Zwar werden nicht einmal die sogenannten Banker jene von Marx und Engels vorhergesagten Totengräber sein, die den Kapitalismus unter die Erde bringen; der überlebte noch ganz andere Heimsuchungen. Doch haben ausgerechnet sie, die sich gerne als seine postmoderne Avantgarde gerierten, die in Deutschland ohnehin nicht tief wurzelnde Idee des freien, sich selbst regulierenden Marktes in einer Weise diskreditiert, die auf Jahre hinaus den politischen Diskurs vorbestimmen und einengen wird.

So kommentiert Berthold Kohler in der FAZ das „Ausschlagen des Pendels“ in Richtung eines (noch weiter verstärkten) Dirigismus – was dem etatistischen Establishment nicht unrecht sein wird: eben jenen zockenden Bankern, die als Akteure die Krise zu verantworten haben, werden nun auf Kosten der Allgemeinheit zu ihrem Vorteil und zum Vorteil der politischen Klasse, die sich als Retter darstellen kann, die Verluste sozialisiert.

Nichts könnte deutlicher die Schwäche konsequent liberaler Lösungsansätze in der öffentlichen Wahrnehmung illustrieren, als die von vielen gefühlte Verantwortung eines imaginären Neoliberalismus für eine Krise, die wohl allein deshalb zur Systemkrise wurde, weil marktwirtschaftliche Regularien aufgrund des Primates der Politik ausser Kraft gesetzt wurden.

Ein „Neoliberalismus“, der doch nur, wie es der Liberale Roland Baader auf den Punkt gebracht hat, einen „staatlich versumpften Kapitalismus mit seinem Geklüngel zwischen big government und big business“ darstellt.