Es fällt mir immer ein bisschen schwer, physikalische – und damit mathematisch begrifflich sauber definierte – Objekte auf gesellschaftliche Phänomene zu übertragen.

Und dennoch erinnert mich die Bankenkrise zunehmend an das, was man Resonanzkatastrophe nennt. Ein System ist eigentlich so angelegt, dass Energie (in diesem Fall das Risiko einer Insolvenz) dissipiert (hier: gestreut) wird.

Aufgrund von Resonanzen ist es aber möglich, dass das Risiko nicht gestreut wird, sondern sich an bestimmten Punkten kumuliert – Etwa wenn die Energie, die Wind auf eine Brücke überträgt, nicht im Fundament abgefedert und dissipiert wird, sondern zum Aufschaukeln und Einsturz der Brücke führt.

Der Artikel in der eifrei über einen Vortrag zu den Ursachen der Finanzkrise legt diese Vermutung nahe.

P.S.
Resonanzen bzw. Resonanzkatastrophen sind auch im Brückenbau bekannt – Systemkrisen sind dies aber nicht, Brücken werden immer noch gebaut.