Kunst und Paternalismus
Durch Herrn Merkt bin ich auf das Video “Kunst des Todes” des Rappers Chrystal F aufmerksam geworden, das ich zum Anlass nehmen möchte, die in Art. 5 GG garantierte Freiheit der Künste zu diskutieren.
Durch Herrn Merkt bin ich auf das Video “Kunst des Todes” des Rappers Chrystal F aufmerksam geworden, das ich zum Anlass nehmen möchte, die in Art. 5 GG garantierte Freiheit der Künste zu diskutieren.
Gerade lese ich in der FAZ eine tolle Buchrezension, in der vielleicht andeutungsweise für die Physik-Laien deutlich wird, dass das Verhältnis von Wissenschaft und Religion nicht so feindlich ist, wie es die Diskussion hier in den letzten Tagen den Anschein hatte – aber vielleicht ist es nur wie so oft: die Oberschicht versteht sich grenzüberschreitend blendend, die Unterschicht interessiert sich nicht dafür und die Mittelschicht ficht Glaubenskriege aus.
(Haben wir sowas wie einen teuflischen Smiley an dieser Stelle?)
Der Economist weisst auf einen erstaunlichen oder froehlich stimmenden Zusammenhang hin – je nach Sichtweise:
Die Verbreitung von Ayn Rands Meisterwerk ‘Atlas shrugged’ ist seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise, gemessen an den US-Amazon Verkaufszahlen massiv gestiegen. Die einzelnen Massnahmen der Politik, die Rettungspakete, in der Presse -wie wir ja schon erklaert bekommen haben- als Going John Galt kommentiert, haben den Roman zeitweise in die Top30 katapultiert.
Die Geruechte ueber den Film – angeblich waren ja Angelie und Brad Pitt als Hauptdarsteller im Gespraech – werden wie folgt kommentiert:
Even if Washington does not keep the book’s sales booming, Hollywood might. A film version is rumoured to be in the works for release in 2011. But by then, a film may feel superfluous to Rand’s most loyal fans; events unfolding around them will have been dramatisation enough.
Schade. Ich hatte den Film schon fuer 2008/2009 erwartet.
Im vergangenen Jahr habe ich als Volunteer auf einem Kulturfestival in Dänemark gearbeitet und im Rahmen des Festivals wurde ein Film gezeigt, den ich den A-Team Lesern gerne empfehlen würde. The Soviet Story ist eine Dokumentation des lettischen Filmemachers Edvins Snore.
“The Soviet Story” is a story of an Allied power, which helped the Nazis to fight Jews and which slaughtered its own people on an industrial scale. Assisted by the West, this power triumphed on May 9th, 1945. Its crimes were made taboo, and the complete story of Europe’s most murderous regime has never been told.
Snore beleuchtet die Verbindung zwischen der kommunistischen UdSSR und dem nationalsozialistischen Deutschland aus einer Perspektive, die über den Hitler-Stalin Pakt hinaus geht und vermittelt Einsichten, die zumindest mir so nicht bekannt waren. Angemerkt sei auch, dass der Film nicht als nüchterne Geschichtsdokumenation daherkommt. Die NY-Times schreibt diesbezüglich:
… gewalttätiges Versöhnungsprogramm
Freudscher Verleser bei der morgendlichen SPON-Lektüre…
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat wiederholt Staaten wie Afghanistan, Saudi-Arabien oder den Iran kritisiert, weil sie Frauen zum Tragen religiöser Kleidung zwingen. Nun wendet sie sich in ihrem aktuellen Bericht Diskriminierung im Namen der Neutralität gegen die Praxis in einigen Bundesländern, die Kopftuch tragende muslimische Frauen zwingt, sich entweder für ihren Beruf oder für ihren Glauben zu entscheiden, wenn sie Lehrerinnen sind und stellt fest:
Die Kopftuchverbote am Arbeitsplatz untergraben die individuellen Rechte auf Autonomie, Selbstbestimmung, Entscheidungsfreiheit und Privatsphäre in ähnlicher Weise wie Bestimmungen, die das Tragen des Kopftuchs zwingend vorschreiben.
Meine Grossmutter, gläubige Protestantin, hätte der Aussage sicherlich zugestimmt – sie ging noch Ende der sechziger Jahre nicht ohne Kopftuch aus dem Haus: Sie war zwar durchaus eine selbstbewusste und gebildete Frau, aber das “gehörte sich” für sie einfach so, damals im dörflichen Mittelfranken.
Sind alle Ökonomen jetzt Keynesianer? Nein! In ganzseitigen Zeitungsanzeigen haben zweihundert Wirtschaftsprofessoren, darunter die drei Nobelpreisträger James Buchanan, Vernon Smith und Edward Prescott, gegen höhere Staatsausgaben und das Konjunkturprogramm von Präsident Obama protestiert.
Lesenswert ist dazu auch das Interview mit Harvard-Ökonom Niall Ferguson.
