Change for the worse
jo@chim, 20.04.2009
Bereits unter Bush konnten in den USA rechtswidrig handelnde Regierungsmitarbeiter Immunität für illegale Abhörmassnahmen durch Berufung auf den Foreign Intelligence Surveillance Act in Anspruch nehmen. Ich gebe zu, dass ich – trotz allem Kritikvorschuss den meine Kollegen vom Antibürokratieteam und ich Obama hier auf diesem Blog gewährt haben – mir erhofft hatte, dass er diese und andere unselige Hinterlassenschaften der Bush-Adminstration, die sich auf den Patriot Act als Lizenz zum Spitzeln gründen, entsorgt oder wenigstens abmildert.
Es scheint aber das Gegenteil einzutreten. Die Bürgerrechtsorganisation electronic frontier foundation kritisiert jetzt, dass Obamas Justizministerium unter Eric Himpton Holder jr. die diesbezüglichen Befügnisse der Behörden sogar noch ausbaut:
The DOJ claims that the U.S. Government is completely immune from litigation for illegal spying — that the Government can never be sued for surveillance that violates federal privacy statutes.
This is a radical assertion that is utterly unprecedented. No one — not the White House, not the Justice Department, not any member of Congress, and not the Bush Administration — has ever interpreted the law this way. [...]
Obama’s own Department Of Justice has argued that, under the PATRIOT Act, the government shall be entirely unaccountable for surveilling Americans in violation of its own laws. This isn’t change we can believe in. This is change for the worse.
Die De-facto-Legalisierung beliebiger Abhörmassnahmen durch Regierungsbehörden also… Obama, remember your promises?
antibuerokratieteam.net





Sachzwänge, Alles Sachzwänge. Die Heilsfigur selbst kann da nichts dafür, es sind die Umstände, die Obama dazu bringen, so zu handeln.
Hier geht es doch um das Hoehere Interesse! Es ist doch voellig klar, dass die Obamaadministration nur das Beste fuer das amerikanische Volk will und die ungewaschenen Massen noch ins Gelobte Land der allgemeinen Wohlfahrt fuehren will.
Sind das nicht alles nur Behauptungen einer so genannten Bürgerrechtsorganisation?
Die sogenannte Bürgerrechtsorgsanisation ist insoweit – zumindest bei denjenigen, die sich mit der Materie (Zensur im Internet, Überwachung, Software-Patente und Urheberrechtsproblematik) befassen – durchaus bekannt und anerkannt.
Auf dem von mir im Artikel verlinkten eff-Beitrag sind weitere Ressourcen verlinkt.
Gut Ding will Weile haben. Obama ist nicht Copperfield. Es ist immer schwer, etwas zu beurteilen, wenn eine Seite etwas behauptet und die andere keine genauen Informationen rausgibt. Obama wird schon vieles besser machen wollen, die Frage ist, ob er kann und man ihn läßt.
Früher habe ich immer Leute belächelt, die in den 30ern ernsthaft glaubten, böse Ausschreitungen seien nur auf die Verfehlungen untergeordneter Parteidienststellen zurückzuführen. Stichwort: “Wenn das der Führer wüßte!”
Heute haben wir das Internet, Wikileaks etc. und stellen fest: Auch der neue “liebe Führer” der freien Welt, Barrack H. Obama, Darling der Massenmedien und als Halbneger selbst gefühlter Nachkomme aller möglichen Unterdrückten und Versklavten, ist in Wahrheit auch nur ein Politiker. Und dabei noch einer Skrupelloseren. Wie lange dauert es wohl, bis der Honeymoon der Öffentlichkeit zwischen BHO und dem gemeinen Volk endlich aufhört und es seine Fratze richtig erkennt?
Mensch, Du hast aber noch Illusionen. Gott erhalt Dir deinen Glauben.
One Big Awful Mistake, America.
