Archiv: April 2009

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

30.04.2009 18:29 - Money and Fame by Daniel Drungels - 11 Kommentare

Ich habe heute in einer Mensa in Osnabrück das Attac-Faltblatt Wer wird Milliardär. Das große Ratespiel zur Finanzkrise gefunden. Habe geschmunzelt.

Normalerweise stehen Kapitalismus- und Globalisierungskritiker mit dem Humor auf Kriegsfuß. Es geht schließlich um nichts Geringeres als die Weltrevolution, darum das System in die Knie zu zwingen. Das ist nicht lustig, sondern todernst. Da wird selbst ein gemütlicher Grillabend zum politischen Statement. Doch jetzt, da die freien Märkte drauf und dran seien, sich selbst hinzurichten, bricht sich bei den Attacisten die Schadenfreude Bahn. Da halten sich die Globalisierungskritiker vor lauter Lachen die Bäuche. Zugegeben, der beißende Zynismus des Faltblattes ist wirklich witzig. Lachen wir gemeinsam:

Zitat des Tages

14:21 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - Kommentieren

Viele Blogs in Deutschland meinen, daß Meinen ausreicht. Um ernstgenommen zu werden, reichen Meinungen allerdings nicht aus. Ein bißchen Recherche gehört dazu.

FDP gegen Zensursula « freiheit verpflichtet.

Lieber Daniel Mack: wie man in den Wald hinein ruft…

29.04.2009 18:49 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 35 Kommentare

… so hallt es heraus, bin ich versucht zu konstatieren: als grüner Nachwuchspolitiker bezeichnen Sie die katholische Kirche als verrückt – was man ;-) durchaus tun kann. Auch wenn es nur ein Teil der Wahrheit ist.

Was man aber IMHO nicht tun sollte, ist die zu erwartende Antwort auf Polemiken dieser Art als “Rassismus” zu bezeichnen (oder überhaupt peinlich rumzuheulen).

Im Gegenteil, der offensichtliche Versuch, sich gegen Kritik mit dem Verweis auf die eigene ethnische Herkunft zu immunisieren, lässt eher Frage aufkommen: Sind Sie ein Rassist Daniel Mack?

Josef Ackermann, Schweizer Botschafter in Deutschland

Herr Ackermann ist der Buh-Schweizer in Deutschland. Er verkörpert derzeit wie kein anderer alle jene Eigenschaften, aufgrund derer Herr Steinbrück, zum Beispiel, seine liebe Mühe mit der Alpenrepublik hat: Erfolg in Geldsachen und ausgeprägtem Mangel an Unterwürfigkeit gegenüber Staatsorganen.

Mit dem Verzicht auf staatliche Unterstützung für seine Bank, deklariertem und auch fast erreichtem 25%-Renditeziel erklimmt er diese Woche wieder neue Höchstwerte auf der nach oben offenen bundesrepublikanischen Empörungsskala.

Der Mann hat Erfolg und freut sich auf die martkwirtschaftliche Zukunft. Und bringt damit die Staatslenker in Erklärungsnot, eine westeuropäische Politkaste, welche die chinesische Art der Staatsintervention in die heimische Wirtschaft (heimlich) zum neuen Ideal erklärt hat.

Josef Ackermann ist der eigentliche Schweizer Botschafter in der BRD mit Sitz in Frankfurt.

Festgeld-Hoeness gibt maulenden Kleinaktionären nach

27.04.2009 17:08 - dagny's tags by dagny t. - 34 Kommentare

Uli Hoeness war für nachhaltiges, am langfristigen Erfolg orientiertes Wirtschaften bekannt. Festgeldkonto statt Finanzderivate.

Die Personalie Klinsmann – ein Bundesliga-Trainerazubi – hätte wunderbar in dieses Schema gepasst: 1-2 Jahre Aufbauarbeit und Glaube an ein Konzept, welches auch in widrigen Zeiten nicht über Bord geworfen wird. Ein, zwei Jahre in denen gesäht wird um dann in 3-4 Jahren ganz oben in der Championsleage zu ernten.

Doch nun protestieren die Kleinaktionäre, die lieber sofort – ja was eigentlich genau – haben wollen und das Management knickt ein und entlässt Klinsmann.

