentesten Menschen!

Ich bin auch gegen das Verbot privaten Waffenbesitzes. ;-) Früher war ich mal dafür, aber nur bis meine Regierung anfing meine Rechte Stück für Stück immer weiter zu missachten und Posten und Ämter zu erfinden, die zunächst meine Bedürfnisse definierten und dann anfingen mir sogar Verbote zu erteilen, wenn ich versuchte meine Bedürfnisse selbst zu befriedigen. Das letzte Mal war das der Fall, als die Demonstrationsteilnehmer von ProKöln angegriffen und schutzlos gelassen wurden, weil “man” meinte diese Leute hätten kein Recht zu demonstrieren.

Unabhängig davon, dass ich an diesem Tag gar nicht dabei war. Es geht mir darum, dass ich ganz gerne selbst entscheide wann ich wo mit wem rede, stehe, diskutiere und ob ich meine Meinung kundtue oder nicht. Nur hätte ich das an diesem Tag leider nicht tun können.

Seit diesem Tag bin ich ein überzeugter Anhänger des privaten Waffenbesitzes.

Fiete_Jansen, 03.11.2008 15:55 Subscribed to comments via email

Ich wusste garnicht das ich im Staatsdienst bin.
Und was hat privater Waffenbesitz *was und wem nutzt der in unserem ach so freien Land überhaupt*? mit der Rüstungsindustrie zu tun? Wenn Neofaschisten nicht Demonstrieren können find ich im übrigen super.

netbitch, 03.11.2008 16:35

Die Stimme aus dem Off ist so etwas wie das “Gesunde Volksempfinden”, für den ist jeder im Staatsdienst, der irgendwie links ist. Spricht auch Nichtdeutschern Menjschenrechte ab.

Die Stimme aus dem Off, 03.11.2008 16:45

Die Stimme aus dem Off ist so etwas wie das “Gesunde Volksempfinden”, für den ist jeder im Staatsdienst, der irgendwie links ist.

Soweit decodierbar ist das dreiste Verleumdung. Das habe ich nie getan. Ich unterscheide aber zwischen Bürger- und Menschenrechten und außerdem bin ich der Meinung, dass die Versammlungsfreiheit nicht von der Gnade einer Amtsperson abhängig ist oder sein sollte.

Dem Rest Deines Satzes kann ich leider keinen Sinn entnehmen.

Fiete_Jansen, 03.11.2008 16:58 Subscribed to comments via email

Alem Anschein nach hat netbitch in diesem Zusammenhang ja schon recht.

 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 16:54 Subscribed to comments via email

Wie man im nachfolgenden Tread wieder sieht.

 
jo@chim, 03.11.2008 19:16

Spricht auch Nichtdeutschern Menjschenrechte ab

Beleg? D-Sado liefert ja manchmal schräge Ansagen, aber diese konnte ich so noch nicht entdecken.

che2001, 04.11.2008 00:24

Ich glaube, die meint solche Sachen (Kommentare Stimme aus dem Off im jeweiligenThread)

http://www.antibuerokratieteam.net/2008/10/11/haider-ist-tot/

http://www.bissige-liberale.com/2007/11/24/von-antifa-und-antifanten/

Tja, und wenn ich dann seine Links zu PI und einer Todessstrafe-Befürworter-Homepage sehe und seine Statements z.B. zu Pro Köln würde ich allerdings sagen, dass es da gehörig bräunelt.

netbitch, 04.11.2008 09:18

Ungefähr so etwas meinte ich, ja. Wobei seine Äußerungen zum privaten Waffenbesitz und Kommunisten niederschießen oben ja für sich sprechen.

Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 10:22

Ich zitiere mich mal selbst:

Ja, ich bin auch dafür demonstrierende (Anti-)faschischten und Kommunisten zu erschießen. ;-)

Man beachte das Zeichen am Ende meines Satzes.

Also schon die zweite Verleumdung von Dir.

 
 
Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 10:28

Schön, das Du den Thread mit Deiner Lügengeschichte wieder rauskramst. Mir war der ganz entfallen, aber so weiß ich wieder womit ich Dich aufziehen kann.

Die von Dir aufgezählten Beispiele sind ein eindrucksvoller Beleg für Deine vollkommen verdrehte Weltsicht und totale juristische Ahnungslosigkeit, gepaart mit einem politischen Standpunkt außerhalb des demokratischen Spektrums.

Der Extremist bin ich nicht, sondern Du.

Zur Todesstrafe-Befürworter-Homepage empfehle ich einfach mal den Mauszeiger auf dem Link verweilen zu lassen. Diese Anmerkung habe ich seit dem Tag drin, an dem ich diesen Link gesetzt habe.

Im Gegensatz zu gewissen Personen von links habe ich kein Problem mit anderen Meinungen.

Nicht bei mir bräunelt es, bei Euch rötelt es stark. Es riecht nach Gulag.

jo@chim, 04.11.2008 11:01

Keine OT-Bashereien hier bitte, gilt auch für Dich, D-Sado. Danke.

 
Fiete_Jansen, 04.11.2008 11:14 Subscribed to comments via email

Und wie es bei dir bräunelt.

