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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Wir haben die A-Blogs die wir verdienen

Daniel Fallenstein, 15.04.2009

Buddelkasten Blogosphäre ()Wir haben z.B. Lizas Welt. Liza (die ich als Person sehr schätze) veröffentlichte einen Gastbeitrag, der einen gewissen Herrn Mross attackierte. Und es besteht kein Zweifel: Der Kerl (Mross) steckt bis über beide Ohren im verschwörungstheoretischen Sumpf, zu dem die libertäre Szene eine viel zu große Affinität hat (man sehe sich mal die Inserenten in der eiFrei an). Aber ist es wirklich sinnvoll einen Talking Head zu attackieren, der weniger Zuschauer hat als das LKW-Ziehen im DSF? Klar kann man Freaks die Meinung geigen. Aber: Echte Meinungsmacher wären gegenüber pseudokapitalistischen Sendezeitfüllern vorzuziehen. Mal ganz provokant gefragt: Hat bei „Caspar Schmidt“ vielleicht der linksextreme Hass auf den (dem Kommunismus erwiesenermaßen haushoch überlegenen) Kapitalismus endlich ein Ziel gefunden, das man doch guten Gewissens bestreichen darf?

Wir haben ef-online. Dem André sein kleines Webmag ist handwerklich gut gemacht redigiert, strukturiert und  im Vergleich zur anderen großen Nummer (zu AchGut später mehr) ansehnlich gestaltet. Inhaltlich kommt zwischen den Perlen viel hanebüchenes. Aus der Dumme-Sprüche-Kiste passt ein trockenes „Wer so offen ist, kann nicht ganz dicht sein.“ ziemlich treffend. Da warf man sich mit Verve in die Bresche für diesen Typen der es so wenig wert ist verteidigt zu werden, wie angegriffen. Die haarsträubend idiotische Anti-Antifa-Hysterie macht zumindest Spaß beim Zuschauen.

Unter Hitler, Mao und Stalin hatten Denunzianten wie er ihre ganz große Zeit. Unter dem Banner der Politischen Korrektheit und des modernen „Anti-“ Faschismus ist er nun auferstanden. Im Internetzeitalter denunziert man gerne doppelt anonymisiert, zum Beispiel indem man seine Homepage hinter dem Namen eines französischen Fußballers versteckt und dann zusätzlich auf dieser Seite Artikel unter Phantasienamen publiziert.

Wir haben AchGut.com. Sie machen sich den publizistischen Schwächeanfall Lizas wie auch das Follow-Up zu eigen und eröffnen ganz neue Dimensionen der Kalauerei.

Die “liberalen” Jammerlappen, die in “eigentümlich frei” ihre sadomasochistischen Phantasien von Verfolgung und Existenzvernichtung ausleben, sollten ihr Blättle in “eigentümlich doof” umbennenen

Übrigens gestatte man mir dieses Nachtreten, wenn ich schon dabei bin: Als Hannes Stein seinerzeit eine superbe Watschn Ingo Ways gegen Stephan Grigat verlinkte, wurde dieser Beitrag kurzerhand gelöscht und erst viel später wieder hergestellt. Zu dieser Löschung könnten sich die Achsisten ruhig mal erklären, wenn es schon Usus ist, dass sie sich öffentlich gegenseitig beharken.

Um diese Blogwars in die rechte Perspektive zu rücken lohnt der Blick auf die Insel. In Großbritannien holte der Blogger Guido Fawkes über Ostern einen prominenten Berater Gordon Browns aus dem Sattel. Die britischen Blogger sehen sich gegenüber den Toten Bäumen in der Offensive. And rightly so.

Die (Anti-)Deutschen dagegen pinschern.

Bild: Buddelkasten (Rallf Kornetzki, cc-Lizenz)



31 Kommentare zu “Wir haben die A-Blogs die wir verdienen”

  1. Judäische Volksfront

    Spalter!

  2. Gernot

    Hans-Jörg Müllenmeister, ein Autor des neonazistischen Portals Altermedia, und André F. Lichtschlag, der schon vor Jahren im Interview mit der rechten Zeitschrift Jungen Freiheit verriet, er wolle Nationalkonservative und „Radikallibertäre“ zusammenbringen.

    Hans-Jörg Müllenmeister ist Autor schräger Meinungsartikel auf Goldseiten.de — sowie es für mich aussieht, hat jemand bei Altermedia seinen Goldseitenartikel einfach gerippt und auf die Seite gesetzt. Benutzt man die Suchfunktion von Altermedia, findet man auch tatsächlich genau nur den einen Artikel. Das reicht Herrn Schmidt offenbar als Beleg dafür, dass Herr Müllenmeister „Autor des neonazistischen Portals Altermedia ist“.

