Es hat ja etwas für sich, jetzt mal schnell über die Grenze von Basel nach Freiburg i. Br. zu fahren. (Wir sind ja jetzt auch Europa, zumindest an der Grenze, dank Schengen haben die Deutschen ihre Grenzer abgezogen.)

Die Zähringerstadt ist nicht nur schön, sondern derzeit auch schön billig. Für uns mit dem Schweizer Franken. Aktuell ist der Euro gerade noch 1.48 CHF wert. Vor noch nicht allzulanger Zeit mussten wir 1.67 CHF für einen einzigen Euro zahlen.

Praktisch ist der Einkauf insofern, dass wir die hohe bundesrepublikanische Mehrwertsteuer zurückfordern können und wenn die Schweizer Grenzbeamten gerade keine Kontrollen machen, spart man sich bei der Einfuhr die 7,6% eidgenössischer Mehrwertsteuer.

Allerdings ist das mit dem Euro so eine Sache. Denn die Frage ist ja, wie lange es ihn noch geben wird. Heute machte am Devisenmarkt das Gerücht die Runde, Irland sei pleite und müsse demnächst um einen IWF-Kredit nachsuchen. Spanien wurde letzte Woche von der Ratingagentur Standard & Poor’s das Tripple A für sichere Schuldner abgesprochen und Griechenland ist irgendwie tatsächlich pleite.

Die OECD hat berechnet, dass Deutschland seit 1999 10 Prozent an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, Italien hingegen 40 Prozent verloren hat. Italien ist der nächste Wackelkandidat. Und hatte das Land früher in solchen Situtionen einfach die Lire ein wenig abgewertet, so gilt jetzt Euro ist Euro, basta. ( Erinnert ihr euch an die Lire, diese Tausender und Zehntausender und Hundertausender – anfangs der Siebziger Jahre hatten sie mal zuwenig Münz (Kleingeld), deshalb legten sie in der Cafeteria statt Retourgeld (Wechselgeld) ein paar Bonbons in die Schale.)

Konkret bedeutet die aktuelle Situation, dass wieder so etwas wie neue nationale Währungen entstehen. Die heissen zwar alle Euro, sind aber nicht mehr gleich viel wert. Zumindest an der Zinsfront. So liegen die Zinsen für griechische Staatsanleihen aktuell rund 2,3 Prozent über denen für deutsche. Bei Italien beträgt die Differenz 1,3, bei Irland 1,7 und bei Spanien neuerdings 0,9 Prozent. Wie in der Zeit vor dem Euro gewichten Investoren wieder die einzelnen Länderrisiken.

Dass wir Schweizer die besseren Europäer sind, weil wir dauernd Grundsatzentscheidungen zur EU fällen müssen, im Februar stimmen wir zum Beispiel darüber ab, ob den Rumänen und Bulgaren die Personenfreizügigkeit eingeräumt werden soll, wie zum Beispiel den Deutschen, darüber mal was in den nächsten Tagen.