Von den 7,7 Millionen Einwohnern der Schweiz geniessen 4,9 Millionen Männer und Frauen das Privileg, wählen und abstimmen zu dürfen. Bis am Sonntag werden, wenn es hochkommt, so um die 45% von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen. Der Rest hat das Abstimmungscouvert zusammen mit ein paar Werbeprospekten und der Gratiszeitung bereits entsorgt.

Dabei steht Historisches ins Haus: Die Schweiz wird mit einer knappen Mehrheit von 50,2% Nein zum Abstimmungspaket sagen, das heisst Nein zu Personenfreizügigkeit für Bulgaren und Rumänen und Nein zur Weiterführung der Bilateralen Verträge mit der EU.

Das Nein zu den Bilateralen Verträgen ist eher unfreiwillig. Denn die Parlamentsmehrheit wollte nicht, dass das Stimmvolk über zwei getrennte Vorlagen entscheiden soll: Zum einen über die Fortführung der Bilateralen Verträge zwischen der EU und der Schweiz und zum anderen über die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien. Letzteres würde mit einer satten Mehrheit wohl abgelehnt.

Die Schweiz hat sich auf ihre (eigenwillige) Art anfangs der 90er Jahre auf den Weg in die EU gemacht. Eigenwillig insofern, als es nicht die Art des Landes ist, mit zielgerichteten Beitrittsverhandlungen in absehbarer Zeit ein Resultat erreichen zu wollen.

Nein, die Schweiz deponiert ein Beitrittsgesuch nur deshalb, um dann während Jahren darüber diskutieren zu können, ob man es nicht besser wieder zurückziehen solle.

Währenddessen macht man sich auf den Weg in kleinen Schritten. Die Beitrittsverhandlung der langen Etappe nennt man den bilateralen Weg. Die EU akzeptiert dies mit einem Achselzucken. Schliesslich kennt man diese eigenwilligen Bergler seit Jahrhunderten.

Den Rest der Spekulation gibt es hier.