Ich für meinen Teil stehe voll auf der Verfassung meines Landes. Vor allem da diese Verfassung durch eine Volksabstimmung zu stande gekommen ist und nicht wie das GG einfach übergestülpt wurde. Das ist im Übrigen mit der Verfassung von Hessen und der Verfassung der DDR gleich. Schon komisch das es in der ach so demokratischen BRD nicht ging.
Der einzige Artikel der Verfassung von Hessen den ich ablehne ist Art 21 und der wird vom GG gedeckelt. Alle anderen Artikel zum Glück nicht. Wir haben so nette Sachen in der Verfassung wie:

Artikel 27. Die Sozial- und Wirtschaftsordnung beruht auf der Anerkennung der Würde und der Persönlichkeit des Menschen.

Artikel 28. Die menschliche Arbeitskraft steht unter dem besonderen Schutze des Staates.
Jeder hat nach seinen Fähigkeiten ein Recht auf Arbeit und, unbeschadet seiner persönlichen Freiheit, die sittliche Pflicht zur Arbeit.

Artikel 29. (…)
Das Streikrecht wird anerkannt, wenn die Gewerkschaften den Streik erklären.
Die Aussperrung ist rechtswidrig.

Artikel 33. Das Arbeitsentgelt muß der Leistung entsprechen und zum Lebensbedarf für den Arbeitenden und seine Unterhaltsberechtigten ausreichen. Die Frau und der Jugendliche haben für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung Anspruch auf gleichen Lohn. (…)

Artikel 39. Jeder Mißbrauch der wirtschaftlichen Freiheit – insbesondere zu monopolistischer Machtzusammenballung und zu politischer Macht – ist untersagt. (…)

Artikel 40. Gemeineigentum ist Eigentum des Volkes. Die Verfügung über dieses Eigentum und seine Verwaltung soll nach näherer gesetzlicher Bestimmung solchen Rechtsträgern zustehen, welche die Gewähr dafür bieten, daß das Eigentum ausschließlich dem Wohle des ganzen Volkes dient und Machtzusammenballungen vermieden werden.

Artikel 41. Mit Inkrafttreten dieser Verfassung werden
1. in Gemeineigentum überführt: der Bergbau (Kohlen, Kali, Erze), die Betriebe der Eisen- und Stahlerzeugung, die Betriebe der Energiewirtschaft und das an Schienen oder Oberleitungen gebundene Verkehrswesen,
2. vom Staate beaufsichtigt oder verwaltet, die Großbanken und Versicherungsunternehmen und diejenigen in Ziffer 1 genannten Betriebe, deren Sitz nicht in Hessen liegt. (…)

Artikel 42. Nach Maßgabe besonderer Gesetze ist der Großgrundbesitz, der nach geschichtlicher Erfahrung die Gefahr politischen Mißbrauchs oder der Begünstigung militaristischer Bestrebungen in sich birgt, im Rahmen einer Bodenreform einzuziehen. (…)

Artikel 69. Hessen bekennt sich zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet. Jede Handlung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen Krieg vorzubereiten, ist verfassungswidrig.

Artikel 147. Widerstand gegen verfassungswidrig ausgeübte öffentliche Gewalt ist jedermanns Recht und Pflicht.

Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 11:33

Und wie es bei dir bräunelt.

Wieder einmal: Nichts als Agitprop.

Das ist im Übrigen mit der Verfassung von Hessen und der Verfassung der DDR gleich. Schon komisch das es in der ach so demokratischen BRD nicht ging.

Na sicher! Die Verfassung der DDR ist wunderbar demokratisch zustande gekommen. *gelächter*

Alle anderen Artikel zum Glück nicht.

Du bist ahnungslos. Du hast überhaupt keine Ahnung von der Normenhierarchie. Die hessische Verfassung ist komplett belanglos, nur deswegen steht der ganze Blödsinn da noch. Wenn Du ein ein ganz klein wenig davon verstehen würdest, hättest Du diesen Mist nicht zitiert.

Fiete_Jansen, 04.11.2008 12:21 Subscribed to comments via email

Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik wurde wie die Verfassung von Hessen durch eine Volksabstimmung beschlossen.

Wenn also die Verfassung von Hessen so belanglos ist, warum leisten alle Regierungen von Hessen ihren Eid darauf?

Naja Ok. sie brechen ihn ja auch sofort wieder.

Das ich von der sog. Normenhierarchie nichts verstehen soll bezweifle ich.

Bundesrecht bricht Landesrecht Ok. aber in welchem Artikel des GG werden die oben genannten Artikel gebrochen?

Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 12:39

Bundesrecht bricht Landesrecht Ok. aber in welchem Artikel des GG werden die oben genannten Artikel gebrochen?

Beweis erbracht.

 
Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 12:48

Und es geht nicht darum, dass die hessische Landesverfassung gegen Artikel des Grundgesetzes verstoßen könnte…

Im übrigen sind Abstimmungen nur dann demokratisch und rechtsstaatlich, wenn die Abstimmungen frei, gleich, geheim und (bedingt) unmittelbar ist.

