Ich habe in den letzten zwei Wochen vier Mal gegen EU-Recht verstoßen. Ich bin nach Spanien in den Urlaub geflogen und habe eine Basteline im Handgepäck mitgeführt. Nicht absichtlich, ich hatte schlicht vergessen, dass sie sich noch in meiner Umhängetasche befand. Das Sicherheitspersonal am Flughafen Münster/Osnabrück hat sie nicht einmal gefunden. Erst beim einchecken in Berlin/Tegel wurde die Frau am Scanner „neugierig“. Nachdem sie das Corpus delicti gefunden und begutachtet hatte, durfte ich es wieder einpacken und mit ihm die Maschine besteigen. Kein Problem.

Auch das Bodenpersonal in Barcelona hatte nichts gegen meine Basteline einzuwenden. „Neugierig“ wurde man erst wieder in Tegel.

„Dürfte ich wohl Ihre Schere sehen?“
„Natürlich.“
„Danke sehr.“

Das Interesse an meiner Schere schien rein privater Natur zu sein, denn wieder nahm ich die Basteline mit an Bord. Jetzt bin ich etwas verwirrt. Eigentlich dachte ich, diese ganzen Kontrollen und verschärften Sicherheitsbedingungen dienten der Flugsicherheit. Erst kürzlich hat der EuGH die alte Verbotsliste zum Handgepäck gekippt und diese durch eine neue ersetzt .

An Bord verboten ist danach unter anderem „jedes stumpfe Instrument, das Verletzungen hervorrufen kann“.

Diese Definition trifft auf meine Basteline zweifellos zu. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wäre ich nicht so ein anständiger Bürger. Wozu also dieses ganze Gerede von Nacktscannern, Verbotslisten und der Archievierung von Fluggastdaten?

Der leider verstorbene Comedian George Carlin bringt es auf den Punkt:

„As far as I’m concerned all of this airport security, all the searches, the screenings, the cameras, the questions, is just one more way of reducing your liberty and reminding you that they can fuck with you any time they want.“