Ich hoffe eben. Wenn alle Politiker, die irgendwann den Wähler belogen oder ein Versprechen gebrochen haben, in dieser Sekunde zurückträten, gäbe es von jetzt auf gleich in keinem Land der Welt mehr eine Regierung oder eine Opposition. Das nenne ich Realismus. Daß der amerikanische Präsident in seinen Entscheidungen völlig frei ist, habe ich ja bereits in meinem ersten Kommentar angezweifelt.
GNARRRRRRRRRRRR!!!!!!!!1111111111111111
Administration bedeutet Verwaltung und nicht Regierung!
http://usaerklaert.wordpress.com/2006/06/21/kurz-erklart-administration-vs-government/
Lieber SG (war das die Sprachbürgerwehrsirene? ^ ^) in Deinem Link steht:
…?
Regierung ist immer auch Verwaltung, aber andersrum nich, aber höchst nebensächlich, LOL.
Das Amerikanisch-Englische Wort “administration” bezeichnet die Regierung im europäischen Sinnen,dass ist richtig.
ABER.:
Das Wort “Administration” im Deutschen bezeichnet eben die Verwaltung und nicht die Regierung.
siehe Duden.de:
1. Ad|mi|nis|tra|ti|on, die; -, -en [lat. administratio, eigtl. = Dienstleistung, zu: administrare, →administrieren]: 1. a) das Verwalten;
;)
“Administration” hat sich in deutschsprachigen Medien als Bezeichnung für die amerikanische Regierung etabliert. Kann man blöd finden, ist aber so
Der Duden wird sich anpassen müssen.
Ich sehe das durchaus ein nur leider schmerzt die falsche Benutzung dieses Wortes in meinen Augen.
Nun ja der Markt wird es regeln.
Welches Englisch hättet Ihr denn gerne?
British English: Administration = Verwaltung, Government = Regierung
American English: Administration = Regierungsapparat (Präsident, Berater, Ministerien und Offices), Government = “Der Staat”.
Das geht auf einen grundsätzlichen Unterschied in der Tradition zwischen UK und USA zurück: UK: Monarchie mit per Gnadendekret eingesetzten Gouvaneuren und Buchhaltern;
USA: Staatsidee mit frei gewählten Präsidenten und Gouvaneuren, die sich aus ihrem frei ausgehandelten Budget eine Truppe aus Beratern, Sekretären, Soldaten, etc. anheuern.
Die amerikanische Administration hat z.B. Beamte wie den Secretary of Defense.
Die britische Administration besteht aus Beamten, die nicht viel zu entscheiden haben, sondern den stabilen Unterbau des demokratisch wechselnden Government bilden.
Entsprechend ist für die amerikanische Regierung die jeweils korrekte Bezeichnung “Administration” oder “Congress”, für die britische dagegen “Government”, “Parliament” oder “Crown”.
Je nach Kontext und Entscheidungsstelle…
“Administration” bemüht sich Distanziertheit, es soll anscheinend irgendwie nahegelegt werden, dass die (jeweils gegenwärtige) Regierung nicht volksbestimmt ist.
“Obama-Administration” wird es in D erst dann zu lesen geben, wenn Obama aus deutscher Sicht etwas Unbotmässiges tut.
Bush hat immer nur “verwaltet” (vs. “nicht mit Mandat regiert”).
Aus diesen kenntnisreich dargelegten Fakten folgt also:
Wenn der Ami von “Obama administration” redet, müsste der Deutsche, wenn er seine Sprache ernst nimmt, von der “Regierung Obama” reden.
Schließlich quatscht auch kein Reporter von der “Brown-Administration”.
Naja, Obama ist nur der Nachfolger im Amt. Wenn die staatlichen Stellen zuvor die Anweisung hatten oder die ausdrückliche Freigabe, kann man schlecht hinterher sagen: “Und jetzt verknacken wir euch dafür”. Das wäre eine Art Siegerjustiz, und wie gesagt, Obama ist nur der Nachfolger im Amt (auch wenn das mancher anders empfinden mag).
Yup. Noch besser und verständlicher wird es, wenn man die zum Kontext passende Bezeichnung nehmen kann, also Bundesbehörden, Bundeskabinett, Regierungsapparat, etc.