In der DDR war das alles zu keiner Zeit gewährleistet, aber das weisst Du ganz genau. Die willst hier nur Agitprop betreiben und stellst Dich auch dabei noch ziemlich dumm an. Das ist schon eine gewisse Leistung.

So kennt man sie, die Linken:
http://meineheimat.wordpress.com/2008/11/01/die-schulkantine/#comments

Bitte der Vollständigkeit halber mit Kommentar lesen. *lach*

 
 
 
jo@chim, 04.11.2008 11:49

Fiete, Sie haben entweder im Parteilehrjahr nicht aufgepasst oder Sie erzählen hier Märchen für die blöden Liberallalas bürgerlich-demokratischen Kräfte, die, wie schon Manfred Gerlach und Gerald Götting bewiesen, durchaus eine Perspektive im sozialistischen System haben:

“Wissenschaftlicher Sozialismus” inkl. Führungsanspruch der Partei der Arbeiterklasse geht nicht mit parlamentarischer Demokratie und Marktwirtschaft zusammen. Wenn sich Kommunisten für die Verfassung aussprechen, tun sie das lediglich aus taktischen Gründen, um sich ihre Arbeitsbedingungen zu sichern. Ziel bleibt die soziale Revolution. Einen Hinweis auf deren Legitimität kann ich im Grundgesetz allerdings nicht entdecken.

Die DKP bekennt sich ausschliesslich deshalb zur Verfassung, um nicht unter das KPD-Verbot zu fallen, Sie wissen das so gut wie ich.

Deshalb wird in der Öffentlichkeit auch von der “Herrschaft” anstatt von der Diktatur der “Arbeiterklasse” (”und ihrer Partei” muss man immer dazu denken, wenn man sich ein wenig in der Geschichte der kommunistischen Bewegung auskennt) gesprochen.

Fiete_Jansen, 04.11.2008 12:27 Subscribed to comments via email

Das der wissenschaftliche Sozialismus nicht mit Marktwirtschaft zusammen geht stimmt. Aber wo ist die Marktwirtschaft in der Verfassung bzw. im GG verankert?

Die Diktatur des Proletariats ist die Herrschaft der Arbeiterklasse. Zur Zeit leben wir unter der Diktatur der Bourgeoisie.

Diktatur bedeutet Herrschaft. Mehr nicht.

jo@chim, 04.11.2008 13:04

Quatsch Fiete, versuchen Sie doch nicht die Leser hier für dumm zu verkaufen:

Die Diktatur des Proletariats aber, d.h. die Organisierung der Avantgarde der Unterdrückten zur herrschenden Klasse, um die Unterdrücker niederzuhalten, kann nicht einfach nur eine Erweiterung der Demokratie ergeben. Zugleich mit der gewaltigen Erweiterung des Demokratismus, der zum erstenmal ein Demokratismus für die Armen, für das Volk wird und nicht ein Demokratismus für die Reichen, bringt die Diktatur des Proletariats eine Reihe von Freiheitsbeschränkungen für die Unterdrücker, die Ausbeuter, die Kapitalisten. Diese müssen wir niederhalten, um die Menschheit von der Lohnsklaverei zu befreien, ihr Widerstand muß mit Gewalt gebrochen werden, und es ist klar, daß es dort, wo es Unterdrückung, wo es Gewalt gibt, keine Freiheit, keine Demokratie gibt.

Der Massenmörder Wladimir Iljitsch Lenin in “Staat und Revolution”. Hervorhebungen von mir. Das Zitat offenbart einmal mehr das tiefe Unverständnis der Kommunisten für rechtsstaatliche Prinzipien. Das Bundesverfassungsgericht meinte dazu:

Die Diktatur des Proletariats ist mit der freiheitlichen demokratischen Ordnung des Grundgesetzes unvereinbar. Beide Staatsordnungen schließen einander aus; es wäre nicht denkbar, den Wesenskern des Grundgesetzes aufrechtzuerhalten, wenn eine Staatsordnung errichtet würde, die die kennzeichnenden Merkmale der Diktatur des Proletariats trüge

Allein aus diesem Grund steht die DdP nicht im DKP-Programm. Danke für Ihre Offenheit, die belegt, dass dies allein aus taktischen Gründen so ist.

 
Fiete_Jansen, 04.11.2008 15:27 Subscribed to comments via email

Ach die Herren Verfassungsrichter von 1956, die illegalerweise auf Druck des Adenauerregiems die KPD haben verbieten lassen, da sie die einzige Partei war, die gegen die Remilitarisierung der BRD war, waren diese nicht ein paar Jahre vor diesem Urteil zu großen Teilen nicht auch Staatsanwälte und Richter, die davon Lebten Kommunisten und andere umbringen zu lassen?

 
Fiete_Jansen, 04.11.2008 17:34 Subscribed to comments via email

Und wer Lenin einen Massenmörder nennt…der muss was am Kopf haben.

 
jo@chim, 04.11.2008 18:13

250.000-1.000.000 Opfer des von Uljanow initiierten “roten Terrors” zwischen 1917 und 1922 waren kein Massenmord? Ach, ich vergass: es war ja für die gute Sache.

