Auf der Suche nach Alternativen oder Ergänzungen zur Eigentümlich Frei bin ich auf novo Argumente für den Fortschritt aufmerksam gemacht worden. Der Kurs der Eifrei, wie der einstige Marktplatz für Freiheit, Kapitalismus und Anarchismus unter langjährigen Abonnenten genannt wird, war auch beim A-Team immer wieder Anlass für heftige Diskussionen.

In der letzten Zeit hat mich weder die Anti-68er Positionierung, noch das Anlehnen an erzkonservative Positionen sonderlich gestört. Ob das strategische Bündnis mit den Konservativen, ob die Idee, nur eine Familien- und Wertestruktur könne langfristig auch Eigentum und Freiheit garantieren, der Weisheit letzter Schluss ist, wird sich auf dem Marktplatz der Geschichte zeigen.

Die Finanzkrise und vielmehr noch die dadurch aufgetretene, scheinbare ökologische Zwickmühle, „die Wirtschaft“ einer nachhaltigen Entwicklung opfern zu müssen, bieten für einen positiven, fortschrittsbejahenden Liberalismus genügend Ansatzpunkte. Diese Ansatzpunkte greift die Eifrei zwar auf, lässt aber den erhobenen Anti-Alt-68er-Zeigefinger mitschwingen: Wir haben es immer gewusst, wohin die Abkehr vom Goldstandard in der Finanzwelt und im Privaten führt.

Ein Freund hat mich nun auf das zweimonatlich erscheinende Magazin novo Argumente für den Fortschritt aufmerksam gemacht. Im Selbstportrait stellt es sich als unabhängiges Debattenmagazin von Autoren und für Leser, die mit offenem Visier für eine bessere Zukunft streiten, dar, in dem gegen selbstgefällige Volkserzieher, bürokratische Kleingeister, apokalyptische Rufer und neoreligöse Moralisten angeschrieben wird. Es interessiert, was Sache ist und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. […] Es werden Argumente für den Fortschritt geboten, man steht für Freiheit, Vernunft und Humanismus.

Das aktuelle Heft kommt mit etwa 100 Seiten ein wenig dicker als die Eifrei daher, auch fehlt mir der Bezug zum Eigentum im Selbstverständnis, aber vielleicht aboniere ich mir eine lesenswerte Ergänzung zur bisherigen freiheitlichen, manchmal etwas fortschrittspessimistischen Lektüre.