  3. Daniel Fallenstein

    Darf ich was schräges zitieren?

    Der Ex-Türsteher und israelische Politiker Avigdor Lieberman schlug vor, „dem amerikanischen Beispiel Japans im Zweiten Weltkrieg zu folgen und den Gaza mit Atomwaffen auszuradieren“ (zeitdiagnose.de)

    Und der Seewind transportiert den Fallout nach Sderot. Was für ein riesiger Haufen Schafscheiß. Wer so etwas glaubt steht mit der objektiven Realität derart auf Kriegsfuß, dass pathologischer Antisemitismus als Grund für die Absonderung durchaus plausibel erscheint.

    Und dann jongliert er mit Begriffen wie „Realwirtschaft“ vs. „Großfinanz“: So würde sich Attac mit Goldfetisch anhören.

    Was dieser Müllenmeister absondert, sind antimoderne Widerlichkeiten par excellence. Und ich habe viel zu viel Zeit auf ihn verschwendet.

  4. jo@chim

    Aus den Gedärmen sezierter Wörter (wie z.B. „Hochfinanz“) eine Weltanschauung zu lesen ist Politesoterik.

    (Schon richtig, dass Dummheit die antisemitischen und „antizionistischen“ Stereotypen offensichtlich anzieht wie Scheisse die Schmeissfliegen. Trotzdem ist nicht jeder Pinhead rechtsextrem oder Antisemit.)

    btw: der ehrenwerte Herr Neumann sollte mit seinem Gekeife gegen Pseudonyme auf ef (inkl. „Outing“-Aufruf hinsichtlich Liza) den Ball ganz ganz flach halten. Das halbe Blättchen schreibt unter Phantasienamen.

  5. Gernot

    Aus den Gedärmen sezierter Wörter (wie z.B. “Hochfinanz”) eine Weltanschauung zu lesen ist Politesoterik.

    Das passt, weil Herr Müllenmeister auch Autor esoterischer Bücher ist. ;-)

    Übrigens: Die rechtsgerichtete, antisemitische Gesinnung von Herrn Mross „belegt“ Liza / Caspar Schmidt ausschließlich mit Zitaten aus einem namentlich gekennzeichnenden Artikel von Herrn Müllenmeister, der auch auf MMNews erschienen ist. Der Schmähkritiker hat sich nicht mal die Mühe gemacht, Michael Mross‘ eigene Artikel heranzuziehen. Insofern ist der Vorwurf der Denunziation seitens Guido Neumann schon berechtigt, wie ich finde.

  6. Michel

    Caspar Schmidt ist der Klarname Max Stirners (der hat sich allerdings Kaspar geschrieben), so liegt der Verdacht nahe das Caspar Schmidt ebenfalls ein Pseudonym ist.

  7. Daniel Fallenstein

    Davon kannst Du ausgehen. Ein Fall für die McCarthy-Jugend.

  8. Michel

    Stimmt, jeder der nicht unter seinem vollen Klarnamen schreibt ist entweder ein Linksfaschist oder Antisemit.

  9. Daniel Fallenstein

    Oder ein Killerspieler

  10. Dagny

    Nicht alles, was politisch incorrekt ist, ist sinnvoll.

    Und andersrum spricht es zwar für ein liberales Presseverständnis auch die noch so abstruseste Meinung zuzulassen und nicht (staatlich) zu zensieren, aber Müll bleibt Müll und stinkt nun mal.

  11. Heizpilz

    Politische Inkorrektheit taugt als Konzept genau so wenig wie die Politische Korrektheit.

  12. Heizpilz

    MMNews ist mir schon zuvor negativ mit wirren Vorträgen aufgefallen, ob da jetzt aber ein Rechter am Start ist?!
    Ich habe beim geschätzten Liza etwas die Beispiele vermisst.

  13. Florian

    „Liza (die ich als Person sehr schätze)“

    Dumme Frage:
    Ist „Liza“ eine Frau?
    Ich bin bislang immer davon ausgegangen,dass sei ein Mann (wohl wegen des Lizarazu-Bildes im Titel).
    Wer hat nun recht?

  14. jo@chim

    Wikipedia ;-)

  15. Rayson

    Wer nur einen Hammer in der Hand hat, sieht eben um sich eine Welt voller Nägel.