Für die Pathologisierung abweichender Meinungen scheinen Sie im Übrigen ein Faible zu haben – auch das nicht ganz untypisch für totalitäre Ideologen kommunistischer oder faschistischer Provinienz.

Gottseidank haben die Kommunisten (noch) nicht (wieder) die Macht, politische Gegner in die Psychatrie einzuweisen…

 
Fiete_Jansen, 04.11.2008 18:37 Subscribed to comments via email

Der rote Terror war eine Antwort auf den weissen Terror.

 
jo@chim, 04.11.2008 21:01

Terror [...] Antwort [...] Terror

Ja Fiete. So said I: die feindlichen Brüder schossen aufeinander – und noch viel mehr auf Unbeteiligte (Kulaken, Juden, Gewerkschafter, Kapitalisten, Christen, Unangepasste, [bitte tragen Sie Ihr aktuelles Feindbild ein])… Hundertausende, Millionen, mussten dran glauben für die perversen Weltordnungsträume der totalitären Ideologen des “verdammten 20.Jahrhunderts”, all der widerlichen Wichser, der Lenins, Stalins, Hitlers, Francos, Maozedongs, Himmlers.
Leute wie Sie, der miese Mies oder der noch miesere Voigt sind – Gottseidank! – nur ein müder Abklatsch…

 
drbuffo, 05.11.2008 09:20

Das mit dem Terror war gut, Fiete rechtfertigt Terror. Man muss schon ein wenig einen an der Waffel haben um Kommunist oder Nazi werden zu können.

 
 
 
 
 
jo@chim, 04.11.2008 10:58

Netbitch, Che2001: falls Ihr Antifa-Rollkommando spielen wollt, macht das bitte in Euren eigenen Blogs – insbesondere wenn Ihr, wie offensichtlich im gegebenen Fall, mit nicht belegten Unterstellungen, Verdrehungen und Übertreibungen (also klassisches Repertoire) arbeiten möchtet. Danke!

netbitch, 04.11.2008 12:53

Was heißt hier den nicht belegt? Der belegt sich doch selber:

“Als Haider die kriminellen, nicht abschiebbaren Asylbewerber auf die Alm schickte konnte ich zumindest daran nichts unfreies erkennen. Gut, die Freiheit der Asylbewerber wurde eingeschränkt, aber das ist ja nich was zählt. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind die Abgeordneten ihrem Volk verpflichtet. Die Asylbewerber gehören nicht dazu.”

“Das das Asylrecht als “Grundrecht” manifestiert war, war eine dogmatische Katastrophe. Grundrechte sollen Abwehrrechte des BÜRGERS gegen den Staat bilden. Asylbewerber sind nun einmal keine Bürger, deshalb sollten sie sich auch nicht auf Grundrechte berufen können.”

Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 12:55

Du kannst zwischen Menschen- und Grundrechten unterscheiden, ja?

 
DDH, 04.11.2008 13:18
Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 13:59

Ich halte es da mit Boche:

Boche
4.11.2008 | 13:44
Ein Kompliment von dir beunruhigt mich. ;-)

DDH, 04.11.2008 14:12

@Stimme aus dem Rassistenloch: Das Kompliment galt auch nicht Dir sondern Netbitch!

 
Die Stimme aus dem Off, 04.11.2008 14:18

Eben drum. :-)

 
 
libertarian, 04.11.2008 14:34

ddh mit deinem touche an netbitch liegst du goldrichtig: endlich wirfst du all den libertaeren muell der dich so lange vom klaren denken abgehalten hat ab – wer für das “recht” auf waffenbesitz eintritt /kann/ nur ein rassist und faschist sein!!

sprich weiter: welche “grundrechte” moechtet ihr denn in der verfassung garantiert haben? nur das asylrecht? oder auch die rechte auf arbeit, kostenlose bildung und beteiligung der arbeitnehmer am unternehmenserfolg?

DDH, 04.11.2008 14:49

Es ist nicht libertär dem Staat das Recht einzuräumen, Menschen zu internieren. Und wärest Du libertär, wüßtest Du, daß ich GARKEINE Verfassung benötige!Open Borders, Open Markets, Open Minds: DAS ist libertär!

 
netbitch, 04.11.2008 15:02

Ja, so ähnlich sehe ich das auch. Wobei ich kostenlose Bildung und ArbeitnehmerInnenbeteiligung dazu nicht im
Widerspruch sehe. Die Stimme aus dem Abschiebeknast
kann übrigens ihren Gulag gerne behalten ;-)

 
 
 
 
 
 
 
 
Die Stimme aus dem Off, 03.11.2008 16:41

Das habe ich auch nicht behauptet.

Als ich das letzte Mal eine Waffe in der Hand hielt war diese noch industriell gefertigt. Bei Pfeil und Bogen sind wir zum Glück noch nicht wieder angekommen, aber was nicht ist kann ja noch werden. Der Sozialismus macht es möglich.

Wenn Neofaschisten nicht Demonstrieren können find ich im übrigen super.