In der Schweiz machen sich derzeit einige Zeitgenossen – besonders links – vor Angst in die Hosen. Wegen dem angeblich bedrohten Bankkundengeheimnis, dem Druck der EU, dem Druck aus den USA, wegen den angeschlagenen Banken, wegen der Wirtschafslage und überhaupt aus Prinzip.
Man solle besser der EU beitreten, dann sei man nicht mehr “der Spielball der Grossmächte”.
So ein Schwachsinn.
Die Schweiz verstand es in dieser vom Wiener Kongress (Grossmächte!) diktierten Zwischen-Stuhl-und-Bank-Position immer wieder, ihre Interessen durchzusetzen. Dank der Arbeit eines hervorragenden diplomatischen Korps, das, gerade weil wir immer schwache Regierungen haben, das starke Rückgrat der schweizerischen Aussenpolitik bildet.
Die Stärke der Schweiz liegt darin, nirgends dazu zu gehören. Die Geschichte hat ihr bis heute Recht gegeben.
Nach der hitzigen Diskussion über Susi Neunmalklug gibt’s heute ein paar Worte von Keith Lockitch zur Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und biblischer Schöpfungsgeschichte.
To acquire knowledge about the world, as opposed to mere beliefs, requires a principled commitment to reason. Reason is the only means for discovering things that one knows to be true, as opposed to things that one merely imagines, or feels, or wishes to be true. One must firmly commit to accepting only conclusions based on perceptual evidence and logical inference from such evidence.
Weiter unten im Blog kam der Verdacht auf, wir würden hier den Aktualitätsgehalt der biblischen Verkündigung nicht genügend würdigen. Das ist natürlich Quatsch! Nachfolgend deshalb eine kleine Adaption der Geschichte von Jahwe und seinem Schiffsbaumeister Noah, der den abschmelzenden Eismassen zu Beginn des Neolithikums trotzte:
Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so,wie er es vor langer langer Zeit schon einmal getan hatte.
Er sprach zu Noah: “Noah, bau mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken.”
Noah stöhnte auf; musste das denn schon wieder sein? Wieder 40 Tage Regen und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles
genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte.Nach sechs Monaten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche. “Noah”, rief der Herr, “Noah, wo ist die Arche?” Noah blickte zum Himmel und sprach: “Herr, sei mir gnädig!” Gott fragte abermals: “Wo ist die Arche, Noah?? Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: “Herr, was hast du mir angetan?
Weiter auf der Pension Sonnenallee…
Die Spitzenpolitiker der EU, allen voran die beiden Wagenlenker Deutschlands und Englands, möchten den schweizerischern Bankenplatz schleifen, weil sie meinen, damit würden die Milliarden ihrer Bürger nicht mehr in die Schweiz abwandern.
Die verkennen, weshalb ihre Staatsbürger ihr Geld in der Schweiz parkieren. In erster Linie eben nicht, weil sie Geld am Fiskus vorbeischmuggeln wollen. Die Amnestie-Aktionen Deutschlands und Italiens waren genau deswegen Flops.
Es geht um die Sicherheit. Und genau aus dem Grund werden in den nächsten Monaten wieder Milliarden in die Schweiz zurückströmen. Denn die Wirtschaftskrise wird im Sommer in vielen Ländern Europas zu Unruhen und Aufständen führen, werden Regierungen abgewählt und gestürzt werden.
Einen Vorgeschmack hat am Samstag Irland erlebt. Dort gingen sage und schreibe 100′000 Leute auf die Strasse, um gegen den Umgang der Regierung mit der Wirtschafts- und Finanzkrise zu protestieren. Aufgerufen hatte der Gewerkschaftsdachverband. Lehrer und Feuerwehrleute, Bauern und Studierende, Polizisten und Kommunisten(!) – alle kamen.
Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg.
Siehe auch: Die Schweizer Banken als sicherer Hafen.
PS: Die deutsche Schattenwirtschaft wächst dieses Jahr auf über 14% oder 351 Mia. Euro. Weiter
So eine Flugreise ist doch immer wieder was tolles. Nicht nur, dass die Dagny am Flughafen den Unterschied in der Preisauszeichung zwischen Duty Free und Für Flüge innerhalb der EU studiert, sie hat auch noch Zeit in einem Mode- und Lifestylemagazin zu schmöckern.
Während die Autokonzerne um Rettungspaketmilliarden betteln, entsteht im Ostwestfälischen Delbrück (Wo ist das bitte?) eine Made-In-Germany Sportkarosse. Der Artega GT wurde entwickelt, weil ein Automobilzulieferer eigene Ideen umsetzen und selbst verwirklichen wollte.
Ab 75 kE im gut sortierten Automobilhandel.
Wem noch die passende Beifahrerin fehlt, dem bietet die GQ*, aus der ich die Autoanregung habe, noch Heidi Klum auf der Titelseite:
Man muss seine Karriere selbst in die Hand nehmen, denn niemand vertritt Deine Interessen so wie Du selbst.
