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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Lieber Daniel Mack: wie man in den Wald hinein ruft…

jo@chim, 29.04.2009

… so hallt es heraus, bin ich versucht zu konstatieren: als grüner Nachwuchspolitiker bezeichnen Sie die katholische Kirche als verrückt – was man ;-) durchaus tun kann. Auch wenn es nur ein Teil der Wahrheit ist.

Was man aber IMHO nicht tun sollte, ist die zu erwartende Antwort auf Polemiken dieser Art als “Rassismus” zu bezeichnen (oder überhaupt peinlich rumzuheulen).

Im Gegenteil, der offensichtliche Versuch, sich gegen Kritik mit dem Verweis auf die eigene ethnische Herkunft zu immunisieren, lässt eher Frage aufkommen: Sind Sie ein Rassist Daniel Mack?



35 Kommentare zu “Lieber Daniel Mack: wie man in den Wald hinein ruft…”

  1. califax

    Nuja, daß man von allen möglichen Irren bedroht und drangsaliert wird, wenn man sich in der Öffentlichkeit streitet, ist leider normal.
    Das macht die Sache aber nicht besser.
    Ein gleichwertiges Echo wäre gewesen, die Grünen als eine Truppe von Irren zu bezeichnen.
    Ist aber wohl nicht spektakulär genug. Es muß eben immer gleich Telefonterror sein.
    Und daß von seiner Hautfarbe direkt auf seine Religion und Staatsangehörigkeit geschlossen wird, und zwar in ausgrenzender, ablehnender Denkart, ist allerdings ein gesellschaftliches Problem.
    Wir sollten uns doch langsam mal dran gewöhnen, daß auch wir Deutschen nicht aus der Barbiefabrik stammen.

  2. jo@chim

    Ein gleichwertiges Echo wäre gewesen, die Grünen als eine Truppe von Irren zu bezeichnen.

    Stimmt, die sind genauso verrückt wie die Pfaffen.

  3. Heizpilz

    Er sagt ja nur das, was viele denken. Radikale Religionskritik mündet oft in solchen Aussagen.
    Soll mal eine andere Religion als verrückt bezeichnen, was richtiger wäre und ihm sicherlich noch viel viel mehr “Rassismus” einbringen dürfte.

  4. califax

    Sind wir damit unterschriftsreif? ;)

  5. tigerbeer

    “daß man von allen möglichen Irren bedroht und drangsaliert wird”

    Gibt es eigentlich einen Beweiss dafür, ausser der Aussage des Herrn Mack?

    Bei diesen Leuten würde es mich nicht wundern, wenn er demnächst kommt, und erzählt man hätte ihm ein Hakenkreuz auf die Stirn oder sonst wohin geritzt.

    Solche Fälle hat es leider nur zu oft gegeben. Nachträglich hat sich dann herausgestellt, dass alles erstunken und erlogen war. Es gibt Menschen, die um sich wichtig zu machen, wirklich alles machen.

  6. Hartmut

    telefonterror und hassmails lassen sich heutzutage mit einfachen technischen mitteln dokumentieren, belegen und nachweisen – das hat nichts, aber auch gar nichts mit einem “erfundenen hackenkreuz geritze” zu tun…

    und wenn ein Deutscher Ex-Katholik und Messdieneer frei seine Meinung zu der katholischen Kirche äussert, darf er dass, egal ob seine Hautfarbe schwarz, weiss oder grun gepunktet ist….

    und Polemik in der Art mit der 22 Jährige angegangen ist,
    wird nun mal mit einem Wort beschrieben, das da heist
    Rassismus

  7. Peter

    Da ich kein Technikfreak bin, weiß ich auch nicht wie denn die Leute an die Handynummer von Daniel Mack gekommen sind um Hassmails zu schicken. Etwas seltsam kommt es mir schon vor, denn sonst kenne ich niemand, der seine Handynummer einfach veröffentlicht.