Ja, ich bin auch dafür demonstrierende (Anti-)faschischten und Kommunisten zu erschießen. ;-) Es geht doch nichts über Meinungsfreiheit. Sie muss eben nur im *hüstel* Rahmen bleiben. ;-)

Womit wir wieder ganz am Anfang der politischen Kultur wären, aber was anderes erwarte ich mittlerweile von links auch nicht mehr. Genau DAS ist das Niveau, das man zu erwarten hat von links. Der Beweis ist – wieder einmal – erbracht worden. Vielen Dank auch dafür.

Fiete_Jansen, 03.11.2008 16:57 Subscribed to comments via email

Wenn man sich an den vorhergehenden Tread nicht erinnern kann, sollte man sich schon so seine Gedanken machen.

Wenn heute von der Rüstungsindustrie die Rede ist, sind solche Kriegsgewinnler wie EADS, Heckler&Koch etc. gemeint. Wer das nicht weiß sollte sich auch Gedanken machen.

Die Stimme aus dem Off, 03.11.2008 21:53

Bei Dir mache ich mir Gedanken, allerdings eher in medizinischer Hinsicht.

Fiete_Jansen, 04.11.2008 09:45 Subscribed to comments via email

daß waren die Gedanken die ich mir seinerseits gemacht habe.

 
 
 
 
 
 
 
 
Rayson, 03.11.2008 20:44

Ihn einen Vasallen zu schimpfen ist unglaublich.

Gnade der späten Geburt? Ich kann mich jedenfalls noch gut an die peinlichen Auftritte des ollen Herbert bei den DDR-Größen und in der “aktuellen kamera” erinnern.

Damit eines Tages, die Arbeiterklasse auch in der BRD die Herrschaft übernehmen kann.

Könnt ihr nicht erstmal mit was Kleinerem anfangen? Mit Meck-Pomm oder dem Saarland? So zum Üben?

Fiete_Jansen, 03.11.2008 21:28 Subscribed to comments via email

@ Rayson Ich bin alt genug und kenne die Deutsche Demokratische Republik auch noch. Auch wenn ich von Geburt BRD Bürger bin. Ich kenne auch uns Herbert. Habe ihn erst vor wenigen Wochen in Recklinghausen wieder erleben dürfen.

Ich denke die BRD ist ein kleiner Anfang.

Rayson, 03.11.2008 22:19

Schade – so verliert man Glaubwürdigkeit. Ich finde, was den Anspruch erhebt, im Großen zu funktionieren, muss seine Güte erstmal im Kleinen unter Beweis stellen. Was diesem Weg nicht ausgesetzt werden soll, ist höchstwahrscheinlich Scharlatanerie.

Fiete_Jansen, 04.11.2008 09:44 Subscribed to comments via email

Das Experiment Sozialismus in einem Staat ist gestorben. Das war einer der großen Fehler.

 
 
 
 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 11:02 Subscribed to comments via email

@ Lina, zur herrschaftsfreien, klassenlosen Gesellschaft kann man nur über den Weg der Herrschaft der Arbeiterklasse kommen. Und diese Herrschaft braucht lange bis eine klassenlose kommunistische Welt erreicht ist.

Vom Aufbau des Sozialismus bis zum Kommunismus nach meiner Meinung mindestens 500 Jahre.

jo@chim, 03.11.2008 11:43

*lol* Ausverkauf bei den Totalitären: 500-jähriges Reich im Angebot statt des tausendjährigen…

 
Lina, 03.11.2008 18:02

… mindestens 500 Jahre

Schneller geht’s nicht … bis er von selbst kollabiert? Nein, NICHTS mehr sollte (im aufgeklärten Sinn) “Herrschaft” ermöglichen, auch nicht die der “Arbeiterklasse”, der eine ‘Intelligenzia” sagt, was sie zu tun hat (beide Sorten machen bekanntlich die Mischung).

Bitte den Blick nach China zu richten, (wenn sonst nichts hilft … ), wo das perverseste Experiment aller Zeiten abzugehen scheint: klassischer Staatskommunismus (mit Fangen & Hängen) nach den Regeln frühkapitalistischer Versklavung bei gleichzeitiger Duldung mafiöser Strukturen zur Herausbildung einer Geldelite. Auch der Kommunismus pervertiert, und er braucht dazu bei geeigneter Dynamik nur ein paar Jahrzehnte …

Fiete_Jansen, 03.11.2008 19:58 Subscribed to comments via email

Warum sollte er kollabieren? Wenn der Sozialismus auf festen Beinen steht?

Nehmen wir China liebe Lina, die Parteiführung sagt dort ja selbst, daß der Sozialismus in etwa zum 100. Jubiläum der Revolution erreicht sein soll. Und dazu haben sie noch ein paar Jahre zeit.

Wie kannst du wissen, das eine herrschaftsfreie Gesellschaft pervertiert?

Lina, 03.11.2008 21:13

Wenn der Sozialismus auf festen Beinen steht?

Wo? In Cuba, Nordkorea … zuzüglich ein paar anderer kleiner Flecken auf dem Globus? Stimmt, er steht dort lange, aber FEST nur auf Grund von Herrschaft.

