Nächstens beschweren sich noch die Skinheads Sächsische Schweiz, es wäre ein klarer Godwin, sie als Faschisten zu bezeichnen.

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat die geschichtliche Wahrheit sicherlich nicht ganz genau getroffen, als er die Ressentiment geladene Kampagne gegen Banker und Finanzmanager mit der 1929’er Agitation der Nationalsozialisten gegen das „raffende Kapital“ in Gestalt des jüdischen Untermenschen gleichsetzte.

Dass er sich jetzt für etwas entschuldigt, zu dem er gar nichts gesagt hat (nämlich dem Schicksal der Juden nach 1933) zeigt, dass er die Methodik des medialen Aufheulens – den lauten Anti-Godwin – wohl begriffen hat.

Sein Mea Culpa ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass er durchaus richtig darin lag, die Suche nach Sündenböcken in der Krise, den Populismus „gegen Bosse, Bonzen und Banken“ mit historischen Vorbildern zu verknüpfen:

Die staatliche Kontrolle der Finanzmärkte (sprich „jüdisches Grosskapital“) und die Abwehr ausländischer Investoren (Heuschrecken), war eines der Hauptpostulate des Nationalsozialismus. Die Verklärung der sogenannten Realwirtschaft (Bauer und Arbeiter) und die Verteufelung des Handels und der Spekulation ebenfalls

schreibt Robert Nef auf dem Blog der Schweizer Monatshefte dazu historisch korrekt(er). Und

Die Hurra-Rufe, dass man nun endlich den Liberalismus besiegt habe, sind nicht zu überhören. Das gab es alles in Dreissigerjahren auch schon: Rote und braune Fäuste, der Schulterschluss der Antiliberalen und antibürgerliches Gegröl von links und rechts.

Auch so einer dem man wegen nicht genehmigtem Faschismus-Vergleich über’s Maul fahren sollte, oder? Schliesslich weiss doch jeder, dass derartige Vorwürfe nur gegen echte Faschisten legitim sind (fragen Sie ggf. Ihr zuständiges Antifa-Komitee, falls Sie sich nicht sicher sind).