Nachhaltiges Wirtschaften sieht anders aus. Auch im schnelllebigen Sportgeschäft.

(siehe auch n-tv.de)

Geld arbeitet und will entlohnt werden

14:20 - dagny's tags by dagny t. - 3 Kommentare

Entgegen der landesüblichen Meinung sind Dividenden und Zinsen aber kein Einkommen ohne Leistung: Wer Aktionär oder Gläubiger ist, verzichtet für die Zeit der Überlassung auf sein Kapital und geht das Risiko ein, sein Geld nicht wiederzusehen – ist das etwa keine Leistung? Auch das Argument, dass die Aktionäre nicht auf die Einkünfte aus Dividenden angewiesen sind, dürfte nicht immer korrekt sein, beispielsweise nicht für Menschen, die ihre Altersvorsorge darauf aufgebaut haben.

So ein lesenswerter Kommentar in der FAZ, der darüber hinaus darauf hinweisst, dass die Refinanzierung über Eigenkapital wesentlich langfristiger und nachhaltiger angelegt ist, als über z.Z. teures Fremdkapital

Feindbilder lenken ab

13:00 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 15 Kommentare

Als Nieten in Nadelstreifen, Pyromanen oder Gangster werden Entscheider der Wirtschaft von der SPD nicht nur beim NRW Parteitag betitelt, gleichzeitig werden soziale Unruhen herbeigeredet. Kritik an Wirtschaftseliten ist berechtigt und notwendig. Doch die polemische schwarz-weiß Pauschalschelte und Klassenkampfrhetorik von SPD und Linken ist gefährlich. Was kann denn die überwältigende Mehrheit der deutschen Manager für die Entgleisungen des Kreditgeschäfts? Traurig, dass auch die Union etwas leiser die gleichen Töne anschlägt. Vorurteile, Mißtrauen und Hass zu schüren wie die SPD es tut wird unser Land nicht voranbringen.

Das Kalkül der SPD ist klar: Ausgerechnet SPD-Politiker versuchen sich nun als Retter vor dem Wirtschaftschaos darzustellen. Dabei hat die Bundesregierung bzw. der Finanzminister (SPD) bei der Bankenaufsicht doch versagt. Dummerweise haben die staatlichen Landesbanken auch weit größere Probleme als die Privaten. Die Widersprüche bleiben: Die SPD will Managerbezüge deckeln, ex Bahn-Chef Mehdorn soll vom Staatsbetrieb Bahn aber 5 Millionen Abfindung bekommen. Man darf gespannt sein, ob die SPD es schafft mit Ihren Hasstiraden gegen die Wirtschaft zu punkten. In der Krise brauchen viele ein Ventil für ihre Wut. Da ist es einfach, mit dem Finger auf die Manager zu zeigen und sich als Politiker selbst als Lichtgestalt darzustellen.Wenn die Manager an allem schuld sind, brauchen SPD-Politiker im Wahlkampf nicht mehr von eigenen Versäumnissen zu sprechen.

Sahara begrünen – Mond bepflanzen

09:20 - dagny's tags by dagny t. - 14 Kommentare

“Die Weltbank fordert immer einen starken Staat, aber manchmal ist ein schwacher Staat gar nicht so schlecht”, meint Reij. “Die meisten Bauern kümmern sich nicht um das Forstgesetz, sondern betrachten die Bäume auf ihrem Acker als ihr Eigentum.” Deshalb dünnen sie die Kronen nur aus, anstatt den ganzen Baum zu verfeuern.

Eine lesenswerte Reportage bei Spiegel Online über Wirtschaftshilfe und Afrika. Übrigens, warum ist von den Anhängern der CO2-These noch niemand auf die Idee gekommen, die Sahara als riesige Senke für Kohlenstoffdioxid zu begrünen? Bestandschutz für Sanddünen?

Und ein weiterer zukunftspositiver Beitrag heute bei n-tv.de:
Gewächshäuser auf dem Mond um Viehfutter anzuplanzen.

Interessant dabei, dass die Initiative von Privat ausgeht und nicht von weltraumwettlaufeifernden Staaten.

Andere Länder, andere Sitten

Die Deutschen sind in der Schweiz, haben wir schon des Öfteren geschrieben. Unzählige. Gut ausgebildete.

