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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Konsequenzen

jo@chim, 30.10.2008

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

So zitierte, die Finanzkrise für ein wenig Stimmungsmache gegen den Kapitalismus nutzend, auf unserer heutigen Betriebsversammlung der Gewerkschaftsfritze IG Metall Vertreter im Aufsichtsrat aus Bert Brechts Dreigroschenoper.

Weil es Leute gibt, die die Konsequenzen aus derartigen Aussagen ernst nehmen, mussten Menschen wie Jürgen Ponto sterben.



31 Kommentare zu “Konsequenzen”

  1. Die Stimme aus dem Off

    Das waren genau die Leute, die selbst am lautesten gejammert haben, als die CDU ihren harten Wahlkampf gegen die SPD gefahren hat; bei “roten Socken” fangen sie an zu weinen.

  2. jo@chim

    Ich verstehe jetzt den Zusammenhang mit meiner Marginalie nicht ganz?

  3. Lina

    Es gibt aber auch solche, die – wie heute aus Ö gemeldet – den EINBRUCH in eine Bank der Gründung einer Bank bewusst vorziehen: aus Gründen von Cash, flüssig und auf Verlangen (!) bescheiden 5-stellig …

    Deine Replik ist in der Tat eine Marginalie, oder anders: ein marginaler Ananchronismus, lieber ;)).

  4. Die Stimme aus dem Off

    Ein von mir wahrgenommener doppelter Standard von links.

  5. DDH

    Brecht hat Recht.

  6. Dagny

    EInbruch in die Bank ist illegal, diebstahl und bringt vielleicht 20 000.

    Gründung einer Bank scheitert an der Bürokratie.

  7. Gewerkschaft

    Besorgte Frage:

    Wenn zuviele Leute ernst nehmen, was andere sagen oder schreiben, heißt das, wir müssen uns jetzt Sorgen machen um die Gewerkschaftsfritzen, äh, IG Metaller?

  8. Lina

    Frage:

    Ist es ‘legal’, Steuerzahler für Managerfehler haftbar zu machen?

    Antwort:

    Nein, weil nach libertärem Verständnis bereits Staat ‘illegal’ ist.

    (Nur so, und weil es vereinzelt auch Leute gibt, die sowohl den Sozi Brecht als auch die Libertären ernst nehmen ;)

  9. Lina

    Genauer: Deine einordnende (leicht alarmistische ;) Bewertung halte ich für anachronistisch insofern, als die Zeiten andere sind . Oder glaubst Du, es könnte uns heute noch jemand vormachen, er habe “nicht die Absicht, eine Mauer zu errichten”?

    RAF oder Honecker: die Methoden sind veraltet, d. h. “Gewalt” hat subtilere Formen angenommen, gegen die schwerer denn je anzukommen ist, egal, ob aus Berlin, Brüssel oder aus der globalen Finanzwirtschaft.

  10. Kuschel

    Ein wahres Wort. So richtig liberal – in heutiger Strickart – kann man nur sein, wenn der Staat assistiert und die Unzufriedenen auf Abstand hält.

  11. Lina

    …was wiederum ein wahres Wort ist.

    Assistierender Abstand zum Bürger entspräche übrigens genau meinem Staatsverständnis. ‘Dienstleistung’ eigentlich und Reglementierung nur dort, wo ein ein ethisches Korrektiv erforderlich ist – denn hier traue ich dem sog. freien Markt (aus sehr unterschiedlichen Menschen) nicht über den Weg …

  12. DDH

    Ich wünschte es wäre so! Ich wünschte, die Leute würden das Kasperltheater durchschauen und erkennen, daß “Big Business” und “Big Labour” zur selben Firma gehören! Und den Repräsentanten beider Staats-Filialen würde Gerechtigkeit widerfahren!

  13. drbuffo

    Die IG Metall fordert von den Autobauern 8% Gehalts- bzw. Lohnaufbesserung, die angebotenen 3% wurden brüsk zurückgewiesen. Der “moderate” Huber will sich im Arbeitskampf, in seinem ersten Kampf, profilieren.
    Dummerweise gehts den Arbeitgebern nicht so gut und es werden Arbeitsplätze verschwinden.
    In diesem Zusammenhang ist auch die von den Bundesregierung ins Auge gefasste Steuerbefreiung für bestimmte Neuwagen zu sehen.

  14. DDH

    Also: Big Labour fordert Kohle von Big Business, Big Business holt sich die Kohle von Big Government und Big Government rupft uns noch ein wenig die letzten Federn! Alles eine Mischpoke! Draufhauen! Auf die Köpf!

  15. Frauke von Frauenfels

    Kann Deine Wut nachvollziehen. Jedenfalls leichter als die neoliberale Gesundbeterei à la Fritze Merz (“Bloß keine Systemdiskussion!”). Wenn ich mir anschaue wie Mehdorn und Tiefensee miteinander mauscheln – zu Lasten von Bahnkunden und Steuerzahlern, dann wundere ich mich schon darüber, dass nicht mehr Druck auf dem Kessel ist.

