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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Pure Spassguerilla im Dienst des Mitmenschen

jo@chim, 10.12.2008

Der Krieg gegen Drogen ist eine gescheiterte Politik und die rechtlichen Nebenwirkungen für Familien sind schlimmer als die Drogen

Sagt der Ex-Drogenfahnder Barry Cooper, der es wissen muss. Und was er mit dieser Erkenntnis anfängt, ist pure Spassguerilla im Dienst des Mitmenschen – Lichtjahre entfernt von denen, die wie aktuell in Griechenland den tatsächlichen oder eingebildeten “Rule of the Cops” durch den “Rule of the Mob” ersetzen möchten.



17 Kommentare zu “Pure Spassguerilla im Dienst des Mitmenschen”

  1. Die Stimme aus dem Off

    Super Aktion, Danke für den Hinweis.

    Der Mann hat natürlich Recht mit allem was er sagt. Allerdings fahren die natürlich nicht mit den Kameras durch die Straßen, sondern lassen sich Tipps geben und checken dann erst das Zielobjekt mit den Kameras ab.

    Ich nehme an, dass sie von den Verkäufern von Pflanzenlampen informiert werden.

    In Deutschland geht es noch schlimmer. Hier hört man ja sogar Anwälte ab, es gab da mal vor ein paar Jahren einen Fall in Hannover. Zum Glück war der Staatsanwalt so fair das später auch zuzugeben, ging durch die Presse. Die Presseberichterstattung habe ich leider nicht mehr, aber das lässt sich mit Sicherheit finden.

    Der Drogenhandel ist gewollt, das ist schon seit Jahren mein reden. Mit Hilfe der riesigen Summen werden ausländische Regierungen korrumpiert, der Transport gewaltiger Mengen von Drogen durch fremde Länder richtet in diesen Ländern mehr Schaden an, als in Deutschland.

    Der Iran hat weit mehr Drogenabhängige als Deutschland. Überall wo sich mit Drogen Geld verdienen lässt, wird jegliches Bemühen eine Zivilgesellschaft aufzubauen untergraben. Warum sollte ein Beamer im Iran seinen Dienst seriös versehen, wenn er mit dem Bestechungsgeld für einmaliges Wegsehen ein Jahreseinkommen verdienen kann? Zumal hinschauen böseste Konsequenzen haben kann?

    Der Ausweg ist in der Tat nur die Legalisierung der Drogen und das Angebot zu einem möglichst geringen Preis. Sicher, Drogenlegalisierung hätte viele Nachteile, aber zumindest würde es nicht mehr zu solch zweifelhaften Aktionen kommen.

    Man muss ja auch daran denken, wer alles an dem Drogengeld verdient und wie sich das auf unsere Wirtschaft auswirkt. Auch in Deutschland gibt es Machtmissbrauch in hohem Ausmaß, etablierte Strukturen neigen eben dazu.

    Wir müssen vor allem auch dazu übergehen Beamtenposten durch Wahlen zu vergeben, dann haben solche Skandale auch Auswirkungen. Es ist immer wieder das allererste Bestreben des Beamtenkörpers, selbst über das Personal zu entscheiden! Genau hier muss angesetzt werden, dann lassen sich viele Dinge in diesem Land erreichen. Ansonsten wird man immer wieder am Beamtenkörper scheitern.

  2. Björn

    Der Ausweg ist in der Tat nur die Legalisierung der Drogen und das Angebot zu einem möglichst geringen Preis. Sicher, Drogenlegalisierung hätte viele Nachteile, aber zumindest würde es nicht mehr zu solch zweifelhaften Aktionen kommen.

    Auf der anderen Seite bekommst du aber, wie du schon schreibst, andere Probleme. Ich sehe die Gefahr im “War on Drugs” eher darin, dass hier die volle Gewalt des Staates oft bei irrelevanten Einzelfällen eingesetzt wird (SWAT-Teams stürmen Wohnungen weil der Besitzer ein paar Joints im Haus haben könnte… oft mit tödlicher Folge). Und das muss enden. Insofern kann ich mit der Legalisierung weicher Drogen wie Hasch leben.