Jetzt macht sich die Rezession auch auf der Insel der Glückseeligen bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen steigt. Im Kanton Zürich innert einem Jahr um satte 80%. Gut, in realen Zahlen sind das auch nur 1.448 Personen.

Doch jetzt kommt die Pointe: Das grösste Kontingent der Neustempler stellen die Deutschen. Die gutausgebildeten, die Kader.

Jetzt wundern sich die Schweizer, warum diese Leute stempeln gehen, denn das tun die Schweizer in solchen Positionen nur widerwillig. Da wird zuerst geschaut, ob man nicht sonst einen Job bekommt, bis die Lohnfortzahlung eingestellt wird.

Ein Arbeitsmarktprofessor klärt die Schweizer auf:

Die Hemmschwelle in Deutschland ist geringer, Arbeitslosengeld zu beantragen.

Bananenrepublik oder Rechtsstaat?

14:26 - Fiat Economy Agnostic by Frank Schäffler - 2 Kommentare

Das Bundesfinanzministerium setzt sich mit sogenannten Nichtanwendungserlassen immer wieder über Steuerurteile des Bundesfinanzhofs (BFH) hinweg. Ein solcher Erlass weist die Finanzverwaltung an, ein Urteil des BFH nicht über den entschiedenen Einzelfall hinaus anzuwenden. Seit Beginn der 16. Legislaturperiode hat sich das Bundesfinanzministerium bereits über 20 Urteile des BFH hinweg gesetzt. In 13 dieser Fälle wurde eine Entscheidung zulasten der Steuerpflichtigen gefällt; in nur vier Fällen wurde zu ihren Gunsten entschieden.

Wie in einer “Bananenrepublik” setzt sich die Exekutive über Entscheidungen der Judikative hinweg. In der Sprache des Bundesfinanzministeriums klingt dies dann so: “Ziel eines derartigen ‘Nichtanwendungserlasses’ … ist es, dem BFH Gelegenheit zu geben, seine Rechtsauffassung in einem anderen geeigneten Verfahren zu überprüfen.” Missliebige Urteile des BFH werden von der Finanzverwaltung ignoriert – zum Nachteil der Steuerzahler und zum Unheil des Rechtsstaats.

Achilles, die Schildkröte und der Sozialismus

13:06 - dagny's tags by dagny t. - 9 Kommentare

Zenon von Elea wird u.a. folgendes Paradoxon zugeschrieben:

Achilles läuft mit einer Schildkröte um die Wette, welche einen beliebigen Vorsprung hat. Der antike Held kann die Schildkröte aber niemals einholen, weil er, hat er den Vorsprung der Schildkröte kompensiert, einen erneuten Vorsprung der wesentlich langsameren Schildkröte aufholen muss. In dieser Zeit bewegt sich das Tier aber erneut und so weiter und so fort.

Den Griechen war offenbar die Konvergenz einer unendlichen Reihe gegen einen endlichen Grenzwert nicht bekannt, denn das Paradoxon ist auch mathematisch stringent lösbar. (siehe Infinitesimalrechnung)

Die Berichte aus Venezuela erinnern mich an dieses Paradoxon: Allenthalben wird geschrieben, Venezuela sei auf dem Weg in den Sozialismus, Venezuela habe einen weiteren Schritt in Richtung Sozialismus getan, Chavez sei seinem Ziel näher gekommen: All das vermittelt die Vorstellung, Achilles sei der Schildkröte näher gekommen, habe sie aber noch nicht erreicht.

Es ist an der Zeit das Kind beim Namen zu nennen: Achilles hat die Schildkröte überholt.

Chavez hat Venezuela in eine Diktatur verwandelt und die Wirtschaft mit seinem Sozialismus des 21. Jahrhunderts ruiniert, den Wohlstand des Öllandes an die Wand gefahren, Recht und Gesetzlichkeit mit den Füssen getreten und ein Klima des Hasses und Neides geschührt indem regelmässig anderen die Schuld fürs eigene Versagen gegeben wird.

John Galt lässt grüssen.

EU-Wahlomat

23.04.2009 17:58 - dagny's tags by dagny t. - 21 Kommentare

Auf der Seite euprofiler.eu gibt es einen EU-weiten Wahlomat.