  16. F.Alfonzo

    “Die IG Metall fordert von den Autobauern 8% Gehalts- bzw. Lohnaufbesserung…”

    Interessant wird es glaub ich, wenn es zu keiner Einigung bzgl. des Tarifs kommt… was macht die IG Metall dann? Streiken? Ob das ein gutes Druckmittel ist in einer Zeit, in der Zeitarbeiter entlassen werden und die Stammbelegschaft in den Urlaub geschickt wird?

  17. DDH

    @Jo@chim: Hastes nicht ein bißchen kleiner? Soviel Empathiefähigkeit für mit staatlichem Schein-Geld dealende Banker und Korporatisten, die im System ganz virtuos ihren Schnitt machen? Die DURCH DEN STAAT Einkommen erzielen und ihre Interessen MIT DEM STAAT brachial durchsetzen?

    Und wenn demnächst mal jemand diesem [bitte strafrechtlich relevanten Terminus eigener Wahl in der Phantasie selbst einsetzen] Mehdorn seine unansehnliche XXX gründlich XXX, werde ich jedenfalls nicht heulen! Sowas kommt von sowas. Mein Mitgefühl gilt den Opfern des Systems, nicht den Herrschaftseliten und ihren Kollaborateuren!

  18. jo@chim

    Als Liberaler stehe ich auf Seite des Rechts, nicht der Selbst”justiz”. Wo der linke und der rechte Mob, Em-, Sozio- und sonstige -Pathen das Recht “in die eigenen Hände” nehmen verschwindet selbiges, und der Terror der Rechtgläubigen ist nicht mehr weit.

  19. jo@chim

    weil nach libertärem Verständnis bereits Staat ‘illegal’ ist

    Liebe Lina, die Anarchisten unter den Libertären tun zwar so, als ob das libertärer Common Sense wäre – dem ist aber beileibe nicht so.
    Staat kann nicht “illegal” sein, da das Recht erst durch den Staat begründet wird.

  20. DDH

    So wie Bush mit seinen völkerrechtswidrigen Kreuzzügen … äh… Kriegen meinste jetzt? Wobei empathisch gegenüber afghanischen und irakischen Kindern war er ja nicht so dolle. Und seine fünfte Blogger-Kolonne auch nicht, wenn ich mich recht entsinne.

  21. DDH

    “da Recht erst durch den Staat begründet wird”. Das ist die Ideologie der Rechtspositivisten!

  22. jo@chim

    Ja. Und? Das liberale “Rule of Law” beruht auf einem – moderaten – Rechtspositivismus. Die Freiheit von der Horde wird erst aus dem durchsetzbaren Rechtsanspruch gegenüber der Horde begründet. Anarchismus dagegen kann nicht ohne ein “Naturrecht” auskommern – und landet damit ganz automatisch bei Triple H…

  23. Dagny

    An dieser Stelle widerspreche ich HHH auch nicht. Das Naturrecht als Minimalkonsens, meinetwegen Evolutionaer begruendet, wuerde ich auch nicht weiter hinterfragen.

  24. jo@chim

    *plonk*

  25. jo@chim

    Es gibt kein “Naturrecht” (IMHO). Das Recht auf Selbsteigentum wird nur real, wenn es durch menschliche Organisation als Recht gesetzt wird.

  26. F.Alfonzo

    @DDH: Bitte beruhige dich, ich bekomm ja schon nen Herzinfarkt, wenn ich deine Kommentare durchlese….

    Was kommt als nächstes? Anarchie? :-)

  27. Boldo Wünsch

    Ich sollte Dir den Begriff “Vernunftrecht” bei Gelegenheit noch einmal darlegen ;-))

    Selbstverständlich gibt es ‘vorpositives’ Recht, denn woran sonst sollte ich positives Recht auf seine Legitimität hin überprüfen?

  28. DDH

    Betonung liegt auf IMHO. Werde dazu in nächster Zeit mal was bloggen und hier jetzt nicht den Diskussionsbaum verlängern. Liest ja dann eh kein Mensch. :-)

  29. DDH

    Was kommt als nächstes? Anarchie?

    Wollmers hoffen!

  30. Michel

    Das moderat hättest du dir sparen können, entweder ist das Recht des Stärkeren die Rechtsquelle oder es gibt andere, ein bisschen Recht des Stärkeren, ein bisschen anderes kann es nicht geben.
    Rechtspositivismus ist absurd, weil wie Dominik schon dargelegt hat sich das Recht des Stärkeren nicht selbst legitimieren kann. Zudem ist es kontaintuitiv weil man Appartheit, Enteignung usw. als Recht akzeptieren müsste.

  31. Life-Liberty-Property-Anarchy

    Staat kann nicht “illegal” sein, da das Recht erst durch den Staat begründet wird.

    Sagt wer? Hegel? Kronjurist Carl Schmitt? Oder Dr. Freisler?

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