    Mit einer vollständigen Legalisierung aller Drogen wäre ich aber auch nicht glücklich. Sicher, du würdest dem illegalen Markt so teilweise das Wasser abgraben, es würden aber wahrscheinlich auch mehr Jugendliche Heroin oder Crack nutzen als das jetzt der Fall ist. Eben weil es ja legal wäre und “so schlimm nicht sein kann”.

    Bei Crystal Meth, Heroin, Barbituraten, Kokain und Crack zählt auch die “eigenständige Entscheidung”-Aussage, meiner Ansicht nach, nicht mehr. Vielleicht beim ersten Mal, aber danach hängst du in einer Abhängigkeits- und Abwärtsspirale. Da hilft dir auch ein niedriger Marktpreis nicht, Beschaffungskriminalität wirst du auch bei Heroin weiterhin haben, weil der User mit zunehmender Zeit a.) selten in der Lage sein wird neben seiner Sucht einen Job auszuüben und b.) die Dosis immer weiter erhöhen muss um die Wirkung auf gleichem Niveau zu halten.

  3. Björn

    Nachtrag: Wobei ich nicht die Kriminalisierung der Nutzer fordere. Aber jemand der auf Heroin ist, ist für mich eher als “suchtkrank” einzustufen denn als “bewusster Marktteilnehmer”.

  4. jo@chim

    Eine Legalisierung von Drogen (die Unterscheidung in “harte” und “weiche” hält IMHO keiner tatsächlichen Überprüfung stand) würde es erst möglich machen, sinnvolle Anliegen wie Jugendschutz oder Qualitätskontrolle gegenüber den Produzenten durchzusetzen.

    An Heroin selbst, bspw., stirbt niemand, sondern an Überdosen wegen Unklarheit über den Reinheitsgrad oder an giftigen Beimischungen, mit denen das Zeug gestreckt wurde. Die Herointoten sind also direkte Folge der Illegalisierung.

  5. F.Alfonzo

    All die von dir genannten Nachteile treffen aber auch auf Alkoholkonsum zu, und niemand käme auf die Idee, Alkohol zu verbieten.

    Letztenendes stellt sich einfach nur eine Frage: Was ist einem wichtiger: Die Freiheit eines Konsumenten, selbst entscheiden zu können, oder der Schutz derjenigen, deren Entscheidung sich für sie als unvorteilhaft herausstellen würde?

    Wenn man sich gegen die Freiheit und für den Schutz entscheidet, darf man sich aber auch nicht wundern, wenn die staatliche Kontrollwut (wie beschrieben) aus dem Ruder läuft.
    Die Konsequenzen sind dann immer neue Verbote und immer mehr Kontrolle.
    …also nicht böse sein, wenn im Jahr 2020 ein Kripo-Kommando deine Haustür eintritt, weil der Verdacht besteht, du hättest Herzinfarkt-auslösende, verbotene Lebensmittel wie z.B. Steaks und Schokolade konsumiert ;-)

  6. F.Alfonzo

    argh, sorry, der Kommentar gehört eigentlich unter Björn’s Beitrag.

  7. David

    An der behaupteten Nutzerzunahme habe ich erhebliche Zweifel. Die Sorte von jugendlichen, die schon alleine die Überlegung “das hat der Staat verboten, das muß ich also sein lassen” dazu bringt, es eben sein zu lassen, wären vermutlich nicht gerade diejenigen, die sofort nach der Legalisierung als erste in der Schlange im Supermarkt stünden um sich die Dröhnung mit dem Zeug zu geben. Daß das Zeug gefährlich ist zu erkennen, braucht es m.E. weder ein staatliches Verbot noch ist ein solches dafür besonders förderlich. Auf Wolkenkratzerdächern stehen ja auch keine Schilder: “Springen verboten, da gefährlich. Ihr Staat.”
    Die sinnlos für die Drogenfahndung rausgeblasenen Summen wären in Entzugskliniken besser investiert.