Die Fragen sind klar und verständlich ohne grosse Deutungsschwierigkeiten (“Sind sie dafür dass den Banken aus Steuergeldern geholfen wird“).

Dagny stimmt mit einer kroatischen Partei, mit der Irischen Libertas, Dänischen, Holländischen und weiteren Parteien aus dem Baltikum am ehesten überein. Die Schottischen Konservativen sind auch näher an meiner Meinung als die deutschen CDU/CSU/FDP.

Coole Sache!

Herr Juncker, ein Europäer

«Ich glaube, die EU hat aufgehört, richtig zu funktionieren.» Sagt Herr Juncker.

Wer übrigens noch immer daran glaubt, nach den nächsten Wahlen werde die BRD von einer schwarz-gelben Regierung regiert, liegt weit daneben. Es wird eine Neuauflage der rot-schwarzen geben. Zumal die SPD nach den Sommerferien deutlich zulegen wird. Zudem: die CDU kann so die CSU zurückbinden und die SPD ihren linken Flügel. Und beide werden “die Regierung der Vernunft” mit den sozialen Verwerfungen begründen, die sich dann nicht mehr vertuschen lassen.

Eigenwerbung: SFB in der LOLA/HH

22.04.2009 17:54 - Money and Fame by Daniel Drungels - 6 Kommentare

Es sei mir verziehen, wenn ich an dieser Stelle etwas Eigenwerbung mache. Am kommenden Freitag, 24.4. spielt meine kleine Kapelle SFB nämlich in der LOLA in Hamburg/Bergedorf. Wer sich für Rap-Musik fernab jeglicher Pimmelprotzerei begeistern kann, der ist herzlich willkommen. Alle anderen natürlich auch. Wer sich Karten günstig sichern möchte, sollte dies in jedem Fall bei mir (drungels (ät) gmx.de) tun, da ich Euch jene zu einem Vorzugspreis von nur 6 Euronen zugänglich machen kann. Die AK beträgt hingegen 10 €. Klare Sache…

Außerdem auftreten werden die Bands Ed Almighty, die ihrerseits mit feinstem Raggae/ Soul aufwarten und die Ska- Kapelle Directors Cut. Für ein breites Spektrum ist also gesorgt. Ich hoffe inständig, Euch zahlreich begrüßen zu dürfen und freue mir schonmal ‘n Loch in’ Bauch.

eifrei, Preussen und andere Barbaren

09:56 - dagny's tags by dagny t. - 18 Kommentare

Warum müssen wir (Alt-)Bayern eigentlich mit den Preussen und Norddeutschen in einem Staat leben? München ist nicht nur geographisch näher an Mailand, sondern teilt auch die römische Vorgeschichte mit dem Süden und nicht mit dem Norden: Merke, während in Castra Regina und Augusta Vindelicorum fliessend Wasser sich in Thermen und Brunnen ergoss, lebten die Barbaren Germanen quasi noch auf den Bäumen.

Die Variusschlacht ist demnach nicht der Erfolg eines verklärten Freiheitskampfes, sondern eine Niederlage der Hochkultur.

P.S. Im Web ist es ein leichtes und auch üblich, Thesen mit Links zu belegen und sich somit von Printmedien durch Nachvollziehbarkeit der Quellen abzuheben.

Wenn Homo-Heiler halluzinieren

20.04.2009 20:03 - ∆Foxtrot by Daniel Fallenstein - 79 Kommentare

Erneut versuchen Vertreter der Lesben- und Schwulenverbände zusammen mit Bündnis 90/ Die Grünen, die Rede-, Wissenschafts- und Therapiefreiheit zu beschränken. […] Solche Aktionen stellen einen Angriff auf fundamentale Freiheitsrechte dar, die in der Verfassung garantiert sind.

Unfug! Schwachsinn! Die Redefreiheit ist erst dann eingeschränkt wenn man jemandem mit Gewalt das Maul zu stopfen versucht. Und Lobbying ist sicher keine Gewalt. Natürlich befürworte ich das Recht der Homo-Heiler sich öffentlich zum Deppen machen zu dürfen aus ganzem Herzen. Bevor es ihnen gesetzlich verboten wird, muss ihnen aber auch keine private Person oder Institution zur Seite springen.