Wie kannst du wissen, das eine herrschaftsfreie Gesellschaft pervertiert?

Du stellst Fragen! Demnach wäre der Kommunismus herrschaftsfrei? In der THEORIE, in der Praxis ist er nicht anders durchsetzbar als durch Herrschaft. Menschenskinder! Einfach mal so simple Dinge wie die Natur des Menschen studieren, geht auch ganz wissenschaftlich, anstatt immer nur Kalle und Konsorten. Der Kommunismus ist ein Konzept für Menschen, die (unter Zwang, wie anders?) einen prägenden Prozess der Standardisierung durchlaufen haben müssen, bevor sie im Sinne einer Systemtauglichkeit systemgerecht funktionieren könnten – also nie.

Auch der Kapitalismus prägt, hat Standardisierung auf seiner Produktpalette – jedoch WAHLWEISE, was den entscheidenden Unterschied zur Verordnung macht! Und er ist viel näher dran am Menschen, praktisch seine zweite Haut … auch wenn sein Seelenheil gelegentlich angesichts der unausGLEICHbaren (!) “Ungerechtigkeit der Welt” in Bedrängnis gerät. Macht man ihm ein paar ethisch einwandfreie “sozialverträgliche” Auflagen, dann taugt er schon, dann gewinnt er jeden Systemwettbewerb – wetten?

Fiete_Jansen, 03.11.2008 21:31 Subscribed to comments via email

Beim nächsten Anlauf wird der Sozialismus auf festen Beinen stehen. Wir Kommunisten machen den selben Fehler nicht noch einmal.

Der Kommunismus ist die klassenlose also auch herrschaftslose Gesellschaft. Eine Gesellschaft in der Parteien und der Staat abstirbt ist das nunmal.Und das ist dann Kommunismus. Einen anderen Weg dorthin gibt es nicht.

Lina, 03.11.2008 22:28

Eine Gesellschaft in der Parteien und der Staat abstirbt ist das nunmal.

Auf DIESE Leichen bin ich gespannt, fürchte nur, dass ich die geschätzten 500 Jahre bis dahin nicht durchhalte. Also besser gleich die Utopie begraben, hmm?

PS: Könntet Euch eigentlich mit den Anarcho-Libertären zusammentun, haben zuindest das selbe Ziel, geht dann vielleicht schneller? Obwohl: Zwangsmassnahmen sind ist ja gerade nicht nach deren Geschmack … nö, lass’ mal.

jo@chim, 03.11.2008 22:36

Fiete hat Recht: die nichtkommunistischen Parteien und der bürgerliche Staat sind meist samt Personal “abgestorben” in den bisherigen kommunistischen Gesellschaftsexperimenten.
Wenn Verräter wie Gorbatschow und ihre Familien rechtzeitig liquidiert worden wären, wäre alles ganz anders gekommen!

Lina, 03.11.2008 22:48

Stimmt ja, nehme alles zurück! Fiete hat Recht!

(Dachte bloss an die absterbende kommunistische Einheitspartei, die es zur Verwaltung eines eliminierten Staates auch nicht mehr braucht …)

 
 
 
 
 
 
 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 13:14 Subscribed to comments via email

@

Das die Totalitarismus Doktrin gescheitert ist, dürfte doch bei jedem normaldenkenden inzwischen angekommen sein. Das Sozialismus und Faschismus zwei sich feindlich gegenüberstehende Systeme sind ist nicht zu leugnen. Wir Kommunisten haben gegen den Faschismus gekämpft als die bürgerlichen Parteien noch versuchten Hitler die Steigbügel zu halten. Der Faschismus an der Macht ist wie die sogenannte bürgerliche Demokratie ein Kind des Imperialismus. Solange mit der bürgerlichen Demokratie genug Profit gemacht werden kann, ist es dem Kapital recht. Wenn es nicht mehr reicht wird der Faschismus wieder eine gute Option.

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit… Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.“
Aus Das Kapital

Ohne einer gründlichen Analyse faschistischer Gefahren vorgreifen zu wollen, sei der frühere Chefredakteur von „Capital“ Johannes Groß zitiert, der 1996 schrieb:

„Nach dem Scheitern des Kommunismus und der anscheinend wachsenden Funktionsschwäche der traditionellen Demokratien bleibt der Faschismus eine der Möglichkeiten der Politik….er wird nicht antisemitisch sein und nicht von der Überlegenheit einer Rasse schwärmen, sondern umgekehrt, die Talente verschiedener Zivilisationen nutzen.“

jo@chim, 03.11.2008 14:24

Mein lieber “Fiete”,

Das die Totalitarismus Doktrin gescheitert ist, dürfte doch bei jedem normaldenkenden inzwischen angekommen sein

Nicht die Totalitarismustheorie ist gescheitert, sondern das “sozialistische Weltsystem”, schon gemerkt? *lol* (Interessant in diesem Zusammenhang die Denunziation anderer Meinungen als nicht “normaldenkend” – ist doch die Pathologisierung abweichender Meinungen einer der Charakterzüge totalitärer Ideologien)

Das Sozialismus und Faschismus zwei sich feindlich gegenüberstehende Systeme sind ist nicht zu leugnen.

