[…] die Banken sind seit den Lehren der Großen Depression jener Teil der Wirtschaft, in dem immer schon am meisten reguliert wurde. Niemand darf eine Bank eröffnen so wie er eine Softwarebude aufmachen darf. Es gibt präzise Anforderungen zum Beispiel darüber, wie viel Eigenkapital Sie als Sicherheit vorhalten müssen. Und es gibt überall strenge Behörden zur Bankenregulierung. Das alles gibt es seit langem und hat doch offenbar die Krise nicht verhindert.

Der Wirtschaftressortleiter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Rainer Hank, im Telepolis-Interview zu seinem neuen Buch „Der amerikanische Virus. Wie verhindern wir den nächsten Crash“ über die Mär, Deregulierung sei für die Krise verantwortlich.

Er warnt vor einer Überschätzung der „menschlichen Planungsvernunft“ – eine Regulierung, die die nächste Krise verhindert werde es nicht geben – und plädiert stattdessen für intelligentere Regulierungsinstrumente, z.B eine Erhöhung der Eigenkapitaldeckung der Banken.

Ich frage mich aber gerade deshalb, ob all diese mehr oder weniger sinnvollen ordnungspolitischen Vorschläge nicht nur wieder der Versuch sind, die eigentliche Krankheit* mittels Unterdrückung der Symptome unter Kontrolle zu halten: ein Währungssystem, das nicht auf realen Werten, sondern auf Fiat Money – ungedeckten Wechseln auf die Zukunft – beruht.

*Vielleicht ist das Bild der Infektionskrankheit falsch. Die Entwicklung der Staatsverschuldung seit den 70er Jahren und die damit einher gehende Realitätsverweigerung nicht nur der politischen Eliten erinnern in der Symptomatik eher an eine Suchterkrankung.