Landauf, landab wird herumerzählt, dass das Primat des politischen Handelns nach langen Jahren der Demütigung durch die Wirtschaft jetzt wieder bei der Politik liege.

Herr Obama wird als neuer Messias gefeiert, jedes seiner Worte eine Offenbarung und kaum gesprochen rund um den Erdball getragen. Frau Merkel, die heilige Johanna der Abwrackprämie, hat sich unter die Solarsonne gelegt, um auch etwas vom Glanz des grossen Wicän auf ihre ausgebleichten Wangen zu zaubern.

Bei Licht besehen, ist die Leistung der Politik doch eher bescheiden. Sie tut einfach das, was sie schon immer am besten konnte: Geld ausgeben. Oder sagen wir genauer: Anzukündigen, es werde jede Menge Geld ausgegeben.

Der einzige Unterschied zu früher ist der, dass die demokratisch-legitimierten Landesfürsten es jetzt lustvoll tun können, das Geld ausgeben, ist doch diese aber auch wirklich lästige Budgetdisziplin vom Tisch.

Was waren das doch für lustlose Zeiten, als die Wirtschaft brummte, die Steuererträge von Rekord zu Rekord jagten und nur auf der Politik der Druck zum Sparen lastete. Tempi pasati.

Merke: Nachts, wenn der Steinbrück zweimal klingelt, wird einigen wenigen die Rechnung präsentiert. Den Leistungsträgern.