Liebe Silvana,

Du kannst es wohl nicht lassen. Da Du es uns nach deiner gestrigen kapitalen Fehlleistung nicht ersparen kannst, wieder falsche Worte zu finden, müssen wir wohl wieder korrigieren. Dabei dachten wir, das letzte Mal sei genug gewesen.  Eurofighter – Meet the Czech flak:

Die sinkende Akzeptanz der EU bei den Bürgerinnen und Bürgern ist Ergebnis einer zu oft bevormundenden Politik einiger EU-Bürokraten ohne wirkliche demokratische Legitimation.

Zu oft? Wann ist sie das denn nicht? Einiger? Wir wollen gar nicht raten, warum Du keine Gegenbeispiele zu diesen Einigen nennst. Es gibt einfach keine EU-Bürokraten, die die Freiheit der Bürger vergrößern.

Auch wenn wir dir zugestehen müssen, dass Du richtig erkannt hast, wer die Politik in Brüssel macht – nicht das Parlament, sondern die die Bürokraten –, können wir dich nicht einfach davonkommen lassen.

Anders als Klaus sehe ich im Lissabonvertrag einen ersten Schritt in die richtige Richtung, für mehr Demokratie.

Bitte erklär uns zurückgebliebenen östlichen Nachbarn (dafür hältst Du uns ja anscheinend), wie die weitere Machtkonzentration bei den ungewählten Brüsseler Behörden durch den Lissaboner Vertrag zur Demokratisierung beiträgt. Vielleicht ist es ja unser gesunder Menschenverstand, der uns daran hindert, dir bei diesem Gedankenkunststück zu folgen. Wenn Du einen Tip hast wie wir ihn loswerden (hilft vielleicht die Mitgliedschaft im EU-Parlament?), würden wir uns freuen, von dir zu hören.

Zu Ehren einer unterhaltsamen tschechischen Woche hier in Brüssel beginne ich meine kleine Serie mit europäischen Rezepten heute mit einem tschechischen Schweinebraten mit Kraut und Knödeln.

Ja, da kommt Freude auf. Da fühlt man sich doch so richtig für voll genommen, als der urtümliche, ein bisschen dämliche, zu bevormundende kleine Nachbar. Bitte, hör‘ auf Dieter Nuhr und hör‘ auf.

Des Grüßens schon müde,
Die Tschechen