    Der Herr MM ist offenbar ein Anhänger der Thesen Silvio Gesells. Diese „Freiwirtschaftler“, wie sie sich nennen, versuchen schon seit Ewigkeiten, irgendwo eine politische Heimat zu finden. Richtig ist, dass es da Affinitäten bis ganz nach Rechtsaußen gab und gibt. Aber im Prinzip ist das ein Haufen eigener Art.

    Bei der Beurteilung der Thesen MMs ohne Umweg über Gesell direkt bei dessen Wirkung in rechtsextremen Kreisen zu landen, zeugt entweder von mieser Recherche oder mieser Absicht.

  16. JKG

    Zinskritik als antisemitisch zu verurteilen, ist ein alter linker Hut und ich unstelle den Leute eher miese Absicht als schlechte Recherche. Wenn man sich ernsthaft mit den Ideen der Freiwirtschaft auseinander setzt, dann erkennt man auch, daß diese das Geldwesen und nicht den Zins kritisieren. Kein ernsthafter Vertreter dieser Schule bestreitet die Allokationsfunktion des Zinses. Von links werden Sie angefeindet, weil Sie theoretische Konkurrenz fürchten, von liberaler Seite weil Sie Böhm-Bawerk widersprechen und die Rechte greift es ab und zu auf, weil diese keine eigene Meinung zum Geldwesen haben. Ich kenne die Freiwirtschaftsszene sehr gut. Von links bis rechts über liberal ist alles dabei.

  17. alex

    In zehn Jahren kräht nach diesem Trompeter kein Hahn mehr.

  18. JKG

    Du meinst Stefan und der kann angeblich noch nicht mal Trompete spielen.

  19. lalibertine

    „Nicht alles, was politisch incorrekt ist, ist sinnvoll.“

    „Politische Inkorrektheit taugt als Konzept genau so wenig wie die Politische Korrektheit.“

    Erklärt das mal wer den lieben Libertären?

  20. Heizpilz

    Wattenda unverständlich?

  21. dagny t.

    „Erklär das mal wer den lieben Libertären“?

    Heisst das a) DIe Dagny ist nicht lieb?
    oder b) die Dagny ist nicht libertär
    oder c) die Dagny hat ihre eigene Aussage nicht verstanden?

    ;)

  22. JKG

    Fühle mich angesprochen und habe es sofort verstanden. :-)

  23. jo@chim

    Wir haben ef-online. Dem André sein kleines Webmag ist gut redigiert […]

    Nein Daniel: das kann man u.U. in Bezug auf die Printausgabe so sehen. Der „Fahndungsaufruf“ des Herrn Neumann deutet aber darauf hin, dass von Seiten des Herausgebers entweder nicht oder wenn, dann abgründig miserabel redigiert wird.

  24. Daniel Fallenstein

    I stand corrected.

  25. Rayson

    Mich wundert eigentlich, dass es in solchen Kreisen noch unbekannt sein sollte, wer hinter „Lizas Welt“ steckt. Das weiß ja sogar ich.

  26. Daniel Fallenstein

    News, it seems, travels not always fast in the digital age.
    PS: Die RL-Identität Caspar Schmidts war allerdings auch nicht schwer zu erraten (nicht dass ich diese breittreten würde).

  27. Rayson

    Ich dachte da auch weniger an „digital age“ (im Web steht auch viel Mist) denn an zahlreiche personelle Querverbindungen… Aber sollen sie suchen. Pseudonyme decken jedenfalls keine Pseudonyme auf, soviel muss dann schon noch sein.

  28. DDH

    Mich erinnert der alberne Aufruf an die Anti-Antifa-Phantasien von National-Pazifist Alfred Mechtersheimer (Ex-Grünen-MdB), der damals in den 90ern mit seiner „Deutschland-Bewegung“ den BNR-Vielschreiber „Anton Maegerle“ hochnehmen wollte und ihn als Gernot Moderi aus Bühl outete.

    Lichtschlag ist eben jetzt der neue Einiger der rechten Szene.

  29. DDH

    Daniel Fallenstein hat den einzigen vernünftigen Beitrag zu diesem ganzen Irrsinn verfaßt! Dafür ein herzliches Dankeschön!

  30. Daniel Fallenstein

    Naja. Die Latte lag nicht hoch.

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    […] Kommunismus begrub er jedoch schon bald, als er erkennen musste, dass der Kapitalismus ebendiesem “erwiesenermaßen haushoch überlegenen” ist. Und so kämpfte er fortan unter dem Banner des angelsächsisch geprägten Liberalismus für […]

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