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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Konjunkturpaketcumshot- zur Ähnlichkeit von Politik und Pornographie

Daniel Fallenstein, 18.04.2009

Zettel (der mir hoffentlich die etwas juvenile Weiterentwicklung seines Gedankens nachsieht) machte die hellsichtige Beobachtung, dass in der Politik das Symbol wichtiger wird als die Handlung. Mir fiel auf dass die Eigenheiten dieser Politik nicht nur Parallelen zum Voodoo, sondern auch zur Pornographie aufweisen.

Je weniger die Handlung mit der Realität zu tun hat, je stilisierter das Abgebildete die Phantasien bedient, desto mehr begeisterte Zuschauer findet das Produkt. Die eigentliche Bedürfnisbefriedigung wird mit der Produktion, Abbildung und dem Konsum symbolhafter Ersatzhandlungen substituiert.

Die Parallelen ließen sich in allen saftigen Details schildern. In der Tat ist es möglich, die Chronik einer symbolpolitischen Aktion nur leicht abstrahiert als Drehbuch für einen Porno heranzuziehen.Dies lässt sich an einigen Punkten festmachen.

  • Vorspiel – Fehlanzeige.
  • Rollenverteilung – Eindeutig.
  • Beglückung – groß und hart
  • Ergebnis – ähm… „für visuellen Konsum optimiert“
  • Realitätsbezug – Nix

Die Politik mit ihrem riesigen Gerät, dem Staatsapparat, hat entdeckt, dass den Massen etwas fehlt: Nämlich viel heftige Interaktion mit eben diesem Staatsapparat. Also penetriert die Politik die Bürger wo sie nur kann und beglückt sie dann mit dem, was sie am besten absondern kann. Nach dem klebrigen Höhepunkt, wenn die Erregung vorüber ist, fehlt aber irgendetwas. Um das zu betäuben, geht es in die nächste Runde.

Ich muss die Pornobranche um Entschuldigung für den hinkenden Vergleich bitten. Der große Unterschied besteht darin, dass in der Politik die Konsumenten nicht einfach aufhören können, wenn es ihnen zu viel wird. In der Politik bestimmt der Anbietende mit Zwang die Bedürfnisse seiner Kunden, während die Pornographen es ihnen recht machen wollen.

Ursula von der Leyen im besondern ist vorzuwerfen, dass ihre Zensurpolitik nicht nur die oben ausgeführten Parallelen erfüllt. Zu allem Überfluss verhöhnt sie die Opfer der Kinderpornographie, indem sie ihre wirkungslose Politik als sinnvolle Maßnahme schön lügt. Im Zweifel fördert ihre legislative Ejakulation sogar den Zugang zu KiPo.

Gute Politik wäre nun einmal so aufregend wie eine 3sat-Dokumentation über ein aussterbendes Handwerk. Langweilig, unspektakulär und es käme noch nicht einmal auf die Größe an.

Bildquelle



14 Kommentare zu “Konjunkturpaketcumshot- zur Ähnlichkeit von Politik und Pornographie”

  1. Fischer

    Hihi, guter Gedanke. Stasi-Ursel ist praktisch unsere staatlich bestellte Kinderpornoqueen.

  2. Kuschel

    Und was lernen wir daraus? Wer die Hartz-IV-Sado/Maso-Praktiken oder Steuersparmodelle lustig findet, ist bei Internet-Fesselspielen nicht notwendigerweise auch beglückt.

    Die Geschmäcker sind halt verschieden.

  3. MPH

    Herrlich!

  4. Daniel Fallenstein

    Kuschel, falls Sie mir gerade tatsächlich eine Sympathie für die Entmündigung qua Hartz IV unterstellt haben, kann ich Ihnen nur vollkommene Merkbefreitheit bescheinigen.

    Die liberale Kritik an Hartz4 in einem Satz: Dieses System nutzt Firmen, die auf Kosten der Einzugliedernden und der Steuerzahler Fördermittel einstreichen und verschwendet nebenbei Unmengen sinnvoll einsetzbaren Geldes mit der Verwaltung dieses Wahnsinns.

  5. BierhalunkenBlog » Blog Archive » Der Staat vs. sinnvolles Handeln

    [...] siehe dazu auch: Konjunkturpaketcumshot – zur Ähnlichkeit von Politik und Pornographie [...]

  6. jo@chim

    *lol* das war ein alpha-foxtrot :-)

  7. Daniel Fallenstein

    Ich pendel mich langsam ein.

  8. Die Stimme aus dem Off

    Ja, wirklich gut.

  9. Christian S.

    Auch der Quotensozi ist begeistert. ;-)

  10. chrisv

    Na ja, es gibt aber auch Unterschiede:

    1.) Nicht zuletzt dank der Pornoindustrie haben wir heute (fast) alle billiges, schnelles Internet. Von der Politik ist kein auch nur annähernd vergleichbarer Beitrag zur Steigerung des Gemeinwohls bekannt.

    2.) Wohl kaum jemand gibt über 70% seines Einkommens für Pornographie aus. Und vor allem: Niemand muss überhaupt nur einen Cent dafür ausgeben, und das beileibe nicht nur weil es Pornos im Internet tonnenweise kostenlos gibt.

    3.) Pornographie gibt es in allen Geschmacksrichtungen, und man kann einfach wegklicken, wenn einem etwas nicht gefällt.

    4.) Pornos zu gucken macht vielen Menschen Spass. Politik? Hm.

    5.) Anetta Keys oder Angela Merkel? ’nuff said.

  11. Daniel Fallenstein

    Wie gesagt, ich bitte alle hart arbeitenden (no pun intended) Pornographen um Entschuldigung.

  12. Alrik

    In Sachen Porno kann es keinen hinkenden Vergleich geben.
    Nur ein hängender ;-)

    Kinderpornos sind übrigens unter Populisten ganz groß in Mode.
    http://www.gulli.com/news/joachim-herrmann-ber-2009-04-17/

  13. Kuschel

    Wer keinen Gefallen an den schmudelligen Hart-4-SM-Spielchen hat, dem gefallen wahrscheinlich die auf superpropper gebürsteten Flittchen, genannt Steuersparmodels für Gut- und Besserverdiener. Es ist für jeden was dabei.

  14. e pluribus unum - Pornopolitik – Wenn Politiker ihre willigen Wähler penetrieren

    [...] ist eine stark überarbeitete Version eines Blogeintrags der beim Antibürokratieteam erschien Man kann diese Metapher nicht verwenden ohne den [...]

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