  8. Björn

    Die Sorte von jugendlichen, die schon alleine die Überlegung “das hat der Staat verboten, das muß ich also sein lassen” dazu bringt, es eben sein zu lassen, wären vermutlich nicht gerade diejenigen, die sofort nach der Legalisierung als erste in der Schlange im Supermarkt stünden um sich die Dröhnung mit dem Zeug zu geben.

    Du gehst davon aus, dass die Jugendlichen die Drogen probieren würden, das sowieso schon tun. Ich sehe eher den Aspekt, dass es für bestimmte Jugendliche momentan eben nicht ohne weiteres möglich ist an Drogen zu kommen, weil sie erstmal einen Dealer finden und über ihren Schatten springen müssen um das Zeug zu kaufen. Das ist eine Einstiegshürde (ohne damit jetzt gut zu heißen, dass es Dealer gibt) die – mbMn – bestimmte Jugendliche abschreckt. Wenn du deine Antidepressiva, dein Kokain oder eben auch dein Meth ohne weiteres im Supermarkt holen kannst, dann ist – erneut mbMn – das “mal versuchen” um einiges wahrscheinlicher als es das jetzt ist.

    Die sinnlos für die Drogenfahndung rausgeblasenen Summen wären in Entzugskliniken besser investiert.

    Oben schrieb ich, dass ich die Kriminalisierung der Entnutzer und deren Verfolgung auch für sinnlos hallte. Die Drogenfahndung an sich halte ich nicht für sinnlos. Wenn ein Herointransport gestoppt wird, dann ist das für mich nichts sinnloses. (Wobei das Gegenargument natürlich ist, dass der Staat den Preis so erst künstlich in die Höhe treibt, Beschaffungskriminalität erzwingt, etc. pp.)

    Das Problem an dieser Debatte ist, dass du Recht haben könntest und eine völlige Legalisierung uns alle besser und billiger käme. Oder ich könnte Recht haben und eine völlig freier Drogenmarkt würde gesellschaftlich schlimmere Folgen haben als die jetzige Situation. Rausfinden würde man das erst, wenn tatsächlich alle Drogen legalisiert wären.

    (Generell: Die Prohibition halte ich übrigens nicht für einen legitimen Vergleich, da schon vor der Prohibition der überwiegende Teil der Gesellschaft getrunken hat. Alkohol und Tabak als gesellschaftlich weit verbreitete Drogen sind etwas anderes als Meth oder H.)

  9. David

    Ich würde mich jedenfalls mal für wirklich belastbare Daten zum Cannabis-Gebrauch in den Niederlanden verglichen mit dem in anderen Ländern interessieren. Das wäre wenigstens ein Anhaltspunkt. Man hört gelegentlich, daß es dort weniger Nutzer gebe als z.B. hierzulande, ob das aber stimmt, weiß ich eben nicht.

  10. jo@chim

    Oder ich könnte Recht haben und eine völlig freier Drogenmarkt würde gesellschaftlich schlimmere Folgen haben als die jetzige Situation.

    Einen völlig freien Drogenmarkt gab es hier bis 1929 (Opiumgesetz als Vorläufer des BtmG). Eine gewisse zivilisatorische Stufe konnte bis dahin trotzdem erreicht werden.

    Als unverbesserlicher Evolutionär ;-) bin ich aber auch der Meinung, dass man mit kontrollierter Freigabe (lizensierter Verkauf, Zulassungsverfahren für neue Drogen etc.) beginnen und die Auswirkungen sehr genau beobachten sollte.

    Von der sogenannten “Entkriminalisierung” als Problemlösung halte ich nicht viel, da dadurch der Handel nach wie vor von mafiösen Strukturen bestimmt werden kann. Und die Taliban und verschiedenen Guerillagruppen bzw. Warlords können sich weiterhin aus der nach wie vor illegalen Produktion von Drogen finanzieren.