Jo, mit dem Spruch steht nur das Tempolimit dem Fahrvergnügen im Weg.
(*Gentlemen Quarterly, deutsche Ausgabe, pp. 77, p. 178)
Nee jo@chim, nicht nur dem hochgeschätzten Zettel stieß der ideologische Bauchladen bitter auf, den jede dieser „spontanen“ links angehauchten Aktionen mitschleppt – Mir auch. Genügend Exponenten der Anti-Schäuble-Koalition stehen dem Herren Innenminister in Fragwürdigkeit in nichts nach. Da bin ich ungern Teil des gesellschaftlichen Konsens.
Guter Humor ist hingegen die Verkleidung Detmar Doerings, Leiter des Liberalen Instituts, zu Karneval. Buh!
Diese Seite hier, die unsere regelmässigen Leser einige Zeit beim Aufruf der Domain antibuerokratieteam.net erschreckt hat, ist natürlich ein Witz – oder besser: eine Schäuble Live Performance.
Denn die geplanten Internetfilter – Alvar Freude hat hier über die Hintergründe berichtet – sind leider kein Witz sondern ernstgemeint:
Mit Ihnen wird man´s ja machen können
Dank im Voraus von
Dr. Wolfgang Schäuble
(und an Kartoffelpunk für die wirklich gute Idee)
Die Macher des Ferkelbuchs, dem frechsten Kinderbuch aller Zeiten, packen jetzt mit Susi Neunmalklug noch einen oben drauf.
Witzig, klug und cool soll wohl auch der Kurzfilm sein, den Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke zusammen mit der Filmemacherin Ricarda Hinz produzierten und welcher nun auf YouTube zu sehen ist. Ob der Film witzig und cool ist, darüber lässt sich diskutieren. Dass er klug ist, daran besteht kein Zweifel. Doch so sympathisch und berechtigt das Anliegen des Trios auch ist, das Filmchen hinterlässt bei mir einen seltsamen Nachgeschmack. Genau wie Schmidt-Salomons Fernsehauftritte wirkt auch Susi Neunmalklug bemüht provokant und ich habe den Eindruck, dass es den Autoren nicht allein um die Entzauberung der “biblische[n] Mär von der Entstehung der Welt” geht. Vielmehr scheint es, als wollten Nyncke und Schmidt-Salomon durch ihre „Superheldin des Geistes” ordentlich Dampf ablassen und ihren Kritikern nochmal eine vor den Latz knallen. Aber sehen Sie selbst:
So erzeugt man Transaktionskosten durch Keynesianismus: Die Obama-Administration-Regierung schreibt in den Ausführungsbestimmungen (PDF-Dokument, Seite 54) der monetären Diarrhöe namens Stimulus-Bill vor, dass die umsetzenden Behörden Atom- bzw. RSS-Feeds ihrer Ergebnisberiche zu bereitzustellen haben.
For each of the near term reporting requirements (major communications, formula block grant allocations, weekly reports) agencies are required to provide a feed (preferred: Atom 1.0, acceptable: RSS) of the information so that content can be delivered via subscription.
Well, was bringt den Bürgern die verbesserte Transparenz durch die Feeds, wenn sie nur nachvollziehen können, ob die Unsummen wirklich für die gesetzllich vorgesehenen Partikularinteressen gut organisierter Lobbygruppen verplant sind?
US-Präsident Barack Obama behält die Regelung der Bush-Regierung für die Insassen des umstrittenen US Terror-Gefängnisses Bagram bei. Was bei Bush zu Recht heftig kritisiert wurde wird nun bei Obama fast kritiklos hingenommen- obwohl dieser ja das Gegenteil versprochen hat.
Mit über 600 Terrorverdächtigen, alle festgenommen im Kriegsgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, ist Bagram größer als Guantanamo und hat wohl auch schlechtere Haftbedingungen. In Bagram gibt es zudem nicht mal die in Guantanamo so kritisierten Militärgerichte. Die Gefangenen sind nicht nur ohne Anwälte, sondern auch jahrelang ohne juristisches Verfahren. Bagram ist schlimmer als Guantanamo- es wird Zeit, dass der US-Präsident seinen großen Worten endlich Taten folgen lässt.
Mit seiner Aussage, Hartz IV Empfänger würden die Erhöhung des ALG-II nur für Schnaps und Zigaretten ausgeben, fällt JU Chef Mißfelder zum wiederholten Mal durch dumpfe Vorurteile und unsägliche Verallgemeinerungen auf. Ob das ganze gezielt von “Parteifreunden” an die Presse kam, da er als NRW-Vize kandidieren will?
Jetzt verschlimmbessert er seine Aussage jedenfalls statt sich klar zu distanzieren und sich zu entschuldigen. Einer sachlichen Debatte über Mißbrauch und Fehlentwicklungen bei Hartz IV hat er auch einen Bärendienst erwiesen mit seiner diffamierenden Pauschalkritik. Mit seiner billigen Stimmungsmache hat sich Mißfelder selber disqualifiziert.