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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Ayn Rand in der SZ

dagny t., 23.03.2009

Man sieht hier das fidele Herz eines optimistischen Kapitalismus schlagen, den es so nie gab und der trotz seines antiutopistischen Anspruchs selbst utopisch ist. Man steht staunend und zungenschnalzend und ein wenig beklommen vor den Explosionen der Leidenschaft, die eine kühle aber nicht menschenfeindliche Philosophie freisetzt. Und man ahnt, dass ein verantworteter Kapitalismus ein Kompliment an den Menschen wäre: Alles wird ihm zugetraut.

So in der SZ Nr. 63, Seite 14, unter dem Titel Kapitalismus für Kluge eine Rezension von Alexander Kissler über das Werk Ayn Rands auf zwei Spalten über je die ganze Seitenlänge. Fuer die SZ eine ganze Menge, wird dort sonst eher dem linksliberal-sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat gehuldigt.

Neben dem Hinweis auf die beiden im Lichtschlag Verlag erschienen Bücher “David Schah: Ayn Rand, Ihr Leben” und “Tibor Machan, Ayn Rand – Ihr Werk (aus dem engl.)” unterläuft dem Autor ein Fehler, da er Atlas Shrugged und Anthem verwechselt, welche er offenbar nicht gelesen hat oder nicht genauer kennt – Going John Galt wird mit keinem Wort erwähnt.

Nachtrag: Beim Recherieren sehe ich gerade, dass Herr Kissler auch bei ef-online schreibt. Nunja, der Fehler Anthem und Atlas Shrugged zu verwechseln umso enttäuschender, auch wird der Sinn des Werkes Atlas shrugged, der zum Teil in dem shrugged liegt imho nicht verstanden.



4 Kommentare zu “Ayn Rand in der SZ”

  1. Christian S.

    http://www.buecher.de/shop/Buecher/Ayn-Rand-Ihr-Werk/Machan-Tibor-R-/products_products/content/prod_id/25326046/#sz

    Ich weiß nicht, wo der Autor “Atlas Shrugged” mit einem anderen Buch verwechselt haben soll. In der Rezension geht es auch nicht allgemein um Ayn Rands Werk, sondern vielmehr wird Tibor R. Machans Monographie “Ayn Rand, Ihr Werk” behandelt.

    Außerdem finde ich, liebe Dagny, Du hast ein wenig sinnentstellend zitiert:

    Rands Vertrauen in die moralischen Kräfte des Marktes wirkt heute unzeitgemäß. Auch die blinden Flecke ihres allzu pragmatischen Objektivismus liegen offen zutage: Wenn die Fähigkeit zum Erkennen und rationalen Durchdringen der unabhängig von ihrer Wahrnehmung objektiv gegebenen Welt den Menschen ausmacht, wenn die „Ethik des menschlichen Gedeihens” gekoppelt ist an ein stets zu verbesserndes Denkvermögen und nur so Tugenden praktisch werden – dann haben die geistig Eingeschränkten und unverschuldet Bildungsfernen, die Leidenden und die Verfinsterten in dieser Gesellschaftslehre keinen Platz. Sehr zu Recht schreibt Machan: Nächstenliebe ist hier kein Imperativ.
    Andererseits ist die Radikalität, mit der Ayn Rand die Saga vom „Vater Staat” entsorgt, nicht nur aus archäologischem Interesse lesenswert. Man sieht hier das fidele Herz eines optimistischen Kapitalismus schlagen, den es so nie gab und der trotz seines antiutopistischen Anspruchs selbst utopisch ist. Man steht staunend, zungenschnalzend und ein wenig beklommen vor den Explosionen der Leidenschaft, die eine kühle, aber nicht menschenfeindliche Philosophie freisetzte. Und man ahnt, dass ein verantworteter Kapitalismus ein Kompliment an den Menschen wäre: Alles wird ihm zugetraut.</blockquote
    ;-)

  2. dagny t.

    Auch der 1200-Seiten-Roman „Atlas shrugged” von 1957 läuft auf eine nicht eben kuschelige Pointe zu. In einem darbenden Amerika der Zukunft ist die Politik kollektivistisch ausgerichtet, sodass die Verwendung des Wörtchens „Ich” unter Strafe steht. Die Leistungsträger der Gesellschaft haben sich unter der Leitung des Erfinders John Galt in ein Tal in den Rocky Mountains zurückgezogen, wo sie ein ideales, ein antipolitisches, individualistisches Gemeinwesen aufbauen.

    Das ist so schlicht falsch und vermischt Atlas Shrugged und Anthem.

  3. Bodo Wünsch

    Man kann der SZ und ihrer Leserschaft nur gratulieren zu dem Beitrag, der bei der einen oder anderen doch Interesse an Ayn Rand wecken könnte.

  4. John Galt

    http://weristjohngalt.de

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