    Eine Glaubensgemeinschaft, der man einmal selber angehört und gedient hat, zu beschimpfen ist einfach schlechter Stil und lässt auch Rückschlüsse auf die Moral dieses Menschen zu. Das Christentum im allgemeinen zu verunglimpfen, nur weil man den Papst nicht leiden kann ist aber eine unzulässige Verallgemeinerung im Sinne von Rassismus. Es ist auch legitim darauf hinzuweisen, dass sich in Deutschland niemand traut den Islam öffentlich zu beleidigen, da dies sehr unangenehme Konsequenzen haben kann. Salman Rushdie ist hier nur das erste Beispiel einer mittlerweile sehr langen Reihe.

    Das Problem von Daniel Mack ist sicherlich nicht seine Hautfarbe sondern seine Gesinnung. Schon nach ein paar Clicks auf seiner Homepage stehen einem ja die Haare zu Berge. So viel Schwachsinn völlig unreflektiert und ungeprüft von sich zu geben ist mehr als mutig. Zu Beliebtheit kann so etwas auf keinen Fall führen.

  8. Heizpilz

    Die katholische Religion ist verrückt! Wer mich für diese Aussage polemisch kritisiert ist ein Rassist, denn meine Hautfarbe ist nicht weiß.
    LOL

  9. Die Erklaerung

    Manche Leute wollen nur bekannt sein und nicht beliebt;)

  10. Hartmut

    Heizpilz, wenn mann dich wegen eines Meinungsvortrags als “weisses Arschloch” beschimpfen würde, wärest Du sicherlich der erste, der “Schau ein Rassist” schreien würde.

    Das ist keine polemische Kritik, dann wären ja auch die Morddrohung gegen die Mohmmed Karikaturisten nur mal eben eine polemische Kritik..

  11. Hartmut

    Das Problem von Daniel Mack ist sicherlich nicht seine Hautfarbe sondern seine Gesinnung.

    na dann greif doch seine “Schwachsinn” Gesinnung an, nicht seine Hautfarbe…

  12. jo@chim

    Ich kann nicht erkennen, dass in diesem Thread irgend jemand einen anderen wegen seiner Hautfarbe angreift.

    btw: Hartmut, ich glaube Du missverstehst die Intention meines Beitrages: mir ging es nicht darum, diejenigen, denen Macks dumme Sprüche ein willkommener Aufhänger waren, mal wieder den rassistischen Vollpfosten rauszulassen, in irgendeiner Weise in Schutz zu nehmen.

    Mir stösst nur der Zusammenhang, den er zwischen denen und dem polemisch angegriffenen Subjekt (der Kirche) herzustellen versucht sauer auf. Ich kann diesen Appell an die kollektiv betroffen zu sein habende “Zivilgesellschaft” nicht mehr hören, schon gleich nicht, wenn er als Kritikvermeidungsstrategie daher kommt.

  13. Rayson

    Das Ganze ist ja nur die Provinzausgabe. Bedenklicher erscheint mir, dass interessierte Kreise eine solche Immunisierungsstrategie gegen Kritik an Obama aufbauen. Die ersten Beispiele aus den USA, wo zum Beispiel der Econblogger Arnold Kling wegen einer von gewählten, unter Libertären üblichen Methapher (der Staat als Dieb) als Rassist diffamiert wurde, sind ja bereits dokumentiert.

  14. stefanolix

    Mal ganz abgesehen von all dem anderen: ich frage mich, wie lange der Slogan »I support Barack Obama« noch auf Herrn Macks Webseite stehen wird. Und ob Obama wirklich etwas von diesem »Supporter« gemerkt hat ;-)

  15. stefanolix

    Es schadet aber auch nicht, die sachliche Kritik in eine richtige Form zu bringen. Diese Metapher ist wirklich sehr überspitzt — zumindest für Leute, die solche Diskussionen nicht gewohnt sind.

  16. Rayson

    Aussagen darüber, wie angebracht die Metapher war oder nicht, erschließen sich natürlich erst aus dem Originaltext, und da fand ich sie nicht besonders überspitzt . Aber das ist ja auch nicht der Punkt: Überspitzungen gibt es täglich allenthalben, aber nicht jeder wird mit dem Vorwurf begegnet, der Betreffende sei deswegen Rassist.

  17. Heizpilz

    Waren die Morddrohungen gegen die Karikaturisten Rassismus?
    Ist die Kritik an den silamisch-motivierten Drohenden Rassismus?
    Machs Dir nicht billig.

  18. Heizpilz

    > Es schadet aber auch nicht, die sachliche Kritik in eine richtige Form zu bringen.

    So wie dieser Blogeintrag bspw., der war OK.

    Dennoch scheinen mir Redewendungen wie “sachliche Kritik in eine richtige Form” ungünstig, kenne ich so eher nicht von Liberalen.

  19. Heizpilz

    BTW, im verlinkten SPOn-Artikel ist etwas merkwürdigerweise ein Video-Beitrag zu Pro-Reli zwischengeschaltet. Da kam sogar Henryk “Henk” M. Broder zu Wort.

    Anscheinend ist die Berliner Thematik in der Öffentlichkeit weitgehend unverstanden – also, um was es wirklich geht :-) – eventuell mal per Blogeintrag aus liberaler Sicht und ex post erläutern, es gibt da durchaus einige Köstlichkeiten.
    Nur eine Anregung.

  20. jo@chim

    Blogeintrag

    Hier.

  21. Heizpilz

    Sorry, vergessen, aber eine Köstlichkeit blieb unerwähnt.

  22. Rayson

    Liberale kennzeichnet, dass sie sich einen Kehricht darum kümmern, was andere von Liberalen erwartet…

  23. Heizpilz

    Hab ja nix erwartet, bei diesem Kollegen ohnehin nicht, dennoch gilt es Messbarkeiten zu pflegen.
    “Sachliche Kritik in der richtigen Form” zu fordern wäre jedenfalls messbar nicht liberal, sondern eher etwas für die anderen.
    Die Sprache ist verräterisch.

  24. Rayson

    Wenn du meinst… So lange du deinen eigenen Maßstäben gerecht wirst, ist ja alles ok.

  25. Heizpilz

    Selbstverständlich macht jeder Fehler.

  26. Rayson

    Ich nicht.

  27. Heizpilz

    Wenn einer über Bord geht ist es oft richtig straff bugwärts zu halten, wenn die Mannschaft schwer an Skorbut leiden beginnt.

  28. stefanolix

    Ich sehe das ganz pragmatisch: Die Obama-Anhänger werden mit hoher Wahrscheinlichkeit jeden Kritiker daraufhin durchleuchten. In der Krise ist vier Jahre lang Wahlkampf. Sie werden Sätze aus dem Zusammenhang reißen, um einen rassistischen Hintergrund zu konstruieren. Und es wird Obama-Gegner geben, die mit ähnlich zweifelhaften Methoden unter anderem Vorzeichen arbeiten. Dann können sich die klugen Kritiker aber gleich darauf einstellen und sich eben keine Blöße geben.

  29. Rayson

    Es gehört zu dem Wesen der Art von Politik, die gerade auch Obama so hoch hält, dass die Handlungen der Regierenden einer starken Kritik ausgesetzt sind. Deswegen ist es bedenklich, wenn ein gewählter Amtsinhaber auf diese perfide Art “kugelfest” gemacht werden soll.

  30. Hans Meier

    Mack ist ein […]* und mich würde nicht wundern, dass er das alles nur instrumentalisiert zu seinen Gunsten. Denn wer weiß was er schon gerissen hat wird da schon nachdenklich…

    *Bitte Vermutungen, nicht belegte Sachbehauptungen, Beleidigungen etc. auf dem eigenen Blog – damit die Abmahnung auch dort hingeht, wo sie hingehört ;-) Danke. Der Cleaning Executive Officer, jo.

  31. alex

    “Es ist auch legitim darauf hinzuweisen, dass sich in Deutschland niemand traut den Islam öffentlich zu beleidigen, da dies sehr unangenehme Konsequenzen haben kann.”

    Stimmt einfach nicht. Nazis beleidigen den Islam, Stefan Herre (der Typ von pi-news) beleidigt den Islam und zahlreiche andere Leute tun etwas, was schlichtweg Rassismus ist. Und die leben alle noch. Die Anhänger des Islams sind nunmal nicht durch die Bank Hitzköpfe.

    “Eine Glaubensgemeinschaft, der man einmal selber angehört und gedient hat, zu beschimpfen ist einfach schlechter Stil und lässt auch Rückschlüsse auf die Moral dieses Menschen zu.”

    Warum? Was halten Sie eigentlich von Martin Luther? Mir persönlich ist der Papstkult á la Bild-Zeitung ein Graus. Und dann ist ein Katholik wie Heiner Geißler oder Norbert Blüm* auch so stolz darauf, dass der Katholizismus nur einem Menschen Unfehlbarkeit zuspricht. Islam, Judentum und Protestantismus kennen keinen einzigen unfehlbaren Menschen. Der Stalinismus aber kannte auch “nur” einen einzigen unfehlbaren Menschen. Ein unfehlbarer Mensch ist einer zu viel.

    * Vor vielleicht zwei, drei Jahren habe ich Geißler o. Blüm in einer Talkshow gesehen, die entsprechende Aussage tätigend. Welchen von beiden, weiß ich leider nicht mehr. In tendiere aber eher zu Geißler.

  32. stefanolix

    Bevor Du weiter zu diesem Thema kommentierst: Könntest Du Dich bitte informieren, was der Begriff »Unfehlbarkeit« in Bezug auf den Papst bedeutet und insbesondere herausfinden, worauf die Unfehlbarkeit beschränkt ist. Extra für Dich: ein Link zur Unfehlbarkeit.

    Es trifft zwar zu, dass im Stalinismus jede Kritik an der Partei- und Staatsführung brutal unterdrückt wurde. Es trifft aber nicht zu, dass sich Stalin als allein unfehlbar bezeichnet hat. Und mir ich auch nicht bekannt, dass sich Honecker, Ulbricht oder andere stalinistische Führer als unfehlbar bezeichnet hätten.

  33. Die Stimme aus dem Off

    Na, da hat der Stefanolix aber schon den Rundumschlag gemacht. :-)

    Wehe man ist auch nur kurz beschäftigt, schon drehen wilden Hühner durch.

  34. Rayson

    Nazis beleidigen den Islam, Stefan Herre (der Typ von pi-news) beleidigt den Islam und zahlreiche andere Leute tun etwas, was schlichtweg Rassismus ist. Und die leben alle noch.

    “Und die alle leben noch” – hast du auch nur die leiseste Ahnung, was du da eigentlich geschrieben hast? Als Antwort auf

    da dies sehr unangenehme Konsequenzen haben kann

    sagt es genau das Gegenteil von dem aus, was du wahrscheinlich beabsichtigt hast. Auch die dänischen Karikaturisten leben noch, aber die “unangenehmen Konsequenzen”, mit denen sie sich konfrontiert sahen, willst du bestimmt nicht haben.

    Und in Ergänzung zu stefanolix: Ich glaube nicht, dass ein “unfehlbares Buch” besser ist als ein “unfehlbarer Mensch” es wäre.

  35. Adrian

    Und das in einem Land, in dem man politische Gegner als Hitler bezeichnen und mit Hakenkreuzen bemalt porträtieren darf. Ich bin schockiert!
    Schwamm drüber: Die politische Debatte ist in den USA nun mal härter. Wir Deutschen sind in unserem Kuschelkonsensdenken so was einfach nicht gewohnt.

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