  11. David

    Von der sogenannten “Entkriminalisierung” als Problemlösung halte ich nicht viel, da dadurch der Handel nach wie vor von mafiösen Strukturen bestimmt werden kann.

    Ein guter Punkt – denn gerade wenn man annimmt, daß Björn mit seiner Befürchtung richtig liegt, und eine Entkriminalisierung der Drogen zu ansteigendem Konsum führen würde, etwa weil sie als Signal “halb so schlimm, macht mal!” verstanden würde, so wiegen die Probleme mit unsauberem Stoff in dieser Konstellation noch schwerer als ohnehin schon.

  12. Lemmy Caution

    Naja. Ich glaub die Holländer profitieren einfach davon, dass sie bereits seit frühester Kindheit die nicht besonders intelligenten deutschen Konsumenten ständig mitbekommen.
    Ansonsten nimmt ja der Drogenkonsum gottseidank seit Jahren eher ab. Einige meiner Kindheitsfreunde sind an dem Zeug z.T. ziemlich hängengeblieben und da war Hasch schon irgendwie eine Einstiegsdroge.

  13. jo@chim

    Einige meiner Kindheitsfreunde sind an dem Zeug z.T. ziemlich hängengeblieben und da war Hasch schon irgendwie eine Einstiegsdroge.

    Kann ich bestätigen. Wobei imo eher das Umfeld, als das Potenzial der Droge(n) entscheidend ist, sowohl bezüglich des Einstiegs als auch bei der Suchtstabilisierung.

    Die coolen Typen meiner wilden Punker-Jugend hatten eben nicht nur Gras, sondern meist auch Härteres im Angebot. Und den Drogenkriegern hat eh niemand auch nur noch ein Wort geglaubt, nachdem wir merkten, dass Hanf uns eben nicht zu abhängigen Zombies mutieren liess.

    Bei Heroin und Kokain Addicts spielt dann auch die jeweilige Szene eine wesentliche Rolle – deshalb führt ja z.B. Methadon-Substitution meist nicht zu dauerhafter Abstinenz, wenn das nicht von von umfassenden therapeutischen Massnahmen begleitet wird.

  14. Björn

    David, dann lass es mich umformulieren. Wegen mir keine Entkriminalisierung, aber die Gelder die in die Drogenfahndung gehen sollten eben nicht primär dazu genutzt werden, dass – wie in den USA üblich – ein SWAT-Team mit 6 Mann mitten in der Nacht eine Wohnung stürmt, weil der Besitzer möglicherweise ein paar Joints besitzt.

    Da muss die Verhältnismäßigkeit das Stichwort sein, nicht der schnelle Erfolg um die Quote hochzutreiben, während die Profiteure (Dealer, Leute die in den Häfen weggucken, etc.) davonkommen, weil da Erfolge nicht so gewährleistet sind und eventuell lange, teure Fahndung am Ende ins leere führt. Sowas ist finde ich nämlich tatsächlich “sinnlos”.

  15. F.Alfonzo

    @ Joachim:

    Kann ich nicht bestätigen.
    Alle Leute, die ich während meiner Schulzeit (vor allem wegen des Drogenkonsums) kannte, haben inzwischen entweder völlig aufgehört, oder rauchen ab und zu noch mal nen Joint.

    Damals ging’s wesentlich heftiger ab. Aber Menschen werden halt irgendwann erwachsen. Sofern ich noch Kontakt zu den Leuten von damals habe, rauchen sie heutzutage ab und zu einen Joint, hauen sich ab und zu Pilze rein… eigentlich ok, oder? Ich habe keine Angst, dass jemand von denen abstürzen wird (zu 95% Akademiker). Ich würde meine Kinder (sofern vorhanden) jedem dieser 4-5 Leute anvertrauen.

    Ein Verbot von Drogen ist Unsinn. Egal welche Droge.

  16. jo@chim

    hauen sich ab und zu Pilze rein

    OT: achgut-Autoren? *lol*

    (Ansonsten kann ich keinen Dissenz zwischen uns entdecken)

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