Ersetzen Sie “Systeme” durch “Brüder” – und schon stimmt die Aussage.

Wir Kommunisten haben gegen den Faschismus gekämpft als die bürgerlichen Parteien noch versuchten Hitler die Steigbügel zu halten.

Nicht gegen den Faschismus, sondern gegen die Demokratie (das “Kind des Imperialismus”) haben die Kommunisten gekämpft. Mit den Nazis hat die Thälmannsche KPD nicht nur beim oft zitierten BVG-Streik, sondern auch in der Agitation gegen das “Versailler Schanddiktat” in dasselbe Horn geblasen (was sogar dazu führte, dass nationalistische Reichswehroffiziere wie Richard Scheringer zur KPD wechselten).

btw: nettes Zitat von Johannes Gross, das in dieser Form, wie Sie das bringen, wohl den Eindruck einer unkritischen Distanz zu den Nationalsozialisten erwecken soll. Bei Petra Pau klingt seine Warnung so (Unterschiede von mir hervorgehoben):

In Deutschland ist auch künftig ein rechter Despotismus möglich, aber er wird dem wenig ähneln, den die Völker Europas kennen; er wird nicht antisemitisch sein, nicht von der Überlegenheit einer Rasseschwärmen, sondern umgekehrt die Talente der verschiedensten Zivilisationen nutzen. Eine Nachahmung des Hitlerismus oder was heute dafür gehalten wird, ist Sache der Blöden.

Die Katze lässt das Mausen nicht, der Commie nicht die Manipulation…
;-)

 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 15:37 Subscribed to comments via email

Der Sozialismus in Osteuropa hat eine momentane Niederlage einstecken müssen, die von aussen wie innen geleitet wurde. Wenn es einen nach ihrer Meinung wohl Helden, nach meiner Meinung Verräter und bestechliche Verbrecher wie Gorbatschow und Konsorten nicht gegeben hätte, der an der US Uni in Ankara sogar selbst zugegeben hat, in die KP eingetreten zu sein, um sie von innen zu zerstören, würde es heute wohl anders aussehen.

Auch ist die kommunistische Weltbewegung seit geraumer Zeit wieder am wachsen. Da die Menschen sehen, so wie es ist, kann es nicht bleiben. Und die einzige alternative zum Imperialismus ist und bleibt der Sozialismus.

Zum Versailler Vertrag…gegen dieses Diktat sind alle Parteien aufgestanden. Die Lüge, wir hätten mit den Faschisten beim BVG Streik gleiche Sache gemacht wird immer wieder aus der Mottenkiste geholt wird dadurch aber nicht zur Wahrheit. Das auch Leute wie Scheringer irgendwann mit dem Nachdenken angefangen haben ist doch zu begrüßen. Zum Abschluss noch zwei längere Zitate, von einem immer parteilos gebliebenen ist.

Der Kommunismus ist das Mittlere

Zum Umsturz aller bestehenden Ordnung aufzurufen
Scheint furchtbar.
Aber das Bestehende ist keine Ordnung.

Zur Gewalt seine Zuflucht nehmen
Scheint böse.
Aber da, was ständig geübt wird, Gewalt ist
Ist es nichts Besonderes.

Der Kommunismus ist nicht das Äußerste
Was nur zu einem kleinen Teil verwirklicht werden kann, sondern
Vor er nicht ganz und gar verwirklicht ist
Gibt es keinen Zustand, der
Selbst von einem Unempfindlichen ertragbar wäre.

Der Kommunismus ist wirklich die geringste Forderung
Das Allernächstliegende, Mittlere, Vernünftige.
Wer sich gegen ihn stellt, ist nicht ein Andersdenkender
Sondern ein Nichtdenker oder ein Ansichdenkender
Ein Feind des Menschengeschlechtes

Furchtbar
Böse
Unempfindlich

Besonders
Das Äußerste wollend, was selbst zum kleinsten Teil
verwirklicht
Die ganze Menschheit ins Verderben stürzte.

Lob des Kommunismus

Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen,
Aber wir wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
Das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Rätsel,
Sondern die Lösung.
Er ist das Einfache,
Das schwer zu machen ist.

Brecht

jo@chim, 03.11.2008 19:12

Ja klar Fietelchen, der olle Brecht war ein guter Dialektiker. Hat auch schon mal Stalin beweihräuchert (als Dank für den Stalin-Preis 1954 vielleicht – aber natürlich dialektisch: nicht GROSS! nannte er ihn, sondern nützlich!).

Aber könnense nicht vielleicht auch mal versuchen, Dinge in eigenen Worten auszudrücken (”Selbst Denken. Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist”), anstatt Gedichte aus dem Parteilehrjahr zu copy’n'pasten?

btw: der Sozialismus muss eine ganz schön jämmerliche Veranstaltung gewesen sein, wenn er durch einen allereinzigen Sozialdemokraten zur Implosion gebracht werden konnte…

drbuffo, 03.11.2008 19:23

Köstlich auch die Formulierung “momentane Niederlage des Ostblock-Kommunismus”,

Hier kann der des Holländischen Kundige die Herkunft des Wortes Fietel nachlesen:
http://www.einsfeestkomitee.be/fietel/historiek.html

Und klar, der Ostblock-Kommunismus _war_ eine ganz jämmerliche Veranstaltung.

jo@chim, 03.11.2008 19:40

Fiete Jansen war ne Gestalt in irgendeinem DEFA-Thälmann-Film (”unstörblicha Sohn seina Klasse”). Da T. lediglich ein Stalinist in den Farben Deutschlands war – ganz im Gegensatz zu eher intelligenten Leuten wie Rosa Luxemburg oder Ruth Fischer – passt der Nick für’n DKPisten ganz gut ;-)

drbuffo, 03.11.2008 19:47

Ist ja ne ganz nette Person und offensichtlich keiner der unangenehmen intellektuellen Kommunisten.
Leider entspricht der Kommunismus nicht der Natur der Menschen. Dabei ist er so schön griffig und eingängig.

Letztlich kommen aber ausschliesslich solche Würste wie Fidel Castro (”Bei uns sind sogar die Prostituierten diplomiert.” – LOL) an den Drücker.

Fiete_Jansen, 03.11.2008 20:13 Subscribed to comments via email

Der Kommunismus entspricht absolut der Natur der Mehrheit des Menschen. Nur nicht der Natur der Ausbeuter.

Wann und wo soll Fidel so einen Schwachsinn gesagt haben? Da auf Cuba die Prostitution illegal ist, bezweifle ich dies. Es gibt sie, aber sie wird verfolgt. Und anders als in vielen anbderen Staaten, wo die oder der Prostituierte verhaftet wird und der Sextourist bekommt höchstens ne kleine Verwarnung… In Cuba werden Prostituierte wieder der normalen Arbeit zugeführt, müssen eine Strafe zahlen und der Tourist bekommt so richtig Ärger. So wie es auch sein soll.

drbuffo, 05.11.2008 09:16

@Fietel
Yo, gut dass Du nachfragst, mal als Tipp, einfach erst mal selbst recherchieren:
http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1W1GGLL_de&q=Fidel+Castro+Prostituierte+Akademiker&meta=

“Eine der größten Errungenschaften unserer Revolution ist, dass selbst unsere Prostituierten Akademiker sind.”

Ich denke, das ist das Selbstentlarvendste, das Fidel von sich gegeben hat.

Prostitution ist in Kuba rein formal verboten, es wimmelt aber dort von Prostituierten, das Durchschnittseinkommen ist systemgemäss sehr gering. Ich war zum Glück noch nie da. Vielleicht wäre dat wat für Dich?!

 
 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 20:08 Subscribed to comments via email

Da kennt sich aber einer gut in Agitprop Filmen aus.

Nur komisch das schon wieder die “Stalinismus” Keule geschwungen wird.

Hingegen Ruth Fischer grobe Fehler die kaum zu beheben waren zu verantworten hat.

 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 20:03 Subscribed to comments via email

Es gab noch keinen Kommunismus. Vor allem kann es keinen auf Staaten bezogenen Kommunismus geben. Und der Sozialismus in Osteuropa war immer noch besser als das was man uns hier vorsetzt.

Schmock, 03.11.2008 20:39

Warst Du mal Bürger eines dieser sozialistischen europäischen Staaten? Wenn ja, so wäre ich sehr interessiert, was Du damals gemacht hast.

Fiete_Jansen, 03.11.2008 21:33 Subscribed to comments via email

Wie oben geschrieben, ich bin von Geburt Bürger der BRD. Ich war aber oft in europäischen sozialistischen Staaten.

 
 
 
 
Fiete_Jansen, 03.11.2008 20:01 Subscribed to comments via email

Da ich auch andere Sachen zu machen habe, mach ich es mir manchmal einfach und kopiere gute und richtige Sachen einfach rein.

Ich habe geschrieben das Gorbatschow auch dazu beigetragen hat. Einen Sozialdemokraten würde ich ihn allerdings nicht nennen.

 
 
 
Nörgler, 04.11.2008 21:48

Putzig, die kraftvolle Debatte DDH gegen DKPist. Da haben sich die Richtigen gefunden. Ihre Ähnlichkeit fällt ihnen garnicht auf.

Würden sie begreifen, dass der Zentralverwaltungswirtschafts-”Sozialismus” der DDR der untaugliche Versuch einer Marktwirtschaft ohne die Anarchie des Marktes war, dann bräche ihrer beider Weltbild zusammen und sie müßten gemeinsam Selbstmord begehen.

Ich habe nicht alles gelesen. Habt Ihr zwei lustigen Gesellen schon das gemacht, was ich das “Todesrennen” nenne? In diesem hehren Wettstreit geht es darum, wer die höchsten kapitalistischen/kommunistischen(sozialistischen) Opferzahlen nennen kann. Gern genommen werden “Pol Pot”(kommunistisch) und “die zwei Weltkriege” (